GOTT ist in den Flammen - Daniel 3,24.25
Hinweis: Dies ist ein Predigtmanuskript von Helmut Mayer.
(Fo 1... ist ein Bezug zu Powerpoint-Folien.)
Liebe Schwestern und Brüder, das Thema meiner Predigt lautet: "Begegne Gott in den Flammen deines Lebens!" Grundlage für diese Predigt ist ein Ereignis, über das im Buch Daniel Kapitel 3 berichtet wird. Lest mit mir Vers 1- Fo 1 - König Nebukadnezar ließ eine goldene Statue von 30 Meter Höhe und 3 Metern Breite anfertigen und in der Ebene Dura in der Provinz Babylon aufstellen. In Vers 4 steht: Fo 2 - Dann rief ein Herold mit lauter Stimme: Ihr Männer aus allen Völkern, Ländern und Sprachen! Der König befiehlt euch: Sobald ihr den Klang der Hörner und Flöten, der Zithern und Harfen, der Lauten, Pfeifen und aller anderen Instrumente hört, sollt ihr euch niederwerfen und die goldene Statue anbeten. Wer es nicht tut, wird bei lebendigen Leib im Ofen verbrannt.
In Vers 7 wird berichtet, dass sich alle Leute vor der Statue niederwarfen und sie anbeteten. Doch in der Menge gab es einige, die sich nicht beugten, die nicht bereit waren, das goldene Bild zu verehren. In Vers 12 werden die Namen der Männer mitgeteilt, die sich über den Befehl des Königs hinwegsetzten. Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich auf diese drei jungen Männer. Wir wollen ihr Verhalten in der schwierige Lage, in der Stunde der Krise betrachten und von ihnen lernen, was echter Glaube und Treue zu Gott ist.
Diese drei Männer waren eine verschwindende Minderheit. Gewiss nicht mehr als 1 % der im Tal Dura versammelten Beamten und Würdenträger des Reiches. Doch sie wurden von den anderen beim König angeklagt. Sie erregten Widerspruch. Die Masse duldet keine Außenseiter, keine Störenfriede, welche die Einheit einer falschen Anbetung gefährden. Welch ein Bild! Auf der einen Seite die Statthalter und Gouverneure, die Richter und Berater des Königs, auf der anderen Seite drei einsame junge Männer, die Gott nicht verleugnen, die eine falsche Anbetung nicht mitmachen wollen, die Gottes Gebot höher achten als den Befehl des Königs, die mutig für ihre Überzeugung einstehen.
Die Reaktion des Königs und welche Folgen das für die Männer hatte, wird in Daniel 3 beschrieben. Wir lesen zunächst die Verse 13-15 Fo 3 "Da packte den König der Zorn, und voller Wut ließ er die drei kommen. Als sie vor ihm standen, stellte er sie zur Rede: Schadrach, Meschach und Abed-Nego, ist es wahr, dass ihr meinen Göttern keine Ehre erweist? Warum wollt ihr euch nicht vor meiner Statue niederwerfen? Ich gebe euch eine letzte Gelegenheit: Wenn jetzt die Musik ertönt und ihr niederfallt, lasse ich noch einmal Gnade vor Recht ergehen. Wenn ihr euch aber meinem Befehl widersetzt, werdet ihr auf der Stelle in den Ofen geworfen. Glaubt ihr, dass euch dann noch ein Gott aus meiner Gewalt retten kann?"
Nebukadnezar hätte die drei Männer wegen ihres Ungehorsams ohne Umschweife bestrafen können. Doch er gibt ihnen eine zweite Chance, ihre Treue zum König zu beweisen. Er ist sogar bereit, wegen ihnen das ganze Zeremoniell zu wiederholen. Dies ist für die drei Männer der gefährlichste Augenblick. Wenn man uns mit Wohlwollen entgegenkommt, fällt es uns viel schwerer standhaft zubleiben. Verführung ist gefährlicher als Verfolgung. Die Verführung wird leicht zur Versuchung. Die drei Männer hätten äußerlich vollziehen können, was der König von ihnen verlangte. Sie hätten sich niederbeugen und sich mit ihren Sandalen beschäftigen können, während sie im Herzen die Statue verachteten und den wahren Gott lobten.
In dieser Stunde der Versuchung ist es für die drei Männer eine große Hilfe, dass Nebukadnezar den Pferdefuß erscheinen lässt, wenn er sagt: "Wer ist der Gott, der euch aus meiner Hand erretten könnte?" Die mutigen Verehrer des wahren und lebendigen Gottes begreifen, es geht jetzt um viel mehr, als nur um ihre Rettung vor dem Feuertod. Es geht um die Frage: Wer der wahre Gott ist. Es geht um die Ehre und Anbetung Gottes.
Lesen wir, wie die drei Freunde Daniels reagierten. Fo 4 Daniel 3,16-18 ...
Wir entdecken, Menschen an der Schwelle des Todes reden anders als karrieresüchtige Denunzianten. Sie sind weder stolz, noch wollen sie den König brüskieren. Sie wollen unter allen Umständen der Versuchung zu einer falschen Anbetung widerstehen. Sie begreifen, jetzt geht es nicht um einen Kompromiss, sondern um absolute Treue zu Gott.
Wenn unser Gewissen von der göttlichen Wahrheit und der Richtigkeit der Gebote Gottes überzeugt ist, und wir handeln nicht danach, dann wird es für uns gefährlich. Dann fangen wir an, darüber nachzudenken, wie gefährlich es für uns wohl sein mag, gemäß der uns gegebenen Erkenntnis zu leben. Dann wird uns der böse Geist betrügen und zu einer falschen Entscheidung führen.
Schadrach, Meschach und Abed-Nego waren Männer, die wussten, was in Gottes Augen falsch und richtig ist. Sie waren fähig, eine klare Entscheidung zu treffen. Sie mussten nicht lange darüber nachdenken, was wohl für sie das Beste sei. Sie entschieden sich, das Richtige zu tun, weil es das Richtige war. Gott gehorsam zu sein, war ihnen wichtiger als den Befehl des Königs zu erfüllen. Sie gaben dem Verlangen der Masse nicht nach. Sie widerstanden der Versuchung, sich anzupassen. Ihr Glaube veranlasste sie zu einer ungeheuren Erklärung, Dan 3,17.18: Fo 5 "Unser Gott, dem wir dienen, kann uns aus deiner Gewalt retten. Aber, wenn es nicht tut, musst du wissen, o König, dass wir nie deine Götter anbeten oder uns vor der goldenen Statue niederwerfen werden."
Hier lernen wir, was wahrer Glaube ist. Die Männer sagen: "Unser Gott". Glaube ist für sie nicht eine Zustimmung zu theologischen Aussagen, sondern ein persönliche Beziehung zu Gott. Glaube ist die Überzeugung, dass Gott durch den Tod zu sich führen kann und ebenso auf wunderbare Weise vor dem Tode retten kann.
Glaube ist, Gott auch in ausweglosen Situationen treu zu sein. Glaube ist Ergebung in den Willen Gottes. Ihre Aussage: "Wenn unser Gott will", erinnert uns an Jesu Gebet in Gethsemane, als er zu Gott betete: "Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe." Glaube ist die Zuversicht, dass egal, was mir oder mit mir geschieht, Gott da ist und es letztlich gut mit mir meint.
Viele haben falsche Vorstellungen vom Glauben. Sie denken, wenn sie nur genügend Glauben haben, dann werden sie nie Not haben, dann wird es ihnen immer gut gehen, dann werden sie immer glücklich sein, nie krank werden, immer genügend Geld haben, dann wird ihnen stets alles gelingen. Von diesem Glauben ist Daniel 3 weit entfernt.
Die Bibel zeigt uns, was echter Glaube ist. Sie sagt: Glaube ist: Joseph, von seinen eigenen Brüdern als Sklave nach Ägypten verkauft, wegen seiner Treue zu Gott ins Gefängnis geworfen und dennoch Gott vertrauend. Glaube ist: Hiob, von Kopf bis Fuß mit bösen Geschwüren bedeckt, seiner materiellen Güter beraubt, von seiner Frau und seinen Freunden verachtet und verlassen, und dennoch an Gott festhaltend.
Glaube ist: Daniel in der Löwengrube und noch immer Gott vertrauend. Glaube das ist: Paulus, um Jesu willen geschlagen, gesteinigt und ins Gefängnis gestellt und noch immer Gott vertrauend. Glaube, das ist: Jesus, am Kreuz hängend, mit Nägeln durch Hände und Füße getrieben, und dennoch rufend: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist.
Die Führerin einer Reisegruppe, die in Rom Touristen durch die Priscilla Katakombe führte, in der es viele Darstellungen Daniels und seiner Freunde gibt, sagte: "Gott im Feuer loben - das wollten sie." Gott im Feuer loben, das wollten die vielen Märtyrer, die ihren biblischen Gauben nicht verleugneten und im Mittelalter auf den Scheiterhaufen der Inquisition starben. Gott im Feuer loben, das taten Pfarrer Paul Schneider und Pater Maximilian Kolbe, die im KZ für ihren Glauben starben.
Glaube anerkennt die Tatsache, dass Gott auch dann in meinem Leben handelnd da ist, wenn ich Eheprobleme habe, wenn ich eine Scheidung erlebe, wenn ich Schwierigkeiten an meinem Arbeitsplatz habe. Glaube weiß, dass Gott auch dann für mich und bei mir ist, wenn mein Kind von einem Auto angefahren wurde und im Krankenhaus zwischen Tod und Leben ringt. Glaube rechnet auch dann mit Gott, wenn finanzielle Lasten niederdrücken und es scheinbar keinen Ausweg gibt.
Glaube bedeutet nicht, dass alle meine Probleme wie Vögel davonfliegen, sondern, dass Gott auch in meinen Problemen bei mir ist. Der Psalmbeter hat diesen Glauben so beschrieben: Fo 6 "HERR, wenn ich nur dich habe, bedeuten mir Himmel und Erde nichts. Selbst wenn alle meine Kräfte schwinden und ich umkomme, so bist du doch, Gott, allezeit meine Stärke -ja, du bist alles, was ich habe!" (Ps 73,25.26 Hfa). Erfahrung - blinde Frau .....
Schadrach, Meschach und Abed-Nego wurden nicht vor den Flammen bewahrt, sondern sie wurden in die Flammen geworfen. In Dan 3,19-23 wird berichtet: Fo 7 .... Kein Stop Gottes. Die drei Männer, die seine goldene Statue nicht anbeten wollten, irritierten. Nebukadnezar. Er merkte, dass er mit diesen in ihrem Gewissen an Gott gebundenen Menschen nicht fertig wird. Sie verunsichern und ängstigen ihn. Er erkennt, dass sich ihm in diesen mutigen Männern eine ihm unbekannte Macht offenbart. Schließlich muss er diese andere Macht mit Erstaunen und Entsetzen zur Kenntnis nehmen. Vers 24 und 25 berichtet: F0 8
Das Einzige, was die Flammen bewirkten, war, dass die Stricke verbrannten, womit die Männer gebunden waren. Die treuen und mutigen Bekenner, die bereit waren, Gott mehr zu ehren und ihm mehr zu gehorchen als dem weltlichen Herrscher, die bereit waren, für ihre Überzeugung in den feurigen Ofen zu gehen, erleben das Eingreifen Gottes. Sie erfahren ganz persönlich die Erfüllung einer Verheißung, die Gott durch den Propheten Jesaja gegeben hat. Fo 9 "Wenn du ins Feuer gerätst, bleibst du unversehrt. Keine Flamme wird dich verbrennen."
Liebe Schwester, lieber Bruder, empfindest du, gerade durch eine Feuerprobe zu gehen?
Gibt es niederdrückende Probleme in deiner Ehe oder mit deinen Kindern? Sind es Flammen seelischen Kummers oder einer schmerzvollen Krankheit? Gibt es materielle Nöte oder Konflikte mit deinem Arbeitgeber? Denke daran, Gott will in den Flammen bei dir sein und dich näher zu sich ziehen.
Lies sorgfältig den Bericht in Daniel 3 und erkenne, wo Gott war. Er war im Feuerofen.
Er war in den Flammen! Wo ist Gott in den Schwierigkeiten deines Lebens? Wo ist Gott, wenn du dich einsam fühlst? Wo ist Gott, wenn du entmutigt und niedergeschlagen bist? Er ist an deiner Seite.
Hast du das Gefühl, augenblicklich durch Flammen zu gehen? Daniel 3 ist eine gute Nachricht für dich. Der Sohn Gottes, der zu den drei Männern in den glühenden Ofen kam, will an deiner Seite sein. Er ist da! Schaue durch den Rauch und die Flammen hindurch. Sieh seine Gegenwart. Höre seine Stimme, die zu dir spricht: Mein Kind, ich bin bei dir. Die Flammen sollen dich nicht versengen.
Daniel 3 lehrt uns: 1. Gott kann Wunder tun. Er ist der Gott, der rettet. 2. Wenn er es nicht tut, wollen wir trotzdem an ihm festhalten, weil er am Ende alles zurecht bringen wird.
Daniel 3 offenbart uns aber auch ein Modell der antichristlichen Zustände der Endzeit.
Nebukadnezar vereinigte in einem übergreifenden synkretistischen Kult alle Religionen seines Reiches. Er bildete eine babylonische Ökumene. Er schuf die Einheit von Staat und Religion. Diese Einheitsreligion erforderte eine gemeinsame Anbetung. Minderheiten wurden durch einen staatlichen Erlass gezwungen, die neue Einheitsreligion anzuerkennen und sich der erwünschten Anbetung zu beugen. Menschen, die sich in ihrem Gewissen an Gottes Gebote gebunden wussten, wurden mit dem Tode bedroht und gezwungen die vorgesehene Form der Anbetung mitzumachen.
Die göttliche Prophetie sagt uns, dass sich dieses Ereignis global wiederholen wird. Erinnern wir uns an die Merkmale Babylons. Fo 10
- Ein mächtiger Weltherrscher verfälscht Gottes Offenbarung,
- erzwingt weltweite Anbetung,
- fordert religiösen Gehorsam,
- verführt, Gottes Gebot zu übertreten,
- beeinflusst die ganze Welt,
- vereinigt Religion und Staat, um seinen Gesetzen Geltung zu verschaffen.
In Offb 13 wird von einer endzeitlichen Macht berichtet, die alle Menschen zwingen wird, ein Standbild zu errichten und dafür sorgt, dass jeder getötet werden soll, der das Bild nicht verehrt und anbetet. Das Buch Daniel will uns helfen, für diese Zeit vorbereitet zu sein. Es ermutigt uns, in der letzten Krise fest auf Gottes Seite zu stehen. Es gibt uns die Gewissheit, dass Gott seine Getreuen sicher durch die letzte Anfeindung und Bedrohung bringen wird. Gott wird bei ihnen sein und seine Macht und Gegenwart ihnen zuwenden.
In den Tagen Daniels gab es einen Konflikt zwischen den Geboten Gottes und den Gesetzen eines religiös-politischen Herrschers. Dies wird sich wiederholen. Die religiöse Freiheit wird enden. Eine bestimmte Form der Anbetung wird erzwungen werden. Der Gottesdienst wird zugunsten einer unbiblischen Einheit gesetzlich geregelt werden. Wer Gott und seinen Geboten treu bleibt, wird in eine grenzenlose Einsamkeit gestellt und mit dem Tode bedroht. Die bibeltreuen Christen werden die Störenfriede dieser synkretistischen Einheit sein. Eine Feuerprobe, größer als je zuvor, wird auf die Gläubigen zukommen.
Liebe Schwester und lieber Bruder, jedes Problem deines Lebens ist jetzt ein Aufruf, Glauben zu entwickeln und dadurch für die letzte Auseinandersetzung bereit zu sein.
Jeder Schwierigkeit, der wir gegenüberstehen, ist ein Ruf zu größerem Glauben.
Darum ist es gut, zu beten: Fo 11
O Gott, lehre mich, dir zu vertrauen. Lehre mich, Glauben zu üben. Lehre mich, dich in den Flammen meines Lebens zu sehen. Lehre mich, zu wissen, dass du mich nicht verlässt, wenn es schwierig wird. Hilf mir, jetzt Entscheidungen zu treffen, die mich befähigen, in der letzten Krise fest auf deiner Seite zu stehen. Amen



