In der Bergpredigt lehrte Jesus auch das Beten. Es ist eine persönliche Angelegenheit zwischen Gott und mir, die andere nichts angeht (Mt. 6,5). Wir sollen dort beten, wo wir Ruhe haben und ungestört sind (V.6, die Vorratskammer war der einzig geschlossene Raum der einfachen Häuser). Das Gebet ist keine religiöse Leistung, aber eine Art Geschenk an Gott, für das Er uns etwas zurückerstattet (V. 6b). Beim Beten sind gute und ausführliche Formulierungen nicht wichtig (V. 7.8), denn der Heilige Geist bringt unsere Gebete vor Gott (Röm. 8,26-27). Daher ist es nicht notwendig laut zu beten, aber oft hilfreich, z. B. um uns der unmittelbaren Gegenwart Gottes beim Beten bewusster zu sein oder um konzentrierter zu beten ohne den Faden zu verlieren.
Weshalb ist es überhaupt notwendig, Gott um etwas zu bitten, obwohl Er weiß, was wir brauchen (Mt. 6,8b)? Wenn wir nicht bitten, bekommen wir auch nichts (Jak. 4,2b). “Es ist ein Teil des Planes Gottes, uns in Erhörung des im Glauben dargebrachten Gebets das zu gewähren, was Er uns nicht gewähren würde, wenn wir nicht in dies er Weise zu ihm beteten.” (Der große Kampf, Seite 528). Durch das Beten machen wir Erfahrungen mit Gott. Das Gebet bewegt Gottes Arm. Unsere vertrauensvollen Bitten geben Gott die Möglichkeit zum Handeln, denn Er muss sich vor Satan rechtfertigen, wenn Er etwas für uns tut oder uns etwas gibt. Es soll uns im Gebet mehr um Gott gehen als um seine Gaben. Durch das Beten kommen wir zu Gott, in Gemeinschaft mit ihm. Ihn sollen wir suchen, bei ihm anklopfen (Mt. 7,7-8). Beten ist Reden mit Gott wie mit einem guten Freund. “Im Gebet öffnen wir uns Gott wie einem Freund. Dabei geht es nicht darum, dass wir Gott sagen müssten, wie es um uns steht und was wir brauchen, sondern dass wir ihn in uns aufnehmen. Das Gebet bringt nicht Gott zu uns, sondern wir kommen zu ihm.” (Der bessere Weg, Ausgabe 1989, Seite 69, Ausgabe 1995, S. 97).