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Warum strahlte Mose, als er mit den neu geschriebenen Geboten vom Berg herabstieg? Es scheint, als liege der Grund darin, dass er in der Gegenwart Gottes gewesen war. Doch auch beim ersten Mal, als er auf dem Berg war, hatte er sich genauso lange in der Gegenwart Gottes aufgehalten. Und über die Auswirkungen wird dort nichts gesagt. Tatsächlich war er schon mehrfach auf dem Berg und in der Gegenwart Gottes gewesen … Gehen wir auf tiefer in die Erzählung hinein:

Der erste Aufstieg

**Die Israeliten schlugen ihr Lager vor dem Berg Sinai auf, sechs Wochen nach dem Auszug aus Ägypten (2.Mo. 19,1–2). Dort stieg Mose zu Gott hinauf, der ihn vom Berg herabrief (2.Mo. 19,3). Der HERR beauftragte ihn, die Israeliten zu fragen, ob sie seinen Bund annehmen und sein auserwähltes Volk werden wollten, und Mose stieg vom Berg herab, um den Ältesten des Volkes Gottes Botschaft zu überbringen. Als die Ältesten Gottes Vorschlag hörten, antworteten sie: „Alles, was der HERR gesagt hat, wollen wir tun.“

2.Mose 19:1-7

1 Im dritten Monat nach dem Auszug der Kinder Israels aus dem Land Ägypten kamen sie an eben diesem Tag in die Wüste Sinai. 2 Sie waren von Rephidim ausgezogen und in die Wüste Sinai gekommen und lagerten sich in der Wüste; und Israel lagerte sich dort dem Berg gegenüber. 3 Mose aber stieg hinauf zu Gott; denn der HERR rief ihm vom Berg aus zu und sprach: So sollst du zum Haus Jakobs sagen und den Kindern Israels verkündigen: 4 Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe und wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe. 5 Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein; denn die ganze Erde gehört mir, 6 ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein! Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen sollst. 7 Und Mose kam und rief die Ältesten des Volkes zu sich und legte ihnen alle diese Worte vor, die der HERR ihm geboten hatte.

Der zweite Aufstieg

Mose stieg wieder auf den Berg hinauf, um dem HERRN die Worte der Ältesten zu überbringen (2.Mo. 19,7–8). Während dieses Aufstiegs erklärte der HERR, dass er in einer dichten Wolke erscheinen würde, um zu offenbaren, dass er Mose als Mittler Israels vor sich erwählt hatte (2. Mose 19,9). Der HERR wies Mose daraufhin an, zum Volk zurückzukehren und es darauf vorzubereiten, Gott in drei Tagen zu begegnen (2.Mo. 19,11). Der HERR wies Mose ferner an, eine Grenze um den Berg zu ziehen, die niemand überschreiten dürfe, da dies den Tod zur Folge hätte.

 
2.Mose 19:8-14

8 Da antwortete das ganze Volk miteinander und sprach: Alles, was der HERR gesagt hat, das wollen wir tun! Und Mose überbrachte dem HERRN die Antwort des Volkes. 9 Da sprach der HERR zu Mose: Siehe, ich will in einer dichten Wolke zu dir kommen, damit das Volk meine Worte hört, die ich mit dir rede, und auch dir für alle Zeit glaubt. Und Mose verkündete dem HERRN die Worte des Volkes. 10 Da sprach der HERR zu Mose: Geh zum Volk und heilige sie heute und morgen; und sie sollen ihre Kleider waschen; 11 und sie sollen bereit sein für den dritten Tag; denn am dritten Tag wird der HERR vor den Augen des ganzen Volkes herabsteigen auf den Berg Sinai. 12 Und ziehe dem Volk eine Grenze ringsum und sprich zu ihnen: Hütet euch davor, auf den Berg zu steigen und seinen Fuß anzurühren! Denn jeder, der den Berg anrührt, muss unbedingt sterben. 13 Niemandes Hand soll ihn anrühren, sonst soll derjenige unbedingt gesteinigt oder erschossen werden; es sei ein Tier oder ein Mensch, er soll nicht am Leben bleiben. Wenn aber das Horn anhaltend ertönt, dann sollen sie zum Berg kommen! 14 Da stieg Mose vom Berg herab zum Volk und heiligte das Volk; und sie wuschen ihre Kleider.

Der dritte Aufstieg

Am Morgen des dritten Tages, sieben Wochen nach dem Auszug aus Ägypten, senkte sich die Herrlichkeit Gottes in einem dramatischen Schauspiel aus Donner, Blitz, wogendem Rauch und Feuer auf den Sinai herab, während Mose das Volk am Fuße des Berges versammelte (2. Mose 19,15–19). Der HERR rief Mose auf den Gipfel des Berges, wies ihn jedoch an, wieder hinabzusteigen, um das Volk erneut zu warnen, die festgelegte Grenze nicht zu überschreiten (2. Mose 19,20–25). Nachdem Mose sich wieder zum Volk am Fuße des Berges gesellt hatte, begann Gott, die Zehn Gebote zu verkünden (2. Mose 20,1–17). Als das Volk diese Worte hörte, wich es voller Schrecken zurück und bat Mose, vor Gott als Vermittler für sie einzutreten (2. Mose 20,18–20).

2.Mose 19:17-25

17 Und Mose führte das Volk aus dem Lager, Gott entgegen, und sie stellten sich unten am Berg auf. 18 Aber der ganze Berg Sinai rauchte, weil der HERR im Feuer auf ihn herabstieg. Und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Schmelzofens, und der ganze Berg erbebte heftig. 19 Und der Hörnerschall wurde immer stärker. Mose redete, und Gott antwortete ihm mit lauter Stimme. 20 Als nun der HERR auf den Berg Sinai, oben auf den Gipfel des Berges herabgekommen war, rief er Mose hinauf auf den Gipfel des Berges. Und Mose stieg hinauf. 21 Da sprach der HERR zu Mose: Steige hinab und ermahne das Volk, dass sie nicht zum HERRN durchbrechen, um zu schauen, und viele von ihnen fallen! 22 Auch die Priester, die dem HERRN nahen, sollen sich heiligen, dass der HERR nicht einen Riss unter ihnen macht! 23 Mose aber sprach zum HERRN: Das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen, denn du hast uns bezeugt und gesagt: Ziehe eine Grenze um den Berg und heilige ihn! 24 Der HERR sprach zu ihm: Geh hin, steige hinab! Danach sollst du hinaufsteigen und Aaron mit dir; aber die Priester und das Volk sollen nicht durchbrechen, um zum HERRN hinaufzusteigen, damit er nicht einen Riss unter ihnen macht! 25 Und Mose stieg zum Volk hinunter und sagte es ihnen.

Der vierte Aufstieg

Nachdem das Volk ihn inständig gebeten hatte, hinaufzugehen, stieg Mose auf den Berg, wo Gott ihm die Gesetze bezüglich des Götzendienstes und die Gesetze bezüglich des Altars erklärte (2. Mose 20,21–26). Während dieses Aufstiegs gab Gott Mose auch verschiedene Gesetze über das zivile Leben der Israeliten (2. Mose 21,1–23,33). Mose stieg daraufhin vom Sinai herab und berichtete den Ältesten alles, was der HERR gesagt hatte. Da antwortete das Volk einstimmig: „Alle Worte, die der HERR gesprochen hat, wollen wir tun“ (2. Mose 24,3).

2.Mose 20:19-21

19 und es sprach zu Mose: Rede du mit uns, und wir wollen hören; aber Gott soll nicht mit uns reden, sonst müssen wir sterben! 20 Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, um euch zu prüfen, und damit die Furcht vor ihm euch vor Augen sei, damit ihr nicht sündigt! 21 Und das Volk stand von ferne; Mose aber nahte sich zu dem Dunkel, in dem Gott war.

2.Mose 24:3
3 Und Mose kam und verkündigte dem Volk alle Worte des HERRN und alle Verordnungen. Da antwortete das Volk einstimmig und sprach: Alle Worte, die der HERR geredet hat, wollen wir tun!

Der fünfte Aufstieg

Unmittelbar danach führte Mose Aaron (und dessen Söhne Nadab und Abihu) sowie siebzig Älteste Israels auf den Sinai, um dort eine Art „Mahl zur Bekräftigung des Bundes“ (Anm.: das letzte Abendmahl) einzunehmen. Dort erblickten die Ältesten Israels dann unmittelbar die Herrlichkeit des Gottes Israels (2.Mo. 24,9–11).

2.Mose 24:9-11

9 Da stiegen Mose und Aaron, Nadab und Abihu und 70 von den Ältesten Israels hinauf; 10 und sie sahen den Gott Israels; und unter seinen Füßen war es wie ein Gebilde von Saphirplatten und so klar wie der Himmel selbst. 11 Und er legte seine Hand nicht an die Auserwählten der Kinder Israels. Und sie schauten Gott und aßen und tranken.

Der sechste Aufstieg

Nachdem er mit den Ältesten vom Berg zurückgekehrt war, befahl der HERR Mose, erneut den Berg zu besteigen, um die Steintafeln mit den Zehn Geboten in Empfang zu nehmen (2. Mose 24,12). Daraufhin stieg Mose den Berg hinauf, der noch immer von einer leuchtenden Feuerwolke umhüllt war. Am siebten Tag dort – während seines siebten Aufstiegs – hörte Mose die Stimme des HERRN, die ihn aus der Mitte der Wolke rief, und trat in die Gegenwart des HERRN ein. Er blieb insgesamt 40 Tage und 40 Nächte auf dem Berg, während die Israeliten unten im Lager auf ihn warteten (2. Mose 24,15–18).

2.Mose 24:14-18

14 Zu den Ältesten aber hatte er gesagt: Erwartet uns hier, bis wir wieder zu euch kommen; seht, Aaron und Hur sind bei euch; wer eine Angelegenheit hat, der wende sich an sie! 15 Als nun Mose auf den Berg stieg, bedeckte eine Wolke den Berg. 16 Und die Herrlichkeit des HERRN ruhte auf dem Berg Sinai, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage lang; am siebten Tag aber rief er Mose von der Wolke aus zu. 17 Und die Herrlichkeit des HERRN war vor den Augen der Kinder Israels wie ein verzehrendes Feuer oben auf dem Gipfel des Berges. 18 Mose aber ging mitten in die Wolke hinein, als er den Berg bestieg; und Mose blieb 40 Tage und 40 Nächte auf dem Berg.

Der siebte Aufstieg

Nachdem Mose die ersten Steintafeln erhalten hatte, hatte das Volk Aaron überredet, ein goldenes Kalb anzufertigen, das sie daraufhin anzubeten begannen (2. Mose 32,1–6). Der HERR berichtete Mose von ihrem Götzendienst und drohte, die Israeliten zu vernichten, doch Mose trat für sie ein (2. Mose 32,7–14). Als er mit den Steintafeln in der Hand den Berg hinunterstürmte, sah er das Volk um das Götzenbild herum tanzen. In einem Anfall von Empörung zerschmetterte Mose die Tafeln auf dem Boden (2. Mose 32,19). Anschließend zerstörte er das Goldene Kalb und wies die Leviten (den einzigen Stamm, der kein Gold für die Herstellung des Götzenbildes beigesteuert hatte) an, 3.000 der Rädelsführer zu töten.

In der Folge verzweifelte Mose daran, dass die Juden jemals wieder Gnade vor Gottes Augen finden könnten. Nachdem ihm gesagt worden war, dass Israel den Sinai „ohne Ihn“ verlassen solle (2. Mose 33,3), begann Mose die Hoffnung zu verlieren. In tiefer Trauer zog er sein Zelt aus dem Lager weg, wo die Schechina-Gegenwart zu schweben begann … Mose verbrachte seine Zeit damit, inständig für das Volk zu flehen (2. Mose 33,13–18).

Der HERR wies Mose daraufhin an, ein neues Paar Tafeln zu meißeln und sich erneut mit ihm an einem Ort auf dem Gipfel des Berges Sinai zu treffen, wo Er in der Wolke herabsteigen würde, um „Seinen Namen zu verkünden“ (2. Mose 33,17 – 34,7).

2.Mose 34:1-4

1 Und der HERR sprach zu Mose: Haue dir zwei steinerne Tafeln zu, wie die ersten waren, damit ich die Worte darauf schreibe, die auf den ersten Tafeln waren, die du zerbrochen hast; 2 und sei morgen bereit, dass du früh auf den Berg Sinai steigst und dort zu mir auf die Spitze des Berges trittst. 3 Und lass niemand mit dir hinaufsteigen, dass niemand um den ganzen Berg her gesehen werde; lass auch keine Schafe noch Rinder gegen diesen Berg hin weiden! 4 Und Mose hieb sich zwei steinerne Tafeln zurecht, wie die ersten waren; und er stand am Morgen früh auf und stieg auf den Berg Sinai, wie ihm der HERR geboten hatte, und nahm die zwei steinernen Tafeln in seine Hand.

2.Mose 34:28
28 Und er war dort bei dem HERRN 40 Tage und 40 Nächte lang und aß kein Brot und trank kein Wasser. Und Er schrieb die Worte des Bundes auf die Tafeln, die zehn Worte.

2.Mose 34:29-35

29 Als nun Mose vom Berg Sinai herabstieg — und die beiden Tafeln des Zeugnisses waren in der Hand Moses, als er vom Berg hinabstieg —, da wusste Mose nicht, dass die Haut seines Angesichts strahlte, weil er mit Ihm geredet hatte. 30 Und Aaron und alle Kinder Israels sahen Mose, und siehe, die Haut seines Angesichtes strahlte; da fürchteten sie sich, ihm zu nahen. 31 Aber Mose rief sie; da wandten sie sich zu ihm, Aaron und alle Obersten der Gemeinde; und Mose redete zu ihnen. 32 Danach traten alle Kinder Israels näher zu ihm. Und er gebot ihnen alles, was der HERR zu ihm geredet hatte auf dem Berg Sinai. 33 Als nun Mose aufhörte mit ihnen zu reden, legte er eine Decke auf sein Angesicht. 34 Und immer, wenn Mose hineinging vor den HERRN, um mit ihm zu reden, nahm er die Decke ab, bis er wieder herausging. Dann ging er heraus und redete zu den Kindern Israels, was ihm befohlen war. 35 Und die Kinder Israels sahen dann das Angesicht Moses, dass die Haut desselben strahlte, und Mose legte die Decke wieder auf sein Angesicht, bis er wieder hineinging, um mit Ihm zu reden.

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