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Weihnachten – Feier der Geburt Jesu – Sohn Gottes gekommen, um uns von Sünde und Schuld zu erlösen, um uns Hoffnung zu schenken, ewiges Leben – eine großartige Zukunft, das muss man doch feiern, oder? Vielleicht nicht mit Tannenbaum und Krippenspiel. Aber daran denken und sich darüber freuen, das muss doch drin sein, nicht wahr? Die Bibel berichtet uns ausführlich über die Geburt Jesu. Doch sie sagt nicht, wann genau sie stattfand. Juden haben keine Geburtstage gefeiert, auch wenn Gott dies in der Heiligen Schrift nicht verboten hat. Deshalb war Matthäus, Markus, Lukas und Johannes das Datum nicht wichtig. Nur die antiken Gott Könige ließen ihre Geburt Jahr für Jahr feiern.

 

Doch die Christen der nächsten Generation dachten anders.

Warum nicht diesen Tag mit einer Feier herausheben, an dem einen das Leben geschenkt wurde? Leben ist doch etwas Großartiges. Erst Leben ermöglicht uns alles und ohne Leben ist alles nichts. Und wenn Menschen sich schon über einen neuen Erdenbürger freuen, warum dann nicht auch das Kommen  des großartigsten Wesens feiern, das jemals geboren wurde – des Erlösers, der uns das ewige Leben ermöglicht hat? Denn wenn er nicht gekommen wäre, bliebe uns nur dieses eine von Leid und Tod geprägte Leben. Kein Wunder, dass die Christen sich eine Gebur tstagsfeier für Jesus wünschten. Doch wann sollte man diesen Gedenktag begehen? Die Bibel gibt uns darauf ja keine Antwort. Nicht ganz.

 

Welche Hinweise gibt uns die Bibel, wann Jesus geboren wurde?

Anhand verschiedener Texte der Heiligen Schrift können wir wenigstens herausfinden, in welchem Monat Jesus höchstwahrscheinlich geboren wurde.

Lukas berichtet im ersten Kapitel seines Evangeliums vom Priester Zacharias, der gerade im Tempel arbeitete. Als ihm ein Engel erschien und ihm die Geburt seines Sohnes Johannes ankündigte. Johannes sollte später als Erwachsener das Volk auf den Messias vorbereiten. Nach Beendigung seines Dienstes kehrte Zacharias nach Hause zurück und tatsächlich wurde seine Frau Elisabeth kurz darauf schwanger. Als Elisabeth im sechsten Monat war, suchte der Engel Gabriel Maria auf und erklärte ihr, dass sie schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen würde, den sie Jesus nennen sollte. Schon bald nach dieser Verkündigung besuchte Maria ihre Verwandte Elisabeth. Voll Freude begrüßte Elisabeth die nun auch schwangere Maria und segnete sie und ihr Kind.

Hier haben wir einen Schlüssel, mit dem wir den Monat herausfinden können, in dem Jesus geboren wurde.

  • Elisabeth war im sechsten Monat, als Maria schwanger wurde, sechs und neun Monate ergeben 15 Monate.
  • Vom Zeitpunkt, als Zacharias von seinem Priester Dienst nach Hause kam und seine Frau Elisabeth schwanger wurde, bis zur Geburt Jesu sind also 15 Monate.
  • Doch wann endete Zacharias Dienst? Sagt die Bibel etwas darüber? Ja, das macht sie glücklicherweise. Zacharias gehörte zur Priesterordnung Abija. Lukas 1,5. Abija war die achte Priesterordnung von 24. 1.Chroniker 24,10 Jede Priesterordnung arbeitete also im Jahr 2 Wochen im Tempel. Das israelitische Jahr begann im Monat Abib. Das ist März/April.
  • Die Priester Ordnung Abija tat also im Juni/Juli ihren Dienst. In dieser Zeit kündigte der Engel die Geburt von Johannes dem Täufer an. Nachdem Zacharias heimgekehrt war, wurde seine Frau schwanger. Also wahrscheinlich Ende Juli oder eher Anfang August.
  • Im sechsten Monat der Schwangerschaft Elisabeth, wahrscheinlich irgendwann im Januar, erschien der Engel Maria und kündigt ihr die Geburt Jesu an. Kurz darauf wurde sie schwanger.
  • Neun Monate später wurde dann Jesus geboren. Damit kommen wir in den Monat Oktober. Den genauen Tag können wir mit diesen Angaben natürlich nicht herausfinden.

 

Dienst­monat von Zacharias

Schwanger­schaft Elisabeths

Geburtsmonat Johannes

Zusätzliche Zeit bis Geburt Jesu

Geburtsmonat Jesu

Option A

Juni

+ 9 Monate

März

+ 6 Monate

September

Option B

Dezember

+ 9 Monate

September

+ 6 Monate

März

Nach dieser Berechnung müssten wir die Geburt Jesu also im Herbst feiern. Aber wir tun das nicht. Warum eigentlich? Nun, offensichtlich sind die Theologen der jungen Kirche nicht auf die Idee gekommen, nach Lukas Angaben die Zeit der Geburt Jesu zu berechnen. Aber das ist nicht der eigentliche Grund, warum die frühe Kirche die Feier der Geburt Jesu auf den 25. Dezember legte.

Hier spielen heidnische Einflüsse eine große Rolle.

Die Römer feierten nämlich in der Zeit von 17. bis zum 24. Dezember die Saturnalien, ein Karnevalsähnliches Fest. In dieser Zeit wurde nicht gearbeitet. Man hat Orgien gefeiert. Vertauschte aus Spaß die Rolle von Sklaven und Herren, sang Choräle und tauschte Geschenke aus.

Im Jahr 274 nach Christus bürgerte Kaiser Aurelian den Mithraskult in Rom ein und damit die Verehrung der unbesiegbaren Sonne. Deshalb begannen die Römer auch die Wintersonnenwende zu feiern, die ja in der Nacht vom 21. zum 22. Dezember liegt.

Eine dritte Wurzel des Weihnachtsfestes finden wir bei den Teutonen und Kelten. Die beiden Völker feierten im November ihren Totenkult. Daher stammt unser heutiger Totensonntag.

Von Mitte Dezember bis Mitte Januar feierten sie dann auch die Wintersonnenwende mit verschiedenen Feuerrieten. Dabei schmückten sie ihre Häuser mit Efeu und Misteln, weil diese Pflanzen für sie Symbole des Lebens war. Nur selten verwendeten sie auch Tannenzweige. Wie bei den Römern tauschte man Geschenke aus. Die Kinder gingen von Haus zu Haus, um durch Singen Geschenke zu erhalten und man aß Lebenskuchen, die durch ihre runde Form die lebensspendende Sonne darstellten. Die Zeit der Dunkelheit und der Kälte sollte also durch fröhliche Feste überbrückt werden. Man nannte diese Festzeit „ze de  wihten nahten“. Das heißt zu den geweihten oder den heiligen Nächten. Wie schon gesagt, begannen einige Christen schon früh Spekulationen darüber anzustellen, wann Jesus geboren worden war. Die östliche Kirche einigte sich schließlich auf den 6. Januar. An diesem Tag sei Jesus auch getauft worden. Dieses Datum wird von den Orthodoxen immer noch aufrechterhalten.

 

Im dritten Jahrhundert nach Christus regte sich jedoch eine starke Opposition gegen eine Feier der Geburt Jesu.

Besonders die Kirchenväter Origenes und Epiphanes lehnten sie ab. Geburtstagsfeiern seien heidnisch. Nur die Götter der Heiden und große Sünder wie Herodes und Pharao würden den Tag ihrer Geburt feiern, sagten sie. Als die christliche Kirche im vierten Jahrhundert nicht länger verfolgt wurde und die Heiden im großen Ausmaß zu missionieren begann, stieß sie auf die eben erwähnten, fest eingewurzelten und hoch organisierten Feste.

 

Alle Versuche, sie auszurotten, scheiterten. Die Kirche konnte also die Saturnalien der Römer dieses Karnevals ähnliche Fest genauso wenig abschaffen wie die Feier der Wintersonnenwende der Mitra-Anbeter oder der Teutonen und Kelten. Genauso wenig, als wenn man heute Silvester oder Karneval abschaffen wollte. So entschloss sich der römische Bischof in dieser Zeit ein christliches Fest zulegen, dass die heidnischen Feiern verdrängen sollte. Er wählte dazu die Geburtstagsfeier Jesu und legte sie auf den 25. Dezember. Dieser Schritt war besonders eine Kampfansage an die Sonnenanbeter im Mithras-Kult. Nicht die Sonne bringt Licht und Leben, sondern Jesus Christus. Er ist die Sonne der Gerechtigkeit, das wahre Licht, das die Finsternis dieser Welt erleuchtet. Johannes schreibt ja auch im ersten Kapitel seines Evangeliums: „In ihm, [das heißt in Jesus] war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.“ Aber auch damals, als die Geburt Jesu auf den 25. Dezember gelegt wurde, haben die Menschen nicht wirklich begriffen, welche Bedeutung dieses Licht hat, dieses Leben, das Jesus uns schenken will. Man feierte einfach genauso weiter, wie die Römer und die Teutonen und die Kelten es gemacht haben. Wichtig war ihnen also nicht, was gefeiert wurde, sondern dass gefeiert wurde. Sie waren also nicht besser als wir heute.

Die Kirche versuchte bis etwa zum Jahrtausendwechsel die heidnischen Gebräuche auszumerzen. Das muss man schon mal betonen. Als dies aber nicht gelang, gab man ihnen einfach einen neuen Sinn. Die Kerzen sind Symbole für Jesus, das Licht der Welt. Man beschenkt sich gegenseitig, weil Gott uns seinen Sohn geschenkt hat. Und weil Geschenke ja auch Zeichen der Nächstenliebe sind. Lebenskuchen, Lebkuchen sollten daran erinnern, dass Jesus das Brot ist, durch das wir leben können. Efeu und Disteln wurden zum zu Symbolen des Lebens und die Choräle erhielten einfach andere Texte.

Nebenbei bemerkt – Auch das Trinken des Frühschoppen am Stammtisch ist etwas, das sich bis in unsere Zeit erhalten hat. Es war ein heidnisch germanischer Brauch und sogar eine Form des Gottesdienstes. Im Rausch des Alkohols suchte man am Tisch unter dem Lebensbaum eine Begegnung mit den Göttern. Heidnische Gebräuche finden wir also nicht nur beim Weihnachtsfest.

 

Andere Weihnachtsbräuche

Andere Weihnachtsbräuche stammen dagegen nicht aus dem Heidentum, sondern entwickeln sich im Laufe der Zeit der Jahrhunderte. So kommen die Spekulatius aus den Niederlanden. Der Name Spekulatius kommt möglicherweise von der lateinischen Bezeichnung für den Bischof, nämlich ‚Spekukator‘. Das heißt Aufseher, Beobachter. Es könnte aber auch auf das lateinische ‚Speculum‘ zurückgehen, das heißt Spiegel, weil die Backform Bilder widerspiegeln.

Die erste Krippe stellte Franz von Assisi 1224 n.Chr. auf, die Weisen aus dem Morgenland sind dagegen fehl am Platze. Jesus wurde nämlich 33 Tage nach seiner Geburt im Jerusalem im Tempel dargestellt. Danach zogen Maria und Josef wieder nach Bethlehem zurück und wohnten dort in einem Haus, wie Matthäus schreibt, also nicht mehr im Stall. Und dort im Haus besuchten die Weisen aus dem Morgenland schließlich die junge Familie. Die Bibel sagt nicht, dass es drei waren und dass sie Kaspar, Balthasar und Melchior hießen. Diese Namen bekamen sie erst im 6. Jahrhundert nach Christus. Wahrscheinlich waren sie Sternkundige aus Persien oder aus dem Gebiet des heutigen Irak. Um von dort nach Bethlehem zu reisen, braucht man schon einige Zeit. Deshalb konnten diese Männer Jesus nicht im Stall aufgesucht haben. Und die Hirten sind den Weisen niemals begegnet. Hier stimmen die Krippenspiel einfach nicht mit der Bibel überein.

Artikelbild - Die Krippe

Der Nikolaus und der Weihnachtsmann sollen beide auf den Bischof Nikolaus von Myra zurückgehen, der im fünften Jahrhundert nach Christus lebte. Nikolaus von Myra beschenkte häufig Notleidende, besonders Kinder, und er verhalf auch zwei armen Mädchen zu einer Heirat, indem er ihnen die nötige Mitgift heimlich vor die Tür legte. Nach seinem Tod erklärte die Kirche ihn deshalb für heilig und ernannte ihn zum Schutzpatron der Kinder. So wurde er zum Nikolaus oder Weihnachtsmann, der zweimal im Jahr die Kinder beschenkt. In Deutschland erhielt sein Bischofsmantel einen Pelzbesatz. In einigen Landesteilen wurde er auch zum Ruprecht, der böse Kinder mit der Rute bestraft. Ruprecht bekommt von ruppig. Später machte man den Ruprecht zum Knecht des Weihnachtsmannes, zum Knecht Ruprecht also. In Deutschland und Skandinavien verschmolz das Märchen vom Weihnachtsmann mit den Göttern Legenden, besonders mit Thor und Dona, dem Wettergott, der mit seinen Rentier Schlitten über den Himmel fliegt und durch den Kamin in die Häuser der Menschen fährt. Nur wenige Menschen außerhalb unseres Kulturkreises kannten dieses Märchen vom Weihnachtsmann. Erst durch die Coca Cola-Werbung wurde er weltweit bekannt.

Artikelbild - Der Weihnachtsmann mit Geschenkesack

Der Weihnachtsbaum dagegen hat genau genommen keinen heidnischen oder christlichen Ursprung, auch wenn dies immer wieder behauptet wird, er geht weder auf die babylonische Verehrung immer grüner Bäume zurück, noch auf Gebräuche der Germanen, denn die kannten noch keinen geschmückten Weihnachtsbaum. Nach neueren Forschung wurde der Tannenbaum geschmückt mit Lebkuchen, Äpfeln, Papier, Blumen und Zucker Zeug. In einem Protokoll der elsässischen Stadt Türkheim 1597 erstmals erwähnt. Andere Historiker sagen, dass der erste Weihnachtsbaum 1605 in Straßburg aufgestellt und geschmückt wurde. Der erste mit Kerzen geschmückte Tannenbaum wurde für 1611 von einer schlesischen Herzogin aufgestellt. Trotzdem blieb der Weihnachtsbaum in Deutschland so gut wie unbekannt. Erst nachdem der Dichter Matthias Claudius 1796 im Wandsbeker Schloss in Hamburg ein mit Kerzen geschmückten Weihnachtsbaum Tannenbaum bewunderte und darüber schrieb, verbreitete sich das Aufstellen eines Tannenbaum zu Weihnachten in Deutschland. 1850 hängte der Glasbläser Müller in Thüringen zum Ersten Mal einen Tannenbaum mit Glaskugeln, und Prinz Albert brachte den Weihnachtsbaum in dieser Zeit nach England. Aber erst seit Beginn des 20. Jahrhundert eroberte er die anderen Länder der Welt. Von den historischen Fakten ausgehend kann der Weihnachtsbaum also kein heidnisches Symbol der Verehrung des Sonnengottes sein.

Auch kein Kanaaniterscher Brauch aus dem Ascherakult, wie manche Leute es behaupten. Denn Martin Luther kannte ihn noch nicht, geschweige denn die frühen Christen. Natürlich haben manche Völker auch Bäume verehrt. Und Esoteriker suchen heute noch durch Umarmen von Bäumen Kraft zu erhalten. Aber wenn etwas gleich aussieht, muss es nicht unbedingt auch dasselbe sein. Oder verehren wir etwa die germanische Frühlings Göttin Ostara? Wenn wir Osterglocken in die Vase stellen, um unsere Wohnungen zu schmücken?

Artikelbild - Der Weihnachtsbaum

Da sind wir auch schon bei der Frage, die manche Christen beschäftigt.

Dürfen Christen Weihnachten feiern?

Es hat doch einen heidnischen Ursprung Saturnalien dieses römische Karnevalsfest Sonnenanbeter Gebräuche aus alten Totenkult. Und Jesus ist bestimmt nicht Ende Dezember geboren. Also weg mit diesem heidnischen Gerümpel. Weg mit diesen gefühlsmäßigen Kirchenbesuchen einmal im Jahr. Weg mit dem Schwelgen und Konsumrausch. Weg mit diesem süßlichen Weihnachtsgedudel. ‚Alle Jahre wieder kommt das Christuskind Auf die Erde nieder wo wir Menschen sind‘. Das ist doch Unsinn. Jesus kommt nicht alle Jahre wieder auf die Erde und schon gar nicht als Kind. Er kam einmal als Kind, um für unsere Schuld zu leiden und uns zu erlösen. Das zweite Mal wird er am Ende der Zeit kommen um Gericht zu halten, um alles wieder richtig zu machen, was wir Menschen falsch und kaputt gemacht haben. Also weg mit diesem ganzen Weihnachts Rummel, so sagen es manche Christen.

 

Zugegeben, da ist viel dran. Nur wir sollten nicht den neugeborenen Jesus gleich mit der Futterkrippe auskippen. Vieles rund um das Weihnachtsfest hat zwar einen heidnischen Ursprung. Es hat für uns heute aber keine heidnische oder magische Bedeutung. So hat die Pfeifenorgel ihre Wurzeln im Venus Kult. Dort brauchte man sie zur sexuellen Stimulierung. Heute dagegen betrachten wir sie als typisch christliches Instrument, mit dem man Gott besonders ehren kann. Was ist schon ein Choral, wenn er von einer Wandergitarre begleitet wird, anstatt von den mächtigen Klängen einer Orgel? Die Flöte galt bei den Israeliten als ein heidnisches Instrument, besonders die Panflöte, die nach dem Hirten Gott ‚Pan‘ genannt wurde. Sie war im israelitischen Gottesdienst verboten. Man spielte dagegen Pauken, Tamburin, Zimbeln. Natürlich nicht im modernen Beat-Rhythmus. Heute ist es umgekehrt. Die Flöte darf im Gottesdienst gespielt werden. Panflötenkonzerte mit christlichen Liedern sind beliebt und die CDs mit Panflötenmusik begeistern Millionen von Christen. Pauken Tamburin und Zimbel dagegen werden kritisch beäugt. Nicht nur wegen der rhythmischen Spielweise, sondern weil wir damit auch ein bestimmtes Milieu verbinden. Oder nehmen wir die Choräle. Manche christlichen Lieder waren früher weltlich, sogar Tanzlieder zum Beispiel ‚In dir ist Freude in allem Leide‘. Sie enthielten aber später einen christlichen Text. Weil uns aber Bezug zur damaligen Unterhaltungsmusik fehlt, sehen wir darin nichts und Christliches nichts Ungewöhnliches. Genauso hat Weihnachten heute für die meisten Menschen keinen Bezug mehr zu heidnischen Kulten.

 

Wenn wir beispielsweise Lebkuchen Lebenskuchen essen, denken wir nicht daran, dass sie früher Sonnenscheibe darstellten, die auf magische Weise Lebenskraft vermitteln sollten. Wir kaufen auch beim Bäcker runde Brötchen mit Kreuz Einschnitt und machen uns keine Gedanken darüber, dass die ursprünglich das Sonnenrad darstellen sollten. Und wir essen sie, ohne Angst zu haben, davon magisch beeinflusst zu werden. Deshalb ziehen manche Christen den Schluss, wenn etwas zwar heidnische Wurzeln hat wie der Ehering heute, aber christlich umgedeutet worden ist oder einfach kein Bezug mehr zu heidnischen Ritualen und Glaubensvorstellungen hat, ist es nicht als heidnisch abzulehnen und kann uns auch nicht zur Sünde verführen oder von Gott trennen? Im Gegenteil, wir können mit der heidnischen Orgel eine mittelalterliche Tanzmelodie zur Ehre Gottes singen. Und wir machen das auch, ohne uns dabei über heidnische Einflüsse zu sorgen. Warum? Weil wir diesen Dingen einen anderen, einen neuen Inhalt gegeben haben.

 

Ich weiß, das klingt jetzt provozierend, was Christen sagen. Aber hat das nicht auch Paulus ganz ähnlich mit dem Götzen Opfer Fleisch gemacht? Zwar wurden die Tiere den Göttern geopfert. Sie waren also Teil eines magischen Rituals. Trotzdem kann man das Fleisch essen, so Paulus. Weil es auf den Christen keinen magischen Einfluss ausübt. Hat es aber für sie einen heidnischen Bezug, an den sie immer wieder denken müssen und Gewissensbisse bekommen, dann sollten sie dieses Fleisch besser nicht essen. Vielleicht kann uns dieser Rat des Apostels auch eine Entscheidungshilfe bei der Weihnachtsfrage geben.

 

Eins sollten wir nicht vergessen: Das Weihnachtsfest wurde von der Kirche als Kampfansage an die heidnischen Feste der damaligen Zeit eingesetzt, um diese zu verdrängen. Dabei wurden zwar viele heidnische Gebräuche übernommen, aber auch christlich umgedeutet. Das christliche Weihnachtsfest war also in seinem Ursprung anti-heidnisch. Nicht der Sonnengott bringt Leben, Licht und Hoffnung in die Welt, sondern Jesus Christus. Egal wie wir Weihnachten nun auch bewerten, werden wir alles verwerten, was aus dem Heidentum stammt, dann müssen wir auch konsequenterweise Geburtstagsfeiern, Ehering, Pfeifenorgeln, Flötenspiel, Kerzen oder Choräle ablehnen, um nur einige Beispiele aufzuzählen. Ein dankbares Erinnern an das Kommen Jesu, des Erlösers in diese Welt ist sicherlich nicht verkehrt. Sogar die Engel stimmten am Tag der Geburt Jesu einen Lobgesang an. Wird dieses Fest aber nur zu einem Konsumrausch umrahmt von ein paar christlichen Gefühlen, dann ist dies sicherlich anders zu bewerten. Christus liegt eben heute nicht mehr in der Krippe, sondern er will unser persönlicher Freund und Erlöser sein. Er kommt nicht, wie schon gesagt, alle Jahre wieder als Christuskind, sondern er kommt bald als Herr der Weltgeschichte. Das Gedenken an das erste Kommen Jesu muss uns also bewegen, an seinen zweiten Advent zu denken. Deshalb sollten wir die Weihnachtszeit nutzen, um wie die Christen damals einen Kontrapunkt des christlichen Glaubens zu setzen. Es geht nicht darum, dass wir schöne Gefühle am Heiligen Abend haben, sondern dass Jesus unser Retter geworden ist, der unserem Leben Hoffnung und Zukunft gibt.

 

Ein Beitrag von Sigfried Wittwer auf HopeTV

 

Der Beitrag entspricht dem folgenden Video.