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Das Buch Sprüche

Bibelstudium | Studienmaterial und Themenausarbeitungen

Sprüche| Kapitelauswahl

Hinweis:

Dies ist die Übersichtsseite vom Buch ‚Sprüche‘ . Hier kannst du die einzelnen Bibelkapitel schnell auswählen. Willst du dir ein Kapitel und all die verfügbaren Studienmaterialien zu diesem Kapitel genauer anschauen, dann wähle über die Navigationszeile (oben) das gewünschte Kapitel aus. Hier hast du dann auch Bibelstudienhilfsmittel zu den einzelnen Versen. Als Übersetzung wurde hier die Schlachter 2000 verwendet. In den einzelnen Kapitel stehen 2 deutsche und eine englische Übersetzung mit Parallelstellen zum vertieften Studium zur Verfügung.

Spr 1,1 [Dies sind die] Sprüche Salomos, des Sohnes Davids, des Königs von Israel,

Spr 1,2 die dazu dienen, dass man Weisheit und Unterweisung erkenne und verständige Reden verstehe,

Spr 1,3 dass man Unterweisung empfange, die einsichtig macht, Gerechtigkeit, Recht und Aufrichtigkeit;

Spr 1,4 damit den Unverständigen Klugheit verliehen werde, den jungen Männern Erkenntnis und Besonnenheit.

Spr 1,5 Wer weise ist, der hört darauf und vermehrt seine Kenntnisse, und wer verständig ist, eignet sich weise Lebensführung an,

Spr 1,6 damit er den Spruch und die bildliche Rede verstehe, die Worte der Weisen und ihre Rätsel.

Spr 1,7 Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis; nur Toren verachten Weisheit und Zucht!

Spr 1,8 Höre, mein Sohn, auf die Unterweisung deines Vaters, und verwirf nicht die Lehre deiner Mutter!

Spr 1,9 Denn sie sind ein schöner Kranz für dein Haupt und ein Schmuck um deinen Hals.

Spr 1,10 Mein Sohn, wenn dich Sünder überreden wollen, so willige nicht ein,

Spr 1,11 wenn sie sagen: »Komm mit uns, wir wollen auf Blut lauern, wir wollen dem Unschuldigen ohne Ursache nachstellen!

Spr 1,12 Wir wollen sie verschlingen wie das Totenreich die Lebendigen, als sänken sie unversehrt ins Grab.

Spr 1,13 Wir wollen allerlei kostbares Gut gewinnen und unsere Häuser mit Raub füllen.

Spr 1,14 Schließ dich uns auf gut Glück an, Lass uns gemeinsame Kasse führen!«

Spr 1,15 Mein Sohn, geh nicht mit ihnen auf dem Weg, halte deinen Fuß zurück von ihrem Pfad!

Spr 1,16 Denn ihre Füße laufen zum Bösen und eilen, um Blut zu vergießen.

Spr 1,17 Denn vergeblich wird das Netz ausgespannt vor den Augen aller Vögel;

Spr 1,18 sie aber lauern auf ihr eigenes Blut und stellen ihrem eigenen Leben nach.

Spr 1,19 So geht es allen, die nach [ungerechtem] Gewinn trachten: er kostet seinen Besitzern das Leben!

Spr 1,20 Die Weisheit ruft draußen laut, öffentlich lässt sie ihre Stimme hören;

Spr 1,21 auf den Plätzen, im ärgsten Straßenlärm schreit sie, an den Pforten der Stadttore hält sie ihre Reden:

Spr 1,22 Wie lange wollt ihr Unverständigen den Unverstand lieben und ihr Spötter Lust am Spotten haben und ihr Toren Erkenntnis hassen?

Spr 1,23 Kehrt um zu meiner Zurechtweisung! Siehe, ich will euch meinen Geist hervorströmen lassen, ich will euch meine Worte verkünden!

Spr 1,24 Darum, weil ich rufe und ihr mich abweist, weil ich meine Hand ausstrecke und niemand darauf achtet,

Spr 1,25 weil ihr vielmehr allen meinen Rat verwerft und meine Zurechtweisung nicht begehrt,

Spr 1,26 so werde auch ich über euer Unglück lachen und über euch spotten, wenn das kommt, was ihr fürchtet,

Spr 1,27 wenn das, was ihr fürchtet, als Verwüstung über euch kommt und euer Unheil euch überraschen wird wie ein Sturm, wenn euch Angst und Not überfällt!

Spr 1,28 Dann werden sie mich anrufen, aber ich werde nicht antworten; sie werden mich eifrig suchen und nicht finden,

Spr 1,29 weil sie die Erkenntnis gehasst und die Furcht des HERRN nicht erwählt haben,

Spr 1,30 weil sie meinen Rat nicht begehrt und alle meine Zurechtweisung verschmäht haben.

Spr 1,31 Darum sollen sie von der Frucht ihres eigenen Weges essen und von ihren eigenen Ratschlägen genug bekommen!

Spr 1,32 Denn die Abtrünnigkeit der Unverständigen bringt sie um, und die Sorglosigkeit der Toren stürzt sie ins Verderben.

Spr 1,33 Wer aber auf mich hört, der wird sicher wohnen; er kann ohne Sorge sein und muss kein Unheil fürchten.

 

Spr 2,1 Mein Sohn, wenn du meine Worte annimmst und meine Gebote bei dir bewahrst,

Spr 2,2 sodass du der Weisheit dein Ohr leihst und dein Herz der Einsicht zuwendest;

Spr 2,3 wenn du um Verständnis betest und um Einsicht flehst,

Spr 2,4 wenn du sie suchst wie Silber und nach ihr forschst wie nach Schätzen,

Spr 2,5 dann wirst du die Furcht des HERRN verstehen und die Erkenntnis Gottes erlangen.

Spr 2,6 Denn der HERR gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht.

Spr 2,7 Er hält für die Aufrichtigen Gelingen bereit und beschirmt, die in Lauterkeit wandeln;

Spr 2,8 er bewahrt die Pfade des Rechts, und er behütet den Weg seiner Getreuen.

Spr 2,9 Dann wirst du Gerechtigkeit und Recht verstehen, Aufrichtigkeit und jeden guten Weg.

Spr 2,10 Wenn die Weisheit in dein Herz kommen wird und die Erkenntnis deiner Seele gefällt,

Spr 2,11 dann wird Besonnenheit dich beschirmen, Einsicht wird dich behüten,

Spr 2,12 um dich zu erretten von dem Weg des Bösen, von dem Menschen, der Verkehrtes spricht;

Spr 2,13 von denen, welche die geraden Pfade verlassen, um auf den Wegen der Finsternis zu wandeln;

Spr 2,14 die sich freuen, Böses zu tun, und frohlocken über boshafte Verkehrtheit;

Spr 2,15 deren Pfade krumm sind, und die auf Abwege geraten;

Spr 2,16 — damit du auch errettet wirst von der Verführerin, von der fremden Frau, die glatte Worte gibt;

Spr 2,17 die den Vertrauten ihrer Jugend verlässt und den Bund ihres Gottes vergisst;

Spr 2,18 denn ihr Haus führt hinab zum Tod und ihre Bahn zu den Erschlafften;

Spr 2,19 alle, die zu ihr eingehen, kehren nicht wieder zurück, sie erreichen die Pfade des Lebens nicht mehr.

Spr 2,20 Darum wandle du auf dem Weg der Guten und bewahre die Pfade der Gerechten!

Spr 2,21 Denn die Redlichen werden das Land bewohnen und die Unsträflichen darin übrig bleiben;

Spr 2,22 aber die Gottlosen werden aus dem Land ausgerottet und die Treulosen daraus vertrieben werden.

Spr 3,1 Mein Sohn, vergiss meine Lehre nicht, und dein Herz bewahre meine Gebote!

Spr 3,2 Denn sie werden dir Verlängerung der Tage und Jahre des Lebens und viel Frieden bringen.

Spr 3,3 Gnade und Wahrheit werden dich nicht verlassen! Binde sie um deinen Hals, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens,

Spr 3,4 so wirst du Gunst und Wohlgefallen erlangen in den Augen Gottes und der Menschen.

Spr 3,5 Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand;

Spr 3,6 erkenne Ihn auf allen deinen Wegen, so wird Er deine Pfade ebnen.

Spr 3,7 Halte dich nicht selbst für weise; fürchte den HERRN und weiche vom Bösen!

Spr 3,8 Das wird deinem Leib Heilung bringen und deine Gebeine erquicken!

Spr 3,9 Ehre den HERRN mit deinem Besitz und mit den Erstlingen all deines Einkommens,

Spr 3,10 so werden sich deine Scheunen mit Überfluss füllen und deine Keltern von Most überlaufen.

Spr 3,11 Mein Sohn, verwirf nicht die Züchtigung des HERRN und sei nicht unwillig über seine Zurechtweisung;

Spr 3,12 denn wen der HERR liebt, den züchtigt er, wie ein Vater den Sohn, an dem er Wohlgefallen hat.

Spr 3,13 Wohl dem Menschen, der Weisheit findet, dem Menschen, der Einsicht erlangt!

Spr 3,14 Denn ihr Erwerb ist besser als Gelderwerb, und ihr Gewinn ist mehr wert als feines Gold.

Spr 3,15 Sie ist kostbarer als Perlen, und alle deine Schätze sind ihr nicht zu vergleichen.

Spr 3,16 In ihrer Rechten ist langes Leben, in ihrer Linken Reichtum und Ehre.

Spr 3,17 Ihre Wege sind liebliche Wege und alle ihre Pfade Frieden.

Spr 3,18 Sie ist ein Baum des Lebens denen, die sie ergreifen, und wer sie festhält, ist glücklich zu preisen.

Spr 3,19 Der HERR hat die Erde durch Weisheit gegründet und die Himmel durch Einsicht befestigt.

Spr 3,20 Durch seine Erkenntnis brachen die Fluten hervor und träufelten die Wolken Tau herab.

Spr 3,21 Mein Sohn, lass dies niemals aus den Augen; bewahre Überlegung und Besonnenheit!

Spr 3,22 Sie werden deiner Seele zum Leben dienen und zum Schmuck deinem Hals.

Spr 3,23 Dann wirst du sicher auf deinem Weg gehen, und dein Fuß stößt nicht an.

Spr 3,24 Ohne Furcht wirst du dich niederlegen, und liegst du, so wird dein Schlaf süß sein.

Spr 3,25 Du brauchst keinen plötzlichen Schrecken zu fürchten, auch nicht den Untergang der Gottlosen, wenn er kommt.

Spr 3,26 Denn der HERR wird deine Zuversicht sein und deinen Fuß bewahren vor dem Fallstrick.

Spr 3,27 Verweigere keine Wohltat dem, welchem sie zukommt, wenn es in der Macht deiner Hände liegt, sie zu erweisen!

Spr 3,28 Sprich nicht zu deinem Nächsten: »Geh hin und komm wieder; morgen will ich dir geben!«, während du es doch hast.

Spr 3,29 Ersinne nichts Böses gegen deinen Nächsten, der arglos bei dir wohnt.

Spr 3,30 Fange mit keinem Menschen ohne Ursache Streit an, wenn er dir nichts Böses zugefügt hat.

Spr 3,31 Sei nicht neidisch auf den Gewalttätigen und erwähle dir keinen seiner Wege!

Spr 3,32 Denn der Verkehrte ist dem HERRN ein Gräuel, aber mit den Aufrichtigen hat er vertrauten Umgang.

Spr 3,33 Der Fluch des HERRN ist im Haus des Gottlosen, aber die Wohnung der Gerechten segnet er.

Spr 3,34 Wenn er auch spottet über die Spötter, so gibt er doch den Demütigen Gnade.

Spr 3,35 Die Weisen werden Ehre erben, die Toren aber macht die Schande berühmt.

Spr 4,1 Ihr Söhne, gehorcht der Unterweisung des Vaters, und gebt acht, damit ihr zu unterscheiden wisst!

Spr 4,2 Denn ich habe euch eine gute Lehre gegeben; verlasst meine Weisung nicht!

Spr 4,3 Denn da ich noch als Sohn bei meinem Vater war, als zartes und einziges Kind unter den Augen meiner Mutter,

Spr 4,4 da lehrte er mich und sprach zu mir: Dein Herz halte meine Worte fest; bewahre meine Gebote, so wirst du leben!

Spr 4,5 Erwirb Weisheit, erwirb Verständnis; vergiss sie nicht und weiche nicht ab von den Reden meines Mundes!

Spr 4,6 Verlass du sie nicht, so wird sie dich bewahren; liebe du sie, so wird sie dich behüten!

Spr 4,7 Der Anfang der Weisheit ist: Erwirb Weisheit, und um allen deinen Erwerb erwirb Verstand!

Spr 4,8 Halte sie hoch, so wird sie dich erhöhen; sie wird dich ehren, wenn du sie umfängst.

Spr 4,9 Sie wird deinem Haupt einen lieblichen Kranz verleihen; eine prächtige Krone wird sie dir reichen.

Spr 4,10 Höre, mein Sohn, nimm meine Worte an, sie werden dir die Lebensjahre verlängern!

Spr 4,11 Ich will dich den Weg der Weisheit lehren, dich leiten auf gerader Bahn.

Spr 4,12 Wenn du gehst, so wird dein Schritt nicht gehemmt, und wenn du läufst, so wirst du nicht straucheln.

Spr 4,13 Halte fest an der Unterweisung, lass sie nicht los; bewahre sie, denn sie ist dein Leben!

Spr 4,14 Begib dich nicht auf den Pfad der Gottlosen und tue keinen Schritt auf dem Weg der Bösen;

Spr 4,15 meide ihn, überschreite ihn nicht einmal, weiche davon und gehe vorüber!

Spr 4,16 Denn sie schlafen nicht, wenn sie nicht Böses getan haben; der Schlummer flieht sie, wenn sie niemand zu Fall gebracht haben.

Spr 4,17 Denn sie essen gesetzlos erworbenes Brot und trinken gewaltsam erpressten Wein.

Spr 4,18 Aber der Pfad des Gerechten ist wie der Glanz des Morgenlichts, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag.

Spr 4,19 Der Weg der Gottlosen ist dichte Finsternis; sie wissen nicht, worüber sie straucheln.

Spr 4,20 Mein Sohn, achte auf meine Worte, neige dein Ohr zu meinen Reden!

Spr 4,21 Lass sie nie von deinen Augen weichen, bewahre sie im Innersten deines Herzens!

Spr 4,22 Denn sie sind das Leben denen, die sie finden, und heilsam ihrem ganzen Leib.

Spr 4,23 Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus.

Spr 4,24 Tue hinweg von dir die Falschheit des Mundes, und verdrehte Reden seien fern von dir!

Spr 4,25 Lass deine Augen geradeaus schauen und deine Blicke auf das gerichtet sein, was vor dir liegt!

Spr 4,26 Mache die Bahn für deinen Fuß gerade, und alle deine Wege seien bestimmt;

Spr 4,27 weiche weder zur Rechten ab noch zur Linken, halte deinen Fuß vom Bösen fern!

Spr 5,1 Mein Sohn, achte auf meine Weisheit und neige dein Ohr meiner Belehrung zu,

Spr 5,2 damit du Besonnenheit übst und deine Lippen Erkenntnis bewahren!

Spr 5,3 Denn von Honig triefen die Lippen der Verführerin, und glatter als Öl ist ihr Gaumen,

Spr 5,4 aber zuletzt ist sie bitter wie Wermut, scharf wie ein zweischneidiges Schwert.

Spr 5,5 Ihre Füße steigen hinab zum Tod, ihre Schritte streben dem Totenreich zu.

Spr 5,6 Den Pfad des Lebens erwägt sie nicht einmal; sie geht eine unsichere Bahn, die sie selbst nicht kennt.

Spr 5,7 Und nun hört auf mich, ihr Söhne, und weicht nicht von den Worten meines Mundes!

Spr 5,8 Bleibe fern von dem Weg, der zu ihr führt, und nähere dich nicht der Tür ihres Hauses,

Spr 5,9 damit du nicht anderen deine Ehre opferst und deine Jahre dem Grausamen,

Spr 5,10 damit sich nicht Fremde von deinem Vermögen sättigen und du dich nicht abmühen musst für das Haus eines anderen,

Spr 5,11 damit du nicht seufzen musst bei deinem Ende, wenn dir dein Leib und Leben hinschwinden,

Spr 5,12 und sagen musst: »Warum habe ich doch die Zucht gehasst, warum hat mein Herz die Zurechtweisung verachtet?

Spr 5,13 Ich habe nicht gehört auf die Stimme meiner Lehrer und meinen Lehrmeistern kein Gehör geschenkt!

Spr 5,14 Fast wäre ich gänzlich ins Unglück geraten inmitten der Versammlung und der Gemeinde!«

Spr 5,15 Trinke Wasser aus deiner eigenen Zisterne und Ströme aus deinem eigenen Brunnen!

Spr 5,16 Sollen sich deine Quellen auf die Straße ergießen, deine Wasserbäche auf die Plätze?

Spr 5,17 Sie sollen dir allein gehören und keinem Fremden neben dir!

Spr 5,18 Deine Quelle sei gesegnet, und freue dich an der Frau deiner Jugend!

Spr 5,19 Die liebliche Hindin, die anmutige Gemse, ihr Busen soll dich allezeit sättigen, von ihrer Liebe sollst du stets entzückt sein!

Spr 5,20 Warum aber, mein Sohn, solltest du von einer Verführerin entzückt sein und den Busen einer Fremden umarmen?

Spr 5,21 Denn die Wege eines jeden liegen klar vor den Augen des HERRN, und Er achtet auf alle seine Pfade!

Spr 5,22 Den Gottlosen nehmen seine eigenen Missetaten gefangen, und von den Stricken seiner Sünde wird er festgehalten.

Spr 5,23 Er stirbt an Zuchtlosigkeit, und infolge seiner großen Torheit taumelt er dahin.

Spr 6,1 Mein Sohn, hast du dich für deinen Nächsten verbürgt, für einen Fremden dich durch Handschlag verpflichtet,

Spr 6,2 bist du durch ein mündliches Versprechen gebunden, gefangen durch die Worte deines Mundes,

Spr 6,3 so tu doch das, mein Sohn: Rette dich, denn du bist in die Hand deines Nächsten geraten! Darum geh hin, wirf dich vor ihm nieder und bestürme deinen Nächsten.

Spr 6,4 Gönne deinen Augen keinen Schlaf und deinen Lidern keinen Schlummer!

Spr 6,5 Rette dich aus seiner Hand wie eine Gazelle und wie ein Vogel aus der Hand des Vogelstellers!

Spr 6,6 Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege an und werde weise:

Spr 6,7 Obwohl sie keinen Anführer hat, weder Vorsteher noch Herrscher,

Spr 6,8 bereitet sie dennoch im Sommer ihr Brot und sammelt in der Erntezeit ihre Speise.

Spr 6,9 Wie lange willst du liegen bleiben, du Fauler? Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf?

Spr 6,10 »Ein wenig schlafen, ein wenig schlummern, ein wenig die Hände in den Schoß legen, um zu ruhen«:

Spr 6,11 so holt dich die Armut ein wie ein Läufer, und der Mangel wie ein bewaffneter Mann!

Spr 6,12 Ein Taugenichts, ein nichtswürdiger Mensch ist, wer umhergeht mit trügerischen Reden

Spr 6,13 und dabei mit seinen Augen blinzelt, mit seinen Füßen Zeichen gibt und mit seinen Fingern deutet.

Spr 6,14 Verkehrtheit ist in seinem Herzen, er schmiedet Böses; allezeit streut er Zwietracht aus.

Spr 6,15 Darum wird sein Verderben plötzlich über ihn kommen; augenblicklich wird er zerschmettert werden, unrettbar.

Spr 6,16 Diese sechs hasst der HERR, und sieben sind seiner Seele ein Gräuel:

Spr 6,17 stolze Augen, eine falsche Zunge, Hände, die unschuldiges Blut vergießen,

Spr 6,18 ein Herz, das böse Pläne schmiedet, Füße, die schnell zum Bösen laufen,

Spr 6,19 ein falscher Zeuge, der Lügen ausspricht, und einer, der Zwietracht sät zwischen Brüdern.

Spr 6,20 Bewahre, mein Sohn, das Gebot deines Vaters, und verwirf nicht die Lehre deiner Mutter!

Spr 6,21 Binde sie beständig auf dein Herz, schlinge sie um deinen Hals;

Spr 6,22 wenn du gehst, sollen sie dich geleiten, wenn du dich niederlegst, sollen sie dich behüten, und wenn du aufstehst, so sollen sie zu dir reden!

Spr 6,23 Denn das Gebot ist eine Leuchte und das Gesetz ist ein Licht; Unterweisung und Ermahnung sind ein Weg des Lebens,

Spr 6,24 um dich zu bewahren vor der bösen Frau, vor der glatten Zunge der Fremden.

Spr 6,25 Begehre nicht in deinem Herzen nach ihrer Schönheit, und lass dich nicht fangen von ihren Blicken!

Spr 6,26 Denn um einer hurerischen Frau willen kommt man an den Bettelstab, und die Frau eines anderen gefährdet die kostbare Seele!

Spr 6,27 Kann jemand Feuer in seinem Gewand tragen, ohne dass seine Kleider in Brand geraten?

Spr 6,28 Oder kann einer auf glühenden Kohlen schreiten, ohne sich die Füße zu verbrennen?

Spr 6,29 So ergeht es dem, der zu der Ehefrau seines Nächsten eingeht. Keiner wird ungestraft bleiben, der sie anrührt!

Spr 6,30 Man verachtet den Dieb nicht, wenn er stiehlt, um sein Leben zu fristen, weil er Hunger hat;

Spr 6,31 wird er ertappt, so muss er siebenfach bezahlen und alles hergeben, was er im Haus hat;

Spr 6,32 wer aber mit einer Frau Ehebruch begeht, ist ein herzloser Mensch; er richtet seine eigene Seele zugrunde, wenn er so etwas tut.

Spr 6,33 Schläge und Schmach werden ihn treffen, und seine Schande ist nicht auszutilgen;

Spr 6,34 denn die Eifersucht versetzt einen Mann in glühenden Zorn, und am Tag der Rache wird er nicht schonen;

Spr 6,35 er wird nicht bereit sein, ein Lösegeld anzunehmen, und lässt sich auch durch das größte Geschenk nicht besänftigen.

Spr 7,1 Mein Sohn, bewahre meine Worte und birg meine Gebote bei dir!

Spr 7,2 Bewahre meine Gebote, so wirst du leben, und bewahre meine Lehre wie deinen Augapfel!

Spr 7,3 Binde sie um deine Finger, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens!

Spr 7,4 Sprich zur Weisheit: Du bist meine Schwester! und sage zur Einsicht: Du bist meine Vertraute!,

Spr 7,5 damit du bewahrt bleibst vor der Verführerin, vor der Fremden, die glatte Worte gibt!

Spr 7,6 Denn als ich am Fenster meines Hauses durch das Gitter schaute

Spr 7,7 und die Unverständigen beobachtete, bemerkte ich unter den Söhnen einen jungen Mann ohne Einsicht.

Spr 7,8 Der strich auf der Gasse herum, nicht weit von ihrem Winkel, und betrat den Weg zu ihrem Haus,

Spr 7,9 in der Dämmerung, am Abend des Tages, beim Einbruch der Nacht, als es dunkelte.

Spr 7,10 Siehe, da lief ihm eine Frau entgegen, in Hurenkleidung und mit arglistigem Herzen.

Spr 7,11 Sie ist unbändig und zügellos, ihre Füße können nicht zu Hause bleiben;

Spr 7,12 bald ist sie auf der Straße, bald auf den Plätzen; an allen Ecken lauert sie.

Spr 7,13 Da ergriff sie ihn und küsste ihn, und mit unverschämter Miene sprach sie zu ihm:

Spr 7,14 »Ich war Friedensopfer schuldig, heute habe ich meine Gelübde bezahlt;

Spr 7,15 darum bin ich ausgegangen, dir entgegen, um eifrig dein Angesicht zu suchen, und ich fand dich auch!

Spr 7,16 Ich habe mein Lager mit Teppichen bedeckt, mit bunten Decken aus ägyptischem Garn;

Spr 7,17 ich habe mein Bett besprengt mit Myrrhe, mit Aloe und Zimt.

Spr 7,18 Komm, wir wollen uns an Liebe berauschen bis zum Morgen, uns an Liebkosungen erfreuen!

Spr 7,19 Denn der Mann ist nicht zu Hause, er ist auf eine weite Reise gegangen;

Spr 7,20 er hat den Geldbeutel mitgenommen und kommt erst am Tag des Vollmonds wieder heim!«

Spr 7,21 Durch ihr eifriges Zureden verleitete sie ihn und riss ihn fort mit ihren glatten Worten,

Spr 7,22 sodass er ihr plötzlich nachlief, wie ein Ochse zur Schlachtbank geht, und wie ein Gefesselter zur Bestrafung der Toren,

Spr 7,23 bis ihm der Pfeil die Leber spaltet; wie ein Vogel hastig ins Netz hineinfliegt und nicht weiß, dass es ihn sein Leben kostet!

Spr 7,24 So hört nun auf mich, ihr Söhne, und achtet auf die Worte meines Mundes!

Spr 7,25 Dein Herz neige sich nicht ihren Wegen zu, und verirre dich nicht auf ihre Pfade;

Spr 7,26 denn sie hat viele verwundet und zu Fall gebracht, und gewaltig ist die Zahl derer, die sie getötet hat.

Spr 7,27 Ihr Haus ist der Eingang zum Totenreich, der hinabführt zu den Kammern des Todes!

Spr 8,1 Ruft nicht die Weisheit laut, und lässt nicht die Einsicht ihre Stimme vernehmen?

Spr 8,2 Oben auf den Höhen, draußen auf dem Weg, mitten auf den Plätzen hat sie sich aufgestellt;

Spr 8,3 zur Seite der Tore, am Ausgang der Stadt, beim Eingang der Pforten ruft sie laut:

Spr 8,4 An euch, ihr Männer, ergeht mein Ruf, und meine Stimme an die Menschenkinder!

Spr 8,5 Ihr Unverständigen, werdet klug, und ihr Toren, gebraucht den Verstand!

Spr 8,6 Hört, denn ich habe Vortreffliches zu sagen, und meine Lippen öffnen sich für aufrichtige Rede.

Spr 8,7 Denn mein Mund redet Wahrheit, und meine Lippen verabscheuen Gottlosigkeit.

Spr 8,8 Alle Reden meines Mundes sind gerecht, es ist nichts Verkehrtes noch Verdrehtes darin.

Spr 8,9 Den Verständigen sind sie alle klar, und wer Erkenntnis sucht, findet sie richtig.

Spr 8,10 Nehmt meine Unterweisung an und nicht Silber, und Erkenntnis lieber als feines Gold!

Spr 8,11 Ja, Weisheit ist besser als Perlen, und alle Kostbarkeiten sind nicht zu vergleichen mit ihr.

Spr 8,12 Ich, die Weisheit, wohne bei der Klugheit und gewinne die Erkenntnis wohldurchdachter Pläne.

Spr 8,13 Die Furcht des HERRN bedeutet, das Böse zu hassen; Stolz und Übermut, den Weg des Bösen und einen verkehrten Mund hasse ich.

Spr 8,14 Von mir kommt Rat und Tüchtigkeit; ich bin verständig, mein ist die Kraft.

Spr 8,15 Durch mich herrschen die Könige und erlassen die Fürsten gerechte Verordnungen.

Spr 8,16 Durch mich regieren die Herrscher und die Edlen, alle Richter auf Erden.

Spr 8,17 Ich liebe, die mich lieben, und die mich eifrig suchen, finden mich.

Spr 8,18 Reichtum und Ehre kommen mit mir, bleibende Güter und Gerechtigkeit.

Spr 8,19 Meine Frucht ist besser als Gold, ja, feines Gold, und was ich einbringe, übertrifft auserlesenes Silber.

Spr 8,20 Ich wandle auf dem Weg der Gerechtigkeit, mitten auf den Pfaden des Rechts,

Spr 8,21 damit ich denen, die mich lieben, ein wirkliches Erbteil verschaffe und ihre Schatzkammern fülle.

Spr 8,22 Der HERR besaß mich am Anfang seines Weges, ehe er etwas machte, vor aller Zeit.

Spr 8,23 Ich war eingesetzt von Ewigkeit her, vor dem Anfang, vor den Ursprüngen der Erde.

Spr 8,24 Als noch keine Fluten waren, wurde ich geboren, als die wasserreichen Quellen noch nicht flossen.

Spr 8,25 Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln wurde ich geboren.

Spr 8,26 Als er die Erde noch nicht gemacht hatte und die Fluren, die ganze Summe des Erdenstaubes,

Spr 8,27 als er den Himmel gründete, war ich dabei; als er einen Kreis abmaß auf der Oberfläche der Meerestiefe,

Spr 8,28 als er die Wolken droben befestigte und Festigkeit gab den Quellen der Meerestiefe;

Spr 8,29 als er dem Meer seine Schranke setzte, damit die Wasser seinen Befehl nicht überschritten, als er den Grund der Erde legte,

Spr 8,30 da war ich Werkmeister bei ihm, war Tag für Tag seine Wonne und freute mich vor seinem Angesicht allezeit;

Spr 8,31 ich freute mich auf seinem Erdkreis und hatte meine Wonne an den Menschenkindern.

Spr 8,32 Und nun, ihr Söhne, hört auf mich! Wohl denen, die meine Wege bewahren!

Spr 8,33 Hört auf Unterweisung, damit ihr weise werdet, und verwerft sie nicht!

Spr 8,34 Wohl dem Menschen, der auf mich hört, indem er täglich an meiner Pforte wacht und die Pfosten meiner Türen hütet!

Spr 8,35 Denn wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen von dem HERRN;

Spr 8,36 wer mich aber verfehlt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich hassen, lieben den Tod!

Spr 9,1 Die Weisheit hat ihr Haus gebaut, hat ihre sieben Säulen ausgehauen.

Spr 9,2 Sie hat ihr Vieh geschlachtet, ihren Wein gemischt und ihre Tafel gedeckt.

Spr 9,3 Sie hat ihre Mägde ausgesandt, sie lädt ein auf den Höhen der Stadt:

Spr 9,4 »Wer unverständig ist, der komme herzu!« Zum Uneinsichtigen spricht sie:

Spr 9,5 »Kommt her, esst von meinem Brot und trinkt von dem Wein, den ich gemischt habe!

Spr 9,6 Verlasst die Torheit, damit ihr lebt, und wandelt auf dem Weg der Einsicht!«

Spr 9,7 Wer einen Spötter züchtigt, holt sich Beschimpfung, und wer einen Gesetzlosen zurechtweist, der holt sich Schmach.

Spr 9,8 Weise nicht den Spötter zurecht, damit er dich nicht hasst; weise den Weisen zurecht, und er wird dich lieben!

Spr 9,9 Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; belehre den Gerechten, so wird er noch mehr lernen!

Spr 9,10 Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Weisheit, und die Erkenntnis des Heiligen ist Einsicht.

Spr 9,11 Denn durch mich werden deine Tage sich mehren und werden Jahre zu deinem Leben hinzugefügt.

Spr 9,12 Bist du weise, so kommt es dir selbst zugute; bist du aber ein Spötter, so hast du’s allein zu tragen.

Spr 9,13 Frau Torheit ist unbändig, voll Unverstand und erkennt gar nichts;

Spr 9,14 und doch sitzt sie bei der Tür ihres Hauses, auf einem Sessel auf den Höhen der Stadt,

Spr 9,15 um die Vorübergehenden einzuladen, die auf dem richtigen Pfad wandeln:

Spr 9,16 »Wer unverständig ist, der komme herzu!« Und zum Uneinsichtigen spricht sie:

Spr 9,17 »Gestohlenes Wasser ist süß, und heimliches Brot schmeckt köstlich!«

Spr 9,18 Er weiß aber nicht, dass die Schatten dort hausen und ihre Gäste in den Tiefen des Totenreiches.

Spr 10,1 Sprüche Salomos: Ein weiser Sohn macht seinem Vater Freude, aber ein törichter Sohn ist der Kummer seiner Mutter.

Spr 10,2 Durch Gottlosigkeit erworbene Schätze nützen nichts, aber Gerechtigkeit errettet vom Tod.

Spr 10,3 Das Verlangen der Gerechten lässt der HERR nicht ungestillt, aber die Gier der Gottlosen weist er ab.

Spr 10,4 Eine nachlässige Hand macht arm, aber eine fleißige Hand macht reich.

Spr 10,5 Wer im Sommer sammelt, ist ein kluger Sohn, wer aber in der Ernte schläft, ist ein Sohn, der Schande macht.

Spr 10,6 Segnungen sind auf dem Haupt des Gerechten, aber der Mund der Gottlosen birgt Gewalttat.

Spr 10,7 Das Andenken des Gerechten bleibt im Segen, aber der Name der Gottlosen wird verwesen.

Spr 10,8 Wer ein weises Herz hat, nimmt Gebote an, aber ein Narrenmund kommt zu Fall.

Spr 10,9 Wer in Lauterkeit wandelt, der wandelt sicher, wer aber krumme Wege geht, der wird ertappt werden.

Spr 10,10 Wer mit den Augen zwinkert, verursacht Leid, und ein Narrenmund kommt zu Fall.

Spr 10,11 Der Mund des Gerechten ist eine Quelle des Lebens, aber der Mund der Gottlosen birgt Gewalttat.

Spr 10,12 Hass erregt Streit, aber die Liebe deckt alle Verfehlungen zu.

Spr 10,13 Auf den Lippen des Verständigen wird Weisheit gefunden, aber auf den Rücken des Uneinsichtigen gehört eine Rute.

Spr 10,14 Die Weisen sammeln ihr Wissen, die Lippen der Narren aber schnelles Verderben.

Spr 10,15 Der Besitz des Reichen ist für ihn eine feste Stadt, die Armut der Bedürftigen aber ist für sie ein Unglück.

Spr 10,16 Der Gerechte gebraucht seinen Erwerb zum Leben, der Gottlose sein Einkommen zur Sünde.

Spr 10,17 Wer auf die Unterweisung achtet, geht den Weg zum Leben, wer aber aus der Schule läuft, gerät auf Irrwege.

Spr 10,18 Wer Hass verbirgt, hat Lügenlippen, und wer Verleumdungen austrägt, ist ein Tor.

Spr 10,19 Wo viele Worte sind, da geht es ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen im Zaum hält, der ist klug.

Spr 10,20 Die Zunge des Gerechten ist erlesenes Silber; das Herz der Gottlosen ist wenig wert.

Spr 10,21 Die Lippen des Gerechten weiden viele, aber die Toren sterben durch Unverstand.

Spr 10,22 Der Segen des HERRN macht reich, und [eigene] Mühe fügt ihm nichts hinzu.

Spr 10,23 Dem Toren macht es Vergnügen, Schandtaten zu verüben, dem einsichtigen Mann aber, weise zu handeln.

Spr 10,24 Was der Gottlose fürchtet, das wird über ihn kommen, den Wunsch der Gerechten aber wird Er erfüllen.

Spr 10,25 Wenn ein Sturm vorüberfährt, so ist der Gottlose nicht mehr da; der Gerechte aber ist für die Ewigkeit gegründet.

Spr 10,26 Wie der Essig für die Zähne und der Rauch für die Augen, so ist der Faule für die, welche ihn senden.

Spr 10,27 Die Furcht des HERRN verlängert das Leben, aber die Jahre der Gottlosen werden verkürzt.

Spr 10,28 Das Warten der Gerechten wird Freude werden, aber die Hoffnung der Gottlosen wird verloren sein.

Spr 10,29 Der Weg des HERRN ist eine Schutzwehr für den Lauteren, den Übeltätern aber bringt er den Untergang.

Spr 10,30 Der Gerechte wird in Ewigkeit nicht wanken, aber die Gottlosen bleiben nicht im Land.

Spr 10,31 Der Mund des Gerechten bringt als Frucht Weisheit hervor, aber die verkehrte Zunge wird ausgerottet.

Spr 10,32 Die Lippen des Gerechten verkünden Gnade, aber der Mund der Gottlosen [verkündet] Verkehrtes.

Spr 11,1 Falsche Waage ist dem HERRN ein Gräuel, aber volles Gewicht gefällt ihm wohl.

Spr 11,2 Auf Übermut folgt Schande, bei den Demütigen aber ist Weisheit.

Spr 11,3 Die Redlichen leitet ihre Unschuld, aber die Treulosen richtet ihre Verkehrtheit zugrunde.

Spr 11,4 Reichtum hilft nicht am Tag des Zorns, aber Gerechtigkeit errettet vom Tod.

Spr 11,5 Die Gerechtigkeit des Unsträflichen ebnet seinen Weg, den Gottlosen aber bringt seine eigene Gottlosigkeit zu Fall.

Spr 11,6 Die Gerechtigkeit der Redlichen rettet sie, aber die Treulosen werden gefangen in ihrer eigenen Gier.

Spr 11,7 Wenn der gottlose Mensch stirbt, so ist seine Hoffnung verloren, und die Erwartung der Gewalttätigen wird zunichte.

Spr 11,8 Der Gerechte wird aus der Bedrängnis befreit, und der Gottlose tritt an seine Stelle.

Spr 11,9 Mit seinem Mund richtet ein gewissenloser Mensch seinen Nächsten zugrunde, aber durch Erkenntnis werden die Gerechten befreit.

Spr 11,10 Wenn es den Gerechten wohlgeht, so freut sich die ganze Stadt, und wenn die Gottlosen umkommen, so jubelt man.

Spr 11,11 Durch den Segen der Redlichen kommt eine Stadt empor, aber durch den Mund der Gottlosen wird sie niedergerissen.

Spr 11,12 Wer seinen Nächsten verächtlich behandelt, ist ein herzloser Mensch, aber ein verständiger Mann nimmt es schweigend an.

Spr 11,13 Ein umhergehender Verleumder plaudert Geheimnisse aus, aber eine treue Seele hält geheim, was man ihr sagt.

Spr 11,14 Wo es an weiser Führung fehlt, kommt ein Volk zu Fall, wo aber viele Ratgeber sind, da geht es [ihm] gut.

Spr 11,15 Wer für einen Fremden bürgt, dem geht es sehr schlecht, wer aber Verpflichtung durch Handschlag verabscheut, der ist sicher.

Spr 11,16 Eine anmutige Frau erlangt Ehre, Gewalttätige aber erlangen Reichtum.

Spr 11,17 Ein barmherziger Mensch tut seiner eigenen Seele Gutes, ein Grausamer aber schneidet sich ins eigene Fleisch.

Spr 11,18 Der Gottlose erwirbt trügerischen Gewinn, wer aber Gerechtigkeit sät, wird wahrhaftig belohnt.

Spr 11,19 So gewiss die Gerechtigkeit zum Leben führt, so sicher die Jagd nach dem Bösen zum Tod.

Spr 11,20 Die ein verkehrtes Herz haben, sind dem HERRN ein Gräuel; die aber unsträflich wandeln, gefallen ihm wohl.

Spr 11,21 Die Hand darauf! Der Böse bleibt nicht ungestraft, aber der Same der Gerechten wird errettet.

Spr 11,22 Ein goldener Ring in dem Rüssel einer Sau — so ist eine schöne Frau ohne Sittsamkeit.

Spr 11,23 Das Verlangen der Gerechten führt zu lauter Glück, die Hoffnung der Gottlosen führt zum Zorngericht.

Spr 11,24 Einer teilt aus und wird doch reicher; ein anderer spart mehr, als recht ist, und wird nur ärmer.

Spr 11,25 Eine segnende Seele wird reichlich gesättigt, und wer anderen zu trinken gibt, wird selbst erquickt.

Spr 11,26 Wer das Korn zurückhält, den verflucht das Volk, aber Segen kommt über das Haupt dessen, der es verkauft.

Spr 11,27 Wer eifrig das Gute sucht, ist auf [Gottes] Wohlgefallen bedacht, wer aber nach Bösem trachtet, über den wird es kommen.

Spr 11,28 Wer auf seinen Reichtum vertraut, der wird fallen; die Gerechten aber werden grünen wie das Laub.

Spr 11,29 Wer seine eigene Familie zerrüttet, wird [nur] Wind zum Erbe bekommen, und der Tor wird ein Knecht dessen, der weise ist!

Spr 11,30 Die Frucht des Gerechten ist ein Baum des Lebens, und der Weise gewinnt Seelen.

Spr 11,31 Siehe, dem Gerechten wird auf Erden vergolten — wie viel mehr dem Gottlosen und Sünder!

Spr 12,1 Wer Unterweisung liebt, der liebt Erkenntnis, wer aber Zurechtweisung hasst, der ist töricht.

Spr 12,2 Ein gütiger Mensch erlangt Gunst von dem HERRN, aber einen heimtückischen verurteilt er.

Spr 12,3 Kein Mensch kann bestehen durch Gottlosigkeit; die Wurzel der Gerechten aber wird nicht wanken.

Spr 12,4 Eine tugendhafte Frau ist die Krone ihres Mannes, aber eine schändliche ist wie ein Fraß in seinen Gebeinen.

Spr 12,5 Die Pläne der Gerechten sind richtig, aber die Ratschläge der Gottlosen sind trügerisch.

Spr 12,6 Die Worte der Gottlosen stiften Blutvergießen an, aber der Mund der Aufrichtigen rettet sie.

Spr 12,7 Die Gottlosen werden umgestürzt und sind nicht mehr, aber das Haus der Gerechten bleibt stehen!

Spr 12,8 Nach dem Maß seiner Einsicht wird ein Mann gelobt, wer aber ein verkehrtes Herz hat, wird verachtet.

Spr 12,9 Besser gering sein und sein eigener Knecht, als großtun und Mangel an Brot haben!

Spr 12,10 Der Gerechte erbarmt sich über sein Vieh, das Herz des Gottlosen aber ist grausam.

Spr 12,11 Wer seinen Acker bebaut, wird reichlich Brot haben; wer aber Nichtigem nachjagt, dem mangelt es an Verstand.

Spr 12,12 Den Gottlosen gelüstet nach der Beute der Bösen, aber die Wurzel der Gerechten trägt Frucht.

Spr 12,13 In treulosen Lippen steckt ein böser Fallstrick, ein Gerechter aber entgeht der Bedrängnis.

Spr 12,14 Von der Frucht seines Mundes wird einer mit Gutem gesättigt, und was ein Mensch mit seinen Händen tut, das wird ihm vergolten.

Spr 12,15 Der Weg des Narren ist richtig in seinen Augen, aber ein Weiser hört auf guten Rat.

Spr 12,16 Ein Narr lässt seinen Ärger sofort merken, der Kluge aber steckt die Beleidigung ein.

Spr 12,17 Wer die Wahrheit sagt, legt ein rechtes Zeugnis ab, ein falscher Zeuge aber verkündet Lügen.

Spr 12,18 Wer unbedacht schwatzt, der verletzt wie ein durchbohrendes Schwert; die Zunge der Weisen aber ist heilsam.

Spr 12,19 Wahrhaftige Lippen bestehen ewiglich, die Lügenzunge nur einen Augenblick.

Spr 12,20 Falschheit wohnt im Herzen derer, die Böses schmieden; die aber zum Frieden raten, haben Freude.

Spr 12,21 Den Gerechten wird kein Übel treffen, aber die Gottlosen werden voll Unglück sein.

Spr 12,22 Falsche Lippen sind dem HERRN ein Gräuel, wer aber die Wahrheit übt, gefällt ihm wohl.

Spr 12,23 Ein kluger Mensch verbirgt sein Wissen, aber das Herz der Narren schreit die Torheit heraus.

Spr 12,24 Die Hand der Fleißigen wird herrschen, eine lässige aber muss Zwangsarbeit verrichten.

Spr 12,25 Kummer drückt das Herz eines Mannes nieder, aber ein gutes Wort erfreut es.

Spr 12,26 Der Gerechte zeigt seinem Nächsten den rechten Weg, aber der Weg der Gottlosen führt sie irre.

Spr 12,27 Der Nachlässige erjagt kein Wild, aber kostbarer Reichtum ist es, wenn ein Mensch fleißig ist.

Spr 12,28 Auf dem Pfad der Gerechtigkeit ist Leben, auf ihrem Weg gibt es keinen Tod.

Spr 13,1 Ein weiser Sohn hört auf die Unterweisung des Vaters, ein Spötter hört nicht einmal aufs Schelten.

Spr 13,2 Von der Frucht seines Mundes nährt sich einer mit Gutem, die Seele der Treulosen aber [nährt sich] mit Gewalttat.

Spr 13,3 Wer auf seinen Mund achtgibt, behütet seine Seele, wer aber immer seine Lippen aufsperrt, tut’s zu seinem Unglück.

Spr 13,4 Die Seele des Faulen gelüstet nach vielem und hat doch nichts, die Seele der Fleißigen aber wird reichlich gesättigt.

Spr 13,5 Der Gerechte hasst Verleumdungen, aber der Gottlose verursacht Schande und Schmach.

Spr 13,6 Die Gerechtigkeit bewahrt den, der unsträflich wandelt, die Gottlosigkeit aber stürzt den Sünder ins Verderben.

Spr 13,7 Einer stellt sich reich und hat doch gar nichts, ein anderer stellt sich arm und besitzt doch viel.

Spr 13,8 Mit seinem Reichtum muss sich mancher sein Leben erkaufen; ein Armer aber bekommt keine Drohungen zu hören.

Spr 13,9 Das Licht der Gerechten wird hell brennen, die Leuchte der Gottlosen aber wird erlöschen.

Spr 13,10 Durch Übermut entsteht nur Streit; wo man sich aber raten lässt, da wohnt Weisheit.

Spr 13,11 Was man mühelos gewinnt, das zerrinnt; was man aber mit der Hand sammelt, das mehrt sich.

Spr 13,12 Hingehaltene Hoffnung macht das Herz krank; ein erfüllter Wunsch aber ist ein Baum des Lebens.

Spr 13,13 Wer das Wort verachtet, der wird zugrunde gehen; wer aber das Gebot fürchtet, der wird belohnt.

Spr 13,14 Die Lehre des Weisen ist eine Quelle des Lebens; man meidet durch sie die Fallstricke des Todes.

Spr 13,15 Gute Einsicht erwirbt Gunst, aber der Weg der Treulosen ist hart.

Spr 13,16 Der Kluge tut alles mit Vernunft, aber der Tor verbreitet Dummheiten.

Spr 13,17 Ein gottloser Bote stürzt ins Unglück, aber ein treuer Gesandter bringt Heilung.

Spr 13,18 Wer Zucht verwirft, gerät in Armut und Schande, wer aber auf Zurechtweisung achtet, kommt zu Ehren.

Spr 13,19 Die Befriedigung eines Verlangens tut der Seele wohl, aber vom Bösen zu weichen ist den Toren ein Gräuel.

Spr 13,20 Der Umgang mit den Weisen macht weise, wer sich aber mit Narren einlässt, dem geht es schlecht.

Spr 13,21 Das Unglück verfolgt die Sünder, den Gerechten aber wird Gutes vergolten.

Spr 13,22 Was ein guter Mensch hinterlässt, geht über auf Kindeskinder, das Vermögen des Sünders aber wird für den Gerechten aufbewahrt.

Spr 13,23 Der Neubruch der Armen gibt viel Speise, aber der Ertrag mancher Leute wird weggerafft durch Ungerechtigkeit.

Spr 13,24 Wer seine Rute spart, der hasst seinen Sohn, wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten.

Spr 13,25 Der Gerechte isst, bis er satt ist, der Bauch der Gottlosen aber hat Mangel.

Spr 14,1 Die Weisheit der Frauen baut ihr Haus, die Torheit reißt es ein mit eigenen Händen.

Spr 14,2 Wer in seiner Redlichkeit wandelt, der fürchtet den HERRN, wer aber verkehrte Wege geht, der verachtet ihn.

Spr 14,3 Im Mund des Narren ist eine Rute für [seinen] Hochmut, aber die Lippen der Weisen behüten sie.

Spr 14,4 Wo keine Rinder sind, da bleibt die Krippe sauber, die Kraft des Ochsen aber verschafft großen Gewinn.

Spr 14,5 Ein treuer Zeuge lügt nicht, aber ein falscher Zeuge spricht Lügen aus.

Spr 14,6 Ein Spötter sucht Weisheit und findet sie nicht, doch für den Verständigen ist Erkenntnis leicht.

Spr 14,7 Geh weg von dem dummen Menschen! Du hörst doch nichts Gescheites von ihm.

Spr 14,8 Die Weisheit lässt den Klugen erkennen, welchen Weg er gehen soll, aber die Torheit der Narren betrügt sie selbst.

Spr 14,9 Die Toren treiben Gespött mit ihrer Schuld, unter den Redlichen aber ist [Gottes] Wohlgefallen.

Spr 14,10 Das Herz allein kennt seinen eigenen Kummer, und auch in seine Freude kann sich kein Fremder mischen.

Spr 14,11 Das Haus der Gottlosen wird zerstört, aber das Zelt der Redlichen wird aufblühen.

Spr 14,12 Mancher Weg erscheint dem Menschen richtig, aber zuletzt führt er ihn doch zum Tod.

Spr 14,13 Auch beim Lachen kann das Herz Kummer empfinden, und die Freude endet in Traurigkeit.

Spr 14,14 Wer ein abtrünniges Herz hat, bekommt genug von seinen eigenen Wegen, und ebenso ein guter Mensch von dem, was in ihm ist.

Spr 14,15 Der Unverständige glaubt jedem Wort, aber der Kluge gibt auf seine Schritte acht.

Spr 14,16 Der Weise fürchtet sich und weicht vom Bösen, aber der Tor ist übermütig und sorglos.

Spr 14,17 Ein Jähzorniger handelt töricht, und ein Mensch, der Böses plant, macht sich verhasst.

Spr 14,18 Torheit ist das Erbteil der Unverständigen, Erkenntnis die Krone der Klugen.

Spr 14,19 Die Bösen müssen sich beugen vor den Guten und die Gottlosen an den Toren des Gerechten.

Spr 14,20 Ein Armer wird sogar von seinem Nächsten gehasst, ein Reicher aber hat viele Freunde.

Spr 14,21 Wer seinen Nächsten verachtet, der sündigt, aber wohl dem, der sich über den Elenden erbarmt!

Spr 14,22 Werden nicht irregehen, die nach Bösem trachten? Aber Gnade und Wahrheit wird denen zuteil, die nach Gutem trachten!

Spr 14,23 Wo man sich alle Mühe gibt, da ist Überfluss, aber wo man nur Worte macht, da herrscht Mangel.

Spr 14,24 Für die Weisen ist ihr Reichtum eine Krone, aber die Narren haben nichts als Torheit.

Spr 14,25 Ein Zeuge der Wahrheit rettet Seelen; wer aber Lügen vorbringt, der ist ein Betrüger.

Spr 14,26 In der Furcht des HERRN liegt starkes Vertrauen, Er wird auch seinen Kindern eine Zuflucht sein.

Spr 14,27 Die Furcht des HERRN ist eine Quelle des Lebens; man meidet durch sie die Fallstricke des Todes.

Spr 14,28 In der Menge des Volkes besteht die Herrlichkeit des Königs, aber das Schwinden der Bevölkerung ist der Untergang des Fürsten.

Spr 14,29 Der Langmütige ist reich an Einsicht, der Jähzornige aber begeht große Torheiten.

Spr 14,30 Ein gelassenes Herz ist das Leben des Leibes, aber Eifersucht ist Fraß in den Gebeinen.

Spr 14,31 Wer den Schwachen unterdrückt, der lästert seinen Schöpfer, wer Ihn aber ehren will, der erbarmt sich über den Armen.

Spr 14,32 Der Gottlose wird durch seine Bosheit gestürzt, der Gerechte aber ist auch im Tod getrost.

Spr 14,33 Die Weisheit wohnt ruhig im Herzen des Verständigen, aber was im Inneren des Toren ist, das wird offenbar.

Spr 14,34 Gerechtigkeit erhöht ein Volk, die Sünde aber ist die Schande der Völker.

Spr 14,35 Ein König hat Wohlgefallen an einem verständigen Knecht, aber einen schändlichen trifft sein Zorn.

Spr 15,1 Eine sanfte Antwort wendet den Grimm ab, ein verletzendes Wort aber reizt zum Zorn.

Spr 15,2 Die Zunge der Weisen gibt gute Lehre, aber der Mund der Toren schwatzt viel dummes Zeug.

Spr 15,3 Die Augen des HERRN sind überall, sie erspähen die Bösen und die Guten.

Spr 15,4 Eine heilsame Zunge ist ein Baum des Lebens, ist aber Verkehrtheit an ihr, verwundet sie den Geist.

Spr 15,5 Ein Narr verschmäht die Zucht seines Vaters, wer aber auf die Zurechtweisung achtet, der wird klug.

Spr 15,6 Im Haus des Gerechten ist ein reicher Schatz, im Einkommen des Gottlosen aber ist Zerrüttung.

Spr 15,7 Die Lippen der Weisen säen Erkenntnis, das Herz der Narren aber ist unaufrichtig.

Spr 15,8 Das Opfer der Gottlosen ist dem HERRN ein Gräuel, das Gebet der Aufrichtigen aber ist ihm wohlgefällig.

Spr 15,9 Der Weg der Gottlosen ist dem HERRN ein Gräuel, wer aber der Gerechtigkeit nachjagt, den hat er lieb.

Spr 15,10 Wer den Weg verlässt, wird schwer gezüchtigt, wer Zurechtweisung hasst, der muss sterben.

Spr 15,11 Totenreich und Abgrund sind dem HERRN bekannt, wie viel mehr die Herzen der Menschen!

Spr 15,12 Der Spötter liebt es nicht, wenn man ihn zurechtweist, darum geht er nicht zu den Weisen.

Spr 15,13 Ein fröhliches Herz macht das Angesicht heiter, aber durch ein betrübtes Herz wird der Geist niedergeschlagen.

Spr 15,14 Das Herz der Verständigen trachtet nach Erkenntnis, aber der Mund der Narren weidet sich an der Dummheit.

Spr 15,15 Ein Unglücklicher hat lauter böse Tage, aber ein fröhliches Herz hat immer ein Festmahl.

Spr 15,16 Besser wenig mit der Furcht des HERRN, als großer Reichtum und ein unruhiges Gewissen dabei!

Spr 15,17 Besser ein Gericht Gemüse mit Liebe, als ein gemästeter Ochse mit Hass!

Spr 15,18 Ein zorniger Mann erregt Streit, aber ein Langmütiger stillt den Zank.

Spr 15,19 Der Weg des Faulen ist wie mit Dornen verzäunt, aber der Pfad der Redlichen ist gebahnt.

Spr 15,20 Ein weiser Sohn macht seinem Vater Freude, ein dummer Mensch aber verachtet seine Mutter.

Spr 15,21 Torheit ist dem Unvernünftigen eine Wonne, ein verständiger Mann aber wandelt geradeaus.

Spr 15,22 Wo keine Beratung ist, da scheitern Pläne, wo aber viele Ratgeber sind, da kommen sie zustande.

Spr 15,23 Es freut einen Mann, wenn sein Mund eine richtige Antwort geben kann, und wie gut ist ein Wort, das zur rechten Zeit gesprochen wird!

Spr 15,24 Der Weg des Lebens geht aufwärts für den Einsichtigen, damit er dem Totenreich entgeht, das drunten liegt.

Spr 15,25 Der HERR reißt das Haus der Stolzen nieder, aber die Grenze der Witwe setzt er fest.

Spr 15,26 Böse Gedanken sind dem HERRN ein Gräuel, aber freundliche Reden sind [ihm] rein.

Spr 15,27 Wer sich unrechtmäßigen Gewinn verschafft, der richtet sein Haus zugrunde, wer aber Bestechungsgeschenke hasst, der wird leben.

Spr 15,28 Das Herz des Gerechten überlegt, was es antworten soll, aber der Mund des Gottlosen sprudelt Bosheiten hervor.

Spr 15,29 Der HERR ist fern von den Gottlosen, aber das Gebet der Gerechten erhört er.

Spr 15,30 Ein freundlicher Blick erfreut das Herz; eine gute Botschaft stärkt das Gebein.

Spr 15,31 Ein Ohr, das auf die Zurechtweisung zum Leben hört, wird sich [gern] inmitten der Weisen aufhalten.

Spr 15,32 Wer die Unterweisung verwirft, verachtet seine Seele, wer aber auf Zurechtweisung hört, erwirbt Verstand.

Spr 15,33 Die Furcht des HERRN ist die Schule der Weisheit, und der Ehre geht Demut voraus.

Spr 16,1 Die Pläne des Herzens sind Sache des Menschen, aber die rechte Antwort der Zunge kommt von dem HERRN.

Spr 16,2 Alle Wege des Menschen sind rein in seinen Augen, aber der HERR prüft die Geister.

Spr 16,3 Befiehl dem HERRN deine Werke, und deine Pläne werden zustande kommen.

Spr 16,4 Alles hat der HERR zu seinem bestimmten Zweck gemacht, sogar den Gottlosen für den Tag des Unheils.

Spr 16,5 Alle stolzen Herzen sind dem HERRN ein Gräuel, die Hand darauf — sie bleiben nicht ungestraft!

Spr 16,6 Durch Gnade und Wahrheit wird Schuld gesühnt, und durch die Furcht des HERRN weicht man vom Bösen.

Spr 16,7 Wenn die Wege eines Menschen dem HERRN wohlgefallen, so lässt er selbst seine Feinde mit ihm im Frieden leben.

Spr 16,8 Besser wenig mit Gerechtigkeit, als ein großes Einkommen mit Unrecht.

Spr 16,9 Das Herz des Menschen denkt sich seinen Weg aus, aber der HERR lenkt seine Schritte.

Spr 16,10 Ein Gottesspruch ist auf den Lippen des Königs; beim Rechtsprechen verfehlt sich sein Mund nicht.

Spr 16,11 Gerechte Waage und Waagschale kommen vom HERRN, alle Gewichtsteine im Beutel sind sein Werk.

Spr 16,12 Freveltaten sind den Königen ein Gräuel, denn durch Gerechtigkeit wird ein Thron befestigt.

Spr 16,13 Gerechte Lippen gefallen den Königen wohl, und wer aufrichtig redet, macht sich beliebt.

Spr 16,14 Der Zorn des Königs ist Todesboten gleich, aber ein weiser Mann versöhnt ihn.

Spr 16,15 Wenn das Angesicht des Königs leuchtet, bedeutet es Leben, und seine Gunst ist wie eine Wolke des Spätregens.

Spr 16,16 Wie viel besser ist es, Weisheit zu erwerben, als Gold, und Einsicht zu erwerben ist begehrenswerter als Silber!

Spr 16,17 Der Weg der Redlichen ist es, vom Bösen fernzubleiben, denn wer auf seinen Weg achtgibt, der bewahrt seine Seele.

Spr 16,18 Stolz kommt vor dem Zusammenbruch, und Hochmut kommt vor dem Fall.

Spr 16,19 Besser bescheiden sein mit den Demütigen, als Beute teilen mit den Stolzen.

Spr 16,20 Wer auf das Wort achtet, wird Gutes erlangen, und wohl dem, der auf den HERRN vertraut!

Spr 16,21 Wer ein weises Herz hat, wird verständig genannt, und liebliche Rede fördert die Belehrung.

Spr 16,22 Wer Einsicht besitzt, hat eine Quelle des Lebens, aber mit ihrer Torheit strafen sich die Narren selbst.

Spr 16,23 Wer ein weises Herz hat, spricht vernünftig und mehrt auf seinen Lippen die Belehrung.

Spr 16,24 Freundliche Worte sind wie Honigseim, süß für die Seele und heilsam für das Gebein.

Spr 16,25 Mancher Weg erscheint dem Menschen richtig, aber sein Ende führt doch zum Tod.

Spr 16,26 Der Arbeiter arbeitet für sich selbst, denn sein Hunger treibt ihn an.

Spr 16,27 Ein nichtswürdiger Mann gräbt Unheilsgruben, und auf seinen Lippen brennt es wie Feuer.

Spr 16,28 Ein verdrehter Mann entfesselt Streit, und ein Verleumder trennt vertraute Freunde.

Spr 16,29 Ein gewalttätiger Mensch überredet seinen Nächsten und führt ihn einen Weg, der nicht gut ist.

Spr 16,30 Wer die Augen verschließt, der denkt verkehrt; wer die Lippen zukneift, der hat Böses beschlossen.

Spr 16,31 Graue Haare sind eine Krone der Ehre; sie wird erlangt auf dem Weg der Gerechtigkeit.

Spr 16,32 Besser ein Langmütiger als ein Starker, und wer sich selbst beherrscht, als wer eine Stadt bezwingt.

Spr 16,33 Im Gewandbausch wird das Los geworfen, aber jeder seiner Entscheide kommt von dem HERRN.

Spr 17,1 Besser ein trockener Bissen mit Ruhe, als ein Haus voll Opferfleisch mit Streit!

Spr 17,2 Ein einsichtiger Knecht wird herrschen über einen schändlichen Sohn, und er wird sich mit den Brüdern das Erbe teilen.

Spr 17,3 Der Schmelztiegel prüft das Silber und der Ofen das Gold, der HERR aber prüft die Herzen.

Spr 17,4 Ein Boshafter horcht auf falsche Mäuler, ein Lügner leiht verderblichen Zungen sein Ohr.

Spr 17,5 Wer über den Armen spottet, der lästert seinen Schöpfer; wer schadenfroh ist, bleibt nicht ungestraft.

Spr 17,6 Kindeskinder sind eine Krone der Alten, und die Ehre der Kinder sind ihre Väter.

Spr 17,7 Zu einem Narren passt keine vortreffliche Rede, so wenig wie zu einem edlen Menschen Lügenreden.

Spr 17,8 Ein Bestechungsgeschenk ist wie ein Edelstein in den Augen seiner Besitzer; Überall, wo es hinkommt, hat es Erfolg.

Spr 17,9 Wer Liebe sucht, deckt die Verfehlung zu, wer aber eine Sache weitererzählt, trennt vertraute Freunde.

Spr 17,10 Eine Zurechtweisung macht mehr Eindruck auf den Verständigen als hundert Schläge auf den Narren.

Spr 17,11 Ein Boshafter sucht nur Auflehnung, aber ein unbarmherziger Bote wird gegen ihn ausgesandt werden.

Spr 17,12 Besser, es trifft jemand eine Bärin an, die ihrer Jungen beraubt ist, als einen Narren in seiner Torheit!

Spr 17,13 Wer Gutes mit Bösem vergilt, von dessen Haus wird das Böse nicht weichen.

Spr 17,14 Einen Streit anfangen ist, als ob man Wasser entfesselt; darum lass ab vom Zank, ehe er heftig wird!

Spr 17,15 Wer den Gottlosen gerechtspricht und wer den Gerechten verurteilt, die sind beide dem HERRN ein Gräuel.

Spr 17,16 Was nützt das Geld in der Hand des Narren; soll er Weisheit kaufen in seinem Unverstand?

Spr 17,17 Ein Freund liebt zu jeder Zeit, und als Bruder für die Not wird er geboren.

Spr 17,18 Ein unvernünftiger Mensch ist, wer sich durch Handschlag verpflichtet und gegenüber seinem Nächsten Bürgschaft leistet.

Spr 17,19 Wer Übertretung liebt, der liebt Streit, und wer sein Tor hoch baut, der sucht den Einsturz.

Spr 17,20 Wer ein verkehrtes Herz hat, findet nichts Gutes, und wer eine arglistige Zunge hat, fällt ins Unglück.

Spr 17,21 Wer einen Toren zeugt, der hat Kummer, und der Vater eines Narren hat keine Freude.

Spr 17,22 Ein fröhliches Herz fördert die Genesung, aber ein niedergeschlagener Geist dörrt das Gebein aus.

Spr 17,23 Der Gottlose nimmt ein Bestechungsgeschenk aus dem Gewand, um die Pfade des Rechts zu beugen.

Spr 17,24 Dem Verständigen liegt die Weisheit vor Augen, die Augen des Toren aber schweifen am Ende der Erde umher.

Spr 17,25 Ein törichter Sohn bereitet seinem Vater Verdruss und seiner Mutter Herzeleid.

Spr 17,26 Einen Gerechten zu bestrafen ist schon nicht gut, erst recht nicht, Edle zu schlagen um ihrer Aufrichtigkeit willen.

Spr 17,27 Wer seine Worte zurückhält, der besitzt Erkenntnis, und wer kühlen Geistes ist, der ist ein weiser Mann.

Spr 17,28 Selbst ein Narr wird für weise gehalten, wenn er schweigt, für verständig, wenn er seine Lippen verschließt.

Spr 18,1 Wer sich absondert, der sucht, was ihn gelüstet, und wehrt sich gegen alles, was heilsam ist.

Spr 18,2 Einem Toren ist es nicht ums Lernen zu tun, sondern darum, zu enthüllen, was er weiß.

Spr 18,3 Wo der Gottlose hinkommt, da stellt sich auch Verachtung ein, und mit der Schande die Schmach.

Spr 18,4 Die Worte eines Mannes sind tiefe Wasser, ein sprudelnder Bach, eine Quelle der Weisheit.

Spr 18,5 Es ist nicht gut, wenn man die Person des Gottlosen ansieht, um den Gerechten zu unterdrücken im Gericht.

Spr 18,6 Die Reden des Toren stiften Streit, und er schimpft, bis er Schläge kriegt.

Spr 18,7 Der Mund des Toren wird ihm zum Verderben, und seine Lippen sind der Fallstrick seiner Seele.

Spr 18,8 Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen; sie dringen in die verborgenen Kammern des Inneren.

Spr 18,9 Schon wer nachlässig ist in seiner Arbeit, der ist ein Bruder des Zerstörers.

Spr 18,10 Der Name des HERRN ist ein starker Turm; der Gerechte läuft dorthin und ist in Sicherheit.

Spr 18,11 Der Besitz des Reichen ist für ihn eine feste Stadt und wie eine hohe Mauer in seiner Einbildung.

Spr 18,12 Vor dem Zusammenbruch wird das Herz des Menschen hochmütig, aber vor der Ehre kommt die Demut.

Spr 18,13 Wer antwortet, bevor er gehört hat, dem ist es Torheit und Schande.

Spr 18,14 Ein männlicher Mut erträgt sein Leiden, wer aber kann einen niedergeschlagenen Geist aufrichten?

Spr 18,15 Das Herz des Verständigen erwirbt Erkenntnis, und nach Erkenntnis trachtet das Ohr der Weisen.

Spr 18,16 Das Geschenk macht dem Menschen Raum und verschafft ihm Zutritt zu den Großen.

Spr 18,17 Wer sich in seinem Prozess zuerst verteidigen darf, hat recht — doch dann kommt der andere und forscht ihn aus.

Spr 18,18 Das Los schlichtet den Streit und entscheidet zwischen Mächtigen.

Spr 18,19 Ein Bruder, an dem man treulos gehandelt hat, ist schwerer zu gewinnen als eine befestigte Stadt, und Zerwürfnisse sind wie der Riegel einer Burg.

Spr 18,20 An der Frucht seines Mundes sättigt sich der Mensch, am Ertrag seiner Lippen isst er sich satt.

Spr 18,21 Tod und Leben steht in der Gewalt der Zunge, und wer sie liebt, der wird ihre Frucht essen.

Spr 18,22 Wer eine Ehefrau gefunden hat, der hat etwas Gutes gefunden und hat Gunst erlangt von dem HERRN.

Spr 18,23 Der Arme bittet mit Flehen, aber der Reiche antwortet hart.

Spr 18,24 Wer viele Gefährten hat, der wird daran zugrunde gehen, aber es gibt einen Freund, der anhänglicher ist als ein Bruder.

Spr 19,1 Besser ein Armer [sein], der in seiner Lauterkeit wandelt, als ein Verkehrter, der verdrehte Lippen hat.

Spr 19,2 Schon Mangel an Erkenntnis ist nicht gut für die Seele, und wer zu schnell läuft, geht leicht fehl.

Spr 19,3 Die Torheit des Menschen verdirbt seinen Weg, und dann zürnt sein Herz gegen den HERRN.

Spr 19,4 Reichtum macht viele Freunde, der Arme aber wird von seinem Freund verlassen.

Spr 19,5 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft, und wer Lügen ausspricht, wird nicht entfliehen.

Spr 19,6 Viele schmeicheln dem Vornehmen, und jeder will ein Freund dessen sein, der Geschenke gibt.

Spr 19,7 Den Armen hassen alle seine Brüder, erst recht ziehen sich seine Freunde von ihm zurück; jagt er ihren Worten nach, so sind sie nichts!

Spr 19,8 Wer Verstand erwirbt, liebt seine Seele; wer Einsicht bewahrt, findet Gutes.

Spr 19,9 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft, und wer Lügen ausspricht, geht zugrunde.

Spr 19,10 Einem Toren steht Wohlleben nicht an, geschweige denn einem Knecht, über Fürsten zu herrschen.

Spr 19,11 Einsicht macht einen Menschen langsam zum Zorn, und es ist ihm eine Ehre, Vergehungen zu übersehen.

Spr 19,12 Wie das Brüllen des Löwen ist der Zorn des Königs, und seine Gunst wie der Tau auf grünem Gras.

Spr 19,13 Ein törichter Sohn ist das Unglück seines Vaters, und wie beständiges Tropfen durchs Dach ist die Zänkerei einer Frau.

Spr 19,14 Haus und Besitz erbt man von den Vätern, aber eine verständige Ehefrau kommt von dem HERRN.

Spr 19,15 Faulheit versenkt in tiefen Schlaf, und eine träge Seele muss hungern.

Spr 19,16 Wer das Gebot bewahrt, der bewahrt seine Seele, wer aber auf seine Wege nicht achtet, der muss sterben.

Spr 19,17 Wer sich über den Armen erbarmt, der leiht dem HERRN, und Er wird ihm seine Wohltat vergelten.

Spr 19,18 Züchtige deinen Sohn, solange noch Hoffnung vorhanden ist, und lass dir nicht in den Sinn kommen, ihn dem Tod preiszugeben!

Spr 19,19 Wer jähzornig ist, muss die Strafe dafür bezahlen, denn wenn du ihn davon befreien willst, so machst du’s nur noch schlimmer.

Spr 19,20 Gehorche dem Rat und nimm die Zurechtweisung an, damit du künftig weise bist!

Spr 19,21 Ein Mensch macht vielerlei Pläne in seinem Herzen, aber der Ratschluss des HERRN hat Bestand.

Spr 19,22 Die Zierde des Menschen ist seine Güte, und ein Armer ist besser als ein Mann, der betrügt.

Spr 19,23 Die Furcht des HERRN dient zum Leben; wer daran reich ist, der wird über Nacht von keinem Unglück heimgesucht.

Spr 19,24 Hat der Faule seine Hand in die Schüssel gesteckt, so will er sie nicht wieder zum Mund zurückbringen.

Spr 19,25 Schlage den Spötter, so wird der Unverständige klug; weise den Verständigen zurecht, so lässt er sich’s zur Lehre dienen!

Spr 19,26 Wer den Vater misshandelt und die Mutter verjagt, der ist ein Sohn, der Schande und Schmach bereitet.

Spr 19,27 Lass ab davon, auf Unterweisung zu hören, mein Sohn, wenn du von den Worten der Erkenntnis doch abweichen willst!

Spr 19,28 Ein nichtsnutziger Zeuge verhöhnt das Gericht, und der Mund der Gottlosen verschlingt Lügen.

Spr 19,29 Für die Spötter sind Strafgerichte bereit und Schläge für den Rücken der Toren.

Spr 20,1 Der Wein macht zum Spötter, das starke Getränk macht wild, und keiner, der sich damit berauscht, wird weise.

Spr 20,2 Der König ist zu fürchten wie ein brüllender Löwe; wer sich seinen Zorn zuzieht, verwirkt sein Leben.

Spr 20,3 Abzulassen vom Streit ist für den Mann eine Ehre, jeder Narr aber stürzt sich hinein.

Spr 20,4 Im Herbst will der Faule nicht pflügen; begehrt er dann in der Erntezeit, so ist nichts da!

Spr 20,5 Tiefes Wasser ist das Vorhaben im Herzen eines Mannes; ein verständiger Mann aber schöpft es aus.

Spr 20,6 Die meisten Menschen rühmen ihre eigene Güte; wer findet aber einen treuen Mann?

Spr 20,7 Ein Gerechter, der in seiner Unsträflichkeit wandelt — wohl seinen Kindern nach ihm!

Spr 20,8 Ein König, der auf dem Richterstuhl sitzt, findet mit seinen Augen jeden Bösen heraus.

Spr 20,9 Wer kann sagen: Ich habe mein Herz geläutert, ich bin rein geworden von meiner Sünde?

Spr 20,10 Zweierlei Gewicht und zweierlei Maß, die sind beide dem HERRN ein Gräuel!

Spr 20,11 Schon ein Knabe gibt durch sein Verhalten zu erkennen, ob sein Tun lauter und redlich ist.

Spr 20,12 Ein hörendes Ohr und ein sehendes Auge, die hat beide der HERR gemacht.

Spr 20,13 Liebe den Schlaf nicht, sonst wirst du arm; tu deine Augen auf, so hast du zu essen genug!

Spr 20,14 »Es ist schlecht, es ist schlecht!«, sagt der Käufer — wenn er aber weggeht, dann rühmt er sich.

Spr 20,15 Gold und Perlen gibt es in Menge, aber ein kostbarer Schmuck sind verständige Lippen.

Spr 20,16 Nimm ihm sein Gewand; denn er hat sich für einen Fremden verbürgt, und pfände ihn aus anstelle der Fremden!

Spr 20,17 Erschwindeltes Brot schmeckt dem Mann süß, aber hinterher wird sein Mund voll Kies.

Spr 20,18 Pläne kommen durch Beratung zustande, und mit weiser Überlegung führe Krieg!

Spr 20,19 Ein umhergehender Verleumder plaudert Geheimnisse aus; darum, weil er den Mund nicht halten kann, lass dich gar nicht mit ihm ein!

Spr 20,20 Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, dessen Leuchte wird erlöschen in der dichtesten Finsternis.

Spr 20,21 Ein Erbe, welches man am Anfang übereilt erworben hat, das wird am Ende nicht gesegnet sein.

Spr 20,22 Du sollst nicht sagen: »Ich will Böses vergelten!« Harre auf den HERRN, der wird dir helfen!

Spr 20,23 Zweierlei Gewicht ist dem HERRN ein Gräuel, und falsche Waage ist nicht gut.

Spr 20,24 Vom HERRN hängen die Schritte des Mannes ab; was versteht der Mensch von seinem Weg?

Spr 20,25 Es ist dem Menschen ein Fallstrick, überstürzt zu rufen: »Geweiht!«, und erst nach dem Gelübde zu überlegen.

Spr 20,26 Ein weiser König worfelt die Gottlosen und zerdrischt sie mit dem Rad.

Spr 20,27 Der Geist des Menschen ist eine Leuchte des HERRN; sie durchforscht alle verborgenen Kammern des Inneren.

Spr 20,28 Gnade und Wahrheit werden den König behüten; durch Gnade befestigt er seinen Thron.

Spr 20,29 Die Zier der jungen Männer ist ihre Kraft, und der Schmuck der Alten ist ihr graues Haar.

Spr 20,30 Wundstriemen scheuern das Böse weg, und Schläge [säubern] die verborgenen Kammern des Inneren.

Spr 21,1 Gleich Wasserbächen ist das Herz des Königs in der Hand des HERRN; er leitet es, wohin immer er will.

Spr 21,2 Jeder Weg eines Menschen ist recht in seinen Augen, aber der HERR prüft die Herzen.

Spr 21,3 Recht und Gerechtigkeit üben ist dem HERRN lieber als Opfer.

Spr 21,4 Hohe Augen und ein aufgeblasenes Herz — die Leuchte der Gottlosen ist Sünde.

Spr 21,5 Die Überlegungen des Fleißigen sind nur zum Vorteil, aber wer allzu sehr eilt, hat nur Schaden davon.

Spr 21,6 Wer mit lügenhafter Zunge Schätze erwirbt, der jagt nach Wind und sucht den Tod.

Spr 21,7 Die Gewalttätigkeit der Gottlosen rafft sie hinweg, denn sie weigern sich, zu tun, was recht ist.

Spr 21,8 Wer schuldbeladen ist, muss krumme Wege gehen; wer aber lauter ist, der handelt aufrichtig.

Spr 21,9 Es ist besser, in einem Winkel auf dem Dach zu wohnen, als gemeinsam mit einer zänkischen Frau in einem Haus.

Spr 21,10 Die Seele des Gottlosen begehrt nach Bösem; sein Nächster findet keine Gnade vor ihm.

Spr 21,11 Wenn man den Spötter bestraft, wird der Unverständige weise, und wenn man den Weisen belehrt, so nimmt er Einsicht an.

Spr 21,12 Der Gerechte achtet auf das Haus des Gottlosen; er stürzt die Gottlosen ins Unglück.

Spr 21,13 Wer sein Ohr verstopft vor dem Schreien des Armen, der wird auch keine Antwort erhalten, wenn er ruft.

Spr 21,14 Eine heimliche Gabe besänftigt den Zorn, und ein Geschenk im Gewand den heftigsten Grimm.

Spr 21,15 Es ist eine Freude für die Gerechten, wenn Recht geschaffen wird, aber für die Übeltäter ist es ein Schrecken.

Spr 21,16 Ein Mensch, der vom Weg der Einsicht abirrt, wird ruhen in der Versammlung der Schatten.

Spr 21,17 Wer das Vergnügen liebt, muss Mangel leiden; wer Wein und Öl liebt, wird nicht reich.

Spr 21,18 Der Gottlose wird den Gerechten ablösen, und der Betrüger kommt an die Stelle des Redlichen.

Spr 21,19 Besser ist’s, in der Wüste zu wohnen, als bei einer zänkischen und zornigen Frau.

Spr 21,20 Ein wertvoller Schatz und Öl ist in der Wohnung des Weisen, aber ein törichter Mensch vergeudet es.

Spr 21,21 Wer eifrig danach trachtet, gerecht und gütig zu sein, der findet Leben, Gerechtigkeit und Ehre.

Spr 21,22 Ein Weiser erobert die Stadt der Starken und stürzt das Bollwerk, auf das sie sich verließ.

Spr 21,23 Wer seinen Mund und seine Zunge behütet, der behütet seine Seele vor mancher Not.

Spr 21,24 Ein übermütiger und vermessener Mensch — Spötter wird er genannt — handelt in frevelhaftem Übermut.

Spr 21,25 Dem Faulen bringt seine Begierde den Tod, denn seine Hände weigern sich zu arbeiten.

Spr 21,26 Voll Gier begehrt er den ganzen Tag, aber der Gerechte gibt und hält nicht zurück.

Spr 21,27 Das Opfer der Gottlosen ist ein Gräuel, zumal wenn man es mit Bosheit darbringt.

Spr 21,28 Ein Lügenzeuge geht zugrunde, aber ein Ohrenzeuge darf immer wieder reden.

Spr 21,29 Der Gottlose macht ein trotziges Gesicht, aber der Gerechte richtet seine Wege aus.

Spr 21,30 Es hilft keine Weisheit, kein Verstand und kein Rat gegen den HERRN.

Spr 21,31 Das Ross ist gerüstet auf den Tag der Schlacht, aber der Sieg kommt von dem HERRN.

Spr 22,1 Ein guter Name ist wertvoller als großer Reichtum, und Freundlichkeit ist besser als Silber und Gold.

Spr 22,2 Reiche und Arme begegnen einander; der HERR hat sie alle gemacht.

Spr 22,3 Der Kluge sieht das Unglück und verbirgt sich, aber die Unverständigen tappen hinein und müssen es büßen.

Spr 22,4 Der Lohn der Demut und der Furcht des HERRN ist Reichtum, Ehre und Leben.

Spr 22,5 Dornen und Schlingen sind auf dem Weg des Verkehrten; wer seine Seele bewahren will, bleibe fern davon!

Spr 22,6 Gewöhne den Knaben an den Weg, den er gehen soll, so wird er nicht davon weichen, wenn er alt wird!

Spr 22,7 Der Reiche herrscht über die Armen, und wer borgt, ist der Knecht des Gläubigers.

Spr 22,8 Wer Unrecht sät, wird Unheil ernten, und die Rute seines Übermutes wird ein Ende nehmen.

Spr 22,9 Wer freigebig ist, der wird gesegnet, denn er gibt dem Armen von seinem Brot.

Spr 22,10 Vertreibe den Spötter, so nimmt der Streit ein Ende, und das Zanken und Schmähen hört auf.

Spr 22,11 Wer Herzensreinheit liebt und Gnade auf seinen Lippen hat, dessen Freund ist der König.

Spr 22,12 Die Augen des HERRN behüten die Erkenntnis, aber er bringt die Reden des Betrügers zu Fall.

Spr 22,13 Der Faule spricht: »Es ist ein Löwe draußen; ich könnte umkommen auf offener Straße!«

Spr 22,14 Eine tiefe Grube ist der Mund fremder Frauen; wen der HERR strafen will, der fällt hinein.

Spr 22,15 Torheit steckt dem Knaben im Herzen, aber die Rute der Zucht wird sie ihm austreiben.

Spr 22,16 Wer einen Armen bedrückt, verhilft ihm zur Bereicherung; wer einem Reichen gibt, verschafft ihm nur Verarmung.

Spr 22,17 Neige dein Ohr und höre auf die Worte der Weisen, und dein Herz achte auf meine Erkenntnis!

Spr 22,18 Denn das ist lieblich, wenn du sie in deinem Innern bewahrst, wenn sie allesamt bereitstehen auf deinen Lippen.

Spr 22,19 Damit du dein Vertrauen auf den HERRN setzt, lehre ich dich heute, ja, dich!

Spr 22,20 Habe ich dir nicht Vortreffliches geschrieben mit Ratschlägen und Lehren,

Spr 22,21 um dich die zuverlässigen Worte der Wahrheit wissen zu lassen, damit du die Worte der Wahrheit denen weitergibst, die dich senden?

Spr 22,22 Beraube den Schwachen nicht, weil er schwach ist, und unterdrücke den Elenden nicht im Tor!

Spr 22,23 Denn der HERR wird ihre Sache führen und wird denen, die sie berauben, das Leben rauben.

Spr 22,24 Freunde dich nicht mit einem Zornmütigen an und geh nicht um mit einem Hitzkopf,

Spr 22,25 damit du dir nicht seinen Wandel angewöhnst und er dir nicht zum Fallstrick deiner Seele wird!

Spr 22,26 Sei nicht unter denen, die sich mit Handschlag verpflichten, die sich für Schulden verbürgen;

Spr 22,27 denn wenn du nicht bezahlen kannst, warum soll man dir dein Bett wegnehmen?

Spr 22,28 Verrücke die uralte Grenze nicht, die deine Väter gemacht haben.

Spr 22,29 Siehst du jemand tüchtig in seinem Geschäft — bei Königen wird er im Dienst stehen; er wird nicht bei unbedeutenden Leuten dienen.

Spr 23,1 Wenn du mit einem Herrscher zu Tisch sitzt, so bedenke gut, wen du vor dir hast!

Spr 23,2 Setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist!

Spr 23,3 Lass dich nicht gelüsten nach seinen Leckerbissen, denn das ist ein trügerisches Brot!

Spr 23,4 Bemühe dich nicht, Reichtum zu erwerben; aus eigener Einsicht lass davon!

Spr 23,5 Kaum hast du dein Auge darauf geworfen, so ist er nicht mehr da, denn sicherlich schafft er sich Flügel wie ein Adler, der zum Himmel fliegt.

Spr 23,6 Iss nicht das Brot eines Missgünstigen, und lass dich nicht gelüsten nach seinen Leckerbissen!

Spr 23,7 Denn wie er in seiner Seele berechnend denkt, so ist er. Er spricht zu dir: »Iss und trink!« — aber er gönnt es dir nicht.

Spr 23,8 Den Bissen, den du gegessen hast, musst du wieder ausspeien, und deine freundlichen Worte hast du verschwendet.

Spr 23,9 Sprich keinem Toren gut zu, denn er wird deine weisen Reden nur verachten!

Spr 23,10 Verrücke die uralte Grenze nicht, und dringe nicht ein in das Feld der Waisen!

Spr 23,11 Denn ihr Erlöser ist stark; er wird ihre Sache gegen dich führen.

Spr 23,12 Ergib dein Herz der Unterweisung und neige deine Ohren zu den Worten der Erkenntnis.

Spr 23,13 Erspare dem Knaben die Züchtigung nicht; wenn du ihn mit der Rute schlägst, muss er nicht sterben.

Spr 23,14 Indem du ihn mit der Rute schlägst, rettest du seine Seele vor dem Totenreich.

Spr 23,15 Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, so ist das auch für mein Herz eine Freude,

Spr 23,16 und mein Innerstes wird frohlocken, wenn deine Lippen reden, was richtig ist.

Spr 23,17 Dein Herz sei nicht eifersüchtig auf die Sünder, sondern trachte allezeit eifrig nach der Furcht des HERRN!

Spr 23,18 Denn gewiss gibt es eine Zukunft [für dich], und deine Hoffnung soll nicht zunichtewerden.

Spr 23,19 Höre, mein Sohn, und sei weise, und lass dein Herz auf dem Weg geradeaus schreiten!

Spr 23,20 Geselle dich nicht zu den Weinsäufern und zu denen, die sich übermäßigem Fleischgenuss ergeben,

Spr 23,21 denn Säufer und Schlemmer verarmen, und Schläfrigkeit kleidet in Lumpen.

Spr 23,22 Höre auf deinen Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt geworden ist!

Spr 23,23 Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht, Weisheit und Unterweisung und Einsicht!

Spr 23,24 Freudig frohlockt ein Vater über einen rechtschaffenen Sohn, und wer einen Weisen gezeugt hat, freut sich über ihn.

Spr 23,25 So mögen sich denn Vater und Mutter [über dich] freuen; es möge frohlocken, die dich geboren hat!

Spr 23,26 Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen!

Spr 23,27 Denn die Hure ist eine tiefe Grube, und die Fremde ist ein gefährliches Loch.

Spr 23,28 Ja, sie lauert auf wie ein Räuber und vermehrt die Treulosen unter den Menschen.

Spr 23,29 Wer hat Ach und wer hat Weh? Wer hat Streit? Wer hat Klage? Wer hat Wunden ohne Ursache? Wer hat trübe Augen?

Spr 23,30 Die, welche spät aufbleiben beim Wein, die einkehren, um Würzwein zu kosten!

Spr 23,31 Schau nicht darauf, wie der Wein rötlich schimmert, wie er im Becher perlt! Er gleitet leicht hinunter;

Spr 23,32 zuletzt aber beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter!

Spr 23,33 Deine Augen werden seltsame Dinge sehen, und dein Herz wird verworrenes Zeug reden;

Spr 23,34 du wirst sein wie einer, der auf hoher See schläft und wie einer, der oben im Mastkorb liegt.

Spr 23,35 »Man hat mich geschlagen, aber es tat mir nicht weh; man prügelte mich, aber ich merkte es nicht! Wann werde ich aufwachen? Ich will es weiter so treiben, ich werde ihn wieder aufsuchen!«

Spr 24,1 Beneide böse Menschen nicht und begehre nicht, mit ihnen zusammen zu sein;

Spr 24,2 denn ihr Herz trachtet nach Zerstörung, und ihre Lippen reden Unheil!

Spr 24,3 Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, und durch Einsicht wird es fest gegründet;

Spr 24,4 auch werden durch Erkenntnis seine Vorratskammern gefüllt mit allerlei kostbarem und lieblichem Gut.

Spr 24,5 Ein weiser Mann ist stark, und ein verständiger Mensch nimmt zu in seiner Kraft.

Spr 24,6 Denn durch weise Führung gewinnst du die Schlacht und durch viele Ratgeber den Sieg.

Spr 24,7 Die Weisheit ist dem Narren zu hoch; er tut seinen Mund nicht auf im Tor.

Spr 24,8 Wer vorsätzlich Böses tut, den nennt man einen Bösewicht!

Spr 24,9 Dummheiten ersinnen ist Sünde, und ein Spötter ist den Menschen ein Gräuel.

Spr 24,10 Zeigst du dich schlaff am Tag der Bedrängnis, so ist deine Kraft beschränkt.

Spr 24,11 Errette, die zum Tod geschleppt werden, und die zur Schlachtbank wanken, halte zurück!

Spr 24,12 Wenn du sagen wolltest: »Siehe, wir haben das nicht gewusst!« — wird nicht der, welcher die Herzen prüft, es erkennen, und der auf deine Seele achthat, es wahrnehmen und dem Menschen vergelten nach seinem Tun?

Spr 24,13 Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß für deinen Gaumen!

Spr 24,14 So erkenne auch, dass die Weisheit gut ist für deine Seele; wenn du sie gefunden hast, so hast du eine Zukunft, und deine Hoffnung wird nicht zunichtewerden.

Spr 24,15 Du Gottloser, belaure nicht die Wohnung des Gerechten und zerstöre nicht seine Ruhestätte!

Spr 24,16 Denn der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf, aber die Gottlosen stürzen nieder im Unglück.

Spr 24,17 Freue dich nicht über den Fall deines Feindes, und wenn er strauchelt, so frohlocke dein Herz nicht,

Spr 24,18 damit nicht der HERR es sieht und es ihm missfällt und Er seinen Zorn abwendet von ihm.

Spr 24,19 Erzürne dich nicht über die Übeltäter, sei nicht neidisch auf die Gottlosen!

Spr 24,20 Denn der Böse hat keine Zukunft, und die Leuchte der Gottlosen wird erlöschen.

Spr 24,21 Fürchte den HERRN, mein Sohn, und den König, und lass dich nicht mit Aufrührern ein!

Spr 24,22 Denn ihr Unheil wird plötzlich kommen, und ihrer beider Verderben, wer kennt es?

Spr 24,23 Auch diese Sprüche kommen von den Weisen: Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut.

Spr 24,24 Wer zum Gottlosen spricht: »Du bist gerecht!«, den verfluchen die Völker, und die Leute verwünschen ihn;

Spr 24,25 aber an denen, die recht richten, hat man Wohlgefallen, und über sie kommt der Segen des Guten.

Spr 24,26 Eine rechte Antwort ist wie ein Kuss auf die Lippen.

Spr 24,27 Besorge zuerst draußen deine Arbeit und bestelle dir dein Feld, danach magst du dein Haus bauen.

Spr 24,28 Tritt nicht ohne Ursache als Zeuge auf gegen deinen Nächsten! Weshalb willst du irreführen mit deinen Lippen?

Spr 24,29 Sage nicht: »Wie er es mit mir gemacht hat, so will ich es mit ihm machen; ich will dem Mann vergelten nach seinem Werk!«

Spr 24,30 Ich ging vorüber am Acker eines Faulen und am Weinberg eines Unverständigen,

Spr 24,31 und siehe, er ging ganz in Unkraut auf, und Nesseln überwucherten ihn, und seine Steinmauer war eingestürzt.

Spr 24,32 Das sah ich und nahm es mir zu Herzen; ich betrachtete es und zog eine Lehre daraus:

Spr 24,33 »Ein wenig schlafen, ein wenig schlummern, die Hände ein wenig in den Schoß legen, um zu ruhen«

Spr 24,34 — so kommt deine Armut wie ein Wegelagerer und dein Mangel wie ein bewaffneter Mann!

Spr 25,1 Auch das sind Sprüche Salomos, welche die Männer Hiskias, des Königs von Juda, zusammengetragen haben:

Spr 25,2 Es ist Gottes Ehre, eine Sache zu verbergen, aber die Ehre der Könige, eine Sache zu erforschen.

Spr 25,3 Die Höhe des Himmels und die Tiefe der Erde und das Herz der Könige sind unergründlich.

Spr 25,4 Man entferne die Schlacken vom Silber, so gelingt dem Goldschmied ein Gefäß!

Spr 25,5 Man entferne den Gottlosen vom König, so wird sein Thron durch Gerechtigkeit fest stehen.

Spr 25,6 Rühme dich nicht vor dem König und tritt nicht an den Platz der Großen;

Spr 25,7 denn es ist besser, man sagt zu dir: »Komm hier herauf!«, als dass man dich vor einem Fürsten erniedrigt, den deine Augen gesehen haben.

Spr 25,8 Geh nicht rasch gerichtlich vor, denn was willst du danach tun, wenn dein Nächster dich zuschanden macht?

Spr 25,9 Trage deine Streitsache mit deinem Nächsten aus, aber das Geheimnis eines anderen offenbare nicht,

Spr 25,10 damit nicht der dich beschimpft, der es vernimmt, und dein übler Ruf nicht mehr weicht.

Spr 25,11 Wie goldene Äpfel in silbernen Schalen, so ist ein Wort, gesprochen zur rechten Zeit.

Spr 25,12 Wie ein goldener Ring und Schmuck aus feinem Gold, so passt eine weise Mahnung zu einem aufmerksamen Ohr.

Spr 25,13 Wie die Kühle des Schnees in der Erntezeit, so erfrischt ein treuer Bote die, welche ihn gesandt haben; er erquickt die Seele seines Herrn.

Spr 25,14 Wie aufziehende Wolken und Wind ohne Regen, so ist ein Mensch, der lügenhafte Versprechungen macht.

Spr 25,15 Durch Geduld wird ein Richter überredet, und eine sanfte Zunge zerbricht Knochen.

Spr 25,16 Hast du Honig gefunden, so iss nur, so viel du brauchst; nicht dass du davon übersatt wirst und ihn ausspeien musst!

Spr 25,17 Betritt nur selten das Haus deines Nächsten, damit er deiner nicht überdrüssig wird und dich hasst!

Spr 25,18 Ein Hammer, ein Schwert, ein spitzer Pfeil: so ist ein Mensch, der gegen seinen Nächsten ein falsches Zeugnis ablegt.

Spr 25,19 Auf einen treulosen Menschen ist am Tag der Not ebenso viel Verlass wie auf einen zerbrochenen Zahn und auf einen wankenden Fuß.

Spr 25,20 Wie einer, der an einem kalten Tag das Gewand auszieht oder Essig auf Natron gießt, so ist, wer einem missmutigen Herzen Lieder singt.

Spr 25,21 Hat dein Feind Hunger, so speise ihn mit Brot; hat er Durst, so gib ihm Wasser zu trinken!

Spr 25,22 Denn damit sammelst du feurige Kohlen auf sein Haupt, und der HERR wird es dir vergelten.

Spr 25,23 Nordwind erzeugt Regen und Verleumdung verdrießliche Gesichter.

Spr 25,24 Es ist besser, in einem Winkel auf dem Dach zu wohnen, als gemeinsam mit einer zänkischen Frau in einem Haus!

Spr 25,25 Wie kühles Wasser für eine dürstende Seele, so ist eine gute Botschaft aus fernem Land.

Spr 25,26 Ein getrübter Quell und ein verdorbener Brunnen: so ist ein Gerechter, der vor einem Gottlosen wankt.

Spr 25,27 Viel Honig essen ist nicht gut, aber schwere Dinge erforschen ist eine Ehre.

Spr 25,28 Wie eine Stadt mit niedergerissenen Mauern, so ist ein Mann, der seinen Geist nicht beherrschen kann.

Spr 26,1 Wie der Schnee zum Sommer und der Regen zur Ernte, so wenig passt Ehre für den Narren.

Spr 26,2 Wie ein Sperling davonflattert und eine Schwalbe wegfliegt, so ist ein unverdienter Fluch: Er trifft nicht ein.

Spr 26,3 Dem Pferd eine Geißel, dem Esel einen Zaum und den Narren eine Rute auf den Rücken!

Spr 26,4 Antworte dem Narren nicht nach seiner Narrheit, damit nicht auch du ihm gleich wirst;

Spr 26,5 antworte aber dem Narren nach seiner Narrheit, damit er sich nicht für weise hält.

Spr 26,6 Es haut sich die Füße ab und muss Ärger schlucken, wer seine Angelegenheiten durch einen Narren besorgen lässt.

Spr 26,7 Die Beine des Lahmen hängen schlaff herunter: so ist ein weiser Spruch im Mund der Toren.

Spr 26,8 Wie wenn man einen Stein in der Schleuder festbindet, so ist’s, wenn man einem Toren Ehre erweist.

Spr 26,9 Ein Dorn geriet in die Hand eines Trunkenen und ein Spruch in den Mund der Toren!

Spr 26,10 Ein Schütze, der alle verwundet, so ist, wer einen Toren und Dahergelaufene in Lohn nimmt.

Spr 26,11 Wie ein Hund, der zu seinem Gespei zurückkehrt, so ist ein Narr, der seine Dummheit wiederholt.

Spr 26,12 Siehst du einen Mann, der sich selbst für weise hält, so kannst du für einen Toren mehr Hoffnung haben als für ihn!

Spr 26,13 Der Faule spricht: »Ein Junglöwe ist auf dem Weg, ein Löwe ist mitten auf der Straße!«

Spr 26,14 Die Tür dreht sich in der Angel und der Faule in seinem Bett.

Spr 26,15 Hat der Faule seine Hand in die Schüssel gesteckt, so wird’s ihm zu schwer, sie zum Mund zurückzubringen!

Spr 26,16 Ein Fauler hält sich für weiser als sieben, die verständige Antworten geben.

Spr 26,17 Es packt einen Hund bei den Ohren, wer sich im Vorbeigehen in einen Streit mischt, der ihn nichts angeht.

Spr 26,18 Wie ein Wahnsinniger, der feurige und todbringende Pfeile abschießt,

Spr 26,19 so ist ein Mensch, der seinen Nächsten betrügt und dann spricht: »Ich habe nur gescherzt!«

Spr 26,20 Wo kein Holz mehr ist, erlischt das Feuer, und wenn der Verleumder fort ist, hört der Streit auf.

Spr 26,21 Zur Glut braucht es Kohlen und zum Feuer Holz, und um Streit anzufangen, einen zänkischen Mann.

Spr 26,22 Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen; sie dringen ins Innerste des Leibes.

Spr 26,23 Silberglasur über ein irdenes Gefäß gezogen, so sind feurige Lippen und ein böses Herz.

Spr 26,24 Mit seinen Lippen verstellt sich der Hasser, und in seinem Herzen nimmt er sich Betrügereien vor.

Spr 26,25 Wenn er schöne Worte macht, so traue ihm nicht, denn es sind sieben Gräuel in seinem Herzen.

Spr 26,26 Hüllt sich der Hass in Täuschung, so wird seine Bosheit doch offenbar in der Gemeinde.

Spr 26,27 Wer [anderen] eine Grube gräbt, fällt selbst hinein; und wer einen Stein [auf andere] wälzt, zu dem kehrt er zurück.

Spr 26,28 Eine Lügenzunge hasst die von ihr Zermalmten, und ein glatter Mund richtet Verderben an.

Spr 27,1 Rühme dich nicht des morgigen Tages, denn du weißt nicht, was ein einziger Tag bringen kann!

Spr 27,2 Ein anderer soll dich rühmen, nicht dein eigener Mund, ein Fremder und nicht deine eigenen Lippen!

Spr 27,3 Ein Stein ist schwer und der Sand eine Last, aber der Ärger, den ein Tor verursacht, ist schwerer als beides.

Spr 27,4 Grausam ist der Zorn und überwallend der Grimm; aber wer kann vor der Eifersucht bestehen?

Spr 27,5 Besser Zurechtweisung, die aufdeckt, als Liebe, die verheimlicht.

Spr 27,6 Treu gemeint sind die Schläge des Freundes, aber reichlich sind die Küsse des Hassers.

Spr 27,7 Eine übersättigte Seele tritt Honigseim mit Füßen, einer hungrigen Seele aber ist alles Bittere süß.

Spr 27,8 Wie ein Vogel, der aus seinem Nest flieht, so ist ein Mann, der aus seiner Heimat entflieht.

Spr 27,9 Öl und Räucherwerk erfreuen das Herz, so auch die süße Rede eines Freundes aus dem Rat seiner Seele.

Spr 27,10 Verlass deinen Freund und den Freund deines Vaters nicht, aber in das Haus deines Bruders begib dich nicht am Tag deiner Not; ein Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.

Spr 27,11 Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, so darf ich dem antworten, der mich schmäht.

Spr 27,12 Der Kluge sieht das Unheil und verbirgt sich; die Unerfahrenen aber tappen hinein und müssen es büßen.

Spr 27,13 Nimm ihm sein Gewand, denn er hat sich für einen Fremden verbürgt, und pfände ihn aus anstelle der fremden Frau!

Spr 27,14 Wenn einer seinen Nächsten am frühen Morgen mit lauter Stimme segnet, so wird ihm das als ein Fluch angerechnet.

Spr 27,15 Eine rinnende Dachtraufe an einem Regentag und eine zänkische Frau, die gleichen sich;

Spr 27,16 wer sie aufhalten will, der hält Wind auf, und mit seiner Rechten greift er nach Öl.

Spr 27,17 Eisen schärft Eisen; ebenso schärft ein Mann den anderen.

Spr 27,18 Wer den Feigenbaum aufmerksam pflegt, wird dessen Frucht essen, und wer seinem Herrn aufmerksam dient, wird geehrt.

Spr 27,19 Wie sich im Wasser das Angesicht spiegelt, so spiegelt sich das Herz des Menschen im Menschen.

Spr 27,20 Totenreich und Abgrund sind unersättlich; ebenso unersättlich sind auch die Augen der Menschen.

Spr 27,21 Der Schmelztiegel ist für das Silber und der Ofen für das Gold; und der Mensch [wird geprüft] durch den Mund des Lobredners.

Spr 27,22 Wenn du den Narren im Mörser mit der Keule zu Grütze zerstößt, so weicht doch seine Narrheit nicht von ihm.

Spr 27,23 Habe acht auf das Aussehen deiner Schafe, und nimm dich der Herden an!

Spr 27,24 Denn kein Reichtum währt ewig; oder bleibt eine Krone von Geschlecht zu Geschlecht?

Spr 27,25 Das Heu wird weggeführt, dann erscheint junges Grün, und man sammelt die Kräuter auf den Bergen.

Spr 27,26 Die Lämmer kleiden dich, und die Böcke zahlen dir den Acker.

Spr 27,27 Du hast genug Ziegenmilch zu deiner Nahrung, zur Ernährung deines Hauses und zum Lebensunterhalt für deine Mägde.

Spr 28,1 Der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt, aber die Gerechten sind furchtlos wie ein junger Löwe.

Spr 28,2 Ist ein Land frevelhaft, so erlebt es häufigen Fürstenwechsel; durch einen einsichtigen, weisen Mann aber hat es lange Bestand.

Spr 28,3 Ein armer Mann, der die Geringen bedrückt, ist wie ein Wolkenbruch, der die Ernte wegschwemmt.

Spr 28,4 Die [Leute], die das Gesetz verlassen, loben den Gottlosen, aber gegen die, welche das Gesetz halten, sind sie aufgebracht.

Spr 28,5 Böse Menschen verstehen das Recht nicht, die aber den HERRN suchen, verstehen alles.

Spr 28,6 Besser ein Armer [sein], der in seiner Lauterkeit wandelt, als ein Reicher, der krumme Wege geht.

Spr 28,7 Wer das Gesetz hält, ist ein verständiger Sohn; wer aber mit Schlemmern zusammen ist, macht seinem Vater Schande.

Spr 28,8 Wer sein Vermögen durch Zins und Wucher vermehrt, der sammelt es für einen, der sich über die Armen erbarmt.

Spr 28,9 Wer sein Ohr abwendet vom Hören auf das Gesetz, dessen Gebet sogar ist ein Gräuel.

Spr 28,10 Wer Redliche irreführt auf einen schlimmen Weg, der wird selbst in seine Grube fallen; aber die Unsträflichen werden Gutes erben.

Spr 28,11 Ein Reicher kommt sich selbst weise vor, aber ein Armer, der verständig ist, durchschaut ihn.

Spr 28,12 Wenn die Gerechten triumphieren, so ist die Herrlichkeit groß, wenn aber die Gottlosen obenauf kommen, so verbirgt man sich.

Spr 28,13 Wer seine Schuld verheimlicht, dem wird es nicht gelingen, wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen.

Spr 28,14 Wohl dem Menschen, der beständig in der Furcht [Gottes] bleibt; wer aber sein Herz verhärtet, wird ins Unglück stürzen.

Spr 28,15 Wie ein brüllender Löwe und ein gieriger Bär, so ist ein gottloser Herrscher gegen das geringe Volk.

Spr 28,16 Ein unverständiger Fürst erlaubt sich viele Erpressungen; wer aber ungerechten Gewinn hasst, wird lange regieren.

Spr 28,17 Ein Mensch, der das Blut einer Seele auf dem Gewissen hat, Muss bis zum Grab flüchtig sein; niemand soll ihm helfen!

Spr 28,18 Wer unsträflich wandelt, wird gerettet; wer aber ein Doppelleben führt, wird auf einmal fallen.

Spr 28,19 Wer seinen Acker bebaut, hat reichlich Brot, wer aber unnützen Sachen nachläuft, der hat reichlich Not.

Spr 28,20 Ein ehrlicher Mann ist reich an Segnungen; wer aber schnell reich werden will, bleibt nicht unschuldig.

Spr 28,21 Die Person ansehen ist nicht gut, und sollte ein Mann wegen einem Bissen Brot Unrecht tun?

Spr 28,22 Wer nach Reichtum jagt, ist ein habgieriger Mann, und er weiß nicht, dass Mangel über ihn kommen wird.

Spr 28,23 Wer einen anderen zurechtweist, wird zuletzt mehr Gunst finden als derjenige, der mit der Zunge schmeichelt.

Spr 28,24 Wer Vater und Mutter bestiehlt und behauptet, das sei keine Sünde, der ist ein Spießgeselle des Verderbers.

Spr 28,25 Der Habgierige verursacht Streit, wer aber auf den HERRN vertraut, wird reichlich gesättigt.

Spr 28,26 Wer sich auf sein eigenes Herz verlässt, ist ein Narr; wer aber in der Weisheit wandelt, der wird entkommen.

Spr 28,27 Wer dem Armen gibt, hat keinen Mangel; wer aber seine Augen [vor ihm] verhüllt, der wird sich viel Fluch sammeln.

Spr 28,28 Wenn die Gottlosen obenauf kommen, so verbergen sich die Leute; wenn sie aber umkommen, so mehren sich die Gerechten.

Spr 29,1 Ein Mann, der allen Warnungen trotzt, geht plötzlich unheilbar zugrunde.

Spr 29,2 Wenn die Gerechten sich mehren, freut sich das Volk; wenn aber ein Gottloser herrscht, seufzt es.

Spr 29,3 Wer Weisheit liebt, macht seinem Vater Freude; wer aber mit Huren geht, bringt sein Vermögen durch.

Spr 29,4 Durch Recht gibt ein König dem Land Bestand, aber ein Mann, der viele Abgaben erhebt, richtet es zugrunde.

Spr 29,5 Wer seinem Nächsten schmeichelt, der stellt seinen Füßen ein Netz.

Spr 29,6 In der Übertretung des Bösewichts ist ein Fallstrick, aber der Gerechte wird jauchzen und frohlocken.

Spr 29,7 Der Gerechte berücksichtigt das Recht der Armen, der Gottlose aber ist rücksichtslos.

Spr 29,8 Spötter versetzen eine Stadt in Aufruhr, die Weisen aber wenden den Zorn ab.

Spr 29,9 Wenn ein Weiser mit einem Toren rechtet, so tobt dieser oder lacht, aber es gibt keine Ruhe.

Spr 29,10 Die Blutgierigen hassen den Unsträflichen, aber die Aufrichtigen kümmern sich um seine Seele.

Spr 29,11 Ein Tor lässt all seinem Unmut freien Lauf, aber ein Weiser hält ihn zurück.

Spr 29,12 Wenn ein Fürst auf Lügenworte achtet, so werden alle seine Diener gottlos.

Spr 29,13 Der Arme und der Unterdrücker treffen einander; der HERR gibt ihnen beiden das Augenlicht.

Spr 29,14 Ein König, der die Geringen treulich richtet, dessen Thron wird beständig sein.

Spr 29,15 Rute und Zucht verleihen Weisheit, aber ein sich selbst überlassener Knabe bereitet seiner Mutter Schande.

Spr 29,16 Wo sich die Gottlosen mehren, da mehren sich die Sünden; aber die Gerechten werden ihrem Fall zusehen.

Spr 29,17 Züchtige deinen Sohn, so wird er dir Erquickung verschaffen und deiner Seele Wonne bereiten.

Spr 29,18 Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk zügellos, aber wohl ihm, wenn es das Gesetz bewahrt!

Spr 29,19 Mit bloßen Worten erzieht man sich keinen Knecht, denn wenn er sie auch versteht, so beugt er sich doch nicht darunter.

Spr 29,20 Siehst du einen Mann, der übereilte Worte spricht, so kannst du für einen Toren mehr Hoffnung haben als für ihn.

Spr 29,21 Wenn einer seinen Knecht von Jugend auf verwöhnt, so will der schließlich Sohn im Haus sein.

Spr 29,22 Ein zorniger Mann richtet Streit an und ein hitziger viel Sünde.

Spr 29,23 Der Hochmut des Menschen erniedrigt ihn, aber ein Demütiger erlangt Ehre.

Spr 29,24 Wer mit Dieben teilt, der hasst seine Seele; er hört die Verfluchung und zeigt es nicht an.

Spr 29,25 Menschenfurcht ist ein Fallstrick; wer aber auf den HERRN vertraut, der ist geborgen.

Spr 29,26 Viele suchen das Angesicht eines Fürsten, aber von dem HERRN kommt das Recht eines jeden.

Spr 29,27 Ein verkehrter Mensch ist den Gerechten ein Gräuel; wer aber richtig wandelt, ist ein Gräuel für die Gottlosen.

Spr 30,1 Worte Agurs, des Sohnes Jakes, der Ausspruch; das Manneswort an Itiel, an Itiel und Ukal:

Spr 30,2 Ich bin unvernünftiger als irgendein Mann und habe keinen Menschenverstand.

Spr 30,3 Ich habe keine Weisheit gelernt, Dass ich die Erkenntnis des Heiligen besäße.

Spr 30,4 Wer stieg zum Himmel empor und fuhr herab? Wer fasste den Wind in seine Fäuste? Wer band die Wasser in ein Kleid? Wer richtete alle Enden der Erde auf? Was ist sein Name und was ist der Name seines Sohnes? Weißt du das?

Spr 30,5 Alle Reden Gottes sind geläutert; er ist ein Schild denen, die ihm vertrauen.

Spr 30,6 Tue nichts zu seinen Worten hinzu, damit er dich nicht bestraft und du als Lügner dastehst!

Spr 30,7 »Zweierlei erbitte ich mir von dir, das wollest du mir nicht versagen, ehe ich sterbe:

Spr 30,8 Falschheit und Lügenwort entferne von mir; Armut und Reichtum gib mir nicht, nähre mich mit dem mir beschiedenen Brot;

Spr 30,9 Dass ich nicht aus Übersättigung dich verleugne und sage: Wer ist der HERR?, Dass ich aber auch nicht aus lauter Armut stehle und mich am Namen meines Gottes vergreife!«

Spr 30,10 Verleumde keinen Knecht bei seinem Herrn, damit er dich nicht verflucht und du es büßen musst!

Spr 30,11 Es gibt ein Geschlecht, das seinen Vater verflucht und seine Mutter nicht segnet;

Spr 30,12 ein Geschlecht, das rein ist in seinen eigenen Augen und doch von seinem Kot nicht gewaschen ist;

Spr 30,13 ein Geschlecht mit was für hohen Augen und erhabenen Augenwimpern!

Spr 30,14 Ein Geschlecht, dessen Zähne Schwerter und dessen Gebisse Messer sind, um die Elenden aus dem Land wegzufressen und die Armen aus der Mitte der Menschen.

Spr 30,15 Der Blutegel hat zwei Töchter: »Gib her, gib her!« Drei Dinge werden nimmer satt, vier sagen nie: »Es ist genug!«:

Spr 30,16 Das Totenreich, der verschlossene Mutterleib, die Erde, die vom Wasser nicht satt wird, und das Feuer, das nie spricht: »Es ist genug!«

Spr 30,17 Ein Auge, das den Vater verspottet und es verachtet, der Mutter zu gehorchen, das werden die Raben am Bach aushacken und die jungen Adler fressen!

Spr 30,18 Drei Dinge sind mir zu wunderbar, ja, vier begreife ich nicht:

Spr 30,19 den Weg des Adlers am Himmel, den Weg der Schlange auf einem Felsen, den Weg des Schiffes mitten im Meer, und den Weg des Mannes zu einer Jungfrau.

Spr 30,20 Ebenso unbegreiflich ist mir der Weg einer Ehebrecherin: Sie isst und wischt ihr Maul und spricht: »Ich habe nichts Böses getan!«

Spr 30,21 Unter drei Dingen zittert ein Land, und unter vieren ist es ihm unerträglich:

Spr 30,22 Unter einem Knecht, wenn er zur Königsherrschaft kommt, unter einem schändlichen Narren, wenn er mit Brot gesättigt ist,

Spr 30,23 unter einer Verschmähten, wenn sie zur Frau genommen wird, und unter einer Magd, wenn sie ihre Herrin beerbt.

Spr 30,24 Diese vier sind die Kleinen im Lande, und doch sind sie überaus weise:

Spr 30,25 Die Ameisen — kein starkes Volk, aber sie sammeln im Sommer ihre Speise;

Spr 30,26 die Klippdachse — kein mächtiges Volk, aber sie setzen ihr Haus auf den Felsen;

Spr 30,27 die Heuschrecken — sie haben keinen König, und doch ziehen sie alle in geordneten Scharen aus;

Spr 30,28 die Eidechse — du kannst sie mit Händen fangen, und dennoch findet sie sich in den Palästen der Könige.

Spr 30,29 Diese drei haben einen schönen Gang, und vier schreiten stattlich einher:

Spr 30,30 Der Löwe, der Held unter den Tieren — er weicht vor nichts zurück,

Spr 30,31 das lendengegürtete [Kriegsross], der Ziegenbock, und der König, der mit seinem Heer zieht.

Spr 30,32 Bist du töricht gewesen und stolz, oder hast du böse Pläne gemacht, so lege die Hand auf den Mund!

Spr 30,33 Denn schlägt man die Milch, so gibt es Butter, und schlägt man die Nase, so gibt es Blut, und schlägt man den Zorn, so gibt es Streit.

Spr 31,1 Worte des Königs Lemuel; die Lehre, die seine Mutter ihm gab:

Spr 31,2 Was soll ich dir raten, mein Sohn, was, du Sohn meines Leibes, ja, was, du Sohn meiner Gelübde?

Spr 31,3 Gib nicht den Frauen deine Kraft, noch deine Wege denen, die Könige verderben!

Spr 31,4 Es ziemt sich für Könige nicht, Lemuel, es ziemt sich für Könige nicht, Wein zu trinken, noch für Fürsten der Hang zu starkem Getränk!

Spr 31,5 Sie könnten über dem Trinken das vorgeschriebene Recht vergessen und die Rechtssache aller geringen Leute verdrehen.

Spr 31,6 Gebt starkes Getränk dem, der zugrunde geht, und Wein den betrübten Seelen!

Spr 31,7 Sie werden über dem Trinken ihre Armut vergessen und werden nicht mehr an ihr Elend denken.

Spr 31,8 Tue deinen Mund auf für den Stummen, für das Recht all derer, die dem Untergang geweiht sind!

Spr 31,9 Tue deinen Mund auf, richte recht und verteidige den Elenden und Armen!

Spr 31,10 Eine tugendhafte Frau — wer findet sie? Sie ist weit mehr wert als [die kostbarsten] Perlen!

Spr 31,11 Auf sie verlässt sich das Herz ihres Mannes, und an Gewinn mangelt es ihm nicht.

Spr 31,12 Sie erweist ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens.

Spr 31,13 Sie kümmert sich um Wolle und Flachs und verarbeitet es mit willigen Händen.

Spr 31,14 Sie gleicht den Handelsschiffen; aus der Ferne bringt sie ihr Brot herbei.

Spr 31,15 Bevor der Morgen graut, ist sie schon auf; sie gibt Speise aus für ihr Haus und bestimmt das Tagewerk für ihre Mägde.

Spr 31,16 Sie trachtet nach einem Acker und erwirbt ihn auch; vom Ertrag ihrer Hände pflanzt sie einen Weinberg an.

Spr 31,17 Sie gürtet ihre Lenden mit Kraft und stärkt ihre Arme.

Spr 31,18 Sie sieht, dass ihr Erwerb gedeiht; ihr Licht geht auch bei Nacht nicht aus.

Spr 31,19 Sie greift nach dem Spinnrocken, und ihre Hände fassen die Spindel.

Spr 31,20 Sie tut ihre Hand dem Unglücklichen auf und reicht ihre Hände dem Armen.

Spr 31,21 Vor dem Schnee ist ihr nicht bange für ihr Haus, denn ihr ganzes Haus ist in Scharlach gekleidet.

Spr 31,22 Sie macht sich selbst Decken; Leinen und Purpur ist ihr Gewand.

Spr 31,23 Ihr Mann ist wohlbekannt in den Toren, wenn er unter den Ältesten des Landes sitzt.

Spr 31,24 Sie fertigt Hemden und verkauft sie und liefert dem Händler Gürtel.

Spr 31,25 Kraft und Würde sind ihr Gewand, und sie lacht angesichts des kommenden Tages.

Spr 31,26 Ihren Mund öffnet sie mit Weisheit, und freundliche Unterweisung ist auf ihrer Zunge.

Spr 31,27 Sie behält die Vorgänge in ihrem Haus im Auge und isst nie das Brot der Faulheit.

Spr 31,28 Ihre Söhne wachsen heran und preisen sie glücklich; ihr Mann rühmt sie ebenfalls:

Spr 31,29 »Viele Töchter haben sich als tugendhaft erwiesen, du aber übertriffst sie alle!«

Spr 31,30 Anmut ist trügerisch und Schönheit vergeht, aber eine Frau, die den HERRN fürchtet, die wird gelobt werden.

Spr 31,31 Gebt ihr von den Früchten ihrer Hände, und ihre Werke werden sie rühmen in den Toren!

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