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„Es sind Juden; sie verkünden Sitten und Bräuche, die wir als Römer weder annehmen können noch ausüben dürfen.“ 

Apostelgeschichte 16,20-21 EÜ

1. Was war schon zu Paulus seinen Zeiten in der Gemeinde am Wirken?

„Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon am Wirken, nur muss der, welcher jetzt zurückh.lt, erst aus dem Weg sein.“ 2.Thess. 2,7

2. Was für Leute würden sich in der Gemeinde erheben?

„Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen. Selbst aus eurer Mitte werden Männer auftreten, die mit ihren falschen Reden die Jünger auf ihre Seite ziehen.“ Apg. 20,29-30 EÜ


3. Welche Erfahrung sollte die Gemeinde vor der Wiederkunft Christi durchmachen, und was sollte in ihr entwickelt werden?

„Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens.“ 2.Thess. 2,3

4. Was war das erste Anzeichen dieses ‚Abfalls‘ von der Wahrheit Gottes?

Die Annahme von heidnischen Zeremonien und Bräuchen in der Gemeinde.

Anmerkung.

„Die Bischöfe vermehrten die Anzahl der religiösen Zeremonien im christlichen Gottesdienst, um … Juden wie Heiden entgegenzukommen und ihre Bekehrung zum Christentum zu erleichtern. … Deshalb verliehen sie den Einrichtungen des Evangeliums die Namen ‚Geheimnisse‘ und belegten besonders das heilige Abendmahl mit diesem feierlichen Titel. Sie benutzten in jener heiligen Einrichtung, wie auch in der Taufe, mehrere der in den heidnischen Geheimnissen benutzten Ausdrücke und gingen zuletzt soweit, dass sie einige von den Zeremonien und Bräuchen annahmen, aus welchen diese berühmten Geheimnisse bestanden.” 

Mosheims Kircheng., engl. Übersetzung von Maclaine, 2. Jahrhundert, Teil 2, Kap. 4, Abschnitt 2-5 

5. Wie frühzeitig schon bekundete sich diese Neigung?

„Diese Nachahmung begann in den östlichen Provinzen; aber nach der Zeit Adrians [Kaiser von 117-138 n. Chr.], der die Geheimnisse zuerst unter den Lateinern einführte, wurden sie von den Christen befolgt, die in den westlichen Teilen des Reiches wohnten.” 

Ebenda, Abschnitt 5 

6. Was ist eine Hauptcharaktereigenschaft des Papsttums gewesen?

Eine Verbindung von Kirche und Staat oder das Herrschen der religiösen Macht über die bürgerliche Macht, um die Ziele der Kirche zu fördern.

7. Wann wurde die Verbindung von Kirche und Staat, aus welcher das Papsttum entstand, gebildet?

Während der Regierung Konstantins, 313-337 n. Chr.

8. Was war der Charakter und das Werk vieler Bischöfe zu jener Zeit?

„Weltlich gesinnte Bischöfe waren, anstatt für das Heil ihrer Herde zu sorgen, nur zu oft geneigt, umherzureisen und sich in weltliche Angelegenheiten zu verwickeln.” 

Neanders Kirchengeschichte, Torreys engl. Übers., Band 2, S. 16 

9. Was beschlossen die Bischöfe zu tun?

„Die theokratische Theorie war zu Konstantins Zeit bereits vorherrschend; und … die Bischöfe machten sich durch ihre Disputationen und ihren Entschluss, die Staatsmacht zur Förderung ihrer Zwecke zu benutzen, freiwillig von ihm abhängig.” 

Ebenda, S. 132

Anmerkung. Die „theokratische Theorie” war die einer Regierung, die von Gott durch die Kirche, besonders durch die kirchlichen Bischöfe, gehandhabt wurde.

10. Welches Datum trug Konstantins berühmtes Sonntagsgesetz?

Das Jahr 321 n. Chr.

11. Wann und von wem wurde das Konzil von Nicäa einberufen?

Von Kaiser Konstantin, und zwar im Jahr 325 n. Chr.

12. Unter wem wurden die Beschlüsse dieses Konzils veröffentlicht?

„Die Beschlüsse wurden … unter der kaiserlichen Autorität veröffentlicht und wurden somit von politischer Wichtigkeit.” Ebenda, S. 133

13. Was war ein Hauptzweck der Anberaumung dieses Konzils?

„Die Frage der Osterfeier, die zur Zeit des Anizetus und Polikarps und später zur Zeit Viktors erörtert worden war, war immer noch unentschieden. Es war dies einer der Hauptgründe der Anberaumung des Konzils von Nicäa, da sie neben der arianischen Streitfrage den wichtigsten unter Betrachtung kommenden Gegenstand bildete.” „Es scheint, dass die Kirchen von Syrien und Mesopotamien die Sitte der Juden befolgten und das Osterfest am 14. Tage des Monats beobachteten, ob dieser auf einen Sonntag fiel oder nicht. Alle anderen Kirchen feierten jenes Fest nur am Sonntag, nämlich die in Rom, Italien, Afrika, Lydien, Ägypten, Spanien, Gallien und Britannien, ganz Griechenland, Asien und Pontus.” 

Boyles „Historical View of the Council of Rice”, S. 23, Ausgabe 1836 

14. Wie wurde die Sache schließlich entschieden?

„Das Osterfest wurde auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Frühlings-Tag und Nachtgleiche festgesetzt.”  

Ebenda, S. 24

15. Was wurde vom Konzil in Laodizea 364 n. Chr. beschlossen?

Dass Christen den Sonntag halten sollten, und dass, wenn sie fortfahren würden, am Sabbat zu ruhen, sie ‚verflucht‘ sein sollten. Siehe Bibellesungen „Die Veränderung des Sabbat” und „Der Sabbat in der Geschichte”.

16. Welches kaiserliche Gesetz wurde im Jahr 386 veröffentlicht?

„Durch ein im Jahr 386 erlassenes Gesetz wurden die von Konstantin bewirkten älteren Veränderungen kräftiger durchgeführt, und im Allgemeinen wurden bürgerliche Geschäfte jeder Art am Sonntag aufs strengste verboten.”

 Neanders Kirchengeschichte, Band. 2 

17. Welches Bittgesuch stellte eine Kirchenkonvention von Bischöfen im Jahr 401 n. Chr. an den Kaiser?

„Dass öffentliche Schaustellungen vom christlichen Sonntag und von den Festtagen auf andere Tage der Woche verlegt werden möchten.”

Ebenda 

Anmerkung. Das gewünschte Gesetz wurde im Jahr 425 n. Chr. erlangt. Siehe Bibellesungen „Die Veränderung des Sabbats” und „Sabbat-Gesetzerlasse”.

18. Welchen Zweck hatten die Kirchenbischöfe beim Erlangen dieser Sonntagsgesetze im Auge?

„Dass der Tag mit weniger Störung der Anbetung gewidmet werden könne.” „Dass die Andacht der Getreuen frei von aller Störung sei.” Ebenda

19. Wie wurde die ‚Andacht‘ der ‚Getreuen‘ gestört?

„Kirchenlehrer sahen sich nun oft gezwungen, zu klagen, dass bei solcher Konkurrenz das Theater weit besser besucht war als die Kirche.” 

Ebenda 

20. Was sagte Neander von der Erlangung dieser Gesetze?

„Auf diese Weise erhielt die Kirche vom Staat Unterstützung ihrer Ziele.”

Ebenda 

Anmerkung. Vielleicht mehr wie in einer anderen Art wurden Kirche und Staat verbunden. Da gewann die Kirche die Kontrolle über die Staatsgewalt, die sie später als ein Mittel zur Betreibung der bittersten und ausgedehntesten Verfolgungen benutzte. In dieser Weise verleugnete sie Christus und die Macht der Gottseligkeit.

21. Was verlangte die Kirche noch, nachdem sie diese Hilfe vom Staat erlangt hatte?

Dass die staatliche Gewalt angewendet werden sollte, um die Menschen zu zwingen, Gott zu dienen, wie die Kirche es vorschrieb.

22. Was lehrte Augustin, der Vater dieser theokratischen oder Kirchen-und- Staat-Theorie, darüber?

„Wer zweifelt, dass es nicht besser sei, durch Unterweisung, anstatt durch Furcht vor Strafe oder Schmerzen, zu Gott geführt zu werden? Aber weil die ersteren, die nur durch Unterweisung geführt werden könne, besser sind, sollen die anderen doch nicht vernachlässigt werden. … Viele müssen wie die bösen Knechte oft zu ihrem Meister durch die Rute zeitlicher Leiden zurückgebracht werden, ehe sie diese höchste Stufe religiöser Entwicklung erreichen.” 

Ebenda 

23. Welche Schlussfolgerung zieht Neander bezüglich dieser Theorie?

„So wurde also von diesem Augustin eine Theorie vorgeschlagen und eingeführt, die, obgleich sie in ihrer praktischen Anwendung von seinem eigenen frommen und philanthropischen Geiste gemäßigt war, trotzdem den Keim jenes ganzen Systems des geistlichen Despotismus, der Unduldsamkeit und der Verfolgung enthielt, welches in die Tribunale der Inquisition ausartete.” „Er gab nicht der Frage: ‚Was ist recht?’ den Vorrang vor der Frage: ‚Was ist schicklich?’ Aber eine Theorie, welche diese Unterscheidung übersieht, lässt Raum zu irgendwelchem Despotismus, der heilige Ziele zu einem Vorwand für den Gebrauch unheiliger Mittel machen würde.” 

Ebenda

Anmerkung. Auf diese Weise wurde also die Verbindung von Kirche und Staat zustande gebracht, aus der sich ‚das Tier‘ oder das Papsttum der Offenbarung entwickelte, das gegen die Heiligen stritt und den Sieg wider sie behielt. Eine gleiche Handlungsweise kann nicht verfehlen, heute dieselben Resultate zu erzeugen. Dr. Philipp Schaff sagt in seinem Werk über Kirche und Staat auf S. 11 sehr treffend:

„Die weltliche Macht hat sich der Gemeinde als eine satanische Gabe erwiesen, und die kirchliche Macht hat sich in der Hand des Staates als ein Werkzeug der Tyrannei erwiesen.”

Dr. Philipp Schaff, S.11

Weitere Bibelthemen:

10Bibelstudie Teil 10: Christliche Freiheit
10.1Der Urheber der Freiheit
10.2Die Obrigkeit
10.3Persönliche Verantwortlichkeit
10.4Verbindung von Kirche und Staat
10.5Sabbat-Gesetzerlasse
10.6Wer verfolgt, und warum?
Quellenverzeichnis:

  • Bibellesungen für den Familienkreis. Ein Studium der Bibel nach Gegenständen, systematisch geordnet für öffentlichen und privaten Gebrauch ; enthält 200 Lesungen, in denen beinahe 4000 Fragen über wichtige religiöse gegenstände beantwortet werden. Von einer großen Anzahl Bibelforschern ausgearbeitet (1923). neue, umgearb. und verm. Aufl. Brookfield, Ill. [u.a.]: Pacific Press.