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„Es kommt aber die Zeit, dass, wer euch tötet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst damit.“

Johannes 16,2 Lu84

1. Was taten die Juden, weil Jesus den Sabbat nicht so hielt, wie es ihren Ansichten entsprach?

„Und deshalb verfolgten die Juden Jesus und suchten ihn zu töten, weil er dies am Sabbat getan hatte.“ Joh. 5,16.

2. Welche Art Fasten ist Gott angenehm?

„… die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen.“ Jes. 58,6 EÜ

Anmerkung. Dieses tat Jesus. Er, der Urheber und Herr des Sabbats, hat, außer dass er am Sabbat am Gottesdienst teilnahm, Lk. 4,16 an diesem Tag auch Gutes getan, die Kranken geheilt, die Unterdrückten befreit, die Gelähmten, die Krüppel und die Blinden wiederhergestellt. Aber während dies in vollkommenen Einklang mit dem Gesetz Gottes stand, dem großen Gesetz der Liebe, so war es aber gegen die Satzungen und verkehrten Ansichten der Juden betreffs des Sabbats. Deshalb verfolgten die Oberen ihn und wollten ihn töten.

3. Warum hat Kain den Abel erschlagen?

„Denn das ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt, dass wir einander lieben sollen; nicht wie Kain, der aus dem Bösen war und seinen Bruder erschlug. Und warum erschlug er ihn? Weil seine Werke böse waren, die seines Bruders aber gerecht.“ 1.Joh. 3,11-12

Anmerkung. Folgende Bemerkung über diese Stelle von M. de Chesnais, einem katholischen Priester von Neuseeland, ist sehr zutreffend: „Würdet ihr das Wort Gottes lesen, so würdet ihr finden, dass von Anfang an alle guten Menschen verfolgt worden sind, weil sie gut waren. Abel wurde von seinem Bruder getötet, weil er ein guter Mensch war und Kain seinen Anblick nicht mehr ertragen konnte.” „Kaikoura Star”, Neuseeland, vom 10. April 1884

4. Welchen Grundsatz stellt der Apostel bei seiner Betrachtung der Behandlung Isaaks auf, des Sohnes Sarah, vonseiten Ismaels, des Sohnes der Magd?

„Doch wie damals der Sohn, der auf natürliche Weise gezeugt war, den verfolgte, der kraft des Geistes gezeugt war, so geschieht es auch jetzt.“ Gal. 4,29 EÜ


5. Welche anderen in der Bibel vorgeführten Beispiele von Verfolgung bezeugen die Richtigkeit dieses Grundsatzes?

a) Esau, der sein Erstgeburtsrecht verkaufte, verfolgte Jakob, der Gott Treue gelobt hatte. 1.Mo. 25,29-34; 27,41; 32,6 b) Die ungeratenen und neidischen Söhne Jakobs verfolgten den gottesfürchtigen Joseph. 1.Mo. 37; Apg. 7,9 c) Die götzendienerischen Ägypter verfolgten die Hebräer, die den wahren Gott anbeteten. 2.Mo. 1 und 5 d) Der Hebräer, der seinem Bruder unrecht tat, stieß Mose als Vermittler, von sich. 2.Mo. 2,13-14; Apg. 7,26-27 e) König Saul, der Gott ungehorsam war, verfolgte David, der Gott den Herrn fürchtete. 1.Sam. 15-19; 24 f) Die Israeliten in ihrem abgefallenen Zustand verfolgten Elia und Jeremia, die Gottes Propheten waren. 1.Kön. 19,9-10; Jer. 36,20-23; 38,1-6 g) Nebukadnezar verfolgte, da er ein Götzendiener war, die drei hebräischen Gefangenen, weil sie sich weigerten, Götzen anzubeten. Dan. 3 h) Die neidischen und götzendienerischen Fürsten zur Zeit des Darius verfolgten Daniel, weil er es wagte, zum Gott des Himmels zu beten. Dan. 6 i) Die Mörder des Herrn Jesus verfolgten die Apostel, weil diese den Jesus Christus predigten. Apg. 4 und 5 j) Paulus verfolgte vor seiner Bekehrung die Gemeinde Gottes. Apg. 8,1; 9,1-2; 22,4-5; 20; 26,9-11; Gal. 1,13; 1.Tim. 1,12-13

Anmerkung. Die Geschichte aller Religionsverfolgungen seit den Tagen der Bibel ist nur eine Wiederholung dieser selben Geschichte – die Gottlosen verfolgen die Gerechten. Und so wird es ferner geschehen, bis der Streit zwischen dem Guten und dem Bösen zu Ende ist.

6. Wer wird, wie Paulus sich ausdrückte, Verfolgung erleiden?

„Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden.“ 2.Tim. 3,12

7. Was ist zu ausgedehnter religiöser Verfolgung nötig?

Eine kirchliche Kontrolle der bürgerlichen Macht oder eine Verbindung von Kirche und Staat.

8. Was muss, da die Verfolgung durchaus unrecht ist und der Verfolger in religiösen Angelegenheiten im Allgemeinen im Unrecht ist, von den verfolgenden Regierungen wahr sein?

Auch sie müssen im Unrecht sein.

Anmerkung. „Es gibt viele, die sich nicht bewusst zu sein scheinen, dass alle Gewalttätigkeit in der Religion irreligiös ist, und dass der Verfolger, der auch im Unrecht ist, nicht im Recht sein kann.” Thomas Clarke „Sind nicht beinahe alle Regierungen der Welt in religiösen Sachen im Unrecht gewesen?” Macaulay „Zeigt die Heilige Schrift nicht klar, dass diejenigen, die verfolgen, im Allgemeinen im Unrecht sind, und dass diejenigen, die Verfolgung erleiden, im Recht sind – dass die Mehrheit immer auf der Seite des Irrtums und nur die Minderheit auf der Seite der Wahrheit war?” Luther „Die Religion sollte Frieden auf Erden und den Menschen Wohlgefallen bringen, und alles, was zum Hass und zur Verfolgung führt, wie richtig es auch dem Buchstaben nach ist, muss dem Geist nach gänzlich falsch sein.” Henry Barnum Gott zwingt den Willen oder das Gewissen nie, aber um die Menschen unter die Sünde zu bringen, bedient sich Satan der Gewalt. Um seinen Zweck zu erfüllen, wirkt er durch religiöse und weltliche Herrscher und beeinflusst sie, menschliche Gesetze zu erlassen und durchzuführen, die dem Gesetz Gottes feindlich sind.

9. Unter welch einer schrecklichen Täuschung würden die Menschen, wie Christus sagt, seine Jünger verfolgen?

„Das habe ich zu euch geredet, damit ihr nicht abfallt. Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen. Es kommt aber die Zeit, dass, wer euch tötet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst damit.“ Joh. 16,1-2 Lu84


10. Wer ist der ursprüngliche Mörder?

„Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.“ Joh. 8,44

11. Was sagte Christus zu Jakobus und Johannes, als diese Feuer vom Himmel herab rufen wollten, das die Samariter verzehren sollte, die Jesus nicht aufnehmen wollten?

„Er aber wandte sich um und ermahnte sie ernstlich und sprach: Wisst ihr nicht, welches Geistes [Kinder] ihr seid? Denn der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um die Seelen der Menschen zu verderben, sondern zu erretten! Und sie zogen in ein anderes Dorf. Lk. 9,55-56

Anmerkung. Einige der Gründe, welche die Verfolgung rechtfertigen sollen, sind aus folgenden Auszügen zu ersehen:

„Der Staat kann es sich nicht erlauben, Religionsfreiheit zu gestatten. Wir hören viel von religiöser Duldsamkeit; aber wir sind nur insofern duldsam, wie wir nicht interessiert sind. Ein Mensch mag gegen eine Religion duldsam sein, wenn er nicht religiös ist. … Unduldsamkeit bedeutet Inbrunst und Eifer. Das Beste, was der Staat tun kann, ist, dass er eine begrenzte Religionsfreiheit einsetzt; aber weitere bis zu einem gewissen Grad der Duldsamkeit kann der Staat es sich nicht gestatten, die Lehre anzuerkennen.” 

Mgr. Russell, katholisch, zitiert in der „Washington Post” vom 5. Mai 1910

„Die Kirche hat verfolgt. … Nur ein Neuling in der Kirchengeschichte wird dies leugnen. … Die Verfolgung der Hugenotten und die spanische Inquisition haben wir immer verteidigt. Wenn sie es für gut befindet, physische Gewalt zu gebrauchen, so wird sie dieselbe gebrauchen. … Aber wird die katholische Kirche die Versicherung geben, dass sie überhaupt nicht verfolgen wird? Wird sie die gänzliche Freiheit und Gleichheit aller Kirchen und Glaubensbekenntnisse garantieren? Die katholische Kirche gibt keine Zusicherung für ihr gutes Betragen.” 

Redaktioneller Artikel im katholischen „Western Watchman” von St. Louis, Mo., 24. Dez. 1908

„Die Inquisition war ein äußerst barmherziges Tribunal; ich wiederhole es, beinahe ein mitleidiges Tribunal. … Eine Person durfte nur einmal gerädert werden, was, wie niemand leugnen kann, in jenen Zeiten ein äußerst wunderbar gelindes Verfahren war.”

 „Catholic Mirror”, offizielles Organ des Kardinals Gibbons, 29. Aug. 1896

„Wir bekennen, dass die römisch-katholische Kirche unduldsam ist, das heißt, dass sie alle in ihrer Macht stehenden Mittel benutzt, um den Irrtum und die Sünde auszurotten. Aber diese Unduldsamkeit ist die logische und notwendige Folge ihrer Unfehlbarkeit. Sie allein hat das Recht, unduldsam zu sein, weil sie allein die Wahrheit hat. Die Kirche duldet die Ketzer, wo sie dies tun muss; aber sie hasst sie mit einem tödlichen Hass und benutzt alle ihre Kräfte, um sie zu vernichten.” 

„Shepherd of the Balley”, St. Louis, Mo., 1876 

12. Was sagt Christus von den Menschen, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden?

„Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.“ Mt. 5,10-12 EÜ
; siehe auch Offb. 2,10; 6,9-11

13. Welche göttlichen Vorschriften würden, wenn sie angenommen und befolgt würden, aller Unterdrückung und Verfolgung ein Ende machen?

„Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Mt. 22,39 EÜ
„Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.“ Mt. 7,12 EÜ


14. Was tut die Liebe nicht?

„Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses; so ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.“ Röm. 13,10


Weitere Bibelthemen:

10Bibelstudie Teil 10: Christliche Freiheit
10.1Der Urheber der Freiheit
10.2Die Obrigkeit
10.3Persönliche Verantwortlichkeit
10.4Verbindung von Kirche und Staat
10.5Sabbat-Gesetzerlasse
10.6Wer verfolgt, und warum?
Quellenverzeichnis:

  • Bibellesungen für den Familienkreis. Ein Studium der Bibel nach Gegenständen, systematisch geordnet für öffentlichen und privaten Gebrauch ; enthält 200 Lesungen, in denen beinahe 4000 Fragen über wichtige religiöse gegenstände beantwortet werden. Von einer großen Anzahl Bibelforschern ausgearbeitet (1923). neue, umgearb. und verm. Aufl. Brookfield, Ill. [u.a.]: Pacific Press.