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„… und wer von euch der Erste werden will, der sei aller Knecht.“
Mk. 10,44   

1. Was sagte Jesus zu seinen Jüngern beim letzten Passahfest?

„Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide. Denn ich sage euch: Ich werde künftig nicht mehr davon essen, bis es erfüllt sein wird im Reich Gottes.“ Lk. 22,15-16 

 

2. Worüber hatte unter den Jüngern ein Streit stattgefunden?

„Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen als der Größte zu gelten habe.“ Lk. 22,24

 

3. Wie rügte Jesus diesen Geist?

„Er aber sagte zu ihnen: Die Könige der Heidenvölker herrschen über sie, und ihre Gewalthaber nennt man Wohltäter. Ihr aber sollt nicht so sein; sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Führende wie der Dienende.“ Lk. 22,25-26; siehe Mk. 10,42-45

 

4. Was sagte der Heiland von seiner eigenen Stellung?

„Wer ist größer: der, der zu Tisch sitzt, oder der Dienende? Ist es nicht der, der zu Tisch sitzt? Ich aber bin mitten unter euch wie der Dienende.“ Lk. 22,27

 

5. Welches Beispiel der Demut und des willigen Dienens gab Jesus den Jüngern, obwohl er ihr Herr und Meister war?

„… da stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war.“ Joh. 13,4-5 Lu84

 

6. Welche Sitte wurde schon damals gepflegt?

„Man soll ein wenig Wasser bringen, und wascht eure Füße; und lasst euch nieder unter dem Baum! … und sprach: Siehe, meine Herren! Kehrt ein in das Haus eures Knechtes und bleibt über Nacht und wascht eure Füße; so mögt ihr am Morgen früh aufstehen und euren Weg ziehen! Sie aber sprachen: Nein, sondern wir wollen im Freien übernachten! … Und der Mann führte die Männer in das Haus Josephs und gab ihnen Wasser, dass sie ihre Füße waschen konnten, und gab ihren Eseln Futter.“ 1.Mo. 18,4; 19,2; 43,24; siehe auch Ri. 19,21; 2.Sam. 11,8

 

7. Wie tadelte Christus den Simon dafür, dass er ihn falsch beurteilte, weil er einer Frau erlaubt hatte, seine Füße zu waschen, die doch eine Sünderin war?

„Und indem er sich zu der Frau wandte, sprach er zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen, und du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben; sie aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit den Haaren ihres Hauptes getrocknet.“ Lk. 7,44

Anmerkung: Aus der soeben angeführten Schriftstelle ist ersichtlich, dass es zu Jesu Zeiten Sitte war, dass Gäste ihre eigenen Füße wuschen. „Da die Sandalen gegen den Staub und die Hitze des östlichen Klimas nicht schützten, war das Waschen der Füße beim Eintritt in ein Haus sowohl eine Ehrenbezeugung für die Familienglieder wie auch eine Erfrischung für den Reisenden.” Bibellexikon, engl., von Smith & Barnum. Im Orient war es bei einem Fest Sitte, dass Diener oder Sklaven die Füße der Gäste wuschen. Siehe 1.Sam. 25,40.41. Es war jedoch nicht üblich, dass Gleichgestellte die Füße von Gleichgestellten wuschen, viel weniger, dass Höhergestellte die Füße von Untergeordneten wuschen. Aber dies ist gerade, was Jesus tat, als er die Füße der Jünger wusch und den Brauch der Fußwaschung einsetzte. Hierin liegt die Lehre der Demut und der Dienstbereitschaft, die Jesus beibringen wollte.

 

8. Welche Frage stellte Petrus wegen dem angebotenen Dienst?

„Da kommt er zu Simon Petrus, und dieser spricht zu ihm: Herr, du wäschst mir die Füße?“ Joh. 13,6

 

9. Was antwortete Jesus darauf?

„Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen.“ Joh. 13,7 EÜ

 

10. Was sagte Petrus, als Jesus ihm die Füße waschen wollte?

„Petr. spricht zu ihm: Auf keinen Fall sollst du mir die Füße waschen! Joh. 13,8a

 

11. Was erwidert der Herr darauf?

„Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du keine Gemeinschaft mit mir.“ Joh. 13,8b

Anmerkung: Die Fußwaschung ist ein Vorbild von einer höheren Reinigung – der Reinigung des Herzens von der Befleckung der Sünde. Sie rügt alle Selbstsucht und alles Streben nach Vorzug und Rang unter den vorgeblichen Nachfolgern Jesu und zeugt von der Tatsache, dass in Gottes Augen wahre Größe aus wahrer Demut und liebendem Dienst besteht.

 

12. Was sagte Petrus, als er erkannte, dass seine Verbindung mit Jesus von dieser Handlung abhing?

„Herr, nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt!“ Joh. 13,9; siehe Vers 10

 

13. Was sagte Jesus, nachdem er den Jüngern die Füße gewaschen hatte?

„Ein Vorbild habe ich euch gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.“ Joh. 13,15

 

14. Was sagte Jesus über das gegenseitige Waschen der Füße unter den Jüngern?

„Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht; denn ich bin es auch. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen. Joh. 13,13-14

 

15. Was würde ihre Erfahrung sein, wenn sie dieser Vorschrift nachkommen würden?

„Der Knecht ist nicht größer als sein Herr, noch der Gesandte größer als der ihn gesandt hat. Wenn ihr dies wisst, glückselig seid ihr, wenn ihr es tut!“ Joh. 13,16-17

 

16. Wie sieht Christus einen Dienst an, der dem Geringsten seiner Jünger erwiesen wird?

„Und der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“ Mt. 25,40

Anmerkung: Die Lehre, die durch die Einsetzung der Fußwaschung gegeben werden sollte, war solche Demut, die zu willigem Dienst für andere führen würde. Die Handlung selbst wurde von vielen der frömmsten Nachfolger Jesu während des ganzen christlichen Zeitalters befolgt und wird von einigen auch jetzt noch befolgt. Ritto bemerkt in seinem Werk „Encyclopedia of Biblical Literature”, dass sie „ein Teil der Beobachtungen der führen christlichen Kirche” wurde, und dass „zahlreiche Spuren der Handlung in der Kirchengeschichte zu finden sind.” Die Waldenser beachteten sie als einen Gebrauch der Kirche (siehe ihr Glaubensbekenntnis), und nach dem Werk „Encyclopedia of Biblical Literature”, Band 3, S. 616, „beobachtete die anglikanische Kirche zuerst dieses Gebot buchstäblich.” Sie ist ein großer Prüfstein des Charakters, und ihre Beobachtung vereint Herzen in christlicher Gemeinschaft und Liebe.

14Bibelstudien Teil 14: Christlicher Dienst
14.1Die Gabe des Gebens
14.2Das Predigen des Evangeliums
14.3Der Hirte und seine Arbeit
14.4Missionsarbeit
14.5Die Armen, und unsere Pflicht gegen sie
14.6Praktische christliche Hilfsleistung
14.7Das Besuchen der Kranken
14.8Das Heilen der Kranken
14.9Missionsarbeit in Gefängnissen
14.10Ordnung und Organisation
14.11Unterhalt der Prediger
14.12Freiwillige Gaben
14.13Gastfreiheit
14.14Wer ist der Größte?
Quellenverzeichhnis
  • Bibellesungen für den Familienkreis. Ein Studium der Bibel nach Gegenständen, systematisch geordnet für öffentlichen und privaten Gebrauch ; enthält 200 Lesungen, in denen beinahe 4000 Fragen über wichtige religiöse gegenstände beantwortet werden. Von einer großen Anzahl Bibelforschern ausgearbeitet (1923). neue, umgearb. und verm. Aufl. Brookfield, Ill. [u.a.]: Pacific Press.