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| Das zehnhörnige Tier in Offenbarung 13 |

„Er wird … die Heiligen des Allerhöchsten aufreiben.“ Dan. 7,25

1. Wie sieht das erste Symbol in Offb. 13 aus?

Offb. 13,1 „Und ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen, das sieben Köpfe und zehn Hörner hatte und auf seinen Hörnern zehn Kronen, und auf seinen Köpfen einen Namen der Lästerung.“ Anmerkung. Wie bereits durch das Studium des Buches Daniel in Erfahrung gebracht, stellt in der Weissagung ein Tier irgendeine große irdische Macht oder ein Königreich dar. Ein Haupt symbolisiert eine Regierungsmacht. Hörner stellen eine Anzahl von Königreichen dar. Gekrönte Häupter oder gekrönte Hörner bedeuten politische Herrschaft. Wasser sind „Völker und Scharen und Nationen und Sprachen.“ Offb. 17,15 „Die Tiere in den Visionen von Daniel und Johannes sind Reiche. Das zehnhörnige Tier ist die römische Macht. … Das Haupt ist die leitende Macht des Körpers. Die Häupter dieses Tieres stellen aufeinanderfolgende Regierungen dar.“ „Romanism and the Reformation“, von H. Grattan Guineß, S. 1144.145

2. Wie wird dieses Tier noch beschrieben?

Offb. 13,2a „Und das Tier, das ich sah, glich einem Panther, und seine Fü.e waren wie die eines Bären und sein Rachen wie ein Löwenrachen.“ Anmerkung. Die Eigenschaften der ersten drei Symbole in Daniel 7 sind die des Löwen, des Bären und des Panthers, die die Reiche Babylon, Medo-Persien und Griechenland darstellen und andeuten, dass diese Tier das durch das vierte Tier in Daniel 7 symbolisierte Reich oder Rom darstellt oder zu ihm gehört. Beide haben zehn Hörner. Wie der Drache in Offenbarung 12, so hat es auch sieben Häupter. Aber da der Drache Rom als Ganzes darstellt, besonders in seiner heidnischen Form, so stellt dieses, wie das unter den zehn Hörnern des vierten Tieres in Daniel 7 aufkommende „kleine Horn“ Rom in seiner späteren oder päpstlichen Form dar. Dies sowohl wie das kleine Horn haben einen Mund, der große Dinge redet. Beide führen Krieg gegen die Heiligen, und beide sind dieselbe Zeitlang aktiv. Dem Symbol eine breite Bedeutung zumessend, erklärt die katholische Douay-Bibel in einer Anmerkungzu Offb. 13,1 die sieben Häupter dieses Tieres wie folgt: „Die sieben Häupter sind sieben Könige, das heißt, sieben wichtige Königreiche oder Kaiserreiche, die über das Volk Gottes tyrannische Macht ausgeübt haben oder ausüben werden. Von diesen waren zu der Zeit fünf gefallen, nämlich Ägypten, Assyrien, Chaldäa, Persien und Griechenland. Eins war vorhanden, nämlich das Kaiserreich Rom, und das siebente und hauptsächlichste sollte noch kommen, nämlich der große Antichrist und sein Reich.“ Es wird wenig Zweifel darüber herrschen, dass das siebente Haupt den Antichristen darstellt.

3. Was übergab der Drache diesem Tier?

Offb. 13,2b „Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Vollmacht.“ Anmerkung. Es ist eine unbestreitbare geschichtliche Tatsache, dass unter den späteren römischen Kaisern, von Konstantin an, die Religion der römischen Regierung von der heidnischen in die päpstliche umgewandelt wurde und dass, als Konstantin den Sitz seines Reiches im Jahr 330 n. Chr. von Rom nach Konstantinopel verlegte, die Stadt Rom dem Bischof von Rom übergeben wurde, der von Konstantin und den nachfolgenden Kaisern reiche Gaben und große Macht erhielt; dass nach dem Fall von Rom im Jahr 476 n. Chr. der Bischof von Rom die leitende Macht im westlichen Rom wurde und durch das Dekret Justinians vom 15. März 533 als das „Haupt aller Kirchen und aller heiligen Priester Gottes“ und als „Züchtiger der Ketzer“ bezeichnet wurde. So wurde das heidnische Rom das päpstliche Rom. Der Sitz oder Thron des heidnischen Roms wurde der Sitz des päpstlichen Rom. Kirche und Staat wurden verbunden, und die Verfolgungsmacht des Drachen wurde auf das vorgebliche Haupt der Kirche Christi oder das päpstliche Rom übertragen. Wie Dr. H. Grattan Guineß in seinem Werk „Romanism and the Reformation“, S. 152 sagt: „Die Macht der Cäsaren lebte von neuem in der Universalkirche der Päpste auf.“

4. Wie werden der Charakter, die Arbeit, die Zeit der Oberherrschaft und die große Macht des Tieres beschrieben?

Offb. 13,5-7 „Und es wurde ihm ein Maul gegeben, das große Worte und Lästerungen redete; und es wurde ihm Macht gegeben, 42 Monate lang zu wirken. Und es tat sein Maul auf zur Lästerung gegen Gott, um seinen Namen zu lästern und sein Zelt und die, welche im Himmel wohnen. Und es wurde ihm gegeben, Krieg zu führen mit den Heiligen und sie zu überwinden; und es wurde ihm Vollmacht gegeben über jeden Volksstamm und jede Sprache und jede Nation.“ Anmerkung. Alle diese Eigenschaften erfüllen sich zutreffend und genau im Papsttum und lassen erkennen, dass dieses Tier dieselbe Macht darstellt wie die „Kleine Horn“ Phase des vierten Tieres in Daniel 7 und das kleine Horn in Daniel 8 in seinen hauptsächlichsten Charaktereigenschaften und seinem Wirken. Siehe Dan. 7,25; 8,11-12;24-25

5. Was sollte mit einem der Häupter dieses Tieres geschehen?

Offb. 13,3 „Und ich sah einen seiner Köpfe wie zu Tode verwundet, und seine Todeswunde wurde geheilt. Und die ganze Erde sah verwundert dem Tier nach.“ Anmerkung. Diese Wunde wurde dem päpstlichen Haupt dieses Tieres beigebracht, als die Franzosen im Jahr 1798 in Rom einzogen, den Papst gefangen wegführten und wie es schien, eine Zeitlang das Papsttum abgeschafft hatten. Aber im Jahr 1800 wurde ein anderer Papst auf den päpstlichen Thron gesetzt und die tödliche Wunde begann zu heilen. Die weltliche Herrschaft wurde dem Papsttum im Jahr 1870 genommen, aber seine Macht und sein Einfluss unter den Völkern haben seit jener Zeit trotzdem zugenommen. „In jenem Jahr“, sagte Guineß in seinem Werk „Romanism and the Reformation“, S. 156 „maßte sich das Papsttum die höchste Erhebung an, nach der es je streben konnte, nämlich die Unfehlbarkeit.“ Das Papsttum soll schließlich solchen Einfluss über die Nationen gewinnen, dass es gerade vor seinem vollständigen Sturz und seiner Vernichtung sagen wird. „Ich sitze als Königin und bin keine Witwe, und Leid werde ich nicht sehen.“ Offb.18,7; siehe Jes. 47,7-15; Offb. 17,18

6. Was wird über den Sturz des Papsttums ausgesagt?

Offb. 13,10; siehe Hi. 18,6-7; 109,17; Jer. 50,29; „Wenn jemand in Gefangenschaft führt, so geht er in die Gefangenschaft; wenn jemand mit dem Schwert tötet, so soll er durchs Schwert getötet werden.“

7. Welche Frage gibt einen Hinweis seitens ihrer Anbeter auf die hohe Stellung, zu der diese Tiermacht gelangen sollte?

Offb. 13,4 „Und sie beteten den Drachen an, der dem Tier Vollmacht gegeben hatte, und sie beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich? Wer vermag mit ihm zu kämpfen?“

8. Wie umfangreich soll die Anbetung dieser Macht werden?

Offb. 13,8 „Und alle, die auf der Erde wohnen, werden es anbeten, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens des Lammes.“

9. Was für ein Ende wird es geben für dieses Tier?

Offb. 19,20; siehe Jes. 47,7-15; 2.Thess.2,3-8; Offb. 17,16-17; 18,4-8 „Und das Tier wurde ergriffen und mit diesem der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm tat, … die beiden wurden lebendig in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt.“

10. Wie wird das Ende des vierten Tieres beschrieben?

Dan. 7,11 „Ich sah fortwährend hin wegen des Lärms der hochfahrenden Reden, die das Horn führte; ich sah zu, bis das Tier getötet und sein Leib umgebracht und einem brennenden Feuer ausgeliefert wurde.“

Weitere Bibelthemen:

6Bibelstudienreihe Teil 6: Das feste prophetische Wort
6.1Die Weissagung, warum gegeben?
6.2Nebukadnezars Traum
6.3Das Evangelium vom Reich
6.4Vier große Weltreiche
6.5Das Reich und Wirken des Antichristen
6.6Der Stellvertreter Christ
6.7Eine große prophetische Zeitperiode
6.8Die Versöhnung im Schatten und Vorbild
6.9Das Gericht
6.10Die Botschaft von der Zeit des Gerichts
6.11Der Fall des neuen Babylons
6.12Die letzte Evangeliumsbotschaft
6.13Satans Streit gegen die Gemeinde
6.14Eine große Verfolgungsmacht
6.15Dem Tier wird ein Bild gemacht
6.16Die sieben Gemeinden
6.17Die sieben Siegel
6.18Die sieben Posaunen
6.19Die orientalische Frage
6.20Die letzten sieben Plagen
6.21Das Geheimnis Gottes vollendet
6.0XGroße prophetische Zeitketten
Quellenverzeichnis:

  • Bibellesungen für den Familienkreis. Ein Studium der Bibel nach Gegenständen, systematisch geordnet für öffentlichen und privaten Gebrauch ; enthält 200 Lesungen, in denen beinahe 4000 Fragen über wichtige religiöse gegenstände beantwortet werden. Von einer großen Anzahl Bibelforschern ausgearbeitet (1923). neue, umgearb. und verm. Aufl. Brookfield, Ill. [u.a.]: Pacific Press.