Gegenstand der Betrachtung: Micha 7,18-20.
Micha. 7,18-20 – Michas Bekenntnis der Einzigartigkeit Gottes
Am Schluss des Buches wird noch einmal der Güte und Einzigartigkeit Gottes gedacht (vgl. 2.Mo. 34,67). Michas abschließender Lobpreis zeigt, dass er fest darauf vertraute, dass Gott die Pläne, die er mit seinem Bundesvolk hatte, dereinst wahr machen würde. Heute lesen die orthodoxen Juden diese Verse im Anschluss an das Buch Jona in der Synagoge, wenn sie den Versöhnungstag feiern.
Die rhetorische Frage »Wo ist solch ein Gott, wie du bist?« (vgl. 2. Mo. 15,11; Ps. 35,10; 71,19; 77,14; 89,7; 113,5) ist vielleicht ein Wortspiel mit Michas Namen »Wer ist wie Jahwe?«. Die Antwort darauf liegt auf der Hand: Keiner ist wie der HERR. Der Schluss des Buches, beschreibt das Wesen Gottes. Gottes Taten für sein Volk beweisen seine Vertrauenswürdigkeit und Gnade.
Micha sagte von Gott:
Er vergibt die Sünde und erlässt die Schuld (vgl. Mi. 1,5; 3,8; 6,7) denen, die übrig geblieben sind (vgl. Mi. 2,12; 4,7; 5,6-7) von seinem Erbteil (vgl. Mi. 7,14). Er hält an seinem Zorn nicht ewig fest (vgl. Ps. 103,9), und er ist barmherzig. Welcher Trost muss für den gottesfürchtigen Rest in Israels korrupter Gesellschaft in diesen Verheißungen gelegen haben!
Im Vertrauen darauf, dass er sich Israels wieder erbarmen wird »zarte, innige Sorge«; vgl. Ps. 102,14; 103,4; 13; 116,5; 119,156; Hos. 14,5; Sach. 10,6), wusste Micha, dass Gott die Sünden seines Volkes – bildhaft gesprochen – unter die Füße treten (unterwerfen, als ob sie Feinde wären) und in die Tiefen des Meeres werfen (und somit vollständig vergeben) würde. Drei Bezeichnungen des Alten Testaments für »Sünde« werden in Mi. 7,18-19 benutzt: Sünde(n), Übertretung und Unrecht (in der Lutherübersetzung finden wir allerdings nur zwei Begriffe, »Sünde(n)« und »Schuld«).
Micha wusste, dass Gott diese Dinge tun würde, weil er von jeher Jakob die Treue gehalten und Abraham Gnade erwiesen hatte. Für ihn stand fest, dass Gott nicht lügen kann, sondern zu seinem Wort steht und alles hält, was er geschworen hat. Deshalb vertraute Micha auf die Verheißungen, die Gott Abraham (1.Mo. 12,2-3; 15,18-21) und später Jakob gegeben hatte (1.Mo. 28,13-14) und die besagten, dass er ihrer beider Nachkommen segnen werde.
Christus wird seine und Israels Widersacher richten, und er wird seinem Eigentum gnädig sein. Diese Verheißung tröstete Micha in seiner dunklen Zeit und gibt auch heute den Gläubigen Hoffnung.
Quellenverzeichnis:
- Zusammengestellt von H. Mayer nach einem Kommentar von John A. Martin „Das Alte Testament – erklärt und ausgelegt – Band 3 – Hänssler Verlag