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„Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.“  Römer 3,20

1. Wie beschreibt Nehemia die Verkündigung des Gesetzes?

„Du bist auf den Berg Sinai herabgefahren und hast mit ihnen vom Himmel her geredet und ihnen richtige Ordnungen und wahrhaftige Gesetze gegeben, gute Satzungen und Gebote. Deinen heiligen Sabbat hast du ihnen verkündet und ihnen Gebote, Satzungen und ein Gesetz geboten durch deinen Knecht Mose.“ Neh. 9,13-14

2. Was wird als ein Hauptvorzug der Juden erklärt?

„Was hat nun der Jude für einen Vorzug, oder was nützt die Beschneidung? Viel, in jeder Hinsicht! Denn vor allem sind ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut worden.“ Römer 3,1-2 Anmerkung. Das Gesetz wurde zu jener Zeit nicht ausschließlich zum Besten der Juden gegeben. Gott ehrte sie, indem er sie zu Hütern und Bewahrern seines Gesetzes machte. Er beabsichtigte jedoch, dass sie es als ein heiliges, anvertrautes Gut für die ganze Welt betrachten sollten. Die Vorschriften der Zehn Gebote sind auf alle Menschen anwendbar und wurden gegeben zur Unterweisung und Regierung aller. „Zehn Vorschriften, kurz, bündig und maßgebend, enthalten die Pflichten des Menschen zu Gott und seinen Nächsten;” und alle stützen sich auf den großen Grundsatz der Liebe. „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Lk. 10,27 In den Zehn Geboten sind diese Grundsätze aufgegliedert und auf die Zustände und Verhältnisse des Menschen angepasst.

3. Was sagte Mose zu Jethro vor der Gesetzgebung am Sinai, als dieser ihn über das Richten des Volkes fragte?

„Denn wenn sie eine Rechtssache haben, kommen sie zu mir, dass ich entscheide, wer von beiden recht hat, und damit ich ihnen Gottes Ordnungen und seine Gesetze verkünde.“ 2.Mo. 18,16

4. Welche Erklärung gab Mose den Ältesten Israels über das Ausbleiben des Mannas am siebenten Tag in der Wüste, ehe sie zum Sinai kamen?

„Und er sprach zu ihnen: Das ist es, was der Herr gesagt hat: Morgen ist eine Ruhe, ein heiliger Sabbat des Herrn! Was ihr backen wollt, das backt, und was ihr kochen wollt, das kocht; was aber übrig ist, das legt beiseite, damit es bis morgen aufbewahrt wird! Und sie legten es beiseite bis zum Morgen, wie Mose geboten hatte; und es wurde nicht stinkend, und es war auch kein Wurm darin. Da sprach Mose: Esst das heute! Denn heute ist der Sabbat des Herrn; ihr werdet es heute nicht auf dem Feld finden. Sechs Tage sollt ihr es sammeln, aber am siebten Tag ist der Sabbat, da wird keines zu finden sein. 2.Mo. 16,23-26

5. Was sagte der Herr zu Mose, als einige hinausgingen, um am siebenten Tag Manna zu sammeln?

„Da sprach der Herr zu Mose: Wie lange weigert ihr euch, meine Gebote und meine Anweisungen zu halten?“ 2.Mo. 16,28 Anmerkung. Es ist also offenbar, dass der Sabbat und das Gebot Gottes bekannt waren, ehe das Gesetz am Sinai verkündet wurde.

6. Was fragte Paulus betreffs des Gesetzes?

„Wozu nun das Gesetz?“ Gal. 3,19a Anmerkung. Das heißt: Zu welchem Zweck wurde das Gesetz am Sinai verkündet? Welche besondere Absicht hatte Gott, als er es gab?

7. Wie wird diese Frage beantwortet?

„… Der Übertretungen wegen wurde es hinzugefügt, bis der Same käme, dem die Verheißung gilt, und es ist durch Engel übermittelt worden in die Hand eines Mittlers.“ Gal. 3,19b Anmerkung. Das griechische Wort, das hier mit „hinzukommen” übersetzt ist, ist dasselbe, das in Hebr. 12,19 mit „gesagt” wiedergegeben wird.
„Die Bedeutung ist, dass das Gesetz gegeben wurde, um die wahre Natur der Übertretung zu zeigen oder zu offenbaren, was Sünde ist. Es sollte nicht den Weg der Rechtfertigung zeigen; aber es sollte die wahre Natur der Sünde enthüllen; die Menschen vor der Sünde abschrecken; seine Strafe erklären; die Menschen davon überzeugen und zu dem Werk der Erlösung durch den Heiland hinführen und darauf vorbereiten. Dies ist der wahre Grund, warum Gott dem gefallenen Menschen das Gesetz gegeben hat, und diese Anwendung des Gesetzes besteht immer noch.” Dr. Albert Barnes über Gal. 3,19

8. Wie wird dieselbe Wahrheit nochmals ausgedrückt?

„So ist nun das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut. Hat nun das Gute mir den Tod gebracht? Das sei ferne! Sondern die Sünde hat, damit sie als Sünde offenbar werde, durch das Gute meinen Tod bewirkt, damit die Sünde überaus sündig würde durch das Gebot.“ Römer 7,12-13

9. Zu welchem Zweck ist das Gesetz gegeben worden?

„Das Gesetz aber ist hinzugekommen, damit die Übertretung mächtiger werde; wo jedoch die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergro. geworden.“ Römer 5,20 EÜ Anmerkung. Gott beabsichtigte nicht bei der Gesetzgebung am Sinai, die Sünde zu vergrößern oder zu vermehren, sondern damit die Menschen durch eine neue Offenbarung Gottes, seines Charakters und seines Willens, wie dies in einem deutlich gesprochenen und klar geschriebenen Gesetz zum Ausdruck kam, besser die schreckliche Sündhaftigkeit der Sünde und so ihre eigene äußerste Hilflosigkeit und ihren verlorenen Zustand erkennen möchten. In Ägypten, wo es von Götzendienst und Sünde umgeben war, hatte selbst Israel, das auserwählte Volk Gottes, als Folge seiner langen Gefangenschaft und seines harten Dienstes Gott und seine Ansprüche zum großen Teil vergessen. Niemand kann das Bedürfnis eines Erretters von der Sünde erkennen, bis er einsieht, dass er ein Sünder ist. Darum wurde durch Israel am Sinai der Welt das Gesetz noch einmal gegeben.

10. Wodurch kommt Erkenntnis der Sünde?

„Durch Werke des Gesetzes wird niemand vor ihm gerecht werden; durch das Gesetz kommt es vielmehr zur Erkenntnis der Sünde.“ Römer 3,20; siehe auch Römer 7,7 EÜ

11. Wann ist das geschriebene Gesetz gut?

„Wir wissen aber, dass das Gesetz gut ist, wenn man es gesetzmäßig anwendet.“ 1.Tim. 1,8

12. Was wird als der rechtmäßige Gebrauch des Gesetzes bezeichnet?

„Und berücksichtigt, dass einem Gerechten kein Gesetz auferlegt ist, sondern Gesetzlosen und Widerspenstigen, Gottlosen und Sündern, Unheiligen und Gemeinen, solchen, die Vater und Mutter misshandeln, Menschen töten, Unzüchtigen, Knabenschändern, Menschenräubern, Lügnern, Meineidigen und was sonst der gesunden Lehre widerspricht.“ 1.Tim. 1,9-10 Anmerkung. Mit andern Worten: der rechtmäßige Gebrauch des geschriebenen Gesetzes besteht darin, zu zeigen, was Sünde ist, den Sünder zu überzeugen, dass er ein Sünder ist und dass er eines Erlösers bedarf. Gottes Absicht bei der Gesetzgebung am Sinai bestand also darin, die Menschen unter die Sünde zu verschließen und sie so zu Christus zu führen.

13. Wer bedarf nach den Worten Christi eines Arztes?

„Jesus aber, als er es hörte, sprach zu ihnen: Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken.“ Mt. 9,12 Anmerkung. Über die Behandlung derer, „die nicht von ihren Sünden überführt sind” und keine „tiefe Überzeugung ihrer Schuld haben,” sagt D. L. Moody: „Halte ihnen nur das Gesetz Gottes vor Augen, und lasse sie sich in ihrem wahren Licht sehen. … Versuche nicht, die Wunde zu heilen, ehe die Verletzung gefühlt wird. Unternimm es nicht, den Trost des Evangeliums zu spenden, bis die Seelen sehen, dass sie gesündigt haben – es sehen und fühlen.”

14. Wen wollte Christus zur Buße rufen?

„Geht aber hin und lernt, was das heißt: »Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer«. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße.“ Mt. 9,13

15. Was ist die Kraft der Sünde?

„Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber ist das Gesetz.“ 1.Kor. 15,56

16. Was ist der Lohn der Sünde?

„Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“ Römer 6,23

17. Kann ein Gesetz, das verdammt, dem Menschen Leben geben?

„Hebt also das Gesetz die Verheißungen auf? Keineswegs! Wäre ein Gesetz gegeben worden, das die Kraft hat, lebendig zu machen, dann käme in der Tat die Gerechtigkeit aus dem Gesetz.“ Gal. 3,21 EÜ

18. Was war darum die Absicht oder der besondere Plan bei der Gesetzgebung am Sinai?

„So ist also das Gesetz unser Lehrmeister geworden auf Christus hin, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden.“ Gal. 3,24 Anmerkung. „Wozu dient das Gesetz Gottes? es zu halten, um durch dasselbe erlöst zu werden? Durchaus nicht. Es ist uns gegeben, um uns zu zeigen, dass wir nicht durch Werke gerettet werden, und uns zu verschließen, auf dass wir durch die Gnade erlöst würden. Wenn du aber beweisen willst, dass das Gesetz geändert sei, so dass der Mensch es halten könne, so hast du ihm die alte gesetzliche Hoffnung gelassen, und er klammert sich sicher daran an. Du brauchst ein vollkommenes Gesetz, das den Menschen hoffnungslos von Jesu absperrt, ihn in einen eisernen Käfig setzt und ihn einschließt und ihm kein anderes Entrinnen ermöglicht als nur durch den Glauben an Jesus; dann beginnt er zu rufen: ‚Herr, errette mich durch Gnade, denn ich erkenne, dass ich nicht durch meine eigenen Werke gerecht werden kann.’ In dieser Weise führt Paulus es den Galatern vor Augen: ‚Aber die Schrift hat alles unter die Sünde eingeschlossen, damit die Verheißung aus Glauben an Jesus Christus den Glaubenden gegeben werde. Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter Gesetz verwahrt, eingeschlossen auf den Glauben hin, der geoffenbart werden sollte. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister auf Christus hin geworden, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden.’ Ich sage dir, dass du das Evangelium des besten Hilfsmittels beraubt hast, wenn du das Gesetz beiseite setzt. Du hast ihm den Zuchtmeister genommen, der Menschen zu Christus bringen soll. Sie werden nie Gnade erlangen, bis sie vor einem gerechten und heiligen Gesetz zittern. Darum dient das Gesetz einem notwendigen und guten Zweck, und es darf nicht beseitigt werden.”
„Die ewige Dauer und Gültigkeit des Gesetzes Gottes” Von C. H. Spurgeon „Man beachte, dass das Gesetz seinem Zweck nicht nur den Juden in den Tagen der Apostel entsprach; sondern es ist gegenwärtig gerade so sehr für die Heiden notwendig. Auch finden wir nicht, dass wahre Buße getan wird, wo das Gesetz nicht gepredigt oder eingeschärft wird. Wer den Sündern nur das Evangelium predigt, heilt im besten Falle ‚den Schaden der Tochter meines Volkes nur leichthin.’” Dr. Adam Clarke über Römer 7,13, Ausgabe 1860
„Hier haben wir eine zusammengefasste Geschichte der Welt, ehe das Evangelium durch das Kommen unsern Herrn völlig offenbar war. … Im Leben einer jeden erretteten Seele spiegelt sich im kleinen die Geschichte der Zeitalter wieder.” Spurgeon in seiner Auslegung von Gal.3,23 in „Sermon Notes”, S. 212
Das bedeutet: jeder Mensch, der erlöst wird, befindet sich in seiner Erfahrung zuerst in der Finsternis; dann kommt er zum Sinai. Er sieht, dass er ein Sünder ist; dies führt ihn nach Golgatha, um Vergebung seiner Sünden zu erlangen, und so zu völliger und endgültiger Erlösung.

Das Gesetz Gottes

I. Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus herausgeführt habe. Du sollst keine andern Götter haben neben mir. II.Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde ist. Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten Generation von denen, die mich hassen, der aber Gnade erweist an Tausenden von Generationen von denen, die mich lieben und meine Gebote halten. III.Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht zu Nichtigem aussprechen, denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen zu Nichtigem ausspricht. IV.Denke an den Sabbattag, um ihn heilig zu halten. Sechs Tage sollst du arbeiten und all deine Arbeit tun, aber der siebte Tag ist Sabbat für den HERRN, deinen Gott. Du sollst an ihm keinerlei Arbeit tun, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd und dein Vieh und der Fremde bei dir, der innerhalb deiner Tore wohnt. Denn in sechs Tagen hat der HERR den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles, was in ihnen ist, und er ruhte am siebten Tag; darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. V. Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit deine Tage lange währen in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt. VI. Du sollst nicht töten. VII. Du sollst nicht ehebrechen. VIII. Du sollst nicht stehlen. IX. Du sollst gegen deinen Nächsten nicht als falscher Zeuge aussagen. X. Du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren. Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, weder sein Rind noch seinen Esel, noch irgend etwas, was deinem Nächsten gehört.

Weitere Bibelthemen:

8Achter Teil: Das Gesetz Gottes
8.1Das Gesetz Gottes
8.2Dauer des Gesetzes
8.3Warum das Gesetz vom Sinai verkündigt wurde
8.4Strafe für die Übertretung
8.5Das Gesetz Gottes zur Patriarchenzeit
8.6Das Gesetz Gottes im Neuen Testament
8.7Sittengesetz und Zeremonialgesetz
8.8Die zwei Bündnisse
8.9Was wurde durch Christum abgeschafft?
8.10Gesetz und Evangelium
Quellenverzeichnis:

  • Bibellesungen für den Familienkreis. Ein Studium der Bibel nach Gegenständen, systematisch geordnet für öffentlichen und privaten Gebrauch ; enthält 200 Lesungen, in denen beinahe 4000 Fragen über wichtige religiöse gegenstände beantwortet werden. Von einer großen Anzahl Bibelforschern ausgearbeitet (1923). neue, umgearb. und verm. Aufl. Brookfield, Ill. [u.a.]: Pacific Press.