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„Treibe die Magd hinaus und ihren Sohn!“ 

Galater 4,30 

1. Von welchen zwei Bündnissen spricht die Bibel?

„Indem er von einem neuen Bund spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt. Was aber veraltet und überlebt ist, das ist dem Untergang nahe.“ Hebr. 8,13 EÜ


2. Wie werden diese Bündnisse weiter noch bezeichnet?

„Wenn der erste Bund untadelig gewesen wäre, würde nicht Raum für einen andern gesucht.“ Hebr. 8,7 Lu84


3. Mit welchem geschichtlichen Ereignis wurde der alte Bund oder das alte Testament in Verbindung gebracht?

„… nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern gemacht habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Land Ägypten zu führen — denn sie sind nicht in meinem Bund geblieben, und ich ließ sie gehen, spricht der Herr.“ Hebr. 8,9; siehe 2.Mo. 19,3-8

4. Woran sollte Mose auf Anordnung Gottes die Kinder Israel erinnern, als der Herr im Begriff stand, ihnen sein Gesetz zu verkünden?

„So sollst du … den Kindern Israels verkündigen: Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe, und wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe.“ 2.Mo. 19,3-4

5. Welchen Vorschlag machte er ihnen?

„Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ 2.Mo. 19,5-6 Lu84


6. Wie antwortete das Volk auf diesen Vorschlag?

„Da antwortete das ganze Volk miteinander und sprach: Alles, was der Herr gesagt hat, das wollen wir tun! Und Mose überbrachte dem Herrn die Antwort des Volkes.“ 2.Mo. 19,8

7. Welche Verpflichtung wurde Israel unter diesem Bund auferlegt?

„Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt.“ 2.Mo. 19,5a

8. Welches war der Bund des Herrn, den sie als ihren Teil des Bündnisses einhalten sollten?

„Er verkündigte euch seinen Bund, den er euch zu halten gebot, nämlich die zehn Worte; und er schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln.“ 5.Mo. 4,13

Anmerkung. Die Zehn Gebote waren der ‚Bund‘, auf den er verwies, als er in der Absicht, mit Israel einen Bund zu machen, sagte: „Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten”. 2.Mo. 19,5 Die Zehn Gebote werden als Gottes Bund bezeichnet, noch ehe der Bund mit Israel gemacht worden war. Darum können sie selbst nicht der alte Bund sein. Sie waren nicht ein getroffenes Abkommen, sondern etwas, das Gott ihnen zu tun befahl, und er verhieß ihnen einen Segen, wenn sie sie halten würden. Somit wurden die Zehn Gebote – Gottes Bund – die Grundlage des hier mit Israel gemachten Bundes. Der alte Bund wurde wegen der Zehn Gebote gemacht, oder „aufgrund all dieser Worte.” 2.Mo. 24,8 Ein Bund ist ein feierliches Versprechen auf gewisse Bedingungen hin.

9. Was sagte das Volk erneut, als das Gesetz vom Berg Sinai verkündet worden war?

„Und Mose kam und verkündigte dem Volk alle Worte des Herrn und alle Verordnungen. Da antwortete das Volk einstimmig und sprach: Alle Worte, die der Herr geredet hat, wollen wir tun!“ 2.Mo. 24,3

10. Was tat Mose, um jedem Missverständnis vorzubeugen?

„Mose schrieb alle Worte des Herrn auf. Am nächsten Morgen stand er zeitig auf und errichtete am Fuß des Berges einen Altar und zwölf Steinmale für die zwölf Stämme Israels. … Darauf nahm er die Urkunde des Bundes und verlas sie vor dem Volk.“ 2.Mo. 24,4-7a EÜ


11. Was versprach das Volk wiederum, zu tun?

„Und sie sprachen: Alles, was der Herr gesagt hat, das wollen wir tun und darauf hören!“ 2.Mo. 24,7b

12. Wie wurde dieser Bund dann bestätigt und geweiht?

„Und Mose sandte junge israelitische Männer, damit sie Brandopfer darbrachten und Jungstiere opferten als Friedensopfer für den Herrn. Und Mose nahm die Hälfte des Blutes und goss es in Schalen; aber die andere Hälfte des Blutes sprengte er auf den Altar. Darauf nahm er das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sprachen: Alles, was der Herr gesagt hat, das wollen wir tun und darauf hören! Da nahm Mose das Blut und sprengte es auf das Volk und sprach: Seht, das ist das Blut des Bundes, den der Herr mit euch geschlossen hat aufgrund aller dieser Worte!“ 2.Mo. 24,5-8

13. Wie beschreibt Paulus diesen Beschluss des Bundes?

„Denn nachdem jedes einzelne Gebot nach dem Gesetz von Mose dem ganzen Volk verkündet worden war, nahm er das Blut der Kälber und Böcke mit Wasser und Purpurwolle und Ysop und besprengte sowohl das Buch selbst als auch das ganze Volk, wobei er sprach: ‚Dies ist das Blut des Bundes, den Gott mit euch geschlossen hat!‘„ Hebr. 9,19-20

Anmerkung. Wir haben hier den vollständigen Bericht von der Vereinbarung des ersten oder alten Bundes. Gott versprach, sie zu seinem besonderen Volk anzunehmen, wenn sie seine Gebote halten würden. Dreimal gelobten sie, zu gehorchen. Das Abkommen wurde dann mit Blut bestätigt und versiegelt.

14. Was sagte das Volk zu Aaron vor Ablauf von 40 Tagen, nachdem der Bund gemacht worden war, während Mose auf dem Berg weilte?

Das Volk „sagte zu ihm: Komm, mach uns Götter, die vor uns herziehen. Denn dieser Mose, der Mann, der uns aus Ägypten heraufgebracht hat – wir wissen nicht, was mit ihm geschehen ist.“ 2.Mo. 32,1 EÜ


15. Was sah Mose, als er vom Berg Sinai herabkam?

„Als Mose dem Lager näher kam und das Kalb und den Tanz sah, entbrannte sein Zorn. Er schleuderte die Tafeln fort und zerschmetterte sie am Fuß des Berges.“ 2.Mo. 32,19 EÜ

Anmerkung. Der große Zweck und das Geheimnis des alten Bundes ist hieroffenbart. Die Israeliten erkannten nicht die Schwachheit und Sündhaftigkeit ihres eigenen Herzens, noch ihr Bedürfnis der göttlichen Gnade und Hilfe, um das Gesetz zu halten. Und so versprachen sie in ihren Unwissenheit willig, gehorchen zu wollen. Aber fast gleich darauf fingen sie an, Götzendienst zu treiben und übertraten so das Gesetz Gottes oder die Bedingungen, die als ihr Teil des Bundes niedergelegt waren. Diese Bedingungen waren an und für sich gut, aber das Volk konnte sie in seiner eigenen Kraft nicht einhalten. Der große Zweck des alten Bundes bestand deshalb darin, dem Volk seine Schwachheit und Unfähigkeit zu lehren, das Gesetz ohne die Hilfe Gottes halten zu können. Wie das Gesetz selbst, – über das der alte Bund gemacht wurde – war dieser Bund bestimmt, sie bis auf die Verheißungen des neuen und immerwährenden Bundes zu verwahren und sie zu Christus hin zu führen. Gal. 3,23-24 Und die Lehre, die Israel als ein Volk darin zu lernen hatte, muss jetzt jeder Mensch lernen, ehe er erlöst werden kann. Es gibt keine Erlösung für irgend jemand, solange er noch auf sich selbst vertraut. Denn ohne Hilfe kann niemand das Gesetz halten. Nur in Christus ist die Vergebung der Sünde und die Macht, vor dem Sündigen zu bewahren. Das Zerbrechen der Gesetzestafeln zeigt deutlich, dass die Bedingungen des Bundes gebrochen waren; und das Erneuern der Tafeln 2.Mo. 34,1; 28 zeigt dagegen Gottes Geduld und Langmut mit seinem Volk.

16. Worin unterscheidet sich der neue Bund von dem alten Bund, und worin übertrifft er diesen?

„Jetzt aber ist ihm ein um so erhabenerer Priesterdienst übertragen worden, weil er auch Mittler eines besseren Bundes ist, der auf bessere Verheißungen gegründet ist.“ Hebr. 8,6 EÜ


17. Was sind die ‚besseren Verheißungen‘, auf denen der neue Bund errichtet wurde?

„Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein; und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: »Erkenne den Herrn!« Denn sie werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen, spricht der Herr; denn ich werde ihre Missetat vergeben und an ihre Sünde nicht mehr gedenken!“ Jer. 31,33-34; siehe Hebr. 8,8-12

Anmerkung. Dies sind einfach die Segnungen der Heilsbotschaft durch Christus. Sie sind verheißen auf die Bedingung der Buße, des Bekennens, des Glaubens und der Annahme Christi, des Mittlers des neuen Bundes, was Erlösung und Gehorsam bedeutet. Im alten Bund war keine Bestimmung für Vergebung und Kraft zum Gehorsam. Es ist wahr, es gab Vergebung in der Zeit des alten Bundes, aber nicht durch ihn. Vergebung wurde damals wie heute durch die Bestimmung des neuen Bundes gewährt, dessen Bestimmungen älter als die des alten Bundes sind.

18. Mit welchen Worten wurde Christus als Erlöser und Befreier der Menschen verheißen, sobald die Sünde in die Welt gekommen war?

„Da sprach Gott der Herr zur Schlange: Weil du dies getan hast, so sollst du verflucht sein mehr als alles Vieh und mehr als alle Tiere des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Staub sollst du fressen dein Leben lang! Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.“ 1.Mo. 3,14-15

Anmerkung. Der Bund der Gnade mit seinen Bestimmungen der Vergebung und des Friedens reicht bis auf die Grundlegung der Welt zurück.

19. Wem wurden später diese Bundesverheißungen erneuert?

„Weiter sprach Gott zu Abraham: Deine Frau Sarai sollst du nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara (Herrin) soll sie heißen. Ich will sie segnen und dir auch von ihr einen Sohn geben. Ich segne sie, sodass Völker aus ihr hervorgehen; Könige über Völker sollen ihr entstammen. Da fiel Abraham auf sein Gesicht nieder und lachte. Er dachte: Können einem Hundertjährigen noch Kinder geboren werden und kann Sara als 90-jährige noch gebären? Dann sagte Abraham zu Gott: Wenn nur Ismael vor dir am Leben bleibt! Gott entgegnete: Nein, deine Frau Sara wird dir einen Sohn gebären und du sollst ihn Isaak nennen. Ich werde meinen Bund mit ihm schließen als einen ewigen Bund für seine Nachkommen … Ich mache deine Nachkommen zahlreich wie die Sterne am Himmel und gebe ihnen alle diese Länder. Mit deinen Nachkommen werden alle Völker der Erde sich segnen.“ 1.Mo. 17,15-19; 26,4 EÜ


20. Wer ist dieser hier verheißene Nachkomme?

„Abraham und seinem Nachkommen wurden die Verheißungen zugesprochen. Es heißt nicht: ‚und den Nachkommen‘, als wären viele gemeint, sondern es wird nur von einem gesprochen: und deinem Nachkommen; das aber ist Christus.“ Gal. 3,16 EÜ


21. Was zeigt, dass der neue oder zweite Bund und der abrahamitische Bund eigentlich dasselbe sind?

„Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben kraft der Verheißung.“ Gal. 3,29 EÜ

Anmerkung. Niemand sollte durch die Bezeichnungen ‚erster Bund‘ und ‚zweiter Bund‘ in Verwirrung geraten. Obwohl der am Sinai geschlossene Bund der erste Bund genannt wird, so ist er doch keinesfalls der erste Bund, den Gott jemals mit den Menschen machte. Lange vorher machte er einen Bund mit Abraham; auch machte der Herr einen Bund mit Noah und Adam. Zudem darf man nicht annehmen, dass der erste oder alte Bund für eine Zeitlang der einzige mit der Menschheit bestehende war, und dass dieser seinem Zweck dienen und aufgehoben werden musste, ehe jemand an den verheißenen Segnungen des zweiten oder neuen Bundes teilhaben konnte. Wäre dies der Fall gewesen, dann hätte während jener Zeit niemand Vergebung erhalten. Was der zweite oder neue Bund genannt wird, bestand eigentlich vor dem am Sinai abgeschlossenen Bund, denn der Bund mit Abraham wurde in Christus bestätigt. Gal. 3,17 Und nur durch Christus hat der neue oder zweite Bund irgendeinen Wert. Auf Grund des neuen Bundes kann man keinen Segen erlangen, der nicht auch Abraham verheißen gewesen wäre. Und wir, mit denen der neue Bund gemacht ist, können das Erbe erlangen, das er nur dem verheißt, der ein Kind Abrahams ist und an seinen Segnungen teilhat. Gal. 3,7; 9 Weil nun niemand etwas haben kann, ausgenommen er ist ein Kind Abrahams, so folgt daraus, dass es in dem sogenannten neuen oder zweiten Bund nichts gibt, was nicht auch in dem Bund mit Abraham gewesen wäre. Der zweite Bund bestand in allen Hauptzügen, ausgenommen in seiner Bestätigung, lange vor dem ersten, ja seit den Tagen Adams. Er wird der zweite Bund genannt, weil er erst nach dem am Sinai gemachten und bestätigten Bund bekräftigt wurde.

22. Was muss erfolgen, wo ein Bund oder Testament ist?

„Denn wo ein Testament ist, da muss notwendig der Tod dessen eintreten, der das Testament gemacht hat; denn ein Testament tritt auf den Todesfall hin in Kraft, da es keine Gültigkeit hat, solange derjenige lebt, der das Testament gemacht hat.“ Hebr. 9,16-17

23. Mit wessen Blut wurde der neue Bund eingeweiht?

„Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.“ Lk. 22,20 EÜ


24. Welche Kraft ist in dem Blut des neuen Testaments?

„Der Gott des Friedens aber, der unseren Herrn Jesus aus den Toten heraufgeführt hat, den großen Hirten der Schafe durch das Blut eines ewigen Bundes, er rüste euch völlig aus zu jedem guten Werk, damit ihr seinen Willen tut, indem er in euch das wirkt, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus. Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ Hebr. 13,20-21

25. Durch welches Testament allein können Sünden vergeben werden?

„… wieviel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als ein makelloses Opfer Gott dargebracht hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott die nen könnt. Darum ist er auch der Mittler eines neuen Bundes, damit – da sein Tod geschehen ist zur Erlösung von den unter dem ersten Bund begangenen Übertretungen – die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen.“ Hebr. 9,14-15

Anmerkung. Die Tatsache, dass Christus, der Mittler des neuen Bundes, für die unter dem ersten Bund begangenen Übertretungen starb, zeigt, dass es kraft des ersten Bundes keine Vergebung gab.

26. Was versprach das Volk unter dem alten Bund?

… das Gesetz Gottes in seiner eigenen Kraft zu halten.

Anmerkung. Unter diesem Bund versprach das Volk, alle Gebote Gottes zu halten, um sein auserwähltes Volk zu sein, und zwar ohne Hilfe von irgend jemand. Dies war eigentlich ein Versprechen, sich selbst gerecht machen zu wollen. Christus aber sagte: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“ Joh. 15,5 Und der Prophet Jesaja sagt: „Wir sind ja allesamt geworden wie Unreine, und alle unsere Gerechtigkeit wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsere Sünden trugen uns fort wie der Wind.” Jes. 64,5 Die einzige vollkommene Gerechtigkeit ist Gottes Gerechtigkeit, und die kann nur durch den Glauben an Christus erlangt werden. Römer 3,20-26 Die einzige Gerechtigkeit, die uns einen Eintritt in Gottes Reich sichern wird, ist „die Gerechtigkeit aus Gott aufgrund des Glaubens”. Phil. 3,9 Von denen, die das Reich Gottes ererben, sagt der Herr: „ihre Gerechtigkeit kommt von mir”; Jes. 54,17 Lu84
und der Prophet Jeremia sagt von Christus: „Und das ist der Name, den man ihm geben wird: »Der Herr ist unsere Gerechtigkeit.” Jer. 23,6

27. Was verhieß Gott unter dem neuen Bund zu tun?

„Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.“ Jer. 31,33

Anmerkung. Der neue Bund ist eine Vorkehrung, den Menschen wieder in Einklang mit dem göttlichen Willen zu bringen und dahin zu führen, wo er das Gesetz Gottes halten kann. Seine ‚besseren Verheißungen‘ bringen Vergebung der Sünden, Gnade zur Erneuerung des Herzens und die Kraft, das Gesetz Gottes zu halten. Beachte aber, die Aufhebung des alten Bundes und das Einsetzen des neuen Bundes hat in keiner Weise das göttliche Gesetz beseitigt.

28. Worauf wurde das Gesetz Gottes im alten Bund geschrieben?

„So machte ich eine Lade aus Akazienholz und hieb zwei steinerne Tafeln aus, wie die ersten waren, und stieg auf den Berg, und die zwei Tafeln waren in meinen Händen. Da schrieb er auf die Tafeln entsprechend der ersten Schrift die zehn Worte, die der Herr zu euch auf dem Berg gesprochen hatte, mitten aus dem Feuer, am Tag der Versammlung. Und der Herr gab sie mir.“ 5.Mo. 10,3-4

29. Worauf wird das Gesetz Gottes im neuen Bund geschrieben?

„… sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein.“ Jer. 31,33 Lu84


30. Welcher Grund wird angegeben für die Stiftung des neuen Bundes?

„Wäre nämlich jener erste Bund ohne Tadel, so würde man nicht einen zweiten an seine Stelle zu setzen suchen. Denn er tadelt sie, wenn er sagt: Seht, es werden Tage kommen spricht der Herr –, in denen ich mit dem Haus Israel und dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde.“ Hebr. 8,7-8 EÜ

Anmerkung. Der Hauptfehler in Verbindung mit dem alten Bund ist bei dem Volk zu suchen. Sie waren selbst nicht in der Lage, ihren Teil des Bundes zu erfüllen, und er brachte auch keine Hilfe, es zu tun. Christus war nicht darin zu finden. Es war ein Bund der Werke und nicht der Gnade. Nur als Mittel der Offenbarung ihrer Sündhaftigkeit und des Bedürfnisses der göttlichen Gnade hatte er seinen Wert.

31. Was verbindet alle Gläubigen im neuen Bund?

„Darum gedenkt daran, dass ihr, die ihr einst Heiden im Fleisch wart und Unbeschnittene genannt wurdet von der sogenannten Beschneidung, die am Fleisch mit der Hand geschieht – dass ihr in jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen von der Bürgerschaft Israels und fremd den Bündnissen der Verheißung; ihr hattet keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, nahe gebracht worden durch das Blut des Christus.“ Eph. 2,11-13

Ähnlichkeiten zwischen den zwei Bündnissen

  • Beiden werden Bund oder Testament genannt.
  • Beide wurden mit Blut bestätigt.
  • Beide wurden über das Gesetz Gottes gemacht.
  • Beide wurden mit dem Volk Gottes abgeschlossen.
  • Beide wurden auf Verheißungen gegründet.

Unterschiede zwischen den zwei Bündnissen

Der alte Bund Der neue Bund
1Genannt der alte Bund.Genannt der neue Bund.
2Genannt der erste Bund.Genannt der zweite Bund.
3Ein zeitweiliges Übereinkommen.Ein ewiger Bund.
4Eingeweiht mit Tierblut.Bestätigt durch das Blut Christi.
5War nicht vollkommen. Ist ein besserer Bund.
6War gegründet auf die Verheißungen des Volkes.Gründet sich auf Gottes Verheißungen.
7Hatte keinen Vermittler.Hat einen Mittler.
8Enthielt keine Vorkehrung für Sündenvergebung.Hat Vorkehrung für Sündenvergebung.
9Unter diesem war das Gesetz auf Steintafeln geschrieben.Unter diesem wird das Gesetz ins Herz geschrieben.
10Hatte Werke.Hat die Gnade.
11Bedingungen: Gehorche und lebe; übertritt und stirb.Bedingungen: bereue und erhalte Vergebung; glaube und sei erlöst.

 


Weitere Bibelthemen:

8Achter Teil: Das Gesetz Gottes
8.1Das Gesetz Gottes
8.2Dauer des Gesetzes
8.3Warum das Gesetz vom Sinai verkündigt wurde
8.4Strafe für die Übertretung
8.5Das Gesetz Gottes zur Patriarchenzeit
8.6Das Gesetz Gottes im Neuen Testament
8.7Sittengesetz und Zeremonialgesetz
8.8Die zwei Bündnisse
8.9Was wurde durch Christum abgeschafft?
8.10Gesetz und Evangelium
Quellenverzeichnis:

  • Bibellesungen für den Familienkreis. Ein Studium der Bibel nach Gegenständen, systematisch geordnet für öffentlichen und privaten Gebrauch ; enthält 200 Lesungen, in denen beinahe 4000 Fragen über wichtige religiöse gegenstände beantwortet werden. Von einer großen Anzahl Bibelforschern ausgearbeitet (1923). neue, umgearb. und verm. Aufl. Brookfield, Ill. [u.a.]: Pacific Press.