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„Durch sein Sterben“ hob er „das Gesetz samt seinen Geboten und Forderungen auf.“ Epheser 2,14-15 EÜ

1. Was bewirkte der Tod Christi am Kreuz auf das ganze Opfersystem aus?

„Und nach den 62 Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden, und ihm wird nichts zuteil werden; die Stadt aber samt dem Heiligtum wird das Volk des zukünftigen Fürsten zerstören, und sie geht unter in der überstr.menden Flut; und bis ans Ende wird es Krieg geben, fest beschlossene Verwüstungen. Und er wird mit den Vielen einen festen Bund schließen eine Woche lang; und in der Mitte der Woche wird er Schlacht- und Speisopfer aufhören lassen.“ Dan. 9,26-27

2. Was heftete Christus ans Kreuz?

„Er hat den Schuldschein, der gegen uns sprach, durchgestrichen und seine Forderungen, die uns anklagten, aufgehoben. Er hat ihn dadurch getilgt, dass er ihn an das Kreuz geheftet hat.“ Kol. 2,14 EÜ

3. Was beseitigte er dadurch?

„Denn Er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht und die Scheidewand des Zaunes abgebrochen hat, indem er in seinem Fleisch die Feindschaft, das Gesetz der Gebote in Satzungen, hinwegtat, um die zwei in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen und Frieden zu stiften, und um die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen durch das Kreuz, nachdem er durch dasselbe die Feindschaft getötet hatte.“ Eph. 2,14-16

4. Wozu gehörten die Dinge, die auf diese Weise abgeschafft wurden?

„So lasst euch von niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen bestimmter Feiertage oder Neumondfeste oder Sabbate, die doch nur ein Schatten der Dinge sind, die kommen sollen, wovon aber der Christus das Wesen hat.“ Kol. 2,16-17 „Denn das Gesetz hat nur einen Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht das Wesen der Güter selbst. Deshalb kann es die, die opfern, nicht für immer vollkommen machen, da man alle Jahre die gleichen Opfer bringen muss.“ Hebr. 10,1 Lu84

5. Welche Schriftstelle zeigt uns, dass sich diese Gebote oder Satzungen auf das Opfergesetz bezogen?

6. Durch welches Ereignis zur Zeit der Kreuzigung wurde angezeigt, dass durch Christus das Schattensystem abgeschafft war?

„Und siehe, der Vorhang im Tempel riss von oben bis unten entzwei, und die Erde erbebte, und die Felsen spalteten sich.“ Mt. 27,51

7. Durch welche Stelle wird dies klar bewiesen?

„Dann aber hat er gesagt: Ja, ich komme, um deinen Willen zu tun. So hebt Christus das Erste auf, um das Zweite in Kraft zu setzen.“ Hebr. 10,9 EÜ

8. Was ist das erste, das er aufhob?

„Zunächst sagt er: Schlacht- und Speiseopfer, Brand- und Sündopfer forderst du nicht, du hast daran kein Gefallen, obgleich sie doch nach dem Gesetz dargebracht werden.“ Hebr. 10,8 EÜ Anmerkung. „Er nimmt das Erste weg.” Die Verbindung macht es klar, dass das, was Christus aufhob, das in dem vorbildlichen Opferdienst ausgedrückte Zeremonientum war, und dass das, was er einsetzte, indem er sich dahingab, um den Willen Gottes zu tun, die Erfahrung des Tuns des Willens Gottes vonseiten des Gläubigen war. So machte er die Erhörung des seinen Jüngern gelehrten Gebets: „Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel,” möglich. Anstatt dass Christus das Sittengesetz abschaffte, traf er solche Vorkehrungen, dass jeder, der an ihn glaubt, ein Täter des Gesetzes werden kann. „Das Wort ‚erste’ bezieht sich hier auf Opfer und Gaben. Er hebt sie auf, d.h. er zeigt, dass sie keine Sünde wegnehmen können. Er erklärt sie für unwirksam und kündet seine Absicht an, sie beseitigen zu wollen. ‚Dass er das andere einsetze’ – d.h. das Tun des göttlichen Willens. … Wenn jene wirksam gewesen wären, so würde es für Christus nicht notwendig gewesen sein, die Versöhnung zu bringen.” Dr. Albert Barnes über Hebr. 10,9

9. Wodurch zeigte Jesus der Frau am Jakobsbrunnen, dass der zeremonielle Gottesdienst abgeschafft werden würde?

„Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.“ „Joh. 4,21 Anmerkung. Die Anbetung der Juden stützte sich auf das vorbildhafte Opfersystem oder den Zeremonialdienst des Tempels ‚zu Jerusalem‘, wogegen die Samariter ihren eigenen Dienst ‚auf diesem Berg‘, dem Berg Garizim, hatten. Jesus deutete darum der samaritischen Frau an, dass die Zeit nahe sei, da das ganze Opfersystem abgeschafft werden würde.

10. Welche Streitfrage erhob sich zur Zeit der Apostel über diese Frage?

„Und aus Judäa kamen einige herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Gebrauch Moses beschneiden lasst, so könnt ihr nicht gerettet werden!“ Apg. 15,1

11. Was verlangten diese Lehrer von Judäa aufgrund des Zeremonialgesetzes von den Leuten?

„Da wir gehört haben, dass etliche, die von uns ausgegangen sind, euch durch Reden verwirrt und eure Seelen unsicher gemacht haben, indem sie sagen, man müsse sich beschneiden lassen und das Gesetz halten, ohne dass wir sie dazu beauftragt hätten.“ Apg. 15,24

12. Welche Entscheidung trafen die Apostel, nachdem sie über die Sache beraten hatten?

„Es hat nämlich dem Heiligen Geist und uns gefallen, euch keine weitere Last aufzuerlegen, außer diesen notwendigen Dingen,dass ihr euch enthaltet von Götzenopfern und von Blut und vom Erstickten und von Unzucht; wenn ihr euch davor bewahrt, so handelt ihr recht. Lebt wohl!“ Apg. 15,28-29

13. Welche Anklage wurde gegen Stephanus betreffs seiner Stellung zum Zeremonialgesetz erhoben?

„Und sie stellten falsche Zeugen, die sagten: Dieser Mensch hört nicht auf, Lästerworte zu reden gegen diese heilige Stätte und das Gesetz! Denn wir haben ihn sagen hören: Jesus, der Nazarener wird diese Stätte zerstören und die Gebräuche ändern, die uns Mose überliefert hat!“ Apg. 6,13-14

14. Welche ähnliche Beschuldigung wurde gegen Paulus erhoben?

„… und sprachen: Dieser überredet die Leute zu einem gesetzwidrigen Gottesdienst!“ Apg. 18,13

15. Was sagte Paulus von seinem Glauben und seiner Anbetung?

„Das bekenne ich dir aber, dass ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, dem Gott der Väter auf diese Weise diene, dass ich an alles glaube, was im Gesetz und in den Propheten geschrieben steht.“ Apg. 24,14 Anmerkung. Die gegen Stephanus und Paulus erhobene Anklage gründete sich nicht auf eine Übertretung des Sittengesetzes, sondern auf ihre Stellung zum Zeremonialgesetz. Und das Zugeständnis des Paulus, dass er einer Sekte angehöre, bedeutet einfach, dass er sich von ihnen in der Pflicht unterschied, die Vorschriften des Gesetzes zu halten, die ihnen „bis zur Zeit der Besserung” auferlegt waren. Die einfache Tatsache, dass solche Anklagen gegen diese tüchtigen Boten des Evangeliums erhoben wurden, zeigt, dass nach ihrer Ansicht das Zeremonialgesetz durch den Tod Christi aufgehoben worden war, und dass es, wie die Verkündigung des Sittengesetzes am Sinai, dazu bestimmt war, die Menschen zu Christus zu führen.

16. Was ist eine der Aufgaben des Zeremonialgesetzes?

„So ist also das Gesetz unser Lehrmeister geworden auf Christus hin, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden.“ Gal. 3,24

17. Wie wird die gleiche Lehre an einer anderen Stelle formuliert?

„Denn Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt.“ Römer 10,4 Anmerkung. In Murdocks Übersetzung des syrischen Neuen Testaments heißt diese Stelle: „Denn der Messias ist das Ziel des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der an ihn glaubt.” – Böhmer übersetzt diese Stelle so: „Denn das Gesetz soll zu Christus hinführen. Wer an ihn glaubt, hat Gerechtigkeit.”

18. In welcher Stelle wird das Wort ‚Ende‘ in ähnlicher Weise verwendet?

„… wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen!“ 1.Petr. 1,9; siehe auch 1.Tim. 1,5: Jak. 5,11 Anmerkung. Im Zeremonialgesetz war ein „Schatten von den zukünftigen Gütern”, ein Abbild des Mittleramtes Christi, unseres großen Hohepriesters. Das Sittengesetz bringt Erkenntnis der Sünde, stellt den Sünder unter Verdammnis und führt ihn zu Christus, um von ihm begnadigt und gereinigt zu werden. Das Zeremonialgesetz wurde durch Christi Werk aufgehoben, aber das Sittengesetz wurde sowohl durch sein Leben wie seinen Tod aufgerichtet.

19. Welches Zeugnis legte Jesus ab über sein Verhältnis zum Gesetz und zu den Propheten?

„Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“ Mt. 5,17 EÜ Anmerkung.
„Christus hielt das Gesetz. Wenn er es übertreten hätte, dann hätte er für sich sterben müssen; aber weil er ein Lamm war ohne jeden Fehler, so ist sein Tod wirksam für dich und mich. Er hatte selbst keine Sünde, die der Versöhnung bedurfte, und so nahm Gott sein Opfer an. Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der da glaubt. Wir sind gerecht in Gottes Augen, weil die Gerechtigkeit Gottes, die durch den Glauben an Jesus Christus kommt, allen zuteil wird, die da glauben.” D. L. Moody
Siehe auch Anmerkungen in den Bibellesungen: „Dauer des Gesetzes”, „Warum das Gesetz vom Sinai verkündigt wurde” und „Das Gesetz Gottes im Neuen Testament”.

Weitere Bibelthemen:

8Achter Teil: Das Gesetz Gottes
8.1Das Gesetz Gottes
8.2Dauer des Gesetzes
8.3Warum das Gesetz vom Sinai verkündigt wurde
8.4Strafe für die Übertretung
8.5Das Gesetz Gottes zur Patriarchenzeit
8.6Das Gesetz Gottes im Neuen Testament
8.7Sittengesetz und Zeremonialgesetz
8.8Die zwei Bündnisse
8.9Was wurde durch Christum abgeschafft?
8.10Gesetz und Evangelium
Quellenverzeichnis:

  • Bibellesungen für den Familienkreis. Ein Studium der Bibel nach Gegenständen, systematisch geordnet für öffentlichen und privaten Gebrauch ; enthält 200 Lesungen, in denen beinahe 4000 Fragen über wichtige religiöse gegenstände beantwortet werden. Von einer großen Anzahl Bibelforschern ausgearbeitet (1923). neue, umgearb. und verm. Aufl. Brookfield, Ill. [u.a.]: Pacific Press.