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Überschrift

Ein Psalm Davids. David wird in diesem Psalm wie in einem
naturgetreuen Miniaturbild dargestellt. Alles finden wir
hier, sein festes Vertrauen, seine vielen Kämpfe, seine schwe-
ren Übertretungen, seine bittere Reue und seine tiefe Nieder-
geschlagenheit. Offensichtlich handelt es sich um ein Lied,
das David in späteren Jahren gedichtet hat, denn er erwähnt
die Sünden seiner Jugend. Wahrscheinlich bezieht sich der
Psalm auch auf die Zeit, als Absalom den großen Aufruhr
gegen ihn anzettelte. David spricht hier schmerzerfüllt von
der Verschlagenheit und Grausamkeit seiner vielen Feinde.
Dieser Psalm ist der zweite von sieben Bußpsalmen. Das
Zeichen des wahren Gläubigen ist, daß seine Sünden ihn be-
kümmern und diese innere Not ihn immer wieder zu Gott
treibt.

Einteilung

Die zweiundzwanzig Verse dieses Psalms beginnen im
Grundtext mit den hebräischen Buchstaben in alphabetischer
Reihenfolge. Vielleicht hat der Verfasser diese Methode an-
gewendet, um dem Gedächtnis eine Hilfe zu geben. Außer-
dem will uns der Heilige Geist sicherlich damit zeigen, daß
Schönheit des Stils und Kunst der Ausdrucksform im Dienste
Gottes durchaus ihre Verwendung finden können. Gehört
nicht auch der Scharfsinn und die reiche Erfindungsgabe des
Menschen auf den Altar Gottes? – Unser Psalm hat eine
eigenartige Struktur. Es ist deshalb nicht leicht, eine genaue
Einteilung vorzunehmen. Aber das Thema ist immer das-
selbe, wenn die Gedanken auch sehr schnell wechseln. Der
Verfasser schreibt in der Form des Gebets und in der Form
der Meditation. Gebet (V. 1-7); Meditation. (V. 8-10);
Gebet (V. 11); Meditation (V. 12-15); Gebet (V. 16-22).

 

PSALM 25

AUSLEGUNG

  1. Gebet (Vers 1-7).
  2. „Zu dir, o Herr, erhebe ich meine Seele“ (Elberfelder
    Übersetzung). Wenn der Sturm tobt, begibt sich das Schiff
    des Glaubens in den wohlbekannten Zufluchtshafen. Wie
    barmherzig ist der Herr, daß er uns hört, wenn wir in Zeiten
    der Not zu ihm rufen, obwohl wir ihn in Zeiten des vermeint-
    lichen Wohlstands fast vergessen haben! „Zu dir, Herr, er-
    bebe ich meine Seele.“
    Es ist Hohn, wenn man nur die Hände
    und Augen zu Gott erhebt. Das Herz muß am Gebet beteiligt
    sein ! Wir können das mit einem Aufstieg auf der Jakobslei-
    ter vergleichen: Alle Sorgen und Ängste lassen wir am Fuß
    der Leiter zurück, und oben an der Spitze treffen wir mit
    Gott zusammen. Sehr oft allerdings kann das Herz sich nicht
    einfach so aufschwingen. Es hat sozusagen die Flügel ver-
    loren, ist schwer und erdgebunden. Es gleicht dann eher
    einem Maulwurf, der in der Erde wühlt, als einem aufstei-
    genden Adler! In solchen niederdrückenden Zeiten geht es
    darum, das Gebet auf keinen Fall aufzugeben. Mit Gottes
    Hilfe sollten wir unsere ganze Kraft aufwenden, um in Ver-
    bindung mit Gott zu bleiben. Dein Glaube als Hebel und
    Gottes Gnade als Arm, der den Hebel in Bewegung setzt –
    und der schwere, tote Stein muß sich doch bewegen! Aber
    was ist oft genug daraus geworden? Wir haben uns mächtig
    angestrengt und wurden schließlich doch vollständig besiegt.
    Gerade an dieser Stelle, in diesem Augenblick möchte die
    Liebe des Heilands die überwindende Kraft sein, die unser
    Herz zu ihm emporzieht.
  3. 2 „Mein Gott“ Diese Anrede ist uns lieber und ver-
    trauter als der Name „Herr der Heerscharen“, der im ersten
    Satz gebraucht wird. Der Sänger ist seinem himmlischen Hel-
    fer näher gekommen. Er wird so kühn, Gott wie einen Besitz
    zu ergreifen. „Mein Gott.“ Der Psalmist scheut sich nicht, offen seine Empfindungen auszusprechen. In seinem Herzen ist der Wunsch, den Herrn zu suchen, und so spricht er ihn aus; er glaubt, daß er einen rechtmäßigen Anspruch an den Herrn hat, und er äußert ihn ; er vertraut seinem Gott, und so bekennt er: „Mein Gott, ich hoffe auf dich.“ Glaube ist wie ein Tau, das unser Boot ans Ufer bindet. Wenn wir daran ziehen, bringen wir uns selbst ans Land. Glaube verbindet uns mit Gott und bringt uns ihm dann imer näher. Solange der Anker des Glaubens hält, brauchen wir uns selbst im schlimmsten Sturm nicht zu fürchten. Reißt er aber los, ist keine Hoffnung mehr 1 Unser Glaube muß gesund und stark sein, sonst nützen uns Gebete nichts.

„Laß mich nicht zu Schanden werden.“ Enttäusche jetzt
meine Hoffnungen nicht. Sonst könnte es sein, daß ich mich
schämen müßte, jemals von deiner Treue geredet zu haben.
Darauf lauern ja viele! Auch die Besten haben Feinde und
sollten darum beten, daß die bösen Pläne ihrer Feinde nicht
gelingen.

„Daß sich meine Feinde nicht freuen über mich.“ Die Gläu-
bigen eifern um die Ehre Gottes. Sie können nicht dulden,
daß die Ungläubigen sie verhöhnen, weil angeblich Gott ihre
Hoffnungen nicht erfüllt hat. Alle anderen Hoffnungen wer-
den einmal in Enttäuschung und Schande enden – aber unser
Vertrauen wird niemals enttäuscht werden !

  1. 3 „Denn keiner wird zu Schanden, der dein harret“ (nach
    der englischen Übersetzung: Laß niemanden, der dir ver-
    traut, zuschanden werden). Leiden macht das Herz weit. Die
    neue Fähigkeit wird geweckt, Mitgefühl zu haben. Wenn wir
    für uns selbst beten, können wir unsere Leidensgenossen doch
    nicht vergessen ! Niemand hat so viel Mitleid mit den Armen
    wie der, der selber arm ist; niemand hat so viel Liebe zu den
    Kranken wie der, der selber lange krank gewesen ist. Wir
    sollten dankbar für solche gelegentlichen Nöte sein, weil sie
    uns vor chronischer Herzenshärte bewahren wollen, denn das
    schlimmste Übel ist ein gefühlloses Herz!“ Das Gebet, das der
    Heilige Geist lehrt, ist niemals selbstsüchtig. Der Gläubige  möchte, daß alle, die in der gleichen schweren Lage sind wie er, an der gleichen göttlichen Barmherzigkeit teilhaben. Wir können dieses Gebet auch wie eine Verheißung ansehen (vgl. Luther).“Der Vater im Himmel wird alle, die ihm vertrauen, niemals enttäuschen, t

„Aber zu Schanden müssen sie werden, die leichtfertigen Ver-
ächter!“
David hat seine Feinde nicht herausgefordert. Ihr
Haß war grundlos. Sünder haben für ihre Übertretungen kei-
nen rechtmäßigen Grund und können sich nicht entschuldigen.
Außerdem hat niemand einen Nutzen von ihrem Sündigen,
nicht einmal sie selbst. Das Gesetz, das sie übertreten, ist
nicht hart oder ungerecht. Gott ist kein tyrannischer Herr-
scher, und die Vorsehung ist kein sklavisches Joch. Menschen
sündigen, weil sie sündigen wollen. Sie sündigen nicht des-
halb, weil es etwa nützlich oder vernünftig ist. Aus diesem
Grund ist Schande der ganz angemessene Lohn ! Solche Men-
schen sollten lieber noch heute in der Scham der Buße er-
röten, um nicht einmal Verachtung und bittere Schande in
der zukünftigen Welt erleiden zu müssen ! T

  1. 4 „Herr, zeige mir deine Wege.“ Ungeheiligte Naturen
    wollen ihre eigenen Wege gehen ; begnadigte Menschen aber
    rufen: „Nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe!“
    Nicht immer können wir den richtigen Weg erkennen. Dann
    ist es klug, den Herrn um Rat zu fragen. Manchmal ist es
    auch so, daß Gott auf sehr geheimnisvolle Weise mit uns
    handelt. *Dann aber dürfen wir ihn auch bitten,4 uns seine
    Führung zu erklären.^Zu gegebener Zeit wird er es tun. Sitt-
    liche, praktische und geistige Führung sind wunderbare Ga-
    ben Gottes, wenn wir lernwillig sind ! «
    „Und lehre mich deine Steige.“ Diese zweite Bitte scheint
    mehr zu bedeuten als die erste. Am besten kann man das an
    einem Beispiel erläutern: Ein kleines Kind sagt zu seinem
    Vater: „Vater, zuerst zeige mir den Weg, und dann hilf mir,
    daß meine kleinen, schwachen Füße darauf gehen können !“
  2. 5 „Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich.“ Das

ii

 

PSALM 25

ist die gleiche Bitte wie im vorhergehenden Vers. Das kleine
Kind hat gerade gehen gelernt. Es möchte aber noch weiter
an der helfenden Hand der Eltern geführt werden. So wollen
auch wir weiterhin im ABC der Wahrheit unterrichtet wer-
den. Dieses Gebet ist die Bitte um „Erfahrungsunterricht“.
David wußte 2war viel, aber er erkannte auch, daß ihm noch
viel fehlte. Deshalb wollte er weiterhin in der Schule des
Herrn bleiben. ^Viermal bittet er in diesen zwei Versen um
einen Platz in der Schule Gottes ! %

„Denn du bist der Gott, der mir hilft“ (Elberfeider Übers. :
Du bist der Gott meines Heils). Der drei einige Gott ist der
Anfänger und Vollender des Heils. Lieber Leser, ist er auch
der Gott deines Heils? Es ist etwas Herrliches, wenn wir
Gott mit solchem Vertrauen anreden können, wie David es
hier tut. Dann haben wir große Kraft im Gebet und viel
Trost in den Prüfungen.

täglich harre ich dein.“ Geduld ist die Tochter des Glau-
bens. Wir warten mit Freuden, wenn wir wissen, daß wir
nicht vergeblich warten.^Unser Glaube soll erprobt werden,
und wenn er echt ist, wird er selbst fortgesetzte Prüfungen
ertragen können.^Wenn wir daran denken, wie geduldig und
gnädig Gott einmal auf uns gewartet hat, werden wir so
schnell nicht müde, auch auf ihn zu warten ! t

  1. 6 „Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an
    deine Güte.“
    In Zeiten der Anfechtung beschleicht uns leicht
    die Furcht, daß Gott uns oder zumindest seine Güte verges-
    sen hat. Deshalb meint hier der Beter, er müsse Gott erinnern
    an alles, was er früher einmal in Liebe getan hat. Es gibt ein
    unheiliges Mißtrauen, das uns Furcht einflößen will. Dage-
    gen müssen wir mit aller Kraft angehen ! Wir wollen zufrie-
    den sein, wenn der Herr in der Zukunft so an uns handeln
    wird, wie er es in der Vergangenheit getan hat.
    „Die von der Welt her gewesen sind.“ Die genauere Über-
    setzung lautet : „Von Ewigkeit her.“ David hatte einen festen
    Glauben an die ewige Liebe Gottes. Liebe und Güte Gottes
    sind keine neuen Erfindungen. Wenn wir um Erweise seiner

 

PSALM 25

Liebe beten, können wir uns auf alle bisher dagewesenen
Fälle berufen. Vor Gericht wird ja viel Wert auf Präzedenz-
fälle gelegt; auch vor dem Thron der Gnade können wir uns
darauf berufen! Gerade dem unwandelbaren Gott gegen-
über ist es ein äußerst wirksames Argument, wenn wir ihm
seine Gnadentaten und ewige Liebe vorhalten.   \

  1. 7 „Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend.“ Die
    Sünde ist ein schwerer Stein, der unbedingt beseitigt werden
    muß. Herr, erlasse mir alle meine Sünden, besonders die
    heißblütigen Torheiten meiner Jugendjahre. Die Übertre-
    tungen, an die wir uns in Reue erinnern, will Gott vergessen ;
    aber wenn wir sie leichtfertig vergessen, wird Gott sich an
    sie erinnern und uns bestrafen. Bei den Sünden junger Men-
    schen drückt die Welt gern ein Auge zu. Trotzdem wiegen sie
    schwer! Wer in seiner Jugend hemmungslos sündigt, ver-
    giftet sich sein Alter. Wie manche Träne ist bei diesem Wort
    geweint worden in Erinnerung an die Vergangenheit!
    „Und meiner Übertretungen.“ Ein anderes Wort für die
    gleiche Not. Wer ehrlich Buße tut, leiert sein Bekenntnis nicht
    leichtfertig herunter. Ehrliche Buße zwingt uns manchen
    Klagelaut ab, denn es sind viele Sünden, die das Gewissen
    belasten. Die schmerzvolle Erkenntnis einer einzigen Sünde
    treibt den Gläubigen gleich zur Buße für die ganze Menge
    seiner bösen Taten,  Nichts als eine vollständige und klare
    Vergebung befriedigt das erwachte Gewissen. David wollte
    seine Sünden nicht nur vergeben, sondern auch Vergessen
    haben!

„Gedenke aber mein nach deiner Barmherzigkeit um deiner
Güte willen!“
David und der Schacher am Kreuz beten das
gleiche Gebet. Und beide stützen sich dabei auf die freie und
unverdiente Güte Gottes. Wir beten nicht nur darum, daß
Gott uns nicht nach den Maßstäben der Gerechtigkeit beur-
teilt. Vielmehr wagen wir es, darum zu beten, daß Gott nach
seiner Barmherzigkeit an uns handeln möge !

 

PSALM 25

  1. Meditation (Vers 8-10)

Diese drei Verse sind eine Betrachtung über die Eigen-
schaften und Handlungen des Herrn. Wer viel betet, sollte
sich ab und zu eine Pause gönnen, um sich durch eine geistliche
Betrachtung zu erfrischen.

  1. 8 „Der Herr ist gut und fromm; darum unterweist er die
    Sünder auf dem Wege“
    (Heuge: Der Herr ist gut und auf-
    richtig). Hier werden Güte und Aufrichtigkeit im Wesen
    Gottes in wunderbarem Einklang gesehen. Wer sie in voll-
    kommener Einheit sehen will, muß sich an den Fuß des
    Kreuzes stellen. Im Opfer Jesu Christi sind Güte und Ge-
    rechtigkeit vollkommen vereinigt. In der Versöhnung am
    Kreuz wirken sowohl die Gerechtigkeit Gottes als auch seine
    Gnade zum Heil der Sünder zusammen. Gute Menschen be-
    mühen sich gern darum, auch andere zum Guten zu beein-
    flussen. Genauso will der gute Gott Sünder auf den Weg der
    Heiligkeit bringen und sie seinem Bild gleichgestalten. Selbst-
    verständlich erwarten wir auf Grund der Güte Gottes, daß
    er sündige Menschen retten will. Wir können aber nicht von
    der Güte Gottes her den Rückschluß ziehen, daß er auch die
    Sünder retten will, die ihre eigenen Wege weiter gehen wol-
    len. Wir vertrauen jedoch darauf, daß er die Herzen der
    Übertreter erneuern will und sie in den Weg der Heiligkeit
    hineinführt. Alle, die von ihrer Sünde befreit werden wol-
    len, können sich damit trösten ! Gott selbst will herabsteigen,
    um die Sünder zu unterrichten. Und sein Unterricht ist sehr
    praktisch.
  2. 9 „Er leitet die Elenden recht.“ Demütige Menschen ste-
    hen hoch in der Gunst des Vaters Jesu Christi. Er sieht in
    ihnen das Ebenbild seines demütigen und bescheidenen Soh-
    nes. Solche Menschen wissen, wie sehr sie es nötig haben, ge-
    führt zu werden. Sie ordnen ihre Vernunft gern dem Willen
    Gottes unter, und deshalb will der Herr ihr Führer sein. Sie
    haben zarte und empfindsame Herzen; ihre Klugheit ist

 

PSALM 25

schnell zu Ende, wenn sie in eine ernste Schwierigkeit ge-
raten. Notlagen können sie deshalb auch leicht zu unüber-
legten Handlungen treiben. In solchen Augenblicken will
ihnen die Gnade zu Hilfe kommen und ihren Geist erleuch-
ten, damit sie unterscheiden können, was das Rechte ist und
welchen Weg sie gehen sollen. Die Toren sind zu stolz auf
ihre eigene Weisheit, um noch zu lernen. Deshalb verfehlen
sie auch den Weg zum Himmel. Die Demütigen aber sitzen
zu Jesu Füßen, und sie finden das Tor zur Herrlichkeit, denn :
„Die Demütigen wird er unterweisen den rechten Weg.“

  1. io „Die Wege des Herrn sind eitel Güte und Wahrheit
    denen, die seinen Bund und seine Zeugnisse halten.“
    Dies
    ist einmal eine Regel ohne Ausnahme! Gott ist gut für die,
    die gut sind. Gnade und Treue soll bei denen überfließen,
    die durch Gnade treu geworden sind. Wenn die Gnade uns
    befähigt, dem Willen des Herrn zu gehorchen, brauchen wir
    uns auch bei bedrohlichen Ereignissen nicht davor zu fürch-
    ten, daß wir einen Verlust erleiden. Gnade soll in jedem
    sauren Bissen sein, Treue in jedem bitteren Tropfen. Wir
    wollen uns nicht bekümmern, sondern ruhen im Glauben an
    den unveränderlichen Bund Gottes. Er ist in allen Dingen
    gut und absolut zuverlässig. Aber das ist keine allgemeine
    Wahrheit. Man kann den Bund Gottes nicht mißbrauchen.
    Schweine dürfen diese kostbare Wahrheit nicht in den
    Schmutz treten. Das Versprechen der Güte und Wahrheit ist
    eine Perle für das Halsband eines Kindes (Sprüche i, 9).
    Wahrhaft begnadigte Menschen halten den Bund des Herrn ;
    sie ruhen im Glauben an das vollendete Werk Jesu Christi;
    sie werden geheiligt durch den Heiligen Geist. Nur solche
    Menschen merken, wie alle Dinge zu ihrem Besten dienen,
    aber für die Sünder gilt diese Verheißung natürlich nicht!
    Wer den Bund hält, wird durch den Bund gehalten ; wer die
    Gebote des Herrn erfüllt, der wird von der Güte des Herrn
    erfüllt.

 

PSALM 25

  1. Gebet (Vers 11)
  2. 11 „Um deines Namens willen, Herr, sei gnädig meiner
    Missetat, die da groß
    isti“ Dieses Gebet scheint hier gar
    nicht am richtigen Platz zu sein. Aber Beten ist immer richtig,
    zur Zeit oder Unzeit. Durch die Betrachtung des Herrn ist
    der Psalmist ermuntert worden, und nun geht er wieder an
    das Werk des Gebets. Er ringt mit Gott um die Vergebung
    seiner Sünden. „Um deines Namens willen, Herr.“ Hier ist
    eine Anrufung Gottes, die niemals fehlgeht. Nicht um unsert-
    willen, um unserer Verdienste willen, sondern allein zur Ver-
    herrlichung der Barmherzigkeit, zur Offenbarung der Barm-
    herzigkeit, zur Offenbarung der Herrlichkeit Gottes.
    „Sei gnädig meiner Missetat.“ Meine Missetat liegt schwer
    auf mir; nimm sie doch bitte weg. Die Größe meiner Schuld
    macht dir doch keine Schwierigkeien, denn du bist ein großer
    Gott. Ich werde durch meine Sünde so unglücklich, daß du
    mir schnell verzeihen mußt. Einem großen Sünder Verge-
    bung zu schenken, wird dir große Ehre einbringen, deshalb:
    Um deines Namens willen, Herr, vergib mir. Dieser Vers
    illustriert die Logik des Glaubens. Glaube sucht nicht Ver-
    dienst des Menschen vor Gott, sondern richtet sich auf die
    Güte des Herrn ; anstatt mit der Schuld zu verzweifeln, schaut
    der Glaube auf das Blut Christi. Und gerade weil der Fall
    so dringlich ist, betet der Glaube um so intensiver.
  3. Meditation (Vers 12-15)
  4. 12 „Wer ist der, der den Herrn fürchtet?“ Diese Frage
    will zur Selbstprüfung führen. Die Vorrechte des Evange-
    liums können nicht von irgendwelchen Leuten in Anspruch
    genommen werden. Gehörst du zum königlichen Geschlecht
    oder nicht?

„Er wird ihn unterweisen den besten Weg.“ Wenn das Herz
aufrichtig ist, wird die richtige Wegführung auch nicht fehlen.
Wenn Gott das Herz heiligt, erleuchtet er auch den Verstand.

i6

 

PSALM 25

Wir wählen zwar gern unsere eigenen Wege. Aber wie groß
ist Gottes Barmherzigkeit, wenn er diese Wahl überwacht
und den freien Willen des Menschen zum guten Willen
macht! Wenn unser Wille zum Willen Gottes wird, läßt Gott
uns unsern Willen. Gott vergewaltigt uns nicht, sondern läßt
uns die freie Wahl. Zugleich aber unterweist er unsern Wil-
len, und deshalb wählen wir das, was ihm wohlgefällt. Das
Gesetz Gottes sollte unsern Willen beherrschen und leiten,
so daß wir genau wüßten, welcher Weg zu wählen ist. Aber
wir sind so unwissend, daß wir trotzdem unterrichtet werden
müssen ! Wir sind so eigenwillig, daß nichts außer Gott selbst
uns wirklich unterweisen kann!

  1. 13 Wer Gott fürchtet, hat nichts anderes zu fürchten.
    „Seine Seele wird im Guten wohnen.“ Schon auf dieser Erde
    wohnt der Gläubige „im Guten“, weil er beides gelernt hat:
    Überfluß haben und Mangel leiden. Nicht Überfluß, sondern
    innerste Zufriedenheit vermittelt innere Ruhe. Und eine noch
    viel tiefere Ruhe erwartet den Gläubigen, wenn er diese
    irdische Zeit hinter sich läßt. Wie ein Soldat, für den alle
    Kämpfe vorüber sind, wie ein Bauer, der seine Scheunen ge-
    füllt hat – so soll der Gläubige in die Ruhe zu seinem Herrn
    eingehen und für immer fröhlich sein !
    „Sein Same wird das Land besitzen.“ Gott erinnert sich an
    Isaak um Abrahams willen, und er denkt an Jakob um Isaaks
    willen. Die Söhne frommer Eltern beginnen ihren Lebens-
    weg mit guten Voraussetzungen. Aber wieviele haben den
    Segen des Vaters in einen Fluch verwandelt ! Die Verheißung
    wird jedoch nicht ungültig gemacht, weil einige Menschen in
    einigen Fällen sie nicht annehmen wollen. Gerade in unserer
    Zeit ist der geistliche Gehalt dieses Verses wahr. Unser geist-
    licher Same ist der Erbe all dessen, was mit „Land“ gemeint
    ist. Er empfängt den Segen des Neuen Bundes. Der Herr
    schenke uns noch viel geistliche Söhne und Töchter! Wir
    brauchen uns über ihr Leben keine Sorgen zu machen. Der
    Herr wird jeden von ihnen zu königlichen Ehren erheben.

2    Schatzkammer

 

PSALM 25

  1. 14 „Das Geheimnis des Herrn ist unter denen, die ihn
    fürchten.“
    Einige übersetzen: „Die Freundschaft . . .“ Das
    Wort bezeichnet die familiäre Beziehung, den vertrauensvol-
    len Umgang und die enge Gemeinschaft. Das ist ein großes
    Geheimnis. Irdisch gesinnte Menschen ahnen überhaupt nicht,
    was damit gemeint ist, und selbst Gläubige können dieses
    Geheimnis nicht in Worten ausdrücken. Man muß es erleben,
    um es zu kennen. Weder menschliche Weisheit noch eigene
    Anstrengung können die Tür zu dieser innersten Kammer
    aufbrechen. Nur die Heiligen haben den Schlüssel zu der Ge-
    heimschrift Gottes; nur sie können die himmlischen Rätsel
    lösen. Und sie haben Worte gehört, die sie nicht wiedergeben
    können !

„Und seinen Bund läßt er sie wissen.“ Sie sollen die Gerech-
tigkeit, Fülle, Gnade und Herrlichkeit des Bundes kennen-
lernen. Sie sollen sogar daran teilhaben. Der Heilige Geist
bestätigt es in ihren Herzen. Gott zeigt den Gläubigen in der
Bibel, welche Ratschlüsse der Liebe im Bund der Gnade lie-
gen. Sein Geist führt uns in diese Geheimnisse ein, sogar in
das verborgene Geheimnis der Erlösung. Wer die Bedeutung
dieses Verses nicht innerlich selbst erfaßt, wird sie auch nie
durch eine Auslegung verstehen können. Das Geheimnis liegt
im Kreuz Jesu Christi !

  1. 15 „Meine Augen sehen stets zu dem Herrn.“ David
    blickt in festem Vertrauen und erwartungsvoller Hoffnung
    auf den Herrn. Diesem Blick des Glaubens und der Hoff-
    nung können wir noch mehr hinzufügen: den gehorsamen
    Blick des Dienstes, den demütigen Blick der Verehrung, den
    staunenden Blick der Bewunderung, den eifrigen Blick der
    Meditation und den herzlichen Blick der Liebe. Glücklich
    sind die Menschen, die ihren Blick niemals von ihrem Gott
    abwenden! Salomo sagt: „Das Auge sieht sich nimmer satt.“
    Aber dieser Blick auf den Herrn befriedigt vollkommen !
    „Denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.“ Beachte,
    in welch widerspruchsvolle Situation ein begnadigter Mensch
    geraten kann : Seine Augen sind im Himmel und seine Füße

18

 

PSALM 25

im Netz. Sein Herz hört nicht auf, die Herrlichkeit Gottes
anzuschauen, während er doch sonst im Elend dieser Welt
steckt. Ein Netz ist das Bild für Versuchung. Oft bewahrt
uns der Herr davor, ins Netz zu fallen. Aber wenn wir hin-
eingefallen sind, rettet er uns. Das englische Wort „pluck =
herausreißen“ ist ein starkes Wort; Gläubige, die in Sünde
gefallen sind, haben erfahren, daß die Rettung nicht immer
angenehm ist! Der Herr reißt uns manchmal mit ziemlich
hartem Griff heraus. Wir sollen einmal merken, was für eine
bittere Sache die Sünde ist. Aber darin liegt auch große
Barmherzigkeit, für die wir dankbar sein sollten. Der Herr
will uns von den heimtückischen Anschlägen unseres grausa-
men Feindes befreien. Wenn wir auch durch unsere Schwach-
heit in die Sünde geraten sind, will er uns doch nicht dem
Untergang überlassen. Er reißt uns aus der gefährlichen Lage
heraus. Vielleicht sind unsere Füße im Netz; aber wenn un-
sere Augen auf Gott gerichtet sind, wird seine Gnade uns
ganz bestimmt retten.

  1. Gebet (Vers 16-22) ì
  2. i6 Davids Augen waren auf Gott gerichtet. Aber nun
    fürchtet er, daß der Herr sein Angesicht im Zorn von ihm ab-r
    gewendet hat. Oft flüstert uns der Unglaube ein, daß Gott
    uns den Rücken zukehrt. Aber wenn wir uns zu Gott wenden,
    brauchen wir niemals zu fürchten, daß er sich von uns abwenJ
    det! Wir dürfen kühn rufen: „Wende dich zu mir!“ Die Ur-
    sache eines Zweifels liegt immer in uns selbst. Wenn sie be-
    seitigt ist, kann nichts mehr unsere Freude an der vollkom-<
    menen Gemeinschaft mit Gott stören. :

„Und sei mir gnädig.“ Auch die Heiligen brauchen immer-
wieder Gnade. Trotz all ihrer Erfahrung kommen sie nie
über das Gebet des Zöllners hinaus: „Herr, sei mir Sünder
gnädig.“

„Denn ich bin einsam und elend.“ David fühlte sich einsam
und bedrückt. Jesus war in seinem Erdenleben in genau der-i

 

VSALM 25

selben Situation; niemand konnte die großen Tiefen seiner
Leiden miterleben. Aber deshalb kann er heute alle die wun-
derbar trösten, die diesen einsamen, schweren Weg gehen
müssen.

  1. 17 „Die Angst meines Herzens ist groß“ (Elberfeider:
    Die Ängste meines Herzens haben sich vermehrt). Es ist in
    diesem Fall so, als würde das Herz dés Psalmisten mit Kum-
    mer überschwemmt, wie ein See von einer ungeheuren Was-
    sermenge anschwillt und über die Ufer tritt. David benutzt
    diese Tatsache als Argument dafür, daß seine Rettung äu-
    ßerst dringend ist. Wenn die dunkelste Stunde der Nacht da
    ist, erwarten wir die Morgendämmerung. Und wenn unsere
    Leiden den Höhepunkt erreicht haben, dürfen wir hoffnungs-
    voll beten : „Führe mich aus allen meinen Nöten!“
  2. 18 „Siehe an meinen Jammer und mein Elend.“ Beachte
    die mannigfachen Prüfungen, die über die Gläubigen kom-
    men können. Wir haben hier sechs verschiedene Ausdrücke
    dafür: einsam und elend, Angst und Not, Jammer und Elend.
    Beachte aber auch die demütige und gläubige Gesinnung des
    wahren Gläubigen; alles, um was er bittet, ist: „Herr, siehe
    an !“ Er diktiert Gott nichts und beschwert sich nicht bei ihm.
    Ein Blick Gottes genügt ihm. Mehr will er nicht. Aber noch
    bemerkenswerter ist, wie der Gläubige die wahre Quelle
    seines ganzen Unglücks entdeckt und die Axt an die Wurzel
    legt: „Vergib mir alle meine Sünden!“ Das ist der Schrei
    eines Herzens, das mehr durch die Sünde krank ist als durch
    irgend einen anderen Schmerz. Es möchte eher Vergebung
    haben, als von irgend einer anderen Not befreit werden. Ge-
    segnet ist der Mensch, dem Sünde unerträglicher ist als
    Krankheit! Es wird nicht lange dauern, bis der Herr ihm
    beides schenkt : Vergebung seiner Schuld und Heilung seiner
    Leiden.
  3. 19 „Siehe an meine Feinde.“ Beobachte sie, prüfe sie,
    halte sie im Zaum, besiege sie. „Es sind ihrer sehr viel“ (nach

20

 

PSALM 25

dem engl. Text). Man müßte Argusaugen haben, um sie beobr
achten zu können. Man müßte die Kraft eines Herkules ha-
ben, um mit ihnen kämpfen zu können. Aber dem Herrn ist
es ein Leichtes, sie zu besiegen. Die Teufel der Hölle und
alle Bösen der Welt sind ohnmächtig, wenn sich der Herr
zum Streit rüstet. „Sie hassen mich aus Frevel.“ Kein Haß ist
so grausam wie der grundlose und ungerechte! „Siehe, ich
sende euch wie Schafe unter die Wölfe.“

  1. 20 „Bewahre meine Seele“ vor dem Bösen, „und er-,
    rette mich“ – wenn ich mich in Sünden verstricke. Es ist dies
    eine andere Form der Bitte aus dem Vaterunser: „Und führe
    uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem
    Übel.“

„Laß mich nicht zu Schanden werden.“ Dies ist die große
Furcht, die den Psalmisten wie ein Gespenst verfolgt. Er
zittert davor, daß sein Glaube schließlich doch zum Gespött
wird, weil seine Trübsal so gewaltig ist. Edle Herzen kön-
nen alles verwinden, nur nicht die Schande.                        .
„Denn ich traue auf dich.“ Der Name Gottes würde entehrt;
wenn seine Knechte der Verzweiflung überlassen würden.
Das kann der Gläubige aber niemals dulden !

  1. 2i „Schlecht und Recht, das behüte mich“ (Elberfeider:
    Lauterkeit und Geradheit mögen mich behüten). Kann man
    bessere und praktischere Wachen verlangen? Wenn wir mit
    solchen Führern nicht vorwärtskommen, dann ist es besser,
    Feindschaft und Unglück zu ertragen. Selbst die gottlose
    Welt gesteht: „Ehrlich währt am längsten.“ Aber der Him-
    melsbürger sichert sich doppelt, einmal durch die Lauterkeit
    seines öffentlichen Wandels, dann durch das Gebet um den
    Beistand Gottes: „Täglich harre ich dein“ (engl. Text). Har-
    ren auf Gott ohne Heiligung des Lebens ist religiöse Heuche-
    lei ; und Vertrauen auf die eigene Ehrlichkeit ohne Anrufung
    Gottes ist vermessene Gottesleugnung.
  2. 22 „Gott, erlöse Israel aus aller seiner Not.“ Das ist ein

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PSALM 25

sehr umfassendes Gebet. Es schließt alle Treuen und ihre
Prüfungen ein. Eigenes Leid lehrte den Psalmisten Mitleid.
Es führte ihn in die Gemeinschaft mit dem angefochtenen
Volk Gottes. Deshalb betet er für sie alle. Israel, der ge-
prüfte, kämpfende und siegende Held, ist ein treffendes Bild
für alle Heiligen. Israel, das Volk in Ägypten, in der Wüste,
im Krieg mit den Kanaanitern, in Gefangenschaft, ist ein
treffendes Bild für die kämpfende Gemeinde auf Erden. Je-
sus erlöst uns von allen Kümmernissen und Sünden. Er ist
der vollkommene Erlöser, und deshalb wird er jeden Gläu-
bigen von allen Übeln befreien. Die Erlösung durch das Blut
ist vollbracht: O Herr, jetzt erlöse uns durch deine Macht!

ERLÄUTERUNGEN

Zum ganzen Psalm. Psalm 25 ist der erste von sieben alpha-
betischen Psalmen. Die anderen sind Psalm 34, 37, in, 112,
119, 145. Diese Art der kunstvollen Dichtung war unter den
Juden damals sehr beliebt. Man findet sie auch in der außer-
biblischen Literatur der Juden. – George Phillips, 1846.

  1. 1 „Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele.“ Cyprian,
    Bischof von Karthago, sagt, daß es in den ersten Zeiten der
    Gemeinde gebräuchlich war, die Gläubigen auf das Gebet
    vorzubereiten durch den Aufruf des Predigers : „Erhebet eure
    Herzen!“ Ein irdisch gesinnter Mensch kann sein Herz eben-
    sowenig im Gebet erheben wie ein Maulwurf nicht fliegen
    kann. Sogar für David ist das eine schwere Aufgabe. Das
    willigste Herz ist schwerfällig und zieht naturgemäß nach
    unten wie das Gewicht einer Uhr oder das Blei im Netz des
    Fischers. – John Trapp.
  2. 3 „Zu Schanden müssen alle werden, die ohne Ursache
    sündigen.“
    Alle Menschen, die sündigen, tun das ohne irgend-
    einen Grund. Sie können ihre Handlungsweise nicht entschul-

22

 

PSALM 25

digen oder rechtfertigen. Gott ist in jeder Beziehung so
wunderbar und herrlich, daß er nichts anderes als unsere
ständige Verehrung und Liebe verdient. Sein Gesetz ist hei-
lig, gerecht und gut. Alles, was er tut, ist aufrichtig und zielt
immer nur darauf ab, uns Menschen glücklich zu machen.
Kein Sünder hat deshalb einen Grund, Gott zu beschimpfen
und gegen ihn zu sündigen! – William Richardson, 1825.

  1. 4 „Herr, zeige mir deine Wege“, usw. Es gibt die Wege
    der Menschen und die Wege Gottes, die Pfade der Sünde
    und die Pfade der Gerechtigkeit. Es gibt „deine Wege“ und
    „meine Wege“, deine Wege der Wahrheit, meine Wege des
    Irrtums; deine Wege, die in deinen Augen gut sind, meine
    Wege, die in meinen Augen gut sind. Aber deine Wege füh-
    ren in den Himmel und meine Wege in die Hölle. Deshalb
    „Zeige mir, Herr, deine Wege und lehre mich deine Steige“.
    Ich möchte nicht den Fehler machen, meine Wege für deine
    zu halten. Führe mich in der Wahrheit, lehre mich, damit ich
    nicht von deinen Wegen auf meine eigenen abirre. „Zeige mir
    deine Wege“ durch die Hilfe deines Wortes; „hehre mich
    deine Steige“ durch die Führung deines Geistes; „leite mich
    in deiner Wahrheit“
    durch den Beistand deiner Gnade. – Ro-
    bert Mossom.
  2. 5 „Auf dich warte ich den ganzen Tag“. Wir müssen den
    „ganzen“ Tag hindurch warten. 1. Vielleicht ist es ein langer
    Tag. Wir müssen sehr lange warten ; viel länger, als wir zu-
    erst dachten. Und wenn wir lange gewartet haben, müssen
    wir vielleicht noch länger warten! 2. Vielleicht ist es ein
    dunkler Tag. Wir warten auf das, was Gott tun will, und er
    läßt uns im Dunkeln darüber. Wir wissen auch nicht, was wir
    selbst tun sollen. Aber wir wollen geduldig auf Gott warten;
    was wir jetzt nicht wissen, werden wir hernach erfahren.
    3. Vielleicht ist es ein stürmischer Tag. Wir kommen nicht vor-
    wärts, der Wind ist gegen uns. Wir werden sogar zurückge-
    trieben. Vielleicht wird die Gemeinde durch schwere Stürme
    erschüttert, daß es fast nach Untergang aussieht. Aber wir

 

PSALM 25

müssen hoffen, wir müssen warten, wir müssen auf Gott har-
ren. Es ist tröstlich, daß Christus mit im Schiff ist. Die Sache
der Gemeinde ist die Sache des Herrn; warum fürchten wir
uns? „Harren auf Gott“ bedeutet: i. AlleWünsche auf Gott
richten. Warten auf Gott, wie ein Bettler auf seinen Wohl-
täter wartet und unbedingt eine Gabe von ihm haben will.
2. Seine ganze Freude an Gott haben, wie ein Bräutigam
seine Freude an der Braut hat. Unsere Sehnsucht muß sich auf
Gott richten, daß wir nichts anderes mehr haben wollen als
ihn allein! 3. In Abhängigkeit von Gott leben. So erwartet
ein Kind alles von seinem Vater, weil es restloses Vertrauen
zu ihm hat. 4. Ein Leben, das Gott völlig hingegeben ist. Wie
ein Knecht auf seinen Herrn wartet in der Bereitschaft, sei-
nen Willen zu erfüllen und seine Arbeit zu tun. In allen An-
gelegenheiten laßt uns an Gott denken, denn es geht um seine
Interessen und um seine Ehre. So bedeutet dieses „auf Gott
warten“, daß wir uns ihm völlig zur Verfügung stellen und
seine Anweisungen ausführen. Ein Knecht tut nicht das, was
er selbst für richtig hält, sondern erfüllt die Anordnungen
seines Herrn. – Matthew Henry.

„Auf dich“ – auf deine Hand der Fülle, auf dein Herz voll
Liebe, auf dein reiches Erbarmen für den reumütigen Büßer.
Ich warte auf die Stimme deines Geistes, die meinem Gewis-
sen Frieden zuspricht. Ich warte auf die belebende Macht
deiner Gnade, die mich zum Gehorsam führt. Ich warte auf
die Kraft deines Heiligen Geistes, die meine Sünde bezwingt.
Ich warte auf deine reichen Tröstungen, die meine verdur-
stende Seele erfüllen. Das alles sind deine Segnungen, „denn
du bist der Gott, der mir hilft, den ganzen Tag über warte
ich auf dich“. „Den ganzen Tag“: Ich verlange immer noch
mehr. Ich bin niemals zufrieden mit deiner Güte, sondern
strecke mich aus nach der ganzen himmlischen Fülle. Je frei-
giebiger du bist, desto mehr möchte ich haben. Je köstlicher
deine Gnade mir wird, desto mehr ist mein Verlangen auf
dich gerichtet. – Robert Mossom.

  1. 6 „Deine Barmherzigkeit und Güte, die von der Welt
    24

 

PSALM 25

her gewesen sind.“ Die göttliche Liebe hat ein ehrwürdiges
Alter! Wir sollen sie deshalb hochschätzen! Altertümer ha-
ben oft hohen Wert, selbst wenn sie aus billigem Material be-
stehen und keine Verwendung mehr finden. Alte Rechtsver-
ordnungen und Freibriefe werden sorgfältig aufbewahrt, auch
wenn es sich dabei nur um geringfügige Angelegenheiten han-
delte. Wieviel höher sollten wir den großen Freibrief des
Himmels bewerten, der älter als diese ganze Erde ist ! Nichts
auf der Welt sollte uns so wertvoll sein wie diese Gnade und
Liebe Gottes. Das ist eine Quelle, die nie versiegt. Wir kön-
nen daraus schöpfen, soviel wir wollen. Deshalb komm und
schöpfe! Jedem steht diese Quelle offen. Und hast du nicht
genug Gefäße, hole dir mehr! – Elisha Coles, 1678.

  1. 7 „Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend.“ Es scheint
    uns zunächst, daß dieses Gebet Davids überflüssig ist. Er
    hat doch sicherlich schon längst um Vergebung seiner Jugend-
    sünden gebetet. Gott wird sie ihm auch bestimmt vergeben
    haben, denn er weist niemanden zurück. Warum zieht David
    nun diese längst veralteten Sünden wieder hervor? Er hat
    sie doch schon vor so langer Zeit begangen, Gott hat sie ihm
    doch längst erlassen? Man kann darauf folgendes antworten:
    1. David meinte vielleicht, daß seine damalige Buße nicht
    vor Gott bestehen konnte; 2. Gott hatte ihm bis dahin zwar
    alle Sünden vergeben, aber er hatte ihm nicht seine Leiden
    erspart. Das wird ihn jetzt bedrückt haben, und deshalb lau-
    tet die Bitte wohl so: Herr, erleichtere mir doch die Leiden
    meines Alters, die ich durch meine Jugendsünden über mich
    gebracht habe! 3. Gottes Vergebung ist geknüpft an die Be-
    dingung, in Zukunft auch entsprechend dieser Vergebung zu
    leben. David wurde aber durch die schwere Sünde an Bath-
    seba und Uria (2. Sam. 11) wieder neu schuldig. Weil er die
    Bedingung nicht gehalten hat, verdiente er nach strengem
    Recht, daß ihm auch die Vergebung seiner früheren Sünden
    wieder entzogen wird. 4. Nehmen wir aber an, daß David
    sich der Vergebung seiner Jugendsünden gewiß war. Dann
    ist es trotzdem richtig, daß er als Knecht Gottes um die Er-
    haltung dieses Segens betet! – Thomas Fuller.

 

PSALM 25

  1. 7 „Die Sünden meiner Jugend.“ Manche behaupten, es
    sei kaum anzunehmen, daß David in seiner Jugend Sünden
    begangen hat. Er lebte doch in Armut; sein Vater war kein
    reicher Mann; David hatte auch allerlei Schweres durchzu-
    machen; obwohl er der Jüngste in der Familie war, machte
    man ihn doch nicht zum verzogenen Liebling. Und außer-
    dem war er sehr fromm: „Denn du bist meine Zuversicht,
    Herr Herr, meine Hoffnung von meiner Jugend an“ (Ps. 71,
    5). Die Frage ist nun: Wie kann dieses Wasser schmutzig
    werden, das doch täglich gereinigt wurde? Wie konnte Da-
    vids Herz in seiner Jugend durch Sünde beschmutzt werden,
    wenn er doch ständig durch Leiden geläutert wurde? – Wenn
    David auch ein Mann nach dem Herzen Gottes war, so hatte
    er trotzdem in seiner Jugend seine Fehler und Schwächen, ja:
    seine Sünden und Übertretungen. Wir wollen gar nicht ein-
    zelne Sünden erwähnen; David hat das ja selber nicht getan.
    Aber er sagt: „Wer kann merken, wie oft er fehlet? Ver-
    zeihe mir die verborgenen Fehle!“ (Ps. 19, 13). Wenn David
    in einer solchen Jugend, die doch arm, leidvoll und sehr
    fromm gewesen ist, Sünden begangen hat, was sollen wir von
    denen denken, die in Reichtum, Genußsucht und Gottlosig-
    keit aufgewachsen sind? – Thomas Fuller.
  2. 9 „Er leitet die Elenden (Demütigen) recht.“ Die Be-
    reitschaft, sich leiten zu lassen, findet sich in keinem Men-
    schen. Zuerst muß das Herz gedemütigt und gebeugt werden,
    weil es von Natur aus mit Hochmut und Stolz erfüllt ist. Gott
    demütigt zuerst, und dann reicht er freundlich seine Hand,
    um durch das ganze Leben zu führen ! – John Calvin.
  3. 10 „Die Wege des Herrn.“ Das hebräische Wort be-
    zeichnet die Spuren, die Wagenräder hinterlassen, wenn im-
    mer derselbe Weg benutzt wird. Güte und Wahrheit sind die
    Wege, die Gott mit uns Menschen geht. Er erweist seine Güte
    und Wahrheit so häufig, daß es sehr leicht ist, seine Wege zu
    entdecken ! Überall können wir die tiefen Spuren finden, die
    Gottes Güte und Wahrheit zurückgelassen haben. – Adam
    Clarke.

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PSALM 25

  1. io „Die Wege des Herrn sind eitel Güte und Wahrheit.“
    Wie Gottes Wesen Liebe und Wahrheit ist, so sind seine
    Wege Güte und Wahrheit. Sie sind Güte, weil sie das Beste
    für uns wollen. Sie sind Wahrheit, weil Gott seine Verhei-
    ßungen unbedingt erfüllen wird. Was uns auch begegnen
    mag, selbst wenn es unseren Erwartungen völlig entgegen-
    läuft – wir sollten es immer als Liebe auslegen ! Von einem
    guten Gott kann nur Gutes kommen. Deshalb sagt Hiob:
    „Und wenn er mich tötet, würde ich ihm noch vertrauen!“
    Versuche immer, das Gute in der gegenwärtigen Situation
    zu sehen. Wenn du aber gar nichts Gutes entdecken kannst,
    übergib alles dem Glauben und mache etwas Gutes daraus ! –
    Thomas Goodwin.
  2. ii „Um deines Namens willen, Herr, sei gnädig meiner
    Missetat, die da groß ist.“
    Ein Zitat aus einer Fastenpredigt
    von Vieyra: „Ich bekenne, mein Gott, daß es so ist. Wir sind
    alle im höchsten Grade Sünder. Aber ich halte das nicht für
    einen Grund, mit meinem Flehen aufzuhören. Es ist mir im
    Gegenteil ein neues und überzeugendes Argument, um deine
    Güte herauszufordern ! David bittet nicht um Vergebung für
    die alltäglichen Sünden, sondern für viele und große Sünden.
    Das ist wahrlich ein Beweggrund, der das Herz Gottes be-
    wegen muß ! Um die Vergebung zu erlangen, hält der Sünder
    Gott seine großen und vielen Sünden vor. Nicht etwa aus
    Liebe zu dem Sünder oder der Sünde, sondern aus Liebe zur
    Herrlichkeit und Ehre des Herrn! Denn je mehr Sünden und
    je schwerere Sünden Gott vergibt, desto mehr verherrlicht er
    sich selbst.“ – Zitiert von J. M. Neale.
  3. ii „Um deines Namens willen, Herr.“ Das Wort
    „Name“ wurde häufig statt „Ehre“ und „Herrlichkeit“ ge-
    braucht. Wenn Gott zu David sagt : „Ich habe dir einen gro-
    ßen Namen gemacht, wie der Name der Großen auf Erden“,
    oder wenn die Gemeinde zu Gott sagt: „Du hast dir einen
    Namen gemacht“, dann wird deutlich, daß mit „Name“
    „Ehre“ gemeint ist… Wenn Gott also Sünde vergibt, tut er

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PSALM 25

es um seines Namens willen, d. h. zu seiner eigenen Ehre und
Verherrlichung. Gottes eigene Herrlichkeit ist das Endziel
seines ganzen Handelns … In seinem gesamten Wirken aber
gibt es nichts, was seine Herrlichkeit mehr herausstellt als
die Vergebung der Sünden. Gerade in der Barmherzigkeit
leuchtet das Wesen Gottes am reinsten. Paulus spricht davon,
wie sich in der göttlichen Langmut der Sünde gegenüber der
Reichtum der göttlichen Güte zeigt. Wieviel größer muß der
Reichtum an Güte sein, wenn er die Sünde vergibt! In der
Vergebung wird aber nicht nur die Güte, sondern auch die
Weisheit und Gerechtigkeit Gottes verherrlicht. Denn das
alles wirkt in der Vergebung der Sünde zusammen! Weil
Gott „um seines Namens willen“ vergibt, will er viele und
schwere Sünden ebenso vergeben wie wenige und gering-
fügige. Und je schwerwiegender unsere Sünden sind, desto
größer ist seine Vergebung, und desto mehr verherrlicht er
sich selbst ! Das soll nun nicht heißen, daß man sich in grobe
Sünden stürzen soll, damit Gott sich um so mehr durch die
Vergebung verherrlichen kann. Aber wir dürfen vertrauens-
voll erwarten, daß Gott uns um seines Namens willen die
schweren Sünden vergibt, in die wir hineingeraten sind. Da-
rin dürfen wir Trost suchen im Kampf gegen die Verzweif-
lung! – Nathanael Hardy.

  1. ii Pharao sagte: „Schafft diese ekelhaften Frösche und
    den schrecklichen Donner ab!“ (2. Mose 8,4). David dage-
    gen sagt: „Herr, nimm die Sünde deines Knechtes weg!“
    Der eine will von der Strafe befreit werden, die die Folge
    der Sünde ist; der andere möchte von der Sünde befreit wer-
    den, die die Ursache der Strafe ist. Der wahre Gläubige ist
    mehr über die Sünde bekümmert als über ihre Strafe! –
    Jeremiah Dyke.
  2. 11 Esau weinte nicht über die Sünde, daß er sein Erst-
    geburtsrecht (1. Mose 27, 34) verkauft hatte, sondern über
    die Strafe, durch die er den Segen verloren hatte ! Viele be-
    klagen die Trübsale des Lebens, in die sie hineingeboren

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PSALM 25

wurden, aber sie beklagen nicht die Sünde, mit der sie ge-
boren wurden ! Sie zittern mehr vor der Strafe der Sünde als
vor dem Gift der Sünde. Vor dem einen erschrecken sie, das
andere lieben sie! – William Seeker.

  1. 13 „Seine Seele wird im Guten wohnen, und sein Same
    wird das hand besitzen.“
    Heilige Gottesfurcht vertreibt alle
    sündhafte Menschenfurcht. Wenn wir Gott fürchten, brau-
    chen wir nichts anderes zu fürchten. Das ist der Grund, wes-
    halb die Seele „im Guten“ wohnen kann. Das Herz ruht in
    der Güte Gottes, im Frieden und in der Geduld. – Robert |
    Mossom.
  2. 14 „Das Geheimnis des Herrn ist unter denen, die ihn
    fürchten.“
    Der Gottesfürchtige ist Gottes Freund. Und einem
    solchen Menschen, der mit Gott in einer Art familiärer Ver-
    trautheit lebt, offenbart er seine Geheimnisse. Gott zeigt ihm,
    welches Elend und welche Strafen er für die Gottlosen be-
    reithält, die in dieser Welt so gedeihen. Wenn ein Mensch
    einem anderen ein Geheimnis anvertraut, ist das eine große
    Ehrung. Wie groß aber ist die Ehre für den, dem Gott sein
    Geheimnis anvertraut! Denn wo das Geheimnis Gottes ist,
    da ist auch sein Herz, da ist er selbst. – Michael Jermin,
    1591-1659.

„Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes.“
Die Wirklichkeit christlicher Erfahrungen ist ihm völlig ver-
borgen. Wir können von der Gemeinschaft mit Gott spre-
chen; von der Vergebung; von der lebendigen Erwartung der
Wiederkunft des Herrn; vom Zeugnis des Heiligen Geistes;
von den Kämpfen des geistlichen Lebens – und es wäre so,
als spräche man mit einem Blinden über Farben oder mit
einem Tauben über Musik. – John Morison.
Die Wahrheit und Aufrichtigkeit Gottes zeigt sich in seiner
Offenheit. Wie ein Freund den andern in sein Herz und seine
Gedanken schauen läßt, so offenherzig ist Gott zu seinen
Freunden. Er gibt uns den Schlüssel zu seinem Herzen. Er
läßt uns seine Gedanken wissen, die er schon vor Grundle-

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PSALM 25

gung der Welt hatte. Der Heilige Geist führt uns in diese
Geheimnisse ein. – William Gurnall.

  1. 15 „Meine Augen sehen stets zu dem Herrn.“ Wir kön-
    nen Gott jetzt nicht sehen. Wir sind zu weit von ihm entfernt,
    und die Dunkelheit ist zu groß. Aber wir müssen dauernd zu
    ihm hinsehen, um seinen Willen zu erkennen. Unser ganzes
    Lebensziel muß seine Verherrlichung sein. – Matthew Henry.
  2. 17 „Führe mich aus meinen Nöten.“ Wir dürfen uns
    nicht über Gott beklagen, aber wir dürfen bei ihm klagen.
    Wir dürfen dringlich um Hilfe und Befreiung beten, wenn
    wir uns zugleich seinem heiligen Willen unterordnen. –
    William S. Plumer.
  3. 19 „Siehe an meine Feinde.“ Besser: Siehe auf meine
    Feinde herunter. Damit ist der Blick des Zorns und der
    Rache gemeint. So hat Gott damals aus der Feuersäule
    (2. Mose 14, 24) auf die Ägypter geblickt. Der Grund für
    diese Bitte liegt in der Quantität und Qualität der Feinde:
    sie sind zahlreich, und sie sind bösartig. „Ihrer sind viele, sie
    hassen mich mit grausamem Haß.“ Ihr Haß ist in Grausam-
    keiten und Gewalttaten ausgebrochen. Es ist der Haß Satans
    gegen die Nachfolger Christi. – John Gill.
    Kein Geschöpf ist so grausam gegen seinesgleichen wie der
    Mensch. Viele Tiere töten andere Tiere aus anderen Gat-
    tungen, verschonen aber ihre eigenen Artgenossen. Die Men-
    schen aber vernichten sich untereinander. Der Mensch ist
    listiger als der Fuchs, grausamer als ein Tiger und wilder als
    ein Löwe. Wenn die Menschen sich selbst überlassen würden,
    wäre einer des anderen Teufel! – William Struther.