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Habakuk ist ein einzigartiges Buch. Die anderen Propheten überbrachten den Menschen eine Botschaft Gottes – Habakuk sprach mit Gott über die Menschen. Das Buch ist ein fesselnder Dialog zwischen dem verunsicherten Propheten und Gott, dem Schöpfer und Herrn der Welt.

Im 1. Kapitel bringt der Prophet als Beter seine Fragen und Klagen vor Gott in einem Zwiegespräch mit Gott

Im 2. Kapitel erfahren wir die Antwort Gottes – es ist ein Spottlied über die Feinde des Volkes Gottes

Im 3. Kapitel steht ein großartiger Lobgesang voller Vertrauen in Gottes Führung und Endsieg

Wir erfahren nichts über die Person und die Herkunft des Propheten. Die meisten Forscher führen seinen Namen auf das hebräische Verb „habag“ zurück. Das bedeutet: die Hände falten, umarmen. Luther verstand dieses Verb aktiv – seiner Meinung nach umarmt Habakuk sein Volk, um es zu trösten und zu stärken. Andere verstehen das Verb passiv – ihrer Meinung nach wird Habakuk von Gott als sein Bote umarmt. Die Schlussbemerkung am Ende seines Buches (Hab. 3,19) legt die Annahme nahe, dass er Musiker in der levitischen Priesterschaft war. Die Erwähnung der Chaldäer, d.h. der Babylonier, in Hab. 1,6 und ihre Beschreibung in den Versen Hab. 7-11 weist daraufhin, dass Habakuk seine Botschaft in den Jahren 606 / 604 schrieb. Das war die Zeit, in der in Juda König Jojakim regierte. Ein gottloser, böser und widerspenstiger König, der später von den Babyloniern getötet wurde.

Macht es Sinn, ein 2500 Jahre altes Buch zu studieren? In einem Kommentar zum Habakuk las ich: „Dieses kleine Buch ist so aktuell wie die Morgenzeitung.“

Welche Aussagen in Hab. 1,2-4 machen diese prophetische Schrift so aktuell für uns?

Nach einer modernen Übersetzung fand ich in diesen Versen folgende Aussagen:
Überall herrscht Gewalt – Viel Unrecht geschieht – Menschern machen einander das Leben zur Hölle – Unterdrückung und Streit – Missachtung des Gesetzes – Recht wird in Unrecht verdreht – Unschuldige werden verurteilt – die Verderbnis wucherte und breitete sich aus. Habakuk schrieb sein Buch in einer Zeit internationaler Krise, nationaler Korruption und moralischer Verdorbenheit. Unsere Zeit ist der in den Tagen Habakuks sehr ähnlich. Darum ist seine Botschaft für uns wichtig.

Wie reagiert Habakuk auf die schlimmen Zustände seiner Zeit, die ihm zu schaffen machten?

Habakuk wandte sich mit seiner Klage an Gott. Er stellte Gott klare Warum Fragen. Er schrie zu Gott.

Welche Vorwürfe bringt Habakuk vor Gott?

Warum schweigst du? Warum hörst du mich nicht? Warum willst du nicht helfen? Warum siehst du dem Unrecht zu? Warum unternimmst du nichts? Auch heute stellen gottesfürchtige Menschen diese Fragen. Eigene Erfahrung. Der Prophet war zutiefst verunsichert. Bosheit und Gewalt schienen sich ungehindert zu entfalten. Würde denn der immer mehr um sich greifenden Sünde kein Einhalt geboten werden?

Was entnehmen wir dem Wort „Wie lange soll ich schreien?“ (Hab. 1,2)

Dieses Wort zeigt, wie sehr es in quält, dass Gottes Antwort anscheinend so lange auf sich warten lässt. Vielen Christen und Betern geht es ähnlich. Sie fragen: Warum beantwortet Gott mein Gebet nicht? Kennst du diese Not? Die Gläubige tragen ihre Beschwerden normalerweise nicht in Lesebriefen vor. Sie richten ihre Bitten und Fragen direkt an Gott.

Wie reagierte Gott auf das Gebet seines Propheten? (Hab. 1,5-7)

Auf Habakuks Klage über die Sünde und Gesetzlosigkeit in Gottes Volk antwortete Gott mit dem Hinweis, dass er das Verhalten seines Volkes kenne und seine Strafe schon unterwegs sei. Die Babylonier sollten das sündige Volk nach Babylon verschleppen und Jerusalem zerstören. Gott war weder gleichgültig noch unempfindlich. Gott war nicht untätig. Er hatte bereits einen Plan, um dem Unrecht unter seinem Volk zu begegnen. Judas Sünde sollte nicht ungestraft bleiben. Das Recht war nicht tot. Die Strafe war schon auf dem Weg.

Ich will die Chaldäer erwecken (gemeint sind die Babylonier) Sie waren ein Volk, das für seine Grausamkeiten bekannt war. Ein wildes, erbarmungsloses Volk. Ihr Verhalten entsprach ihrem Charakter. z.B..

Hab. 1,10: Ihre Brutalität zeigte sich auch an der Art und Weise, wie sie nach der Eroberung Jerusalems mit dem König Zedekia umgingen. Erst töteten sie vor seinen Augen seine Söhne und dann –mit diesem schrecklichen Bild vor Augen, das in sein Gedächtnis eingebrannt war – stachen sie ihm die Augen aus, legten ihn in Fesseln und führten ihn gegangen nach Babylon.

Das schwerste Vergehen der Babylonier wird in Hab. 1,12 angesprochen. Worin besteht es?

Ihre eigene Macht war ihr Abgott. Für sie wurde das Wort „Der Stärkere hat recht“ zu „Der Stärkere ist Gott“!

Welches Problem hatte Habakuk mit der Ankündigung, dass die Babylonier das Gericht an Juda vollziehen? (Hab. 1,13)

Die Frage, die ihn beschäftigte war: Warum benutzte der seit Ewigkeiten vollkommen Heilige ein so gottloses Volk um die Sünden seines Volkes zu  bestrafen? Zugegeben, die Sünde herrschte seit langer Zeit in Juda. Doch im Vergleich mit den barbarischen Babyloniern waren die Sünder in Juda allenfalls leicht angeschmutzte Heilige.

Wie wird Habakuk mit diesem Problem fertig? (Hab. 1,12)

In seiner Verwirrung denkt er an Gottes heiliges Wesen. Er hielt sich im Chaos an der unerschütterlichen Stärke seines Gottes fest. Sein Vertrauen in den ewigen Gott steht in krassem Gegensatz zu den Babyloniern, die ihre eigene Stärke zu ihrem Gott machen. Habakuk rief sich in Erinnerung, dass der HERR die Babylonier nur dazu ausersehen hatte, Juda zu züchtigen, aber nicht dazu, es endgültig zu vernichten.

Wie verhielt sich Habakuk, um eine klärende Antwort von Gott zu erhalten? (Hab. 2,1)

Er wartete sehnsüchtig auf Gottes Antwort. Er stellte sich innerlich auf eine Antwort ein.

Wie reagierte Gott auf die Fragen des Propheten? (Hab. 2,2-3)

Er gibt ihm die Gewissheit, dass die Weissagung noch erfüllt wird. Jede prophetische Offenbarung erfordert von uns Geduld. Man muss auf ihre Erfüllung warten.

Was ist der Inhalt der Weissagung, die noch erfüllt werden soll? (Hab. 2,5-19)

Es ist ein 5facher Wehruf über Babylon, Es ist die Zusage, dass Babylon gerichtet wird.

Was sind die 5 Wehe, die über Babylon ausgerufen werden?

  1. Wehe – über die Schreckensherrschaft – Zef. 2,6-8
  2. Wehe – über die Vermessenheit und Selbstverherrlichung – Zef. 2,9-11
  3. Wehe – über das Unrecht und Blutvergießen  (Mord) – Zef. 2,12-14
  4. Wehe – über die Schamlosigkeit – Unmoral – Trunkenheit – Zef. 2,15-17
  5. Wehe – über die Abgötterei – Bilder Verehrung – Zef. 2,18-19

 

Woran erinnert uns als Endzeitgläubige dieser Weheruf über Babylon? Offb. 14; 17; 18;

Die Weissagung wird ihre umfassende Erfüllung im Gericht über die große Hure Babylon finden. Gott wird zu dem von ihm festgesetzten Zeitpunkt das göttliche Urteil vollstrecken. Ich gebe euch den Rat, vergleicht einmal sorgfältig die Wehrufe über Babylon in Habakuk 2 mit den Kp. 14 und 17 und 18 in der Offenbarung. Ihr werdet erstaunliche Übereinstimmungen finden.

Womit endet das Klagelied über Babylon? (Hab. 2,20)

Die Aufmerksamkeit wird auf den ewigen, heiligen Herrscher gelenkt, der von seinem heiligen Tempel aus über das Universum herrscht. Die Botschaft an Habakuk und an uns ist klar: Schluss mit den Klagen! Schluss mit dem Zweifel! Gott ist nicht gleichgültig gegenüber der Sünde. Er ist nicht unempfindlich gegenüber dem Leid. Er sitzt im Regimente und führt seinen göttlichen Plan zur richtigen Zeit aus. Wir sollen in stiller Erwartung auf Gottes Eingreifen warten, ja harren.

Woran erinnert dieser Text uns als adv. Endzeitchristen und Kenner der Offenbarung? Offb 11,15; 15,5-16,1

Wie regiert der Prophet auf die Vision vom Herrn, der in seinem Tempel ist? Zef. 3.

Er stimmt einen Psalm an, ein Gebet, einen Lobgesang auf den Gott der Schöpfer und Richter und Vollender ist.

Welche wichtige Bitte bringt er in seinem Lobgesang vor Gott? (Hab. 3,2)

Herr, ich habe deine Botschaft gehört. Dein Plan erfüllt mich mit Ehrfurcht. Führe ihn aus, so bald es geht, vollende dein Werk, damit wir es noch erleben! Auch wenn du im Zorn handelst – hab Erbarmen! Der Prophet ersehnt eine rasche Erfüllung. Er begehrt gleichzeitig eine Offenbarung der Barmherzigkeit Gottes.

Woher nimmt Habakuk die Zuversicht, dass Gott sein Volk aus Babylon befreien wird? (Hab. 3,3-19)

Er denkt an die Ehrfurcht gebietenden Taten des Herrn, als er sein Volk aus Ägypten und durch die Wüste in das verheißene Land führte. Die Erinnerung an diese Taten gibt ihm die Zuversicht, dass Gott sein Volk auch aus Babylon erlösen wird.

Welche Entscheidung trifft Habakuk angesichts des Gerichts über Babylon und der Rettung des Gottes Volkes?  (Hab. 3,18)

Er sagt: Ich will mich freuen des Herrn und fröhlich sein in Gott meinem Heil. Das hebr. Wort meint an dieser Stelle wörtlich „Rettung“. Die Freude kommt aus der persönlichen vertrauensvollen Beziehung zu Gott. Interessant isst, dass auch in der Offenbarung nach dem Sturz des endzeitlichen Babylons die Freude und der Jubel über Gott ausbricht. – Offb. 19,1-7;

Welches Bild gebraucht Habakuk, um die Kraft und Freude  zu beschreiben, die Gott ihm gibt? (Hab. 3,19)

So wie ein Hirsch geschwind einen dunklen Wald durchbrechen kann, so wird er fröhlich durch schwierige Umstände hindurchgehen. Er wird nicht nur die Prüfungen bestehen, sondern auch die Gipfel des Sieges erklimmen.

Wodurch werden die Gerechten bestehen?  (Hab. 2,4)

Der Gerechte wird durch seinen Glauben leben. Nur der wird Gottes Anerkennung finden und leben, der ihm vertraut. Wer aber hochmütig und unaufrichtig ist, verfehlt sein Ziel. Der Glaube überwindet die Welt (1. Joh. 5,4). Im hebr. und griech. Steht dafür der Begriff Treue und Standhaftigkeit. Treue und Glauben gehören zusammen. Wer an den Herrn glaubt, verlässt sich auf ihn und ist ihm treu.