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Frage 1: Wann wurde der Sonntag als des Herrn Tag bekannt?

Der Name „Sonntag“ kommt von den Ritualen der Sonnen-Anbetung. Das „Oxford English Dictionary“ bestätigt das erste geschriebene Vorkommen des Wortes in Englisch um 700″ n.Chr. Der Tag, den wir Sonntag nennen, wurde von den Schreibern des NT „der erste Tag der Woche“ genannt. Siehe z.B. Mt. 28,1: Joh. 20,1: 1.Kor. 16,2. Es scheint, dass Christen im 2. Jahrhundert den Sonntag „erster Tag der Woche“ nannten und manchmal „der achte Tag“ (da er der Tag nach dem Siebenten-Tag-Sabbat ist).

Der erste unzweideutige Gebrauch des Ausdrucks „Herrntag“ für den ersten Tag der Woche – in diesem Fall für den Auferstehungs-Sonntag erscheint in der kleinen Schrift, die das Petrus-Evangelium genannt wird, wahrscheinlich um 175 n.Chr. zusammengestellt. (Offen­sichtlich nicht von Petrus geschrieben!)

Ein früheres, aber zweideutiges Beispiel für den Gebrauch des Wortes „Herrntag“ für den Sonntag kommt in gewissen Übersetzungen der Briefe des Ignatius vor. Ignatius war ein ziemlich überspannter Bischof von Antiochien um 110 n. Chr.. Er wurde wegen seines Glaubens zum Tode verurteilt und mit dem Schiff nach Rom gebracht, um den wilden Tieren vorgeworfen zu werden. Auf dem Wege dorthin schrieb er sieben Briefe, die berühmt geworden sind. In seinem Brief an die Christen in Magnesia sprach er – gemäß eines typischen Übersetzers – von „leben … für des Herrn Tag.“ Der Übersetzer setzt voraus dass Ignatius wollte, dass Christen ihren Lebensstil auf Christi fröh­liche Auferstehung ausrichten.

Jedoch erscheint das griechische Wort für TAG nicht in dem, was der früheste griechische Text dieses Abschnittes zu sein scheint. Das griechische Adjektiv für „des Herrn“ ist vorhanden und verlangt nach einem Hauptwort, durch das es näher bestimmt wird. Es ist kein Hauptwort im Text vorhanden. Zu einer unbekannten Zeit vor dem 11. Jahrhundert hat ein griechischer Schreiber ein Hauptwort eingefügt; aber das Hauptwort, das er ergänzte, war nicht das Wort für TAG; vielmehr war es das Wort für LEBEN. So ließ der unbekannte griechi­sche Schreiber den Abschnitt lauten: „leben … für des Herrn Leben,“ in der Bedeutung vielleicht, dass ein christlicher Lebensstil mit dem Lebensstil Christi in Harmonie sein soll.

Der Unterschied in der Bedeutung ist groß. Denn wenn Ignatius tatsächlich sagen wollte, dass wir leben sollen in Harmonie mit des „Herrn Leben,“ so ist es falsch, diesen Abschnitt so zu zitieren, als stelle er einen frühen Gebraucht des Ausdruckes „Herrntag“ dar.

Wie dem auch sei, selbst wenn Ignatius den Sonntag als Herrntag ansah, sollte seine Vorliebe nicht als verbindlich angesehen werden von Christen, die der Bibel allein folgen wollen. Siehe Mt.15,1-9; Mt. 7,21; Lk. 6,46.

Wenn nun die Frage gestellt wird: Wie konnte der Name „des Herrn Tag“ im zweiten Jahrhundert vom Sabbat auf den Sonntag verändert werden, so weisen wir auf die schnelle Veränderung hin, die um 1600 n.Chr. geschah, als der Name „Sabbat“ vom siebenten Tag auf den ersten Tag gelegt wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt nannten fast alle Christen den siebenten Tag „Sabbat,“ in Übereinstimmung mit der Bibel. Die meisten Christen heiligten den Samstag nicht als Sabbat, sie wussten aber: Der Samstag ist der biblische Sabbat, auch wenn sie am Sonntag, ihrem „Herrntag“, die Kirche besuchten.

Die Tatsache, dass um 1600 n.Ch. die englischen Puritaner auf einmal anfingen, den Sonntag „Sabbat“ zu nennen, ist ähnlich dem, was zu irgendeiner Zeit im zweiten Jahrhundert geschah, als man plötzlich anfing, den Sonntag „Herrntag“ zu nennen.

Es ist aber auch noch ähnlich dem, was wir heute, in unseren Tagen erlebten und fortwährend erleben. Hier haben wir eine genaue Parallele:

Bis zum 31. Dez. 1975 wurde per Sonntag weltweit der erste Tag der Woche genannt. Dies war so in christlichen wie nichtchristlichen Ländern überall auf der Welt. Die Kirchen legten großen Wert darauf, dass ihr Sonntag der 1. Tag der Woche ist. Sie begründeten viele Hundert Jahre die Feier dieses Tages damit, daß Christus am 1. Tag der Woche auferstanden ist.

Ab 1. Jan. 1976 wurde plötzlich, für viele völlig überraschend, der Sonntag zum 7. Tag der Woche erklärt und der Montag zum 1. Tag. Ohne Protest der Kirchen! – Angeblich aus wirtschaftlichen und ver­kehrspolitischen Gründen – um die Fahrpläne einheitlich gestalten zu können – von der UNO. Es ist aber nicht bekannt, dass der Sonntag zuvor irgendwo auf der Welt ernsthaft 7. Tag der Woche genannt worden ist. Im Gegenteil – die frühe Kirche nannte ihn den 8. Tag!

Im Bibliographischen Institut AG, Mannheim, erschien 1981 das „FARBIGE(S) GROSSE LEXIKON in zwölf Bänden.“ Unter dem Stichwort:“Sonntag“ heißt es:

„Sonntag, der 7. (bis 1976 der 1.) Tag der Woche; 1. Werktag der jüd. Woche (nach dem Sabbat); im Christentum der 1. Tag der Woche (lat. Dominica „Herrentag.“)

Dr. Ernst Wasserzieher: Woher? Ableitendes Wörterbuch der deut­schen Sprache.“ F. Dümmlers Verlag, 1930. Stichwort: Sonntag.

„Sonntag … d. Sonnengott geweihter Tag (lt. dies Solis); dagegen altnordisch Dröttinsdagr Tag d. Herrn.“

Dr. Peter Louis: Der Christ und sein Sonntag. Echter-Verlag, 1950. Mit kirchl.Druckerlaubnis.

„Die Kirche sanktionierte im Geiste Christi gesetzlich den Sonn­tag. ‚Es war eine gewaltige Umstellung, als das Christentum an die Stelle des Sabbats den Sonntag setzte, äußerlich vielleicht die größte Umstellung der Weltgeschichte.'“ Seite 21.

„Im Kampf um den ersten Tag und um die Loslösung vom Sabbat spielt die VERORDNUNG KONSTANTINS DES GROSSEN VOM JAHRE 321 eine bedeu­tende Rolle … Kaiser Konstantin bahnte der Kirche den Weg zum Sonntag. Zum erstenmal griff die staatliche Macht zugunsten des christlichen Feiertages ein.“ Seite 23.

„Der römische ‚dies solis‘, Tag der Sonne, wird zum Dies Christi oder Dies Dominica.“ Seite 24.

Anton Anwander: Wörterbuch der Religion. Echter Verlag. 1948. Mit kirchl. Druckerlaubnis. Stichwort „Sonntag.“

„Der Name Sonntag (ähnlich im Englischen und anderen germanischen Sprachen) erinnert wohl an den Sonnengott und an die (hellenisti­sche) Sieben-‚Planeten‘-Woche (Sonne, Mond, Mars, Merkur, Juppi­ter, Venus, Saturn), gemeint aber ist Christus, ‚die Sonne der Gerechtigkeit‘ … Er tritt im Christentum an die Stelle des ebenso heiligen Sabbat, der als regelmäßiger Wochenruhetag keine Paralle­le hat, weder im Babylonischen noch anderswo.“ Seite 278.

Ringgren/Ström: Die Religionen der Völker. A.Kroener Verlag, 1959. Seite 370/371.

„In ganz besonderem Maße knüpfen sich aber die monotheistischen Ideen an den SONNENGOTT … Die Sonne wurde als die Herrin aller Dinge angesehen. Die römischen Kaiser, die immer mehr als die Ebenbilder und Vertreter der Sonne auf Erden hervortraten, begün­stigten den Sonnenkult … Kaiser Aurelianus baute 274 der unbe­siegbaren Sonne (Sol Invictusl einen prachtvollen Tempel auf dem Marsfeld in Rom und machte den Sonnenkult zur Reichsreligion. übrigens hat ein Sonnenfest, ’natalis invicti‘ „die (Wieder)geburt der Unbesiegbaren“, das zur Zeit der Wintersonnenwende am 25. Dezember stattfand, der abendländischen Christenheit das Datum geliefert, an dem sie die Geburt Christi feiert!“

M. Waldeck: Lehrbuch der kath. Religion. Herder, 1912.

„Der Christ muss alles glauben, was Gott geoffenbart hat und die kath. Kirche zu glauben vorstellt, mag dasselbe in der Heiligen Schrift stehen oder nicht. Die Heilige Schrift kann unmöglich allein die Richtschnur für unseren Glauben sein; denn … so müssten wir ( … ) z.B. noch mit den Juden den Sabbat statt des Sonntags feiern und vom Genusse des Blutes und des Erstickten uns enthalten (Apg.15,20).“ Seite 22,23.

„301. Was gebietet Gott im dritten Gebot?

GOTT GEBIETET IM DRITTEN GEBOT, DEN TAG DES HERRN ZU HEILIGEN. Gott selbst hat den Ruhetag eingesetzt. ‚Er segnete diesen Tag und heiligte ihn‘ (1.Mose 2,3). Er segnete ihn, indem er ihn zu einem segenbringenden Tage machte für alle, die ihn halten. Er heiligte ihn, indem er ihn zu einem heiligen, Gott geweihten Tage machte, an dem die Menschen in ganz besonderer Weise ihrem höchsten Herrn die schuldige Ehre erweisen sollen … .

302.Welches ist der Tag des Herrn?

DER TAG DES HERRN WAR IM ALTEN BUNDE DER SABBAT; IM NEUEN BUNDE IST ES DER SONNTAG. … Die Israeliten feierten den Sabbat vom Freitagabend bis Samstagabend.

303.Warum feiern wir statt des Sabbats den Sonntag?

WIR FEIERN STATT DES SABBATS DEN SONNTAG, WEIL CHRISTUS AN EINEM SONNTAG AUFERSTANDEN IST UND AN EINEM SONNTAGE DEN HEILIGEN GEIST GESANDT HAT. …

Jedoch finden wir darüber keine Vorschriften in der Hl. Schrift,“

Frage 2: Papst Pius XII: Wer hat den Sonntag eingeführt?

P.Bertrand L. Conway: Der Fragekasten. Paulist Press, 1933, NY.:

„WARUM UND WANN WURDE DER SABBAT VOM SAMSTAG AUF DEN SONNTAG VERSCHOBEN? WER GIBT DEM PAPST DAS RECHT, DEN SABBAT ZU ÄNDERN?“ Seite 472.

Die ANTWORT auf diese Frage wurde in unserer Zeit neu gegeben:

Thomaston, Georgia
22.Mai 1954

An Papst PIUS XII.
Rom, Italien

Sehr geehrter Herr!

Stimmt der Vorwurf, den Ihnen Protestanten machen? Sie sagen, Sie hätten den Siebenten-Tag-Sabbat in den sogenannten christlichen Sonntag verändert, der mit dem ersten Tag der Woche identisch ist. Wenn dies so ist, frage ich: Wann haben Sie diese Veränderung einge­führt und mit welcher Vollmacht?

Hochachtungsvoll J.L. Day

Die ANTWORT ließ der Papst durch „The Catholic Extension Magazine“ geben, die größte damalige kath. Zeitschrift in den USA, 180 Wabash Avenue, Chicago, Ill.. Mit dem Segen Papst Pius XII.

Lieber Herr! Bezüglich der Veränderung der Beobachtung des jüd. Sabbats auf den christl. Sonntag möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf folgende Tatsachen lenken:

1.Protestanten, die die Bibel als die einzige Regel ihres Glau­bens und ihrer Religion betrachten, SOLLTEN ZUR BEOBACHTUNG DES SABBATS UNTER ALLEN UMSTÄNDEN ZURÜCKKEHREN. Die Tatsache, dass sie dies nicht tun, sondern im Gegenteil den Sonntag halten, lässt sie in den Augen jedes denkenden Menschen fragwürdig erscheinen.

2.Wir Katholiken nehmen die Bibel nicht als die einzige Regel des Glaubens. Neben der Bibel haben wir die lebende Kirche, die Autorität der Kirche, als Maßstab, der uns führt. Wir behaupten, dass diese Kirche, von Christus eingesetzt, um Menschen zu belehren und durch das Leben zu führen, das Recht hat, die zeremoniellen Gesetze des AT zu verändern, und daher anerkennen wir ihre Verlegung des Sabbats auf den Sonntag. Wir geben offnen zu: ‚Ja, die Kirche hat diese Veränderung gemacht, hat dieses Gesetz eingeführt, wie sie viele andere Gesetze machte, z.B. das Fasten am Freitag, das Zölibat der Priester, die Gesetze über Mischehen und katholische Ehen und tausend andere Gesetze.’

3. Wir weisen ebenso darauf hin, dass die SIEBENTEN-TAGS-ADVENTISTEN von allen Protestanten die einzige Gruppe sind, die korrekt argumentieren und in ihren Lehren konsequent sind. Es ist immer etwas merkwürdig, protestantische Kirchen zu sehen, die sich von der Kanzel und durch Gesetzgebung für die Beobachtung des Sonntags einsetzen, von der in der Bibel nichts zu finden ist.

Mit den besten Wünschen

Peter R. Tramer, Herausgeber

Frage 3: Welcher Tag ist der „Siebente Tag“?

VORSICHT GLATTEIS!

Wozu diese Irreführung?

Beides, Ausruf und Anfrage, scheint nur zu berechtigt angesichts einer alarmierenden Schlagzeile in der auflagenstärksten christlichen Zeitschrift der Welt: „Sunday is God’s Seventh Dayl“ – Der Sonntag ist Gottes 7.Tag -.

Unter dieser überschritt erschien vor einigen Monaten (1985) ein vielbeachteter Artikel in „Christianity Today“. Den Ausführungen des Autors war auch eine spezielle Werbung für einen Kalender beige­fügt, als dessen besonderes Merkmal die Kennzeichnung des siebenten Tages hervorgehoben wurde. Zitat:

„DAS EINZIGARTIGE DARAN IST DER SIEBENTE WOCHENTAG, WELCHER DER SONNTAG, NICHT DER SAMSTAG IST …“

Hier liegt echte Verdrehung von Tatsache vor, die allerdings von zahlreichen Lesern um so leichter geschluckt wird, als schon vor mehreren Jahren der Wochenanfang durch internationale Übereinkunft in Wirtschaft und Verkehr auf den Montag verschoben wurde.

Hier stimmt doch etwas nicht! Nur christliche „Analphabeten“ kann man so hinters Licht führen, indem man den ersten als den letz­ten Wochentag bezeichnet und ihn dann noch „Gottes 7.Tag“ nennt. Das hat mit Wirtschaft und Verkehr nun wirklich nichts mehr zu tun. Hier handelt es sich um eine bewusste religiöse Irreführung!

Kenner des prophetischen Wortes der Bibel haben schon lange eine solche Entwicklung erwartet. Und wenn die Veränderung von „Zeit und Gesetz,“ wie sie der Prophet Daniel prophezeit hat (7 ,25), auch schon lange zurückliegt, und der aus dem Heidentum stammende Sonntag auch seit langem an die Stelle des biblischen Sabbats gesetzt wurde, so wird doch gerade in der Endzeit dieser Punkt erneut zu einer Vertrauensfrage hochgespielt werden. Und es wird nach Auskunft der Bibel eigenartigerweise gerade die sogenannte christliche Welt sein, die eine derartige „antichristliche“ Forderung durchsetzen wird.

An der Frage der Anbetung Gottes oder einer kirchlichen Tradition wird sich letztlich alles entscheiden. Siehe Offb. 13. Der Kampf um den Tag der Sonne und den Sabbat des Herrn hat dabei nur symptomatischen Charakter: Die Auseinandersetzung geht um die letztverbindli­che Autorität: Gotteswort oder Menschenwort – Jesus Christus oder weltliche religiös-politische Machthaber?

WIR WERDEN UNS ALLE AN DIESER FRAGE ENTSCHEIDEN MÜSSENI

Aber eins ist in jedem Fall sicher: Der Sonntag war nie der Ruhe­tag Gottes. Er ist auch heute nicht der siebente Tag Gottes – und er wird es nie sein. Auch wenn die größte christliche Zeitschrift der Welt eine solche Behauptung aufstellt.

Seit der Erschaffung dieser Welt besteht die Sieben-Tage-Woche. Zum Gedächtnis seiner Schöpfung stiftete Gott den siebenten Tag als Ruhetag. Er segnete ihn und sonderte ihn aus als Ruhetag für alle Menschen. Wenn auch nicht alle Menschen dieses Geschenk Gottes annahmen, so konnte doch jeder zweifelsfrei wissen, welcher Tag der Segenstag Gottes ist. Das war die Situation bis zum 31.12.1975. Ab 1.1.1976 ist es anders. Ab jetzt wird der 7. Tag fälschlich 6. Tag genannt. Keine 10 Jahre später ( 1985) wird behauptet: „Der Sonntag ist Gottes 7.Tag!“ – Wie können wir die Wahrheit wissen?

Jesus bat den Vater: „Heilige sie in der Wahrheit: dein Wort ist die Wahrheit.“ Joh. 17,17.

Gott sorgt - Kalenderwechsel 1975/1976
Quellenverzeichhnis
  • Gott Sorgt. Band 2. Die Botschaft der Offenbarung für Dich und Deine Familie. Von C. Mervyn Maxwell Ph. D. Originaltitel: GOD CARES, Vol. 2. Copyright für die Übersetzung, Advent-Verlag Kratlingen, CH-3704 Kratlingen, Schweiz. Mit freundlicher genehmigung zur Veröffentlichung auf dieser Website: Advent-Verlag Schweiz.