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Sind Weltmenschen doch besser?

Liebe Freunde, ich freue mich, das Studium des Propheten Jona mit euch fortsetzen zu können. Jona dachte, er könne vor Gott und seinem Auftrag fliehen. Gott segne uns, wenn wir darüber nachdenken, was diese Erfahrung für unser  persönliches Leben bedeutet. Wir lesen noch einmal Jon. 1,3, den Text, mit dem wir die letzte Studie beendeten.

Jona will frei sein von Gottes Auftrag und seinem Gebot. Er will nicht Gottes Bote in Ninive sein. Er will die Warnungsbotschaft und den Ruf zur Umkehr nicht in einer Stadt verkündigen, deren Bosheit zum Himmel stinkt. Er gönnt den Feinden seines Volkes nicht Gottes Gnade. Er ist nicht bereit, seine alten Vorurteile und Vorstellungen von Gott korrigieren zu lassen.

Jona flieht vor Gottes Auftrag in die entgegen gesetzte Richtung. Er geht nach Westen in die Hafenstadt Japho.  Wer vor Gott und seinen Aufträgen fliehen will, wird immer einen Weg finden. In Japho stand ein Schiff bereit und es gab eine Besatzung, die bereit war, Jona mitzunehmen. Wer vor Gott flieht findet auch eine Gelegenheit. Fluchthelfer stehen immer bereit. Die Zahl derer, die andern zur Flucht vor Gott verhelfen, ist sehr viel größer als die Schar jener, die Menschen zu Gott zurückführen, Für Jona war es ein Schiff mit seiner Besatzung. Jona geht an Bord.

Er lässt sich seine selbst erwählte Freiheit etwas kosten. Er will frei sein, das ist  ihm einige Hunderter wert. Der Text sagt‘, „Er gab Fährgeld und trat in das Schiff“. Jona ist bereit zu einer Investition. Er weiß, die Schifffahrt ist nicht gerade billig. Aber wie hoch der Preis auch sein mag, es ist immer noch billiger als das, was Gott von mir erwartet. Er hat nur noch einen Gedanken: Ich brauche eine Fahrkarte zur Freiheit.

Viele denken wie Jona und versuchen sich bei Gott „dienstfrei“ zu kaufen. Sie sagen sich: „Ich bezahle pünktlich meine Mitgliedsbeiträge. Ich gebe treu den Zehnten und spende für karitative Zwecke. Für den Unterhalt und Bau unserer Kirche überwies ich auch eine größere Summe. Das sollte doch wohl genügen. Kann man mehr von mir erwarten? Soll man mich doch in Ruhe lassen. Ich will nichts als meine Freiheit und meinen persönlichen Frieden.“

Doch die Flucht vor Gott ist eine teure Angelegenheit. Sie kostet unwahrscheinlich viel. Den Preis bezahlt man selbst und ganz allein aus eigener Tasche. Dass der Preis immer zu hoch ist und man oft ein ganzes Leben lang daran abzahlen und zulegen muss, weiß man erst hinterher. Auf der abenteuerlichen Flucht vor Gott sind Fährgelder, die man selber zahlt, immer Sturmgeld, man ist unversichert und geht auf eigenes Risiko an Bord. Der Prophet Jeremia weist auf die Kosten hin, die eine Flucht vor Gott und seiner Weisung mit sich bringt: Jer. 2,17; 19 Hfa: „Das alles hast du dir selbst zuzuschreiben, weil du mich, den Herrn, verlassen hast, deinen Gott, der dich so sicher geführt hat! Deine eigene Bosheit wird dich strafen, deine Untreue bringt dich zu Fall: Erkenne doch, wie schmerzlich und bitter es ist, dass du mich, den Herrn, deinen Gott, verlassen hast und mir keine Ehrfurcht mehr erweist. Das sage ich, der allmächtige Herr und Gott.“

Wie viel seelisches und ‚körperliches Leid haben sich Menschen bereitet, weil sie Gottes Geboten nicht gehorchen und Gottes Weg nicht gehen wollten. Wie viel Not und Unglück ist über einzelne und ganze Familien gekommen, weil sie vor Gott und seinem Wort flüchteten und Gott nicht dienen wollten.

Doch wie viel wir auch bezahlen, um vor Gott zu fliehen, Gott hat immer noch mehr bezahlt, um uns wieder heimzuholen. Gott bezahlte nicht mit Silber und Gold, nicht mit Dollar oder Euro, sondern mit dem Blut seines eingebornen Sohnes. Der Preis Gottes überbietet alles eigene Fährgeld. Paulus schrieb in 1.Kor. 6,20: „Ihr seid teuer erkauft!“ Wer über den unermesslichen hohen Preis nachdenkt, den Gott für unsere Erlösung bezahlte, der wird mit Paulus bekennen: „Die Liebe Christi dringet mich also“ Er wird mit dem Apostel Johannes ausrufen: „Lasset und ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.“ (1. Joh. 4,13)

Als Jona endlich in der Hafenstadt Japho, dem heutigen Tel Aviv, ankam und ein Schiff fand, das in die entgegen gesetzte Richtung von Ninive fuhr, muss ihm ein Stein vom Herzen gefallen sein, Er war so erleichtert, dass er in das Schiff hinunterstieg, um zu schlafen. Jon. 1,5b

Der schlafende Jona

Beachten wir die Steigerungen in Vers 5:  hinuntergestiegen, niedergelegt, eingeschlafen.

In diesen Worten wird der Weg in die Gottesferne bildhaft beschrieben. Erst entfernt man sich von Gott, dann macht man es sich in seinem Eigenleben bequem und schließlich schläft man ein. Ist die Flucht in den Schlaf das Zeichen der neuen Freiheit, oder deutet dieser Schlaf an: Ich will nichts hören, nichts sehen, ich will meine Ruhe haben. Ich will nicht mehr über Gott und sein Wort nachdenken, ich will Gottes Auftrag und Gebot, vergessen. Ninive? Was geht mich Ninive an? Ist das meine Aufgabe? Soll ich mich um alles und jeden kümmern? Soll ich meines Bruders Hüter sein? Die sind doch selber schuld. Das Gericht wird nur die gerechte Strafe für ihre Bosheit und ihren Ungehorsam sein. Jona schläft und die Erinnerung an Gott und seinen Auftrag und an Ninive verblasst.

Wird uns Jona an dieser Stelle nicht sympathisch? Wie heißen die Schlafstuben, in die du dich zurückziehst, um Gottes Gebot, Wort und Auftrag zu vergessen? Wie viel schlafende Christen gibt es, während sich der letzte Weltensturm schon zusammenbraut? Wie sieht der Schlaf des modernen Jona aus? Er macht es sich in seinem Fernsehsessel bequem oder geht ins Ohne-Sorg-Theater. Er jammert über die sohlechte Welt und freut sich, dass er noch einmal heil davongekommen ist. Er denkt: mit den Rauschgiftsüchtigen, den Gammlern, den Kriminellen, den Asozialen und Anarchisten sollte man kurzen Prozess machen. Und während er dies denkt freut er sich über die Gnade Gottes, die ihn erwählt hat. Er schafft sich ein Stück „heile Welt“ und lebt in einer gefährlichen Illusion, die ihn hindert die Verlorenheit der Welt zu begreifen und die Menschen zu verstehen.

Wie viele Christen leben auf einer „Insel der Frommen“, in einem selbsterwählten und selbstgeschaffenen religiösen Gettho. Wenn da nicht der Zwang wäre, Geld durch einen weltlichen Beruf zu verdienen, wäre diese Isolation, dieses sich in seine vier Wände zurückziehen und nur nach der eigenen Erbauung zu streben, fast gelungen. Doch Gottes Befehl an Jona lautete nicht: Gehe in deine Kabine! Schlafe dich aus! Vergiss meinen Auftrag!. – Nein und abermals nein. – Gottes Befehl lautet: „Stehe auf und geh nach Ninivel“ d.h.: geh dorthin, wo die Bosheit zum Himmel stinkt, dorthin, wo Menschen in Gefahr stehen, für immer vernichtet zu werden.

Gottes Weisung an schlafenden Christen

Offb. 3,2 – „werde wach und stärke das andere, das sterben will!“

Eph. 5,14 – „Wache auf, der du schläfst, stehe auf, so wird dich Christus erleuchten!“

Röm. 13,11: „Die Stunde ist da, aufzustehen vom Schlaf!“

Jona wollte sein Gewissen durch Schlaf beruhigen. Doch Gott ließ Jona nicht schlafen, wie er auch uns  nicht schlafen lässt. Gott ist hinter Jona her, er bleibt ihm auf den Fersen.  Jona muss erkennen, dass Gott nicht am Kai von Japho zurückgeblieben ist. Jona muss erfahren, dass Gott immer noch die handelnde Hauptperson auf der Bühne seines Lebens und dieser Welt ist.

Gott greift ein! – Jon. 1,4 Gott zieht sich nicht resigniert zurück. Gott lässt Jona nicht fallen. Er gibt Jona nicht auf. Gott holt Jona ein. Vor Gott haben wir alle und immer die kürzeren Beine. Er ist der Herr der Elemente. Ihm steht alles zur Verfügung.

Jona muss die Erfahrung machen: Vor Gott kann man nicht, fliehen, ihm kann man nicht entkommen. Der Psalmbeter hat diese Tatsache treffend geschildert. Ps. 139,7-12 Die zentrale Frage lautet; „Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht“ Die nette Dame im Reisebüro kann diese Frage nicht beantworten. Die Direktoren der Tourismusbörse können keine Auskunft geben. Die bunten Prospekte der Reiseveranstalter erweisen sich als unbrauchbar.

Gott lässt sich die Regie nicht aus der Hand nehmen. Gott ist der Handelnde und Allgegenwärtige. ‚Da ließ der Herr einen großen Wind auf’s Meer kommen‘

Der Wind kam sicher nicht postwendend. Gott stellt zunächst keinem, der fliehen will, ein Bein. Gott kann warten, bis er das Lasso wirft. Aber dann trifft er. Gott hat. eine lange Hand und einen guten Wurf. Und er trifft, um einzuholen, zurückzuholen, brauchbar zu machen alle, die sich unter seinem Wort und Auftrag als unbrauchbar erwiesen. Gott gibt uns nicht auf. Er hat viele Wege, um uns nachzugehen und in seinen Dienst zu stellen.

Während Jona schläft, nimmt der‘ Wind zu, die Wellen schlagen höher, und die Seeleute werden unruhig. Bald wird der Sturm so heftig, dass das Schiff auseinander zu brechen drohte. Diese Seenot ist Gottes erste Antwort auf die leeren Taschen des Jona. Das Fährgeld, das er selbst bezahlte, beginnt zu schmerzen. Jona begreift: Flucht vor Gott ist keine Urlaubsreise mit Bordkapelle und Swimmingpool. Jona beginnt zu ahnen, dass kein Zufall die Wellen so stark bewegt. Jona weiß: Das ist Gott. Der suchende Gott, der will, dass ich für ihn nach Ninive gehe, weil er die Stadt retten will.

Liebe Freunde, in wie vielen Ungewittern unseres Lebens ist Gott unterwegs, um uns zu suchen und zu treffen, um uns willig und bereitzumachen für seinen Dienst. Ob uns das immer bewusst ist oder bewusst wird, wenn Krankheit, geschäftliche Misserfolge, Schwierigkeiten in Familie und Beruf uns trifft?

Lebensstürme sind Volltreffer Gottes. Gottes Wellen spülen in unser Versteck.

Gott spürt uns auf in unserem Versteck, wo wir uns vor ihm und seinem Wort sicher wähnen. Es gibt merkwürdige Verstecke im Leben, wenn es darum geht, Gottes Ruf auszuweichen. Solche Verstecke sind: Ehe und Familie, Verwandte und Freunde, Geschäft und Politik, Beruf und Hobby. Alles lebensnotwendige Dinge, und zugleich große Versuchungen, sie zum Versteck oder als Alibifunktion zu missbrauchen, um Gottes Ruf nicht beantworten zu müssen. Das beste Versteck für einen Pastor z.B. ist die Gemeinde. Es gibt Mitarbeiter, die so im sozialen Dienst ihrer Gemeinde aufgehen, dass sie keine Zeit mehr finden für die Evangelisation der Weit und die dabei ein gutes Gewissen haben.

Weil der von Gott Beauftragte schläft, weil er sich versteckt, gerät eine ganze Schiffsbesatzung‘ in Not; „dass man meinte, das Schiff würde zerbrechen* Dr. M.Luther sagte. „Wegen Eines Sünde willen müssen die andern alle leiden“. d.h. Wenn Gottes Boten ihren Dienst versäumen, wenn Christen versagen, dann muss die Welt mitleiden unter den Folgen ihres Versagens oder ihres sich Verweigerns.

Ob Gott uns klar machen will, dass Sünde und Ungehorsam keine Privatangelegenheit sind? Der von Gott fliehende Mensch zieht seine Umwelt mit hinein in die Wellen des suchenden Gottes, einer kann alle gefährden. z.B. Krieg – Wachposten der schläft. Viele leiden, weil die Christen versagen, weil sie schweigen, weil sie es versäumen, ihren Auftrag und ihr Wächteramt auszuführen. Wir spielen mit dem Leben von Menschen, wenn wir uns Gottes Auftrag entziehen. Gott sagt uns durch den Propheten Hesekiel: – Hes. 33,7-8.

Wie oft. ist es schon geschehen, dass die gläubige und mutige Entscheidung eines Menschen für Jesus Christus viele andere Entscheidungen in der Familie und Nachbarschaft nach sich zog. Ebenso wahr und traurig ist, dass viele nicht zum Glauben an Jesus Christus kommen, weil einzelne, die die Wahrheit kennen, sich schämen, die Wahrheit vor ihren Verwandten zu bekennen oder ihren Freunden weiterzusagen und persönlich keine klare Entscheidung treffen.

Wenden wir uns jetzt einmal von Jona ab und dem Verhalten der Schiffsleute zu.

Das Verhalten der Seeleute – Jon. 1, 5a .. Jeder schrie zu seinem Gott!“

Diese Nichtchristen sind so religiös, wie sie es nach ihrem heidnischen Religionsverständnis sein können. Auf dem Schiff wird plötzlich gebetet. An einem Ort und von Menschen, wo keiner Gebete vermutet oder erwartet, Menschen, die keinen Ausweg mehr wissen, die verzweifelt Rettung suchen, schreien anders, wenn auch jeder zu seinem Gott. Die Welt betet auch. Die Vielfalt ihrer Götter ist nicht zu zählen. Der Gebetsschrei der vielen nicht zu überhären. Doch ihre Götter sind tot. Die Welt glaubt auch, an die Güte des Menschen, an die Entwicklung zum Besseren, an den Sieg der Vernunft, an die Macht des Geldes, an die Kraft der Arbeiterklasse, an den Marxismus und Sozialismus, an das Kapital oder irgendeine Ideologie oder Philosophie, von der sie das Heil der Welt erhoffen.

Die Matrosen sind Heiden, Götzendiener, sie kennen den lebendigen und einzigen Gott nicht. Jona wollte nicht zu den Heiden, den Götzendienern in Ninive. Auf dem Schiff ist er mitten unter ihnen.  Ja, er ist ihnen auf Gedeih und Verderben ausgeliefert, er ist von ihnen abhängig. Es gibt keine „Insel der Heiligen“ für gläubige Christen. Wir sitzen heute alle in demselben Boot. Und manchmal verhalten sich Nichtchristen vorbildlicher als die Gläubigen. So auch auf diesem Schiff in einer ausweglosen Situation. Die heidnischen Matrosen sind ein Sinnbild für die Welt. Die Matrosen beten nicht nur. Sie wissen auch um die Eigenverantwortung. Sie arbeiten hart, um das Schiff und das Leben zu retten. Sie tun ihr Bestes.

„und warfen die Ladung ins Meer“

Viele wissen, andere ahnen, dass diese Welt wie ein leckes, steuerloses Schiff im Sturm ist. Und sie versuchen verzweifelt, die Welt zu retten, die ausweglose Situation zu meistern. Die Humanisten, Sozialisten, Gewerkschaften, Marxisten, Studenten, Wissenschaftler, sie alle versuchen ihren Beitrag zur Rettung der Welt zu leisten. Dabei wird vieles über Bord geworfen, weil es als überholt, nutzlos, hinderlich, rückständig angesehen wird. Viele werfen den Glauben und die christliche Moral über Bord und sind überzeugt, dem modernen Menschen dadurch geholfen werden, dass er sich befreit von den Fesseln der Religion.

Wir fragen: War es nötig, dass die Matrosen so hart und vergeblich arbeiteten? Hätten die kostbaren Geräte nicht erhalten werden können? War denn nicht ein Mann Gottes, ein Prophet des Herrn, an Bord? Die Antwort beginnt wieder mit einem „aber“

„Aber Jona schlief“

Zwei Hände beteiligten sich nicht an der Rettungsaktion. Jona, der um die eigentliche Not und Ursache weiß, der eine Erklärung geben könnte, warum die Situation so ausweglos ist, warum die Elemente so wüten, Jona schweigt. Wir möchten rufen: Jona, lenk doch die verzweifelten Rettungsversuche deiner Umwelt auf den einen, der allein helfen kann und will. Jona, gib doch eine Erklärung, warum die Katastrophe gekommen ist.

Aber Jona, der Botschafter Gottes, schläft. Gleicht die Gemeinde in unseren Tagen nicht oftmals und weithin dem Propheten Jona? Draußen tobt der Sturm, die Wellen gehen hoch, jeden Augenblick kann das Ende kommen, das Schiff untergehen. Aber Jona schläft.  Luther sagt dazu: „Da liegt er und schnarcht in seinen Sünden,  höret und siehet nicht, fühlet auch nicht, was Gottes Zorn über ihm handelt und vornimmt.“

Erkennen wir, wie aktuell die Botschaft dieses Kapitels für uns heute ist? Die Wellen und Wogen im Völkermeer gehen hoch, Die Stürme brausen heran. Viele fragen: Was hat dies alles zu bedeuten? Warum nehmen Unterdrückung, Terror, Ungerechtigkeit, Rassenkrawalle, Aufruhr und Diebstahl, Mord und Ehebruch, Lieblosigkeit und Treubruch Oberhand? Warum sind wir so ratlos und ziellos?

Viele fragen: Wo ist das helfende, richtungweisende Wort? Wo ist die klare, ermutigende Tat? Wo ist die Kirche, die Antwort geben kann auf die brennenden Fragen dieser Zeit?  Wo ist das prophetische Wort, das unsere Gegenwart beleuchtet?

Durch den Propheten Hesekiel hat Gott diese Sprach- und Ratlosigkeit der Verantwortllichen vorhergesagt. Hes. 7,26 Viele sind enttäuscht und wenden sie von der Kirche ob. Radikaie wollen die Kirche wecken, weil sie eine Antwort suchen rütteln sie auf ihre Weise an den Pforten der Kirche. Es ist ein Protest aus Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit .

Der entrüstete Kapitän – 1,6  Der Kapitän weckt Jona. Er stellt ihm eine Frage und gibt ihm zwei klare Befehle:

Wie kannst du schlafen? Stehe auf! Bete zu deinem Gott!“

Der Kapitän kann nicht befreifen wie jemand in einer solchen Krisensituation schlafen kann. Wie man untätig im Bett liegen kann. Mit den Füßen des Kapitäns tritt Gott Jona auf die Zehen. Durch einen von  Jona verachteten Heiden lässt Gott ihm sagen, was seine Pflicht ist. Der heidnische Kapitän muss den einzigen Rechtgläubigen auf dem Schiff zum Beten auffordern. Nicht der Prophet steht den Hilfsbedürftigen bei, sondern der Heide erinnert den Propheten an seine religiösen Pflichten. Der Heide wird zum Werkzeug Gottes. Welch eine Demütigung für Jona! F0 14  „Jona betet nicht!“

Warum betete Jona nicht?

Beten, das hieße für Jona: zu Gott und seinem Auftrag Ja zu sagen. Beten, das würde bedeuten, die Schuld zu bekennen und nach Ninive zu gehen. Jona wusste: Solange er vor Gott flieht, seine Schuld nicht bekennt und nicht bereit ist, Gottes Willen zu tun, solange wird Gott sein Gebet nicht hören. F0 15  Ps. 66,18 – Spr. 28,9

Jona wird entlarvt – Jon. 1,7

Gott hat viele Wege, Schuld und Sünde offenbar zu machen. Wenn wir nicht freiwillig bekennen, so greift Gott manchmal hart in unser Leben ein. Jona wird vom Los getroffen. Mitten in den heidnischen Spielregeln hat Gott seine Hand. Alle Zufälle sind auch in Gottes Plan. Die Welt zwingt uns Farbe zu bekennen. Gott lässt niemand schlafen, der Antwort geben kann. Jona ist von Gott eingekreist: Meer, Sturm, Kapitän, Los. Der Ring wird immer enger. Es kommt alles irgendwann heraus. Jona müsste eigentlich über Bord geworfen werden. Er hat dem Schiff bereits einen enormen Schaden zugefügt. Doch die Heiden schlagen nicht zu. Sie erweisen sich als Seelsorger.

Jona wird mit Fragen bestürmt. – Jon. 1,8

„Was für einer bist du eigentlich, dass wegen dir das Meer so wütet?“ Es ist die Frage nach der Kennkarte-. Wer bist du? Wo bist du daheim? Zu welchem Volk gehörst du? Jona muss heraus aus der Anonymität, muss bekennen.

Jonas Bekenntnis – Jon. 1,9

Jona legt ein Glaubensbekenntnis ab, das inhaltlich richtig ist und das doch nicht stimmt, weil sein Leben nicht einbezogen ist.

Jona ist ein Israelit, ein Rechtgläubiger.

Doch sein Glaubensbekenntnis ist ohne Kraft und Überzeugung. Warum? Weil ein Widerspruch besteht zwischen dem, was er bekennt und dem was er tut. Theorie und Praxis klaffen auseinander. Wenn unser Glaubensbekenntnis nur ein schöner, auswendig gelernter Spruch ist, ist es unnütz. Wie. weh tut doch frommer Pathos. In Tit. 1,16 klagt der Apostel über Christen die ein Leben des Widerspruchs führen. Er sagt: „Zwar behaupten diese Leute, Gott zu kennen, aber ihr Leben beweist das Gegenteil. Sie widersetzen sich Gottes Weisungen und sind zu nichts Gutem fähig. Was sie tun, kann man nur verabscheuen.“  Wie leicht fällt es uns doch, ein richtiges Glaubensbekenntnis mit unseren Lippen zu sprechen und gleichseitig Gott ungehorsam zu sein und in eine selbsterwählte Freiheit zu fliehen.

Jona, der Rechtgläubige steht für die Gemeinde.

Die Furcht der Seeleute – Jon. 1,10.11

Die Matrosen sind sprachlos und verängstigt. Sie können nicht begreifen, wie jemand an den allmächtigen Schöpfergott glauben und zugleich vor ihm und seinen Aufträgen fliehen kann. – Und, doch geschieht dies bis auf den heutigen Tag. Mir sind viele Menschen begegnet, die eine klare Erkenntnis Gottes besaßen und die doch nicht bereit waren, daraus Konsequenzen für ihr Leben zu ziehen. Sie glauben an Gott den Schöpfer, trauen ihm aber nicht das Geringste für ihr alltägliches Leben zu. Sie denken: Ich kann Gott nicht geben, was ihm gehört, denn dann werde ich Mangel haben, So verhärtet sich ihr Herz Gott gegenüber.

Jonas Verhärtung – Jon. 1,12

Jona ist nicht bereit, sich vor den fragenden Heiden zu bekehren, Buße zu tun, Gott um Vergebung zu bitten. Statt eines demütigen Bekenntnisses und eines Zeugnisses für Gott, verhärtet sich seine Haltung.  Der fromme, rechtgläubige Jona will lieber kündigen als verkündigen. Wenn Gott schon stärker ist als ich, dann soll er wenigstens nichts von mir haben. Zwingen lasse ich mich nicht. „Werft mich ins Meer!“ Dass er nicht selber springt, verrät einen trotzigen herausfordernden Unterton gegen Gott.

Jona will sterben. Er will seinen Kopf, seinen Willen gegen Gott durchsetzen. Er ist bereit, für seine Auffassung den letzten und höchsten Preis zu zahlen, sein Leben, Das ist uralte und zugleich modernste Lebensauffassung: Schlußmachen! Nicht mit dem Ungehorsam, sondern mit dem Leben. Jona will seinen Kopf durchsetzen und sein eigener Richter sein, Jona sagt sich: Lieber tot sein als nach Ninive gehen. Bei den Toten da gibt es keinen Zugang für Gott. Die Toten dienen Gott nicht, sagt die Bibel, Ninive liegt über dem Wasser. Jona will endgültig unter Wasser. Das ist die letzte Karte, die er gegen Gott ausspielt,

Wer nicht bereit ist, Gottes Ruf zu folgen, Gottes Auftrag auszuführen, dessen Herz verhärtet sich immer mehr, bis es sich trotzig für immer für Gott verschließt. Darum sagt die Bibel: „Heute, so ihr seine Stimme hört, so verstocket euer Herz nicht!“

Jonas Schuldbekenntnis – Jon. 1,12b

Warum ist Gott mit Schuldbekenntnis Jonas nicht zufrieden? Warum tobt das Meer weiter? – Weil Jona immer noch entschlossen ist, nicht nach Ninive zu gehen, d.h. weil er noch immer nicht bereit ist, Gott zu gehorchen. Ein Schuldbekenntnis ohne Sinnesänderung ist umsonst. Ohne Reue und Buße, ohne Bereitschaft, Gott zu gehorchen, gibt es keine Vergebung!

Die vorbildlichen Matrosen – Jon. 1,13 Heiden arbeiten, versuchen zu retten.

Die heidnischen Matrosen wagen nicht, Jona über Bord zu werfen. Wie oft sind Nichtchristen Vorbilder praktischer und vornehmer Menschlichkeit. Sie handeln nach dem Motto: „Edel sei der Mensch,  hilfreich und gut!“ – Jona will den Heiden in Ninive die Rettung nicht verkündigen und muss nun erleben, wie sich Heiden um seine Rettung bemühen. Die Matrosen wollen den retten, der sie so geschädigt hat, der nicht einmal zu ihrem Volk gehört. Es ist gewiss nicht zufällig, dass auch Jesus die Heiden wiederholt lobte und ihr Verhalten und ihr Vertrauen seinen Volksgenossen vor Augen hielt. z.B. der barmherzige Samaritar (Lk. 10,25ff) Hauptmann von Kapernaum (Mt- 8,10-12) Frau von Tyrus (Mt.15,28).

Der Rettungsversuch scheitert – Jon. 1,13b; 14

Die Matrosen erkennen, dass sie keine andere Wahl haben, als Jonas Bitte zu erfüllen. Aber zunächst beten sie zu dem neuen Gott, den ihnen Jona offenbart hat. „Herr, strafe uns nicht, wenn wir diesen Mann jetzt opfern müssen! Rechne uns seinen Tod nicht als Mord an. Du selbst, Herr, hat es so gewollt.“ Am Anfang  hatte  noch  jeder  zu  seinem  Gott  geschrieen.  Jetzt  beten  sie  den Gott Jonas an. Sie haben erkannt, dieser Gott hat Macht. Die Erfahrung mit Jona hat sie zum Glauben an den Herrn geführt.

Jona wird ins Heer geworfen – Jon. 1,15

Der ständige Versuch Jonas, Gottes Bild und Willen zu vernebeln, wird nun von Gott selbst energisch unterbunden. Gott ist kein „windiger Geselle“, sondern ein heiliges Feuer. Aus dem Spiel mit Gott wird tödlicher Ernst. Auf Ungehorsam und Sünde steht Tod.

Wer zu Gott „Nein“ sagt, verliert sein Leben. Wo der Mensch in seinem Nein gegen Gott beharrt, beginnt Gott selbst über Bord zu werfen. Gott hat uns nicht nötig, Gott kommt auch ohne uns zum Ziel mit dieser Welt. So wie Jona ins Meer geworfen wurde, so wird Gott am Ende alle Unbußfertigen in die Hölle stürzen. –Der Herr wird zu ihnen sagen: „Geht mir aus den Augen, ihr Verfluchten, ins ewige Feuer, das für den Tweufel und seine Helfer bestimmt ist“ (Mt. 25,42 hfa).

Main lieber Freund, du kannst das Rendezvous mit Gott versäumen, den Gerichtstermin Gottes wirst du nicht umgehen können. Während die Matrosen Jona ins Meer werfen, geht die letzte Frucht ungewollter Predigt für die Heiden auf: Es gibt ein  zu Spät! So wird das Ende Jonas zum Glaubensanfang für die Heiden.

Gott kommt mit den Heiden zum Ziel – Jon. 1,16

Das 1. Kapitel im Jonabüchlein berichtet vom Wachstum des Glaubens in heidnischen Matrosenherzen. Jon. 1,5 sagt; die Matrosen hatten eine allgemeine religiöse Götterfurcht.

Jon. 1,10 : Sie fürchteten sich vor dem Gott Jonas, dem Schöpfergott.  Jon. 1,16 : Sie ehren den lebendigen Gott in Opfern und Gelübden. Sie erkennen die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes und beten ihn an. Die Heiden ehren Gott und opfern ihm ein Lamm.

Während die Heiden Gott finden, geht Jona, der Botschafter Gottes, in das selbst erwählte Grab.

Zusammenfassung:

  • Man kann Gott nicht entfliehen.
  • In den Lebensstürmen hat Gott seine Hand.
  • Es gibt keinen Menschen,  von dem man von vornherein sagen darf,  dass er nicht zu Gott findet
  • Mit den „Heiden“ hat Gott es oft leichter, als mit seinem Volk

Doch Vorsicht vor falschen Schlüssen! Nach dem Motto: Bleiben wir also Heiden, ich hab’s schon immer gesagt, die Frommen taugen nichts!

Beachten wir:

  • Durch die Heiden geschieht keine Rettung. Sie können nur Schuldige finden.
  • Über dem ganzen Geschehen steht Gottes erbarmende Liebe. Sie gehört den Heiden,
  • aber auch Jona. Darum geht der Bericht weiter.

Für heute wollen wir festhalten:

Wer vor Gott flieht, begibt sich in’s Unglück. Die falsche Richtung führt in den Tod, in eine ausweglose Situation. Die selbsterwählte Freiheit ist keine Freiheit, sondern Verlorenheit in Schuld und Tod.

Darum noch einmal die ganz persönliche Frage:

Wie lautet Deine Fahrkarte? Wohin bist Du unterwegs?

Diese Studie ist ein Teil einer ganzen Serie. Die folgenden Themen sind weitere Teile dieser Vertiefung. 

KapitelBibelstudienthemaLink
Jona 1Gott ruft - Jona flieht1.Studie
Gott sucht - Jona schläft                               2.Studie
Jona 2Gott handelt - Jona betet 3.Studie
Jona 3Gott vergibt - Jona predigt 4.Studie
Jona 4Gott rettet - Jona zürnt - Ist Jona ein Selektierer? 5.Studie