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Im Rachen des Todes

Müssen Fromme sich bekehren? Die große Wende. Das Zeugnis der Erfahrung

Liebe Freunde, bevor wir das 2. Kapitel dieser alten Prophetenschrift studieren, wollen wir uns kurz den letzten Vortrag in Erinnerung rufen:

Jona, der Gottes Botschafter in Ninive sein soll, flieht vor Gott und seinem Auftrag. Er ließ sich seine selbst erwählte Freiheit etwas kosten. Während die Welt verzweifelt arbeitet und weltliche Gebete spricht, um mit der augenblicklichen Not und ausweglosen Situation fertig zu werden, schläft der Bote Gottes, die Gemeinde, in toter Rechtgläubigkeit. Doch Gott lässt niemanden schlafen,  der in seinem Namen Antwort geben soll.

Der heidnische Kapitän befiehlt Jona zu beten. Die Matrosen zwingen


ihn zum Bekenntnis. Jona, der vor Gott auf der Flucht ist, verfällt fremden Mächten. Sein Glaubensbekenntnis ist zwar theoretisch richtig, aber dennoch eine Lüge, weil es mit seinem Leben nicht übereinstimmt. Jona, der andere vor dem Gericht retten soll, ist lebensmüde und wünscht sich den Tod. Er will lieber sterben, als Gott zu gehorchen. Er beharrt in seiner Dienstverweigerung und will seinen Kopf und Willen gegen Gott durchsetzen. Wer sich aber bewusst von Gott und seinem Wort absetzt, wer Gottes Gebot und Auftrag missachtet, wer in seinem Nein gegen Gott beharrt, trennt sich vom Leben und ist ein Kandidat des Todes. Ungehorsam führt in den Untergang. Selbst erwählte Freiheit in die Zerstörung, Wer sich nicht von Gott führen lässt, wird getrieben, wohin er nicht will. Der selbst erwählte Weg führt in den Tod. Die Bibel sagt in Spr. 16,25: „Manchem erscheint ein Weg recht; aber zuletzt bringt er ihn zum Tode.“

Als die Seeleute Jona ins Meer warfen, erfuhren sie, wie ein Mensch endet, der Gott den Dienst versagt, der Gottes Willen missachtet, der seinen eigenen Weg gehen will. Die Matrosen lernten begreifen, dass man mit Gott nicht spielen kann. Sie erkannten: Es gibt ein zu Spät! Dies wird auch das Schicksal einer Kirche und Gemeinde sein, die die Dienste und Mittel der Welt beanspruchte, die aber Gott nicht gehorchte und ihren Auftrag an dieser Welt versäumte. In Offb. 18,8; 21 wird gesagt: „Darum werden ihre Plagen auf einen Tag kommen; denn stark ist Gott der Herr, der sie richten wird. Und ein starker Engel hob einen großen Stein auf wie einen Mühlstein und warf ihn ins Meer und sprach: Also wird mit einem Sturm verworfen werden die große Babel und nicht mehr gefunden.“

Noch ist diese Stunde nicht gekommen. Noch will Gott die Rettung Jonas, weil er die Rettung Ninives will. Noch waltet über dieser gerichtsreifen Welt und über der zum Ausspeien lauen Gemeinde, die Gnade Gottes. Gott hat noch seine Hand im Geschehen. Gott behält noch die Führung, obwohl alles hoffnungslos aussieht. Davon berichtet das 2. Kapital, das wir jetzt lesen und studieren wollen.

Jona 2. Kapitel ~ Im Rachen des Todes

Halten wir zunächst fest: Der ungehorsame und lebensmüde Jona ist verloren, von den Fluten verschlungen, im Rachen des Todes. Nun besteht keine Hoffnung mehr für ihn.

Doch gerade jetzt, wo es so aussieht als ob es für Jona aus ist und er für immer dem Tode preisgegeben ist, fängt seine Rettung an. Jetzt,  da Jona nichts mehr selber wollen noch gebieten kann, nun, da er am Ende seines Weges ist, auf dem er sich selbst den Untergang bereitete, verschafft Gott die Möglichkeit, dass der heillose Jona zum Heil kommt.

Und Gott verschaffte einen großen Fisch – Jon. 2,1

Liebe Freunde, heute Abend lernen wir den Gott kennen, der uns Menschen nicht aufgibt, der noch lange nicht am Ende ist, auch wenn wir uns schon am Ende unseres Lebens sehen. Gott will unser Heil. Gott will unsere Rettung, denn Gott ist Liebe.

War Jona nach eigenem Willen auf ’s Schiff, unter Deck und ins Wasser gekommen, so muss er jetzt nach Gottes Willen in die letzte Enge, an den Ort, den Gott zu seiner Umkehr, Einkehr und Rettung vorgesehen hat. Gott schafft Situationen, in denen jeder weitere Fluchtversuch unmöglich wird. Gott lässt Umstände zu, in denen uns die Ausweglosigkeit unserer Lage und die Verlorenheit unseres Lebens bewusst wird. Gott führt uns in Engpässe, in denen wir uns unserer Schuld bewusst werden und die uns keine Rückzugsmöglichkeit mehr erlauben. Genau diesen Ort zeichnet der biblische Bericht des Jonabuches als einen Fisch. Wie muss der Fisch aussehen, in dem Gott dich in die letzte Enge führt, um dich zur Selbsterkenntnis, zur Umkehr, zur Besinnung, zur Wiedergeburt, zur entscheidenden Wende deines Lebens zu führen? Bei Jona war dieser letzte enge Ort ein Fischbauch, und bei dir?

In der Seelsorge der letzten drei Jahrzehnte ’sind mir viele Menschen begegnet, die mir als Zeugnis ihrer Erfahrung von solchen Engpässen ihres Lebens berichteten. Beispiele bringen: Mann mit Rückgratverkrümmung – Unfall,  Frau – Blindheit, Ehepaar – Flucht, Soldat – Gefangenschaft, junger Mann – Gefängnis, junge Frau – Krebs, usw.

Warum lässt Gott solche ausweglosen Situationen zu?

Warum treibt Gott seine von ihm Angesprochenen so in die Enge, in die letzte Ausweglosigkeit? Weil Gott ihre Rettung will. Rettung gibt es aber nur für Verlorene. Gott kann nur Menschen retten, die sich ihrer Verlorenheit bewusst sind. Siehe Beispiel   Rettungsschwimmer und Ertrinkender!

Jona ist nun ein Verlorener, darum besteht Hoffnung für ihn. Die Bereitschaft, Gott als Erlöser anzunehmen, wächst mit der Erkenntnis der eigenen Verlorenheit. Und die Bereitschaft, Gottes Rettungsbotschaft zu bezeugen, wächst mit der Erfahrung der eigenen Rettung. Gerettetsein bringt Rettersinn. Siehe Beispiel: Krankheit und Arzt. Gott kann nur helfen und retten, wenn wir unsere Verlorenheit erkennen und zugeben, wenn wir nicht mehr vor ihm fliehen, sondern uns zu ihm wenden. Wenn sich alle Ausflüchte, alle Selbstgerechtigkeit und alle Wege der Selbsterlösung als vergeblich erwiesen haben, wird ein Mensch bereit, auf Gott zu hören.

Die Meerfahrt Jonas begann nicht mit einem Gebet, sondern mit einem großen Entsetzen. Die endgültige Freiheit, die Jona im Tod, im Wasser suchte, offenbart sich als Gegenteil, als unerträgliche Enge.  – Jon. 2,6-7a

Jonas Erlebnis

Jona kommt zu einer ersten wichtigen  Erkenntnis: Jon. 2,4

Du warfst mich in die Tiefe, … dass die Fluten mich umgaben“ 

Das ist Jonas erste tiefe Einsicht: Nicht ich sprang, obwohl ich springen wollte. Nicht die Matrosen übergaben mich dem Meer. Sie waren nur Werkzeuge in Gottes Hand. Gottes unerbittliche Hand warf mich. Seiner Gerichtshand entzieht sich niemand. Wenn Gott zugreift, kann ihm niemand widerstehen. In Esr. 8,22 steht eine bedeutungsvolle Aussage über die Hand Gottes, die wir‘ beachten sollten: „Unser Gott hält seine schützende Hand über allen, die ihm vertrauen; doch wer sich von ihm abwendet, bekommt seinen Zorn zu spüren.“

Eine weitere wichtige Erkenntnis, die Jona bezeugt, steht im 2.Teil von Vers 4: „Alle deine Wogen und Wellen gingen über mich“.

Wir tun gut, erneut auf das kleine Wörtlein „deine“ zu achten.  Deine Wogen, deine Macht, deine unausweichliche Hand, alles deine mächtigen Diener.

Ob wir das auch immer so sehen, wenn die Wogen in unser Lebensschiff schlagen, wenn uns alles unter den Händen zerbricht und zerrinnt, wenn Schmerzen unsern Leib quälen? Ob wir dann auch sagen: alles deine mächtigen Diener, alles deine Werkzeuge, damit du mich zur Rettung führst und zum Dienst brauchbar machst? Oder ob wir voller Selbstmitleid jammern: Ich kann gar nicht verstehen, warum gerade mir das passiert, worum ich dies leiden muss, weshalb ich dies zu tragen habe. Ich kann nicht begreifen, woher das alles kommt, wer da eigentlich dahinter steckt.

Jona muss erkennen: Für die chronischen Nein-Sager, für die Gott nicht Gehorchenden, vor Gott Fliehenden, geht es auf Gottes Endstation zu. Ein Ausscheren ist unmöglich. Einmal steht jeder in der letzten Unentrinnbarkeit vor Gott. Die Bibel spricht darüber Hiob 11,20 in klaren Worten: „Aber alle, die Gott missachten, schauen sich vergeblich nach Hilfe um; sie haben keine Zuflucht mehr! Ihnen bleibt nur noch der letzte Atemzug.“

Jona bekennt (Jon. 2.6.7) „…die Tiefe umringte mich …der Erderiegel  schlossen sich hinter mir ewiglich“.

Jona kann nicht wissen, dass er im Bauch des Fisches ist. Er denkt, er sei im Totenreich. Er hat nur das Wissen, ewig eingeschlossen zu sein, dort, wo Gott auch noch Herr ist. Es gibt Schlimmeres als zu sterben. Es gibt das Wissen und das Erlebnis des ewigen getrennt sein von Gott, von der Quelle des Lebens.

Jona drückt diese Not mit den Worten aus – Jon. 3,5:

Ich dachte, ich wäre von deinen Augen verstoßen“

Jona erleidet das Gericht der Gottesferne, ohne um einen Fisch zu wissen, der ihn verschlungen hat. Jona erlebt die absolute Gottzurückgezogenheit, und das ist nichts anderes als Gottverlassenheit, es ist Verstoßensein von Gott. Jesus erfuhr und durchlitt diese Verlassenheit, als er am Kreuz die Sünden der Welt trug. Sein qualvoller Ruf durchdringt unser Herz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen.“ Jesus, der von Ewigkeit her unscheidbar eins mit Gott war, erlitt das Gericht der Gottverlassenheit stärker als jeder Mensch, als er unsere Sünde auf sich nahm.

„Ich dachte, ich würde deinen heiligen Tempel nicht mehr sehen“

Ein erschütterndes zu Spät bricht über Jona herein. Seine Sehnsucht konzentriert sich auf einen Punkt. Er sehnt sich nach der Nähe und Gemeinschaft Gottes. Es ist die Sehnsucht nach der lobenden, dankenden und dienenden Gemeinde. Jetzt würde er gerne den entgegengesetzten Weg seiner Flucht gehen. Liebe Freunde, wie würde uns doch die Gemeinschaft der Glaubenden, Gottes Wort in der Predigt, Gottes Gegenwart im Abendmahl, Mission und Zeugnis und vieles andere wieder wertvoll, wenn es uns plötzlich genommen würde und wir in einer engen Gefängniszelle sitzen würden.

Jemand hat es einmal so formuliert:

„HöIIe ist Sehnsucht, die nicht mehr gestillt, sondern nur noch unaufhörlich empfunden wird.“ Dazu gehört auch die Sehnsucht nach dem, was oft als langweilig, überholt und nutzlos abgetan wurde. Sehnsucht nach der Gemeinschaft der Gläubigen, Sehnsucht nach dem einen Gott, der durch seinen Zuspruch und Anspruch unser Leben füllen wollte. Sehnsucht nach dem Gott, der uns in seinen Dienst ruft, um unserem Leben Sinn und Würde zu geben

Jonas Umkehr – Betrachten wir nun die große Wende in Jonas Leben. Sie beginnt mit den Worten – Jon. 2,8:

„Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den Herrn“ -–

Die Todesnot bringt Jona zur Besinnung. Als es ihm gut ging, dachte er nur an sich und seine Freiheit, an sich und sein Glück. In der unfreiwilligen Einzelhaft, in der finsteren, engen Eingeschlossenheit des Fischbauches, verändert sich sein Denken. Der Volksmund sagt: Not lehrt beten. Paul Humburg formulierte es einmal so•. „Die Not ist Gottes großer schwarzer Hund, den er hinter seinen verlorenen Schafen herschickt.“

Dachte Jona bisher nur an sich und seine Vorteile, an seine Frömmigkeit, an seine Gemeinde, an seine Flucht und seinen Tod, so beginnt mit dem Denken an Gott die große Wende seines Lebens. Mit dem Denken an Gott beginnt aber auch die Hoffnung für Ninive, die Stadt, deren Bosheit vor Gott gekommen ist. Denn man kann nicht an Gott denken, ohne an die Aufträge Gottes zu denken, man kann nicht zu Gott beten, ohne sich seinem Willen zu beugen. Man kann nicht Gottes Hilfe erwarten, ohne Gott zu gehorchen. Man kann nicht mit Gott Gemeinschaft haben, ohne bereit zu sein, mit Gott und für Gott noch Ninive zu gehen.

Jona dachte nicht nur an den Herrn, sondern rief und schrie zum Herrn. Jon. 2,3

‚Ich rief zum Herrn in meiner Angst“

In der äußersten Not findet Jona den Weg zu Gott zurück. Wie tief muss ein Mensch herunter, wie eng sein Lebensraum und wie dunkel sein Alleinsein werden, ehe er zurr Herrn schreit. Doch das Wunderbare ist: Gott verachtet Jona nicht. Gott ist nicht zornig auf ihn. Gott wendet sich nicht von ihm ab. Jona bekennt:

„Ich schrie aus dem Rachen des Todes und Gott antwortete mir!“

Was für einen wunderbaren, liebenden, Gebete erhörenden Gott haben wir. Mitten in der Höllenangst und Todesfurcht war Gott da, Gott hört auf unser Schreien, das mehr ist als Beten. Die Bibel bezeugt dies immer und immer wieder. – In Psalm 107 wird berichtet, wie der Herr denen half, die in den Stürmen des Lebens zu ihm schrieen: Ps. 107,23-30.

Jona ist nicht länger ein Rebell, der sich seinen Weg vor Gott ertrotzt. Jona ist das Geschöpf Gottes, das mitten in der Heimsuchung nach Gott schreit. Jona betet. Darum wird er gerettet. Jona erfährt die Zusage Gottes, die wir in Röm. 10,13 lesen: „Denn wer den Namen des Herrn anruft, soll gerettet werden!“

Jona wollte vor Gott in eine selbst erwählte Freiheit fliehen. Jetzt muss er erkennen, dass dieser Weg in der Gefangenschaft des Todes endet. Jetzt ist ihm die Tür zur Freiheit. Verschlossen. Diese Tür kann nur von außen geöffnet werden. Nur Gott kann ihn in die Freiheit führen. Dies ist die Lektion, die Jona am eigenen Schicksal lernen soll: Nur Jona kann nach Ninive gehen und den vom Gericht Gottes bedrohten Menschen die Tür zur Freiheit auftun. Nur Jona kann den Gefangenen die Freiheit verkündigen, die sie durch Umkehr zu Gott, durch Reue und Buße empfangen.

Doch bevor Jona zum Dienst fähig ist, muss ihm noch eine andere wichtige Erkenntnis aufgehen. Jon. 2,9 „Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade“ Wichtige Erkenntnis Wer sein Heil nicht bei Gott sucht, verspielt die Gnade, die er nur bei ihm finden kann.

Im Rachen des Todes, in der Ausweglosigkeit, in der Tiefe und Enge der existenziellen Bedrohung stellt sich die Frage nach dem, was im Leben wichtig ist und was nicht, mit ganzer Schärfe. In den Krisen unseres Lebens gewinnen wir Erkenntnisse und Einsichten, die uns im Lärm und Lichtglanz des normalen Lehens nicht zuteil werden. Jona weiß jetzt, das Schlimmste ist, Gottes Gnade zu  verlieren.

Die wichtigste Frage, die Frage nach dem Willen Gottes, stellt sich  uns erst in der Ausweglosigkeit. Die Frage, ob Gott Nein oder Ja zu unserem Leben sagt, wird es dann wichtig, wenn wir am Ende sind. Wichtiges wird dann plötzlich nichtig und Nichtiges plötzlich unendlich wichtig. Darum sollten wir stets mit Mose beten; „Lehre uns bedanken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ (Ps. 90,12) Als Jona meinte, sein Leben sei zu Ende, da fing für ihn das Leben erst an. Unser „Aus“ ist der Anfang von Gottes „Beginn“. Wer so ausgezählt wird wie Jona, auf den zähIt Gott.

Die Bibel sagt: „Und der Herr sprach zu dem Fisch, und der spie Jona aus ans Land‘ Sein Leben darf noch einmal beginnen. Gott fängt mit Jona nach einmal von vorne an. Das ist die Botschaft des Evangeliums. Jona ist gerettet.

Jona bekennt: Du hast mein Leben aus dem Verderben geführt.“ Nun kann er aus eigener Erfahrung bezeugen und verkündigen, dass Gottes einziges und letztes  Anliegen unsere Rettung ist. Nun kann er glaubwürdig auftreten und sagen: „Kommt her ich will erzählen, was Gott an mir getan!“ Jonas Rettung und Umkehr wird sichtbar an seinem Verhalten: Jon. 2,10 Er gibt sich Gott ganz hin. Er trifft eine klare Entscheidung. Er opfert Gott Dank, er ist bereit, seine Gelübde zu bezahlen, er gibt Gott die Ehre.

Jona bekennt; „Die Hilfe ist des Herrn!“ Opfer und Gelübde sind Zeichen der Unterordnung unter Gott, Zeichen seines Gehorsams. Dank und Gehorsam sind die Folge seiner Rettung. So wie Jona durch Gottes rettendes Eingreifen ein neues Leben mit Gott begann, so muss es auch bei uns durch die Errettung, die Jesus Christus wirkt, zu einem neuen Leben mit Gott kommen,

Jonas Erlebnis ist ein Gleichnis der Wiedergeburt

Auf alten kirchlichen Bildern und Darstellungen wird die Jona-Geschichte so dargestellt: Der Fisch verschlingt Jona mit dem Kopf voran und spuckt ihn wieder mit dem Kopf voran aus, Diese Darstellungen zeigen ein tiefes Verständnis für die Botschaft dieses Buches. Sie deuten an, dass sich im Innern des Fisches Jonas Wandlung, Jonas Wiedergeburt, Janos Umkehr vollzog. Da sich diese Umkehr im Wasser vollzog, wird Jonas Erfahrung auch zu einem Gleichnis auf die christliche Taufe. Er lebt eigentlich nicht mehr. Sein Leben ist Geschenk Gottes. Paulus hat diese Gedanken durch den Heiligen Geist in Röm. 6,3-6 für uns aufgezeichnet. „Ihr wisst doch, was bei der Taufe geschehen ist: Wir sind auf den Namen Jesu Christi getauft worden und haben damit auch Anteil an seinem Tod. Durch die Taufe sind wir also mit Christus gestorben und begraben. Und wie Christus durch die Herrlichkeit und Macht seines Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir ein neues Leben führen. Denn wie wir seinen Tod mit ihm geteilt haben, so haben wir auch Anteil an seiner Auferstehung. Damit steht fest: Unser früheres Leben endete mit Christus am Kreuz. Unser von der Sünde beherrschtes Wesen ist vernichtet, und wir müssen nicht länger der Sünde dienen.“

In manchen Kirchen Schlesiens gibt es Kanzeln, auf denen das Erlebnis Jonas abgebildet ist. Man nennt sie die „Walfischkanzeln“. Wer immer daran dachte, solche Kanzeln herzustellen, der Auftraggeber oder Künstler besaß ein tiefes Verständnis von der biblischen Botschaft. Diese Botschaft lautet: Gott braucht wiedergeborene, bekehrte Menschen, die Gottes Liebe an sich erfahren haben und wissen, dass sie ganz von seiner Liebe leben. Gott braucht Zeugen, die aus eigener Erfahrung Gericht und Gnade verkündigen können. Denn die Predigt von der Umkehr hat ihre Vollmacht in der Erfahrung der Umkehr.

Gerettet zum Dienst

Keiner wird nur um seiner selbst willen gerettet. Wer gerettet ist, wird von Gott gebraucht. Die Rettung Jonas ist der Anfang zur Rettung Ninives. Jesus gab einem Mann, den er aus großer Bedrängnis rettete, folgenden Auftrag: Mk. 5,19 „Geh nach Hause zu deiner Familie und berichte, welch großes Wunder Gott an die getan hat und wie barmherzig er zu dir gewesen ist“  Auch Jona erhielt von Gott erneut den Auftrag, Gottes Botschaft in Ninive zu verkündigen. Jon. 3,1-2

Wie es Jona in Ninive erging, darüber werden wir in unserem nächsten Studium nachdenken.

Diese Studie ist ein Teil einer ganzen Serie. Die folgenden Themen sind weitere Teile dieser Vertiefung. 

KapitelBibelstudienthemaLink
Jona 1Gott ruft - Jona flieht1.Studie
Gott sucht - Jona schläft                               2.Studie
Jona 2Gott handelt - Jona betet 3.Studie
Jona 3Gott vergibt - Jona predigt 4.Studie
Jona 4Gott rettet - Jona zürnt - Ist Jona ein Selektierer? 5.Studie