Menü

Worin bestehen Gottes größte Wunder?

Liebe Schwestern und Brüder, ich freue mich, dass Ihr Euch die Zeit nehmt, das Büchlein Jona mit mir zu studieren, eine Prophetenschrift, die Jesus liebte und aus der er in seinen Predigten zitierte. Jona ist der Prophet, mit dem sich Jesus selbst verglich. Gott segne jeden, der gekommen ist, um etwas von der Kraft göttlicher Predigt in einer gerichtsreifen Stadt zu erfahren.

Im Jona-Büchlein werden viele Wunder berichtet. Doch die meisten Leser bleiben beim Oberflächlichen und Äußerlichen stehen. Sie diskutieren über den Fisch und übersehen dabei das viel größere Wunder. Worin besteht es? Im Handeln Gottes. Die Geduld und Liebe Gottes zu seinem trotzigen Boten und zur gerichtsreifen Stadt Ninive, ist das größte Wunder. Dieses Wunder verstehen aber nur jene, die etwas von Gottes Gerechtigkeit und Heiligkeit begriffen haben.

Der aus Ungehorsam verlorene Jona wurde von Gott in die ausweglose Enge getrieben. Als er aufhörte an sich und seine Freiheit zu denken, als er nicht mehr an seine Wünsche und seinen Willen dachte, als er an den Herrn dachte, kam die große Wende in seinem Leben. Der Herr rettete ihn und gab ihm die Möglichkeit, neu anzufangen. Denn wer umkehrt, den braucht Gott. Bekehrte werden zum Dienst in Ninive berufen. Nur ein bekehrter Mensch kann Gottes Auftrag in dieser Welt erfüllen. Davon spricht unser nächster Textabschnitt, den wir jetzt miteinander betrachten wollen.

Jona 3

„Und es geschah das Hort des Herrn zum zweitenmal zu Jona“ – Jon. 3,1.

Jedes neue Kapitel in der Jona-Botschaft beginnt mit einer großen Überraschung, mit einer neuen, unerwarteten, unvorhergesehenen Tat Gottes. Die Bibel berichtet viele Wunder. Am Anfang des 3. Kapitels im Jona-Büchlein steht wieder eins. Menschlich gesehen müsste die Geschichte wohl so weitergehen: „Danach ließ Gott den Jona laufen. Seine Lektion hat er ja bekommen. Nun soll er erst einmal darüber nachdenken und sich bewähren. Gott schickte Jona zu seiner Familie, zu seinem Volk, zu seiner Gemeinde zurück“ Einer, der so versagt hat. wie Jona, kann nicht Gottes Botschafter sein. Wie kann er andere zur Umkehr und zur Buße rufen, wie kann er ihnen Gehorsam predigen, da er selbst Gott nicht gehorchte?

So denkenund urteilen wir: Wer als Bote Gottes einmal und sogar öffentlich so versagt hat, hat nichts mehr zu sagen. Versager haben in Sachen Gottes zu schweigen. Paulus sagte einmal: „Auf dass ich nicht andern predige und selbst verwerflich werde“ (1.Kor. 3,27). Wie oft sagen wir: „Zu dem habe ich kein Vertrauen mehr“. „Auf den ist doch kein Verlass“, „Der muss sich erst einmal bewähren“, „den wähle ich nicht mehr“.

Im Gegensatz zu unserem Verhalten und Denken wird Gottes Wesen und das Wunder seiner Gnade lebendig. Der Herr erneuert seinen Auftrag zum zweitenmal. So als habe es nie ein Versagen gegeben. Damit durchbricht Gott alle weltlichen Spielregeln und Ordnungen. An dieser Stelle begegnet uns wieder das Evangelium im Jona Büchlein. Gott will immer wieder neu mit uns anfangen. Gott investiert gleiches Vertrauen wie am Anfang. Er betraut mit den gleichen Aufträgen. Gott geht mit jedem von uns ein neues Risiko ein. Bei Gott ist der Neuanfang möglich, den so viele nötig haben. Gott gibt den Versager nicht auf. Gott schreibt ihn nicht für immer ab. Er sagt aufs Neue zu Jona: „Mache dich auf und geh nach Ninive!“ –

Und Gott sprach: „Mach dich auf!“  

Es gibt also keine Vergangenheit, die so belastend wäre, dass sie unsere Schritte lahmen dürfte. Gottes Vergebung, seine neue Beauftragung belebt die müden Füße, Niemand darf also sagen: Ich bin belastet, ich habe versagt, ich halte doch nicht durch. Gott vergibt und schenkt durch die Vergebung neue Kraft, den Willen Gottes zu tun, Gottes Auftrag auszuführen. Gottes Wort ruft uns deshalb folgende Warnung zu: Hebr. 12,12-13 – „Richtet wieder auf die lässigen Hände und die müden Knie und tut gewisse Tritte mit euren Füßen, dass nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde.“ • Gott spricht zu dir: „Was immer auch zwischen dir und mir gewesen sein mag. Ich vergebe dir. Ich berufe dich neu.“ Der ehemalige Christenverfolger Saulus von Tarsus, wurde zum erfolgreichen Völkermissionar, weil er dieser Zusage Gottes vertraute. Sein Bekenntnis lautet: 1.Tim. 1,15-16

Jona erhielt die Gewissheit der göttlichen Vergebung nicht durch ein schönes Gefühl, sondern durch eine neue Beauftragung:

„Gehe in die große Stadt Ninive“

Stellen wir uns folgende Situation vor: Der Fisch hat Jona an einem schönen Strand abgeliefert. Die See ist ruhig. Die Sonne scheint warm. Weit und breit ist Jona allein. Jona genießt seine neue Freiheit, sein neu gewonnenes Leben. „Oh, wie ist das herrlich zu leben“ ruft er begeistert aus.“ – Dann denkt er sich: Dies ist ein idealer Urlaubsort. Nach all den Aufregungen der letzten Tage muss ich erst einmal eine Zeitlang entspannen und mich erholen. Wie nett von dem Fisch, mich ausgerechnet an einem so schönen Fleckchen Erde abzusetzen.“ Aber wenn Jona meint, jetzt könne er sich erst mal Zeit lassen, irrt er sich gewaltig. Gott hat andere Pläne. Im Inneren des Fisches legte Jona ein großartiges Versprechen ab. Nun nimmt ihm Gott beim Wort.

„Gehe in die große Stadt Ninive! Rufe dort aus, was ich dir aufgetragen habe und predige, was ich dir sage“

Klar umrissen ist Auftrag und Ziel. Der Bekehrte steht in der alten Welt. Es wird ganz klar: Ob ich ein bekehrter Mensch bin, ob ich die große Umkehr meines Lebens zu Gott hin vollzogen habe, wird daran sichtbar, wie ich mich zu den alten Aufträgen und Weisungen Gottes verhalte. Es gibt keine Umkehr zu Gott ohne Gehorsam. Nun rücken sie wieder ganz nahe heran, die Menschen, vor denen Jona floh. Die er sich selbst überließ, weil er sich selbst so wichtig nahm. Ninive ist noch Ninive, gottlos, sündig, dem Gericht Gottes verfallen. Ninive muss noch immer gewarnt werden. Gott will noch immer Rettung für Ninive.

Jona soll in Ninive predigen. Ob das Erfolg hat? Unsere Zeit ist misstrauisch gegen das Predigen. Die Kritiker sagen: „Dieser Welt ist mit predigen nicht beizukommen! Handeln, anfassen, helfen, protestieren, umfunktionieren ist gefordert. Diskutieren, debattieren, sich einfühlen, den anderen verstehen, das Gespräch suchen, mit dem Herzen hören, handeln statt reden, das ist jetzt nötig. Kurz gesagt: Was die Welt verändert sind Aktionen aber keine Predigten. Mitmachen bei der Protestaktion in Wackersdorf, das ist Mission! Doch wir dürfen nicht übersehen: Es geht gar nicht um unsere sozialen Programme und ethischen Ordnungen. Es geht nicht um unsere Reformbemühungen. Es geht allein um Gottes Willen und Gottes Gericht, Es geht um das, was Gott gesagt haben will. Gottes Wort ist unser Auftrag, nicht unsere Wörter und Gedanken, Ideen und Reformen.

Der Prophet Jona darf nicht das Verkündigen, wozu sein eignes Gefühl ihn treibt, sondern nur das, wozu Gottes Geist ihn treibt. Das Grunderfordernis für den biblischen Verkündiger, für den echten Propheten ist nicht ein bestimmtes Alter oder eine bestimmte Leistung, oder eine erreichte Reife der Erfahrung, sondern der Gehorsams. Die Propheten Gottes wurden immer wieder davor gewarnt, ihre eigenen Gedanken zu verkündigen und den Menschen nach dem Munde zu reden. Sie wurden immer wieder aufgefordert, allein Gottes Wort zu predigen. Jer. 1,7-9; 23,28 „Der Herr sprach: Zu allen Menschen, zu denen ich dich sende, sollst du gehen und ihnen alles verkünden, was ich dir sagen werde. Er streckte mir seine Hand entgegen, berührte meinen Mund und sagte: „Ich lege dir meine Worte in den Mund… Wer mein Wort empfängt, soll es gewissenhaft als mein Wort verkünden.“

Wir wollen es nicht vergessen, weil es so wichtig ist: Ein Wort Gottes hat mehr Kraft, Menschen und Verhältnisse zu ändern als tausend Wörter menschlicher Weisheit. Aus Gottes Predigt an seine Botschafter wird erst rettende Predigt für Ninive.

„Da machte sich Jona auf und ging“  Jon. 3,3

Jona hat Erfahrungen mit Gott gemacht. Er hat Gericht und Gnade persönlich erlebt. Nun geht er im Glaubensgehorsam, ohne zu wissen, was ihn erwartet. Sicherlich sind seine Schritte jetzt nicht froher, leichter und begeisterter geworden. Aber gehorsamer! Diesmal gehorcht Jona. Vom Ungehorsam und seinen Folgen hat er die Nase voll. Wer also hinter sich die Erfahrung der Rettung durch Gottes Erbarmen hat und um Gottes Macht weiß, der geht, wohin Gott ihn sendet. Der ist bereit, Gottes Willen zu tun. Sein Leben mit Gott und für Gott zu wagen.

Gottes Reich auf Erden wird nicht durch kirchliche Programme oder flammende Aufrufe von Pastoren und Evangelisten gebaut, sondern durch Menschen, die Gottes Gericht und Gnade persönlich erfahren haben und eben darum nicht mehr von dem schweigen können, was sie mit Gott erlebt haben. Wo aber Gottes Gegenwart nicht mehr erfahren wird, wo sein gnädiges Handeln nicht mehr gesehen wird, da verfällt die christliche Gemeinde dem Formalismus, da stirbt die Mission.

„…in die große Stadt Ninive“

Der biblische Bericht umreißt das kommende Arbeitsfeld. Ninive, die Metropole des assyrischen Weltreiches, umfasste nach Angaben um 150 v.Chr. etwa 100 km. Eine Vorstadt von Ninive, mit Namen Kalah, hatte nach einer Inschrift von 879 v.Chr. 60.000 Einwohner. Jonas Aussage, er hatte 120.000 Menschen zu predigen, scheint also nicht so ungewöhnlich, wie man vermutet.

Ninive war eine große Stadt in den Augen Gottes. Die Augen Gottes sehen das Arbeitsfeld immer größer als wir. Er sieht mehr Menschen, die der Rettung bedürfen, als wir sehen wollen. Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Hebet eure Augen auf und sehet, das Feld ist weiß zur Ernte. Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige.“ Für einen Menschen ist der Auftrag undurchführbar. Ein einzelner unter so vielen. Was kann da schon herauskommen? Doch Jona geht nicht allein nach Ninive. Das gibt Vertrauen. Das stärkt, das Unmögliche zu wagen. Gott beauftragt nicht nur, er gibt auch mit dem Auftrag die Vollmacht, den Auftrag auszuführen. Das ist der Boden, auf dem wir schwachen Menschen vor großen Aufgaben nicht zu kapitulieren brauchen. Jona hat Gottes rettende Macht erfahren, nun wagt er es, in die große Stadt zu gehen, deren Bosheit zum Himmel stinkt.

Jon. 3,3 sagt: Ninive war „.eine große Stadt vor Gott“.

Gott wusste um Ninive. Gott verschloss seine Augen nicht vor ihr. Er war mit den Zuständen in Ninive wohl vertraut. Ninive war vor Gott ausgebreitet, mit ihren Menschen und ihrem Vieh, mit ihren Geschäften, Palästen, Götzentempeln, Vergnügungsstätten, mit ihren Kneipen und Bars, mit ihrer Prostitution und Gewalttat, mit ihrem Laster und ihrer Gier nach Geld und Macht, mit ihrer feinen  Gesellschaft und ihrem Untergrund. Ninive eine Stadt vor Gott, d.h.: Die Leute in Ninive sind auch Gottes Menschen, ob sie es wissen oder nicht, ob sie es wissen wollen oder nicht. Gott interessiert sich für sie. Gott möchte sie so gerne vor dem Gericht retten,

Liebe Freunde, Gott sieht auch heute noch die Menschen in den Riesenstädten. Gott möchte  auch heute Menschen retten in New York, Berlin, London, Tokio, San Franzisko, Stuttgart, München und wo immer sie leben. Kein Mensch wird von Gott übersehen. Gott sah Jona in der Tiefe des Meeres und rettete ihn aus dem Rachen des Todes. Dies wurde mir besonders bewusst als ich 1982 die Möglichkeit hatte, mit Mark Finley eine Evangelisation in Chikago durchzuführen. Chikago ist ja in der ganzen Welt als eine Stadt des Verbrechens bekannt. Doch wie glücklich war ich, als ich erleben durfte, wie junge und alte Menschen zum Glauben kamen, wie sich ihr Leben durch Gottes Wort veränderte. Mehr als 70 Personen trafen eine klare Entscheidung für Jesus Christus und übergaben ihm ihr Leben in der Taufe. Unter ihnen ein junger Mann, der längere Zeit drogensüchtig war und bereits einen Selbstmordversuch hinter sich hatte…..

Mein lieber Freund, Gott sieht und kennt auch dich. Hast Du schon eine klare Entscheidung für Jesus getroffen? Hast Du ihm schon Dein Leben ausgeliefert? Hast Du schon Deine Sünden bekannt und bereut und Vergebung gefunden? Wenn nicht, dann zögere nicht länger. Bedenke: Gottes Gerichtsuhr läuft. Der Countdown hat schon begonnen.

„Jona fing an, in die Stadt hineinzugehen, eine Tagereise weit“ (Jon. 3,4)

Jona begann Gottes Auftrag auszuführen. Er blieb nicht im Stadttor stehen. Er wagte sich hinein in die Höhle des Löwen. Er wusste, der Gott, der ihn aus dem Meer gerettet hatte, der kann ihn auch in der gottlosen Stadt Ninive bewahren. Er fürchtete sich nicht mehr vor dem Hass und Spott der Leute, die ihn vielleicht als Wichtigtuer, als Verrückten oder Sektierer bezeichnen und ablehnen könnten. Jona fing an, Gottes Botschaft auszurichten. Der Text sagt: Jona predigt

Wie sieht seine Predigt aus?

Jona hat keinen Solisten, keinen Chor, keinen Talar, keinen Altar und keine Mitarbeiter zur Verfügung. Er mietet nicht das Opernhaus oder Stadttheater, in der Hoffnung, dass die Leute kommen würden, ihn zu hören. Jonas Predigt ist Straßenpredigt. Er beginnt die Menschen da anzusprechen, wo sie sind. Er findet eine passende Stelle und beginnt seine Geschichte zu erzählen. Die Zuhörer spüren, was er ihnen berichtet, das ist kein Märchen. Sie erkennen, der Mann hat etwas ganz persönliches zu sagen. Ich denke, wir alle können sofort erkennen, ob uns jemand nur eine Geschichte erzählt, oder ob er eine persönliche Erfahrung, ein ihn bewegendes Erlebnis, mitteilt. Jonas Erfahrung ist so gewaltig, dass er davon nur in ergreifender Weise Zeugnis geben kann. Überall in der Welt warten Predigthörer auf den persönlichen Ton. Das persönliche Zeugnis ist gefragt, nicht theologische Reflexion. Straßenpredigten sind in der Geschichte der Gemeinde Jesu nichts Außergewöhnliches. Paulus, der große Völkermissionar, verkündigte das Evangelium auf den Straßen und Plätzen des römischen Reiches. Als man John Wesley verbot, auf den Kanzeln der englischen Hochkirche seine Bußpredigten zu halten, predigte er morgens um fünf zu den Bergleuten, die auf dem Weg zur Frühschicht waren. Tausende hörten auf diese Weise Gottes Heilsangebot. Viele änderten ihr Leben und wurden gerettet.

Jona weiß, er ist den Menschen in Ninive mehr als seine persönliche Erfahrung schuldig. Er muss ihnen die volle Wahrheit predigen. Er muss ihnen das Gericht Gottes ankündigen. Er darf nicht schweigen. Jonas Predigt in Ninive war nicht interessant, geistreich, erquicklich, erbaulich. Jona wurde nicht ein beliebter Kanzelredner. Jona hielt keinen langen Vortrag, wie ich das hier tue. Seine ganze Predigt bestand aus neun kurzen, unerbaulichen Worten: „Es sind noch 40 Tage, so wird Ninive untergehn“

Nicht die Länge einer Predigt entscheidet, sondern dass sie Gottes Wort ist. Die Predigt beunruhigt und erschreckt. Sie rüttelt die Menschen auf. Sie lässt keinen unberührt. Die Nachricht breitet sich aus. Überall wird darüber diskutiert. Ich stelle mir vor: Über den Gartenzaun, auf dem Marktplatz, auf den Straßen und Plätzen der Stadt, zwischen Mann und Frau, in den Büros und auf den Baustellen gibt es in Ninive nur noch ein Gesprächsthema – Jona und seine Botschaft. Die einen sagen: „Der Mann ist ein Verrückter.“ – Andere meinen: „Er ist ein Fanatiker“ – Etliche denken: „Seine Erfahrung hat ihn ganz schön mitgenommen.“ Manche zweifeln, ob seine Erfahrung echt ist. Sie sagen sich: „Wer hat schon je gehört, dass ein Mensch von einem großen Fisch verschlungen worden wäre?“ „Und dann will er das auch noch lebend überstanden haben?“ „Unmöglich'“ Einige weisen darauf hin, dass Jona ein Prophet aus Israel ist. Er könnte ja die Wahrheit sagen. Vielleicht hat er doch recht. Die kurze und knappe Botschaft vom Gericht weckt ihr Gewissen, bereitet ihnen schlaflose Nächte. Allmählich werden die Leute unsicher. Sie wissen um ihrs Bosheit, um ihre verborgene Schuld. Ein großes Unbehagen breitet sich aus. Schuld zerstört. Ninives Zukunft ist in Frage gestellt.

Wie wir bereits erkannten, ist Ninive ein Symbol unserer Welt. Über einer Welt, die von Gott nichts mehr wissen will, die Gottes Ordnungen und Gesetze mit Füßen tritt, die seine Weisungen verachtet, die selbstherrlich und selbstmächtig Gottes Schöpfung zerstört, steht das Gerichtswort vom Untergang, wie wir es in Offb. 11,18 finden: „Die Völker haben sich im Zorn von dir abgewandt. Darum trifft sie jetzt dein Zorn. Die Zeit des Gerichts ist gekommen, und die Toten wirst du richten… Ohne Ausnahme wirst du alle vernichten, die unsere Erde ins Verderben gestürzt haben.“

Dies ist ein aktuelles Wort, das täglich durch neue alarmierende Nachrichten von der Umweltzerstörung bestätigt wird. Zu keiner Zeit war das Wort „Untergang“ so aktuell wie heute. Wissenschaftler reden heute wie Propheten vor alters. Gottes wahre Gemeinde hat deshalb den dringenden Auftrag von Gott, die Zeit seines Gerichtes zu verkündigen – siehe Offb. 14,6-7

„…es sind noch vierzig Tage“

Warum schlägt Gott nicht gleich zu? Warum zögert er? Warum gibt er den Spielraum von 40 Tagen? Damit die Menschen ihre Zeit angesagt bekommen. Gott gibt noch eine Frist. Das ist seine Liebe im Gericht. Gott hat Mitleid mit Ninive  

Gott gibt Zeitansagen, damit wir an das Auslaufen aller Zeit denken. Dies ist der Sinn der ersten Engelsbotschaft, in der Gott verkündigen lässt; „Die Zeit seines Gerichtes ist gekommen!“ Gott kündigt den Countdown an. Leben in Sichtweite der endgültigen Grenze ist bewusstes Leben. Überlege einmal, wie sich dein Leben drastisch verändern würde, wenn Du wüsstest: Ich habe nur noch einen Monat zu leben. Der Arzt hat für mich keine Hoffnung mehr. – Bedenke, wie sich das Denken eines Gefangenen verändert, dem gesagt wird: In einer Woche wird er erschossen. Gott verkündigt den Gerichtstermin, damit die Bewohner von Ninive an der ultimativen Mauer auflaufen und sich dem Ernst ihrer Situation bewusst werden. Der deutsche Philosoph Martin Heidegger sagte: „Wer weiterlebt wie bisher, hat nicht begriffen, was kommt!“ Ninive, es ist dir nur noch eine kurze Frist gegeben, vierzig Tage. Bald sind es nur noch 30, 20, 10, 5 Tage. Bald wird es nur noch ein Tag, eine Stunde sein. Kein Wort darüber, dass innerhalb der Frist die Chance bliebe, Gott umzustimmen. Jetzt stehen die Bewohner eingeschlossen im Kreis der 40 Tage, wie Jona im Bauch des Fisches.

Die Zahl 40 ist in der Bibel ein Symbol für die Krise. Vierzig Tage und Nächte strömten die Wasser der Sintflut. Während den vierzig Tagen, in denen Mose bei Gott auf dem Sinai war, tanzte das Volk um das goldene Kalb. – Vierzig Tage wurde Jesus vom Satan in der Wüste versucht. –  Vierzig Jahre musste Israel wegen seines Ungehorsams durch die Wüste wandern. Haben Gerichtspredigten eine Wirkung? In Ninive geschieht etwas völlig Unerwartetes:

„Da glaubten die Leute zu Ninive an Gott“ (Jon. 3,5)

An Gott glauben heißt, Gott nicht länger für einen Spaßvogel zu halten, der Scherzdrohungen ausspricht. Um das Gericht zu wissen, gibt eine neue Einstellung zu Gott und zum Leben. Wer um das Gericht weiß, schaut zurück auf seine Schuld.

Das hebr. Wort, das im 3. Kapitel des Jona für glauben steht, beschreibt die Wendung eines Menschen um 180 Grad. Die Leute in Ninive wurden nicht ein bisschen liberaler, menschlicher, sozialer. Sie veränderten sich von Grund auf. Sie begriffen die Frist von 40 Tagen als eine Gelegenheit  zur Buße und Rettung. Sie verstanden: Gott muss man ernst nehmen. Das sahen sie an der Erfahrung des Jona, In Ninive kam es zu einer Erweckung. Menschen ließen sich von Gottes Wort bewegen. Sie nahmen Gottes Botschaft ernst. Jeder, der die Botschaft glaubte, sagte sie weiter. Wie kann man auch eine so ernste und wichtige Botschaft für sich behalten?

„Sie ließen ein Fasten ausrufen und zogen alle, groß und klein, den Sack zur Buße an“ –

Die innere Einstellung zeigt sich im äußeren Verhalten. Wie ein Mensch denkt, so handelt er. Die äußere Erscheinung hat sehr wohl etwas mit der inneren Haltung eines Menschen zu tun. Wer um seine Schuld und Gottes Gericht weiß, dem ist nicht mehr die Schminke und der Schmuck wichtig, der kümmert sich nicht mehr um teure Kleider und kostbare Anzüge, sondern um den Zustand seines Herzens. Das Sacktuch bestand aus einem sehr groben Gewebe, und es gab anderen Leuten zu erkennen, dass der Träger dieses Tuches seine Sünden bereute. Durch ihr Fasten wollten die Leute Gott zeigen, dass ihnen ihr böses Leben leid tat. Der König von Ninive wurde ebenfalls von der Erweckung ergriffen. Er begriff den Ernst der Lage. Er wollte sicher gehen, dass es nicht nur ein äußerliches Schauspiel gab. Er wollte echte Reue. Deshalb verlangte er, die Menschen sollten aufhören, Unrecht zu tun und ein neues Leben anfangen.

„Jeder bekehre sich von seinem bösen Wege und vom Frevel seiner Hände“ (Jon. 3,8)

Diese Aufforderung erinnert uns an die Bußworte Johannes des Täufers, mit denen er seine Zeitgenossen zur Umkehr und Vorbereitung auf den Messias rief. Siehe: Mt. 3,1-2;5-10. In Ninive kam es tatsächlich zu einer Umkehr. Außerbiblische Quellen bestätigen, dass es um 800 v.Chr. in Assyrien eine religiöse Reform gab. Bekehrung ist mehr als ein Denkvorgang. Bekehrung ist eine radikale Änderung von Lebensgewohnheiten, ein Abwenden von der Sünde, eine Übergabe des Willens an Gott, eine Bereitschaft, Gott zu gehorchen. Bekehrung ist nicht nur ein stiller innerer Vorgang, sondern eine aktive Verhaltensweise, die sich bis in das Tun unserer Hände auswirkt.

Interessant ist die Aussage in Jon. 3,9: „Wer weiß? Vielleicht lässt Gott es sich gereuen und wendet sich ab von seinem grimmigen Zorn, dass wir nicht verderben.

Buße ist keine Leistung, die Gott zu honorieren hätte, die mit Verschonung belohnt wird. Rettung ist nicht der Lohn für das Sitzen in der Asche und für das Tragen von Säcken. Rettung ist Gottes souveränes Handeln, ist Auswirkung seiner freien Gnade. Der Sünder kann nur auf Gottes Gnade und Erbarmen hoffen. Er kann sie aber nicht als eine Forderung einklagen. Nur der totale Bruch mit der Sünde schenkt das Vertrauen auf Gottes Erbarmen. Was bei vielen Menschen nur noch und schon lange zu Minipreisen gehandelt wird, die Gnade Gottes, ist plötzlich in Ninive aufgewertet zum teuersten und kostbarsten Gut.

Die Bibel mahnt uns, darauf zu achten, die Gnade Gottes nicht zu versäumen oder zu verscherzen: – Hebr. 12,15

Das große Wunder in Ninive – Jona 3,10

Als aber Gott ihr Tun sah, wie sie sich bekehrten von ihrem bösen Wege, reute ihn das Übel, das er ihnen angekündigt, hatte, und tat’s nicht.“ Das Jona Büchlein berichtet von drei Bekehrungen: die Bekehrung der heidnischen Matrosen, die Bekehrung Jonas und nun die Umkehr der Einwohner von Ninive. Eine Umkehr im letzten Augenblick. Rettung für eine Weltstadt durch Gottes Boten – Gottes Botschaft – Glauben – Buße – Umkehr zu Gott

Das 3. Kapitel im Jona sagt uns: Kein Volk, kein Mensch ist so hoffnungslos, dass sein Leben nicht verändert werden könnte. Rettung ist möglich: durch Gottes Wort und Predigt, Glauben an Gott, Buße und Umkehr zu Gott. Diese Erfahrung habe ich viele male in meinem Dienst als Prediger und Evangelist gemacht. Paulus beschreibt diese Erfahrung in folgenden Worten: 1.Kor. 6,9-11

Mein lieber Freund, hast Du schon dieses Wunder Gottes persönlich erfahren? Wenn nicht, so wisse und glaube, Gott möchte dieses Wunder an Dir vollbringen. Gott liebt dich! Gott will Deine Rettung, Gott wünscht Dein ewiges Heil. Gott möchte Dich aus dem Gericht befreien. Zögere nicht, Deine Entscheidung jetzt zu treffen. Jetzt ist die Zeit, umzukehren und Gott die Ehre zu geben. Jetzt ist die Zeit, Buße zu tun, sich taufen zu lassen und Gott zu gehorchen. Willst Du nicht jetzt die Hände falten und Gott bitten, dieses Wunder in Dir zu vollbringen? 

Diese Studie ist ein Teil einer ganzen Serie. Die folgenden Themen sind weitere Teile dieser Vertiefung. 

KapitelBibelstudienthemaLink
Jona 1Gott ruft - Jona flieht1.Studie
Gott sucht - Jona schläft                               2.Studie
Jona 2Gott handelt - Jona betet 3.Studie
Jona 3Gott vergibt - Jona predigt 4.Studie
Jona 4Gott rettet - Jona zürnt - Ist Jona ein Selektierer? 5.Studie