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I. Geschichtliche Darstellung der Gemeinde Sardes.

Der Rahmen

Die Stadt Sardes betrachtete sich als uneinnehmbar. Ähnlich wie Pergamon lag sie auf einer hohen Felsklippe, Der Hauptteil der Stadt klammerte sich 300 Meter hoch über dem Talbo­den en die Spitze fast unbesteigbarer Klippen an, In der Antike hatte der sprichwörtlich reiche König Krösus aus Lydia die Stadt Sardis zu seiner Hauptstadt erwählt, weil er meinte, sein enormer Schatz sei hier sicher, In Sardes wurden die ersten Münzen geprägt.

Keine Armee konnte die steilen Klippen erklettern, die die Stadt schützten. Und doch nahm Cyrus der Große im Jahr 547 v.Chr. Sardes ein und holte die Schätze des Krösus weg. Auch Antiochus der Große eroberte im Jahre 218 v.Chr. die Stadt. In beiden Fällen war ein mutiger Freiwilliger die mauergleichen Klippen hinaufgeklettert und hatte die Stadttore von innen geöffnet, während sich die Bevölkerung vollkommen sicher wähnte und in tiefem Schlaf wiegte.

Der Tadel

Die Christen in Sardes fühlten sich zur Zeit des Johan­nes ebenfalls so sicher, dass sie einschliefen, „Wenn du aber nicht wachen wirst, werde ich kommen!“ sagt Jesus zu ihnen, „Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot,“ Verse 3,1.

Wir heben wahrscheinlich alle schon einmal herausgefunden, dass etwas, worauf wir uns verlassen haben, nicht mehr das ist, was es war. Ein Restaurant vielleicht oder ein Fachgeschäft, eine Werkzeugmarke, ein Fußball-Team, ein beliebter Lehrer –

wenn wir nach einigen Jahren wieder damit zu tun haben, meinen wir, die Qualität hätte sich verschlechtert. Sie haben sich auf ihren guten Ruf verlassen und sind zurückgefallen. Wir wünschen uns dann, sie wären noch so gut, wie wir sie in Erinnerung hatten,

Die Gemeinde Sardes ruhte sich auf ihren Lorbeeren aus. Die eingetragenen Mitglieder waren für ihre gute geistliche Haltung berühmt, Die Evangelisten, die sie für Christus gewonnen hatten, predigten außergewöhnlich gut. Jetzt war es an der Zeit, dass die Gemeinde wieder zu dem wurde, was sie einmal gewesen war. „Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot,“ „So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und halte es fest und tue Buße,“ „Werde wach und stärke das andere, das sterben will.“ Verse 1-3.

Die Situation in Sardes war ernst, aber nicht hoffnungslos. Christus kümmerte sich damals wie heute so herzlich und aufmerksam um jedes einzelne Gemeindeglied, als gäbe es nur diesen einen Menschen, für den er sein Leben geopfert hatte, Sogar in dieser selbstzufriedenen „qualmenden“ Gemeinde kannte Jesus „einige, die ihre Kleider nicht besudelt haben.“ Vers 4.

Der Lohn

Es war tatsächlich nicht zu spät für einen jeden in dieser Gemeinde. „Wer überwindet,“ so ermutigt Jesus alle Gemeindeglieder, „der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“ Vers 6.

„Wer überwindet,“ das heißt in Verbindung mit Sardes: „Wer immer seine Trägheit überwindet und aufwacht,“ Jesus sagt also: Wenn du aufwachst und zu dem lebendigen Glauben zurück­kehrst, den du einst gehabt hast, dann werde ich deinen Namen nicht aus dem Buch des Lebens ausstreichen, sondern werde deinen Namen vor meinem Vater und den Engeln bekennen,

Als Jesus sagte, er würde den Namen eines „erweckten“ Christen nicht austilgen, sondern ihn stattdessen vor Gott und den Engeln bekennen, machte er dadurch folgendes deutlich: Falls ein Sardes-­Christ nicht aufwachte, dann müsste er dessen Namen austil­gen. Und wenn Christus sich auf ein Buch des Lebens bezieht und erwähnt, dass er Namen vor Gott und vor Engel bekennt, dann wird uns klar, dass er hier über dasselbe Vorwiederkunftsgericht –

die Untersuchungsphase – spricht, das wir einige Seiten vorher im Zusammenhang mit Thyatira diskutiert haben. Es ist dies das Gericht aus Dan. 7,9-10:

„Ich sah, wie Throne aufgestellt wurden, und einer, der uralt war, setzte sich … Das Gericht wurde gehalten, und die Bücher wurden aufgetan.“

Hier haben wir einen zusätzlichen Beweis dafür, dass alle Christen – wie auch die übrigen Menschen dem letzten Gericht unterworfen sind.

Wir haben allen Grund zu der Annahme, dass im Gericht den „Niko­laiten und Bileamiten“ das ewige Leben nicht zugesprochen wird. Auch nicht den Gefolgsleuten der „Isebel,“ Und auch nicht den „schlafenden“ Christen.

Jesus starb, um jedem von uns ewiges Leben zu ermögli­chen. Das war damals keine Spielerei für ihn und ist es heute ebensowenig. – Er meint es ernst und ehrlich mit uns, und er hat ein Recht darauf, dass auch wir ernst und ehrlich auf IHN eingehen.

II. Die Gemeinde Sardes als Prophetie der Christenheit

5. SARDES, 1565 -1740 n.Chr.

Als prophetisches Symbol betrachtet, reflektiert Sardes in pas­sender Weise den trägen, selbstzufriedenen Zustand des Protestantis­mus während der zwei Jahrhunderte von ca. 1565 bis etwa 1740, der auf den ursprünglichen Glanz der Reformation folgte. Indem sie sich auf ihren Ruhm als Reformations-Gemeinde verließ, hatte Sardes zwar den NAMEN, lebendig zu sein, war aber größtenteils „tot“. Offb. 3,1.

Die Reformation Martin Luthers gab der Christenheit einen neuen Start. Eine Zeitlang schwelgten Millionen in einer klareren Erkennt­nis unseres gnädigen Gottes – einer Sicht, die sie nie zuvor gehabt hatten. Die Bibel wurde berühmt. Der Bildungsstand nahm merklich zu; denn die Reformatoren wollten, dass jeder Mensch die Bibel selbst lesen und begreifen könnte. Große Summen, die früher den Priestern gespendet worden waren, damit diese endlose Messen für die Toten läsen, wurden nun den Armen geschenkt, Mönche verließen ihre Klö­ster, um in der Welt zu arbeiten. Priester, Mönche und Nonnen wurden nun zum Heiraten ermutigt. Unzählige Väter hielten nun in ihren Heimen Familienandachten.

Doch bald wurde das Süße sauer. Durch einen tragischen Verlauf der Umstände, schien es auf einmal wichtiger, die Rechtfertigung durch Glauben in präziser Terminologie ausdrücken zu können, als sie im eigenen Leben zu verwirklichen. Der lutherische Historiker Lars Qualben sagt: „Das Evangelium wurde als Doktrin behandelt, statt als Kraft Gottes zum Heil, und das Christentum wurde als eine Religion des richtigen Denkens dargestellt, ohne gleichzeitig den richtigen Zustand des Herzens zu betonen.“ Die Bibel wurde eine Art Depot für theologische Waffen. Die vielen Debatten brachten „streitsüchtige Theologen und einen vertrockneten Protestantismus hervor.“ Diese Streitereien wurden so unangenehm, dass Philip Melanchton, Luthers engster Freund, sich freute, als er im Jahre 1560 den Tod herannahen fühlte – er würde nun der „Wut der Theolo­gen“ entfliehen.

Die Konkordie

Bald zeigten sich die verwüstenden Folgen des endlosen Theologenhaders. Abhilfe tat dringend not. Man fand sie, indem man den Weg zur Lehrkirche konsequent fortschritt und ein eingehendes Lehrbekenntnis als unüberschreitbare Norm auf­richtete. Dieses einheitliche Lehrbekenntnis war die FORMULA CONCORDIAE von 1577, in der die schwebenden Streitfragen zuungunsten der Philipisten, aber auch der extremen Lutheraner entschieden wurden; sie ist das abschließende Bekenntnis des Luthertums und die Grundlage der lutherischen Orthodoxie geworden … Am 25. Juni 1580, genau 50 Jahre nach der Obergabe der CA (Augsburgische Konfes­sion) erschien in Dresden das Konkordienbuch (die drei altkirchlichen Symbole, CA, Apologie, Schmalkadische Artikel (nebst Melanch­tons tractatus de potestate et primatu papae) Großer und Kleiner Katechismus, FC (Formulae Conkordiae)), unterzeichnet von 86 Reichs­ständen und 8-9000 Theologen.“ K,Heussi, Kompendium der Kirchen­geschichte, 10.Auflage, § 92,1.0., Seite 356/7.

Die Anhänger Luthers hatten nun ihr fest definiertes dogmatisches Glaubensbekenntnis, wie damals die Römisch-Katholische Kirche durch das Konzil von Trient ihres bekommen hatte. Lutheranismus wurde ein „Sardes“ auf hohem Felsenplateau, geschützt durch Vorschriften, die offenbar unangreifbar waren und – das muss man leider sagen, – die merkwürdig kalt, formal und stagnierend waren.

In Britanien verlor die Kirche von England viel von ihrem ur­sprünglichen Feuer und suchte hinter ihrem Glaubensbekenntnis, den 39 Artikeln, Zuflucht.

Die Anhänger Calvins, dem zweiten großen Führer der Reformation, zeigten eine längere Zeitlang großen Ideenreichtum. Sie wurden in Mitteleuropa als Reformierte Christen bekannt, als Hugenotten in Frankreich und als Puritaner in England. Mit der Zeit wurden die Puritaner als Presbyterianer und Kongregationalisten und – noch später in den USA – als Baptisten bezeichnet,

Trotz der heldenhaften Leistungen, die jede dieser protestanti­schen Bewegungen ursprünglich an den Tag legte, hatte sich das protestantische Europa in den Jahren um 1700 weit von dem entfernt, was die Reformatoren erträumt hatten. Die Intellektuellen leugneten die Auferstehung und die Wiederkunft Jesu und führten in eine dunkle Periode hinein, die merkwürdigerweise „AUFKLÄRUNG“ genannt wird. Von den gewöhnlichen Leuten erwartete man nicht mehr, als dass sie die Kirchen besuchten und das glaubten, was man ihnen beibrachte. England driftete bis an die Grenzen der Gottlosigkeit ab. Dort herrschten in den Jahren um 1700 erschreckende Zustände: „Die Volks­belustigungen waren von roher Art, das Analphabetentum war weit verbreitet, das Gesetz wurde in aller Härte durchgedrückt, die Gefängnisse waren Brutstätten von Krankheiten und Bosheit. Die Trunkenheit war allgemein verbreiteter als zu irgendeiner anderen Periode der englischen Geschichte.“

Hätten sich die Protestanten in Sardes nur an die herrlichen Dinge erinnert, die sie „empfangen und gehört“ hatten (Offb. 2,3), damals, als die Reformation begann – wie anders wäre die Geschichte verlaufen!

Aber was hat es mit den „einigen“ in Sardes auf sich, „die ihre Kleider nicht besudelt haben,“ Leute, die hellwach und „wert“ waren? Vers 4.

Die Lutheraner hatten viele solcher Menschen. Paul Gerhardt (1607-1676) schrieb tief geistliche Lieder, die immer noch von vielen Kirchen und Glaubensgemeinschaften geliebt werden; z.B. „O Haupt voll Blut und Wunden.“ Georg Friedrich Händel (1685-1759) komponierte den „Messias.“ Johann Sebastian Bach (1685-1750) berei­cherte den Gottesdienst der ganzen westlichen Kirche. Johann Al­brecht Bengel (1687-1752) brachte einen außergewöhnlichen Kommentar zum NT heraus (Gnonom: Vers für Vers Erklärung).

Wir wollen Georg Fox nicht vergessen (1624-1691), den warmherzi­gen, frommen Gründer der Quäker. Oder John Bunyan (1628-1688), der mit seinen Büchern „Pilgerreise“ und „Grace Abounding to the Chief of Sinners“ Unzähligen in allen Kirchen geholfen hatte. Oder Dorothy Traske (etwa um 1640 gestorben), die 16 Jahre lang im Gefäng­nis schmachtete, weil sie den Sabbat Christi, den Siebenten-Tags­-Sabbat nicht aufgeben wollte, (Siehe Band I, Dan, 7: Liebe zu Chri­stus. Hyperink) Philipp J, Spener (1635-1705) leistete Großartiges: Er versam­melte Christen in kleinen Gruppen, um gemeinsam die Bibel zu studie­ren und zu beten. Sein „Pietismus“ hatte große Wirkung. Teilweise durch den Einfluss des Spenerschen Pietismus förderte Nikolaus Graf von Zinsendorf (1700-1760) eine Gruppe von Mährischen Brüdern, die in einem Dorf namens Herrnhut auf seinem großen Privatgrundstück siedelten. Diese Mährischen Brüder, die Verbindungen mit den Lutheranern unterhielten, entwickelten eine tiefe geistliche Bezie­hung zu Gott und untereinander. Weil sie den Befehl Christi achte­ten, die Evangeliumsbotschaft vor seiner Wiederkunft überall zu verbreiten, schickten sie Glieder ihrer Bewegung als Missionare zu den schwierigsten Orten der Erde – in die Arktis und nach Süd­afrika. Zu jener Zeit waren diese Orte wirklich am Ende der Welt.

Kurz nach der Gründung der amerikanischen Kolonie Georgia gingen 26 Mährische Brüder dorthin. Während eines Sturmes auf dem Atlantik blieben sie erstaunlich ruhig und furchtlos. Derselbe Sturm erschreckte John Wesley, der auch an Bord war, beinahe zu Tode. Wes­ley, der spätere Gründer des Methodismus, war damals ein frommer junger Prediger der Englischen Kirche und war als Missionar nach Amerika unterwegs. Er wollte gern wissen, was diese Mährischen Brüder hatten und was ihm abging.

Später sprach A.G.Spangenberg, ein prominenter Führer der Mähri­schen Brüder, persönlich mit dem jungen John. „Kennen Sie Christus?“ fragte er ihn. „Ich weiß, daß er der Erlöser der Welt ist,“ gab Wesley zur Antwort. „Stimmt,“ nickte Spangenberg, „aber wissen Sie auch, dass er Sie erlöst hat?“

Zwei bis drei Jahre später kehrte Wesley von Amerika nach Eng­land zurück und war fest entschlossen, mehr über den Jesus der Mährischen Brüder zu erfahren. Während er um Erleuchtung betete, besuchte er am 24.Mai 1738 eine Versammlung der Anglikaner in einer Kapelle auf der Aldersgate Straße in London. Er hörte jemanden laut aus Luthers Vorwort zu seinem „Kommentar zum Römerbrief“ vorle­sen. Er hörte also etwas über Rechtfertigung durch Glauben, und zwar aus der Feder des Reformators, der über dieses Thema so viel gelernt hatte.

„Ungefähr um Viertel vor neun,“ schrieb Wesley später, in Worten, die wohl unvergänglich scheinen, „während er (Luther) den Wandel beschrieb, den Gott im Herzen durch den Glauben an Christus bewirkt, fühlte ich mich innerlich seltsam erwärmt. Ich spürte, dass ich mein Vertrauen auf das Heil in Christus und in Christus allein setzte, und ich empfing eine Gewissheit, dass er meine Sünden, ja, auch meine Sünden, weggenommen hatte und mich von dem Gesetz der Sünde und des Todes erlöst hatte.“

In diesem Augenblick der Erleuchtung „erinnerte“ sich Wesley an das, was Christen während der herrlichen Tage der Reformation „empfangen und gehört“ hatten. Doch das Ergebnis seiner Ent­deckung – dass Christus sein persönlicher Heiland geworden war – gehört schon zur Philadelphia-Ära der Kirche.

Quellenverzeichhnis
  • Gott Sorgt. Band 2. Die Botschaft der Offenbarung für Dich und Deine Familie. Von C. Mervyn Maxwell Ph. D. Originaltitel: GOD CARES, Vol. 2. Copyright für die Übersetzung, Advent-Verlag Kratlingen, CH-3704 Kratlingen, Schweiz. Mit freundlicher genehmigung zur Veröffentlichung auf dieser Website: Advent-Verlag Schweiz.

  • Weitere Beiträge
C. Mervyn Maxwell
C. Mervyn Maxwell was chairman of the department of church history and professor of church history at the Seventh-day Adventist Theological Seminary, Andrews University for twenty-five years. He holds a Doctor of Philosophy degree in church history from the University of Chicago. He is the author of many books, including Magnificent Disappointment; God Cares; God Cares Volume II; Man, What a God!; and Look at It This Way.
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C. Mervyn Maxwell
C. Mervyn Maxwell was chairman of the department of church history and professor of church history at the Seventh-day Adventist Theological Seminary, Andrews University for twenty-five years. He holds a Doctor of Philosophy degree in church history from the University of Chicago. He is the author of many books, including Magnificent Disappointment; God Cares; God Cares Volume II; Man, What a God!; and Look at It This Way.
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