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In Mt. 24,15 spricht Jesus vom GREUEL DER VERWÜSTUNG. Damit wies Jesus symbolisch auf die römischen Heere hin, die Jerusalem im Jahre 66 und 70 n. Chr. umgaben. Aber seine Aussage verdient weitere Beachtung. Der „Greuel der Verwüstung“ schließt weit mehr ein als die römischen Heere. Jesus zeigte, dass der Greuel der Verwüstung vorhergesagt worden war „durch den Propheten Daniel.“ Dies ist wahr: denn Daniel schrieb in Kap. 11,31, dass eine antichristliche Macht den wahren Gottesdienst (tamid! nicht „tägliches Opfer“) wird „abtun und einen Greuel der Verwüstung aufrichten.“ In Kap. 8,13 schreibt er „von der Sünde“ wider den wahren Gottesdienst (tamid), um welcher willen diese Verwüstung geschieht, dass beide, das Heilig­tum und das Heer, zertreten werden.“ In Kap. 9,24-27 schreibt er von dem „Volk eines Fürsten,“ der kommen wird, „und die Stadt und das Heiligtum verstören.“ „Und bei den Flügeln werden stehen Greuel der Verwüstung.“

Im AT wird das Wort Greuel manchmal für Götzendienst ge­braucht. Jer. 7,30; 32,34; 2.Kön. 23,13. Der „GREUEL DER VERWÜ­STUNG“ ist ein sündiges System der Anbetung, das den Frevel be­geht, Gottes Stadt, sein Heiligtum und sein Volk zu zertreten und zu verwüsten.

Die römische Armee, die Jerusalem zerstörte, war gerade ein solch götzendienerischer, verwüstender Greuel. An Stelle der Fahnen trugen römische Soldaten Standarten. Während Soldaten heute ihre Fahnen grüßen, beteten römische Soldaten ihre Standar­ten an Tertullian behauptete, dass „die Lager Religion der Römer durch und durch eine Anbetung der Standarten ist.“ (Apology, 16; ANF 3,31).

Nachdem die Römer den Tempel in Jerusalem zerstört hatten, während der Rauch noch aus der Asche in den Ruinen aufstieg und die besiegten Juden verbluteten, trugen die Römer ihre Standarten in den Tempelhof,“ sagt Josephus, und richteten sie gegenüber dem Osttor auf und opferten ihnen.

Die römische Armee, die an heiliger Stätte stand und Jerusalem zerstörte und verwüstete, war sehr götzendienerisch. Sie richteten in der Tat einen GREUEL und eine ENTWEIHUNG an, die eine VERWÜSTUNG bewirkte.

DER GREUEL WAR „ROM“.

Die Aussage in Dan. 8 + 9 vom VERWÜSTENDEN FREVEL ist ausgesagt von dem symbolischen „Kleinen Horn“. Einige Bibelleser meinen, dass dies „kleine Horn“ Antiochus Epipha­nes gewesen sei. Dieser kleine Sonderling regierte als König von Syrien von 175-164 v. Chr. Er unterbrach die Darbringung von Opfern im Tempel zwischen 168 und 165 v. Chr. Er erfüllte in keiner Weise die zahlreichen Kennzeichen des „kleinen Hornes“. In Mt. 24,15 u. Lk. 21,20 identifiziert Jesus den Greuel der Verwüstung mit Armeen, deren Ankunft in Jerusalem im Jahre 31 n. Chr. noch zukünftig war. Dies beweist über allen Zweifel, dass Antiochus Epiphanes NICHT das „kleine Horn“ war! Das „kleine Horn“ von Daniel 8 stellt ROM dar, sowohl das heidnische als auch das  christliche Rom, das Römische Weltreich und die Römische Kirche des Mittelalters.

Die Prophezeiungen von Daniel 2, 7 und 8 lauten parallel. Jede Prophezeiung beginnt in Daniels Tagen und geht durch eine geschichtliche Zeit bis zum Ende der Welt. Can verschiedenen Symbolen für Babylon, Medo-Persien und Griechenland folgt in jedem Kapitel ein Symbol für Rom: Eisen in Daniel 2; ein Ungeheuer in Daniel 7, und ein kleines Horn in Daniel 8. In diesen Prophe­zeiungen hat Gott absichtlich das Gute übersehen, das durch das Römerreich und die Römische Kirche getan wurde. Er betont in jedem Kapitel die negativen, unterdrückenden Aspekte von Rom, um wichtige Grundsätze zu lehren.

Wir stellen nun die Frage: Hat das kleine Horn von Daniel 8 – das heisst: Hat der verwüstende Frevel von Dan. 8,13 – Gottes „Heiligtum“ und sein „Heer“ {das „heilige Volk“, Vers 24) „zertre­ten“? Die Antwort lautet JA! In seiner heidnisch-kaiserlichen Phase zerstörte Rom den Tempel in Jerusalem, den sichtbaren Ort der öffentlichen Anbetung für etwa tausend Jahre. Das Römische Reich verfolgte auch die wahren Gläubigen an Gott. Rom in seiner Phase als christliche Kirche verfolgte ebenfalls die wahren Gläubigen. Ihre Lehren verdunkeln den „beständigen“ (tamid) Dienst Christi im himmlischen Heiligtum. Zwischen Christus und seinem Volk brachte die Kirche des Mittelalters eine falsche Priester­schaft, ein falsches Opfer, ein falsches Oberhaupt der Kirche, und einen falschen Weg der Errettung. Dass die Kirche im Mittelal­ter böse gehandelt hat, ist offen von prominenten Jesuiten-Auto­ren in den Jahren nach dem 2. Vatikanischen Konzil eingeräumt worden.

Von diesem Gesichtspunkt gesehen, ist der Greuel der Verwüstung ein falsches System der Anbetung, IST ROM in heidnischer und christlicher Form. Das heidnische Rom griff Gottes sichtbaren Tempel, das Heiligtum in Jerusalem an und verfolgte die wahren Christen. Das christliche Rom verfolgte ebenso und lehrte GEGEN das unsichtbare Heiligtum und Jesu Dienst für uns im Himmel.

DER ABFALL UND DER MENSCH DER GESETZLOSIGKEIT.

So von der Kirche des Mittelalters zu sprechen, ist sehr alarmierend. Wie konnten Christen sich so verhalten, es sei denn, dass sie zuvor abfielen oder den Glauben verließen?

Gerade von diesem Abfall sprach Jesus in seiner Ölberg-Rede.

„Dann werden viele abfallen.“ Mt. 24,10. Etwa 25 Jahre später verwies Paulus auf dieselbe Tragik. Zu den Ältesten in Ephesus sagte er: „Denn das weiss ich, dass nach meinem Abschied reißende Wölfe zu euch kommen, die die Herde nicht verschonen werden. AUCH AUS EURER MITTE werden Männer aufstehen, DIE VERKEHRTES LEHREN, um die Jünger an sich zu ziehen.“ Apg. 20,29-30.

„Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der ABFALL kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. ER IST DER WIDERSACHER, DER SICH ERHEBT ÜBER ALLES, WAS GOTT ODER GOTTESDIENST HEISST, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und VORGIBT, ER SEI GOTT.“ „Erinnert ihr euch nicht daran, dass ich euch solches sagte, als ich noch bei euch war?“ 2.Thess. 2,3-5.

Das „Geheimnis der Bosheit“ wirkte bereits in den Tagen des Apostel Paulus: “ … nur muss der, der es jetzt noch aufhält, weggetan werden, und dann wird der Böse offenbart werden. Ihn wird der Herr Jesus umbringen mit dem Hauch seines Mundes und wird ihm ein Ende machen durch seine Erscheinung, wenn er kommt.“ Verse 7-8. Paulus betont: Der Mensch der „Gesetzlosigkeit“ würde in einer zukünftigen Zeit offenbart werden, jetzt aber (in Pauli Tagen) unterschwellig wirken. Nachdem er hervorgetreten ist, würde er bis zur Wiederkunft Christi bleiben.

Es scheint unfreundlich, ja unchristlich zu sein, anzunehmen, dass die Römische Kirche diese Prophezeiung erfüllt. Aber Paulus sprach von einem „Abfall“, von einer „Rebellion“. Abfall und Rebellion geschehen innerhalb, nicht außerhalb der eigenen Reihen. Verschiedene Päpste und ihre Bewunderer beanspruchten für das Papsttum einen göttlichen Status. Noch am 20.06.1894 schrieb Papst Leo VIII. „Die Wiedervereinigung der Christenheit:“ “ … Wir (das ist: Wir Päpste) haben auf dieser Erde den Platz Gottes des Allmächtigen inne.“ Diese Ansprüche sind niemals wider­rufen worden. Die Römische Kirche hat dem Gesetz Gottes widerstan­den und diese Haltung nicht geändert.

FüHRENDE CHRISTEN SIND BESORGT.

Im Mittelalter wurden führende christliche Leiter tief besorgt über den Abfall der Kirche. Auf Gefahr ihres Lebens drückten sie ihre Überzeugung aus, dass der Mensch der Gesetzlosigkeit, der Greuel der Verwüstung, in ihren Tagen erschienen sei. Sie waren überzeugt, dass die Kirche – oder ihre Dogmen, oder zumindest ihre irdische Führerschaft – der Mensch der Gesetzlosigkeit“ von 2.Thess. 2 und der „Greuel“ von Mt. 24 ist.

Joh. Milicz (1374 gest.) war ein solcher Mann. Sekretär Kaiser Karls IV. und Erzdiakon der Kathedrale von Prag. Er hinterließ ein Buch mit dem Titel „De Antichristo“.

John Wycliffe (1384 gest.) sah den Greuel der Verwüstung in der Lehre von der Transubstantiation.

Joh. Huss (1369-1415) identifiziert den Papst mit dem Men­schen der Sünde. Am 6.Juli 1415 wurde er in Konstanz verbrannt.

Martin Luther (1483-1546). Er sah in der Kirche seiner Zeit den Greuel, von dem Jesus in Mt. 24,15 spricht und den Menschen der Gesetzlosigkeit von 2. Thess. 2, der in dem Tempel Gottes sitzt, d.h. inmitten der Christenheit und sich selbst als Gott bezeichnet. Tragisch, dass der Greuel der Verwüstung, von dem Jesus und Daniel sprachen, das heidnische und christliche Rom ist.

Quellenverzeichhnis
  • Gott Sorgt. Band 2. Die Botschaft der Offenbarung für Dich und Deine Familie. Von C. Mervyn Maxwell Ph. D. Originaltitel: GOD CARES, Vol. 2. Copyright für die Übersetzung, Advent-Verlag Kratlingen, CH-3704 Kratlingen, Schweiz. Mit freundlicher genehmigung zur Veröffentlichung auf dieser Website: Advent-Verlag Schweiz.